Männer trollen, Frauen werden getrollt

Die Frau als geköpftes Ungeheuer in der griechischen Mythologie: Ausschnitt der «Medusa» von Peter Paul Rubens, die Schlangen hat Frans Snyders ergänzt.

«Das Wort gehört den Männern!» So spricht Telemachos, der Sohn des homerischen Helden Odysseus, zu seiner Mutter Penelope. Er befiehlt ihr, in ihre Gemächer zurückzukehren, um dort ihre «Geschäfte» zu besorgen und sich mit Spindel und Webstuhl zu beschäftigen.

Mit diesem Beispiel einer zum Schweigen gebrachten Frau eröffnet Mary Beard ihren Essay «Women and Power». Die Professorin für antike Geschichte in Cambridge zeigt in ihrem kurzen Manifest, dass Frauen seit der Antike ihrer Stimme beraubt und somit von der Macht ausgeschlossen worden sind. Anhand literarischer und historischer Frauenfiguren zeigt sie, wieso Frauen heute nicht nur weniger gehört, sondern ebenso häufiger angefeindet oder nicht ernst genommen werden, sobald sie versuchen, das «Wort» zu ergreifen.

Mansplaining seit der Antike

Frauen, so Beard, seien seit dem klassischen Altertum systematisch von der öffentlichen Rede ausgeschlossen und am Sprechen gehindert worden. Zwar gebe es Gegenbeispiele, etwa Königin Elisabeth I. oder die «eiserne Lady» Margaret Thatcher in Grossbritannien. Diese Frauen hätten jedoch einen hohen Preis dafür bezahlen müssen: die Verwandlung in androgyne Mischwesen.

Und grundsätzlich würden Frauen, die sich einen Platz in der Öffentlichkeit erstritten hätten, deswegen noch lange nicht gehört. Der öffentliche Diskurs gebe vor, wann und vor allem wie eine Frau sich äussern dürfe. Wenn eine Frau und ein Mann dasselbe sagten, sei es nicht dasselbe.

Prominentes Beispiel ist Hillary Clinton. Sie scheiterte bei der US-Präsidentschaftswahl unter anderem wegen einer angeblichen Gefühlskälte, wegen ihres politischen Kalküls und ihrer Reserviertheit. Bei männlichen Politikern werden diese Eigenschaften nicht als negativ bewertet, im Gegenteil. Das amerikanische Wahlvolk hob statt Clinton einen weissen Mann ins Präsidentschaftsamt, der über Frauen verlauten liess: «I’ll grab them by the pussy.»

Der Prototyp ist immer ein Mann

Mary Beards Ausführungen könnte man entgegenhalten, sie seien anachronistisch, weil die ins Feld geführten Beispiele oft aus ihrer Zeit und ihrem Zusammenhang gelöst sind. Doch gerade mit den historischen Beispielen zeigt die Professorin, dass die öffentliche Rede nie ein machtfreier Ort und zudem immer geschlechtlich codiert war – und immer noch ist.

Der Prototyp des Mächtigen, Intellektuellen, Genies oder Künstlers ist in unserer Vorstellung ein Mann. Frauen können höchstens Dilettantinnen sein. Die Autorität, für andere zu sprechen, der Wille des Gegenübers, jemandem zuzuhören, hängt vom Geschlecht ab. Äussern sich Frauen pointiert oder nehmen sie an Debatten teil, versucht man, sie mittels verschiedener Strategien zum Schweigen zu bringen. Gängig ist ihre Disqualifizierung oder die Aberkennung ihrer Autorität. Dann doch lieber ein Mann, der Frau sagt, wie es geht: «Mansplaining» nennt man das inzwischen auch bei uns.

«Streitsüchtige Hysterikerin»

Sprechen Frauen, kommt es darauf an, wie sie das tun. Fordernd, schonungslos oder gar polemisch darf ihre Rede nicht sein, sonst folgt das öffentliche Guillotinieren. Als die Schweizer Juristin Iris von Roten mit ihrem polarisierenden Werk «Frauen im Laufgitter» in den miefigen 1950er-Jahren die Gleichberechtigung der Geschlechter forderte, waren «streitsüchtige Hysterikerin» und «giftspeiende Fürsprecherin» noch die freundlicheren Bezeichnungen, die sie erhielt – nicht nur von Männern.

Tatsächlich unter die Guillotine kam die Revolutionärin, Frauenrechtlerin avant la lettre und Andersdenkende Olympe de Gouges. 1791 zog sie in ihrer «Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin» die logische Konsequenz, wenn die Frau das Recht habe, das Schafott zu besteigen, müsse sie auch das Recht haben, ans Rednerpult zu treten. Das Recht auf das Schafott wurde ihr gewährt, das Rednerpult blieb ihr verwehrt.

«To the haters with love»

Heute sind im Netz besonders Frauen Opfer von Belästigungen, Schimpftiraden, sexuellen Anspielungen und Drohungen. Die englische Zeitung «The Guardian» wertete für die letzten zehn Jahre die Kommentare zu Online-Artikeln aus. Das Resultat: Die Beiträge stammten mehrheitlich von weissen Männer – dennoch waren von den zehn am meisten beschimpften Journalisten acht Frauen. Plus zwei dunkelhäutige Männer.

Äussern sich Frauen in der Öffentlichkeit pointiert, werden sie also schnell zum Gegenstand medialer Kampagnen. Jüngstes Schweizer Beispiel: die Berichterstattung über die Basler Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach. In Österreich attackierte die Boulevardpresse die Grünen-Politikerin Sigrid Maurer. Diese hatte sich nach einer Fernsehdiskussion über Sexismus gegen Hassnachrichten zur Wehr gesetzt, indem sie ein Foto von sich mit nach oben gestrecktem Mittelfinger mit dem Tweet «To the haters with love» postete.

Wer spricht, übt immer auch Macht aus – nicht eine personifizierte Macht, sondern eine kapillare: Sie wirkt durch das Wort auf Gesellschaft, Politik und Medien ein.

Was ist zu tun, damit Telemachos’ Geschichte endlich ein Ende findet? Dass Frauen sich in die vorhandenen Machtstrukturen einfügen und sich der Rede bemächtigen wollen, funktioniert offenbar nicht, weil diese männlich besetzt ist. Letztlich werden bestehende Machtverhältnisse reproduziert, und alles bleibt beim Alten. Auch Mary Beard hat in ihrem anregenden Essay keine Antwort parat. Vielleicht muss die Rede ganz einfach neu erfunden werden? Als Gegenrede, die die Codes missachtet.

89 Kommentare zu «Männer trollen, Frauen werden getrollt»

  • Cathy sagt:

    Ich bin W und Geburtsjahr 89, selbst in meiner Generation muss ich immer wieder feststellen, das Frauen weniger geschätzt werden in vielerlei Hinsicht – Man muss sich immer doppelt anstrengen, egal ob es um eine Debatte, Witz oder berufliche Leistung geht. Ist ein Mann single und erfolgreich, bekommt er Bewunderung – Eine Frau ist eine kalte Emanze, die wohl keinen abbekommt. Bleibt Frau zuhause bei den Kindern, ist sie eine dumme Hausfrau und hatte wohl eh keine guten Berufsaussichten. Gutes Beispiel auch gerade Heidi Klum und ihre Beziehung zu Bill Kaulitz „Der könnte ihre Mutter sein!“ – Ja, komisch nur das es keinen interessiert wenn andere, männliche Stars 20,30 und 40 Jahre jüngere Partnerinnen haben, da ist das dann auch wieder nur der weibliche Vaterkomplex oder Geldgier.

  • Rino Zwingerer sagt:

    …….Mann und Frau haben ein unterschiedliches Bios. Natürlich kann die Gattung Mensch aufgrund ihrer hohen Begabung diesen Sachverhalt weitgehend kompensieren, doch ist das wirklich sinnvoll? Kommen wir als Menschheit weiter wenn wir die Rollen wie in einem Ranking gegeneinander stellen und sie dann nicht völlig richtigerweise als ungleich sondern als ungleichwertig definieren?
    Was zwingt uns dazu?

  • Rino Zwingerer sagt:

    ………Familien brauchen heute Doppelverdiener, Frauen und Männer werden durch die Rollenbewertung glaubengemacht Rollen seien schlecht und diskriminierend!
    Mir ist klar, dass mein Kommentar Zündstoff birgt, dennoch beobachte ich, dass wir durch den Verlust unseres biologischen Bewusstseins und den daraus resultierenden Geschlechterwettkampf überhaupt erst in diese unsägliche Debatte ohne jeden Ausgang geraten sind.
    Es müsste Gleichachtung statt Gleichberechtigung heißen.
    Dann würden Mann und Frau aufhören zu glauben, dass nur Handlungsmöglichkeiten den Stellenwert definieren.

  • Rino Zwingerer sagt:

    Männer und Frauen haben ein völlig unterschiedliches Wesen und Seelenleben!
    Wir leben heute in einer Zeit der Gleichmacherei und denken es handle sich um Gleichberechtigung.
    Das Problem kommt daher , dass Lebensbereiche die über die Männerdomänen sind oder zu Männerdomänen wurden , eine Art Überbewertung erfuhren und sich somit im Sinne der zu erreichenden Gleichberechtigung für Frauen als zu erreichende Ziele wandelten!
    (Stopp!! Vor dem Aufschrei bitte kurz nachdenken. Nein, ich habe gewiss nichts Freuenfeindliches im Sinn!)
    Den Schaden hat die ganze Gesellschaft, unsere Kinder verwarlosen zunehmend, unsere Werte zerfallen, Familien existieren nur noch auf dem Papier, steigende Trennungsquoten, Ernährung hat keine Qualität mehr, da keiner mehr kochen kann………

  • Ersie Dieder sagt:

    Seht nur, wie sie in den Kommentaren beweisen, was im Artikel gesagt wird! Viel mehr Männer als Frauen kommentieren. Die meisten von ihnen sprechen den Frauen ihre Wahrnehmung ab. Denn wenn die Realität das eigene Weltbild nicht bestätigt, dann muss diese Realität eben mittels alternativer Fakten reorganisiert werden. Und schon passt das alte Mannbild wieder. Frauen/Feministinnen sind unfähig, selbst schuld, lügen, sind Egoisten. Der Mann ist hier das Opfer. Ab sofort erlauben wir nur noch Frauen, die im Militär waren, Kinder zu gebären. Alles andere ist dem Mann gegenüber unrecht. Um gleiche Chancen, Löhne und sexuelle Sicherheit sollen sie sich selbst bemühen. Hauptsache, ich Mann behalte meine Vorteile. Ich habe Angst, meine geschlechtsbedingte Vorherrschaft zu verlieren.

  • Kurt Normann sagt:

    Nur so zur Info:

    „Ist Twitter, wie es uns das feministische Lager gerne glauben macht, eine Plattform, wo sanfte Frauen von übergriffigen Männern belästigt und niedergemacht werden? Neuere Untersuchungen zeigen, wie es wirklich aussieht: Bei Twitter werden Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen angegangen und Frauen werden von anderen Frauen genauso oft wie von Männern angefeindet. Es ist dasselbe Prinzip wie überall sonst: Sobald man sich die Wirklichkeit genauer anschaut, verschwindet das feministische Klischee vom moralischen Gefälle zwischen den Geschlechtern.“

    • Shekina Niko sagt:

      So lange Sie keine Quellen zu diesen „neueren Untersuchungen“ bzw. zum Zitat liefern, bezweifle ich diese angebliche „Wirklichkeit“ ganz stark.

      • Thomas Baumann sagt:

        Quelle wäre das eine. Sie hätten aber dann keine Garantie. Die Quelle könnte ein Pressartikel sein, welcher eine andere Quelle zitiert, welche… bis sich die Spur verliert.
        Man kann auch geschickt formulieren. Beispiel (Annahme): Von 100 Kommentarschreibern seien 80 männlich und 20 weiblich. Zehn der weiblichen und 20 der männlichen Kommentarschreiber werden verunglimpft. Beide der folgenden Aussagen sind wahr: „Frauen werden doppelt so oft verunglimpft als Männer“ (50 gegenüber 25 Prozent) und „Männer werden doppelt so häufig verunglimpft als Frauen“ (20:10 in absoluten Zahlen des Beispiels). Mit ein bisschen geschickter Formulierung kriegt man immer die passende Schlagzeile.

      • Shekina Niko sagt:

        Wenn Sie eine Statistik oder Untersuchung erwähnen, dann bitte mit Quelle. Alles andere ist schlicht unglaubwürdig. Ihre Antwort zeigt, dass Sie nichts vorweisen können. Somit gehe ich davon aus, dass stimmt, was im Artikel von Frau Janett steht.

  • Roland K. Moser sagt:

    „…Die Professorin für antike Geschichte in Cambridge zeigt in ihrem kurzen Manifest, dass Frauen seit der Antike ihrer Stimme beraubt und somit von der Macht ausgeschlossen worden sind. …“
    Menschen- und Frauenverachtenderes als die Griechen, Römer und danach die Christen sind heute nur noch die Juden und Muslime.

    Das minderwertige Gedankengut der Römer, Griechen, Christen und Muslime hat den ganzen Planeten negativ verändert.

    Betreffend die Gegenwart und die Frauen: Wer gleiche Rechte will, muss auch gleiche Pflichten haben. Das ist Gleichberechtigung in Bezug auf das Geschlecht.
    Wobei wir ja noch nicht mal die allgemeine Gleichberechtigung (Egalité) haben. z.B. wird man vor Gericht verheizt oder kann nicht klagen, wenn man kein Geldsack ist.

  • Roger sagt:

    In fast jeder Hinsicht sind Frauen das privilegierte Geschlecht. Als Kinder werden sie sanfter angefaßt und mehr behütet. Was ihren Lebensunterhalt betrifft, sind sie oft in der beneidenswerten Lage, konsumieren zu können ohne produzieren zu müssen. Als Kriminelle und Prozessführende werden sie vom Gesetz und von den Gerichten wesentlich nachsichtiger behandelt. Als Staatsbürgerinnen sind sie nicht nur von der Pflicht befreit, an den schrecklichsten aller menschlichen Aktivitäten, d.h. dem Krieg, teilzunehmen, sondern werden auch besser vor ihm geschützt. „Sollten Frauen wahre Gleichheit erzielen, werden sie viele ihrer Privilegien verlieren. Viele, ja vielleicht die meisten von ihnen, müssen dann damit rechnen, daß ihre Lebensqualität abnimmt und ihre Lebenswerwartung rapide sinkt.

    • Roger sagt:

      Ein anderes interessantes Buch des renommieren Militärhistoriker Creveld ist „Frauen und Krieg.“ Gehen Frauen doch zum Militär, spielen sie im Ernstfall die Reproduktionskarte.Kam nicht der Abraham Lincoln im Irak-Krieg ein Großteil der weiblichen Besatzungsmitglieder wegen plötzlich grassierender Schwangerschaften einfach abhanden? Männer erarbeiten 75% des BSP und die Frauen geben 75% desselben wieder aus. Warum glauben nur 20% aller Europäerinnen, die keine Kinder haben -und nur 10% derer, die welche haben- dass es für Frauen das beste sei, berufstätig zu sein? Er lässt die Leser selbst zu der Einsicht gelangen, dass die sehr einseitige feministische Kritik vor allem dem Erhalt und Ausbau der Privilegien dient.Der Feminismus ist insofern nichts anderes als eine konservative Revolution

      • Christian Natiez sagt:

        Stichwort „konservative Revolution“: Der Feminismus scheint mir herzlich wenig Progressives an sich zu haben.

      • V. Lehman sagt:

        @Roger: Crevelds Aussagen sind recht eindeutig in „Frauen und Krieg“. Er sagt, dass Frauen Männern biologisch überlegen sind, weil sie Kinder kriegen können. Er denkt, dass Männer das als eine grosse Leistung sehen und sich deswegen geringer einschätzen. Daraus schliesst er, dass Männer deswegen Bereiche haben (wie etwa Krieg) haben, aus denen sie Frauen draussen halten. Man kann mit Creveld einverstanden sein oder nicht, aber ich vermute, dass Sie seine Aussagen so fantasievoll interpretieren, um ein „logisches“ oder intellektuelles Argument für Ihre Frauenverachtung zu haben.

      • Roger sagt:

        @Lehman. Warum bin ich frauenverachtend (Schade, dass dieses argumentative Totschlagargument bringen)? Nur weil ich die einseitige Geschichtsdarstellung der Feministinnen erweitere? Creveld argumentiert in seinem Buch „Frauen und Krieg“ eben auch, dass es viel zu kurz greift, für alle Kriege ausschliesslich die Männer verantwortlich zu machen, was gerade viele Feministinnen gerne tun. Er räumt auch auf mit dem feministischen Vorurteil auf, dass Frauen bessere Menschen wären, die gar nicht zu Gräueltaten fähig sind, dass ergo alles Böse vom Manne ausgeht.

      • Roger sagt:

        @Lehman: „dass Frauen Männern biologisch überlegen sind,weil sie Kinder kriegen können.Er denkt,dass Männer das als eine grosse Leistung sehen und sich deswegen geringer einschätzen.Daraus schliesst er,dass Männer deswegen Bereiche haben (wie etwa Krieg) haben,aus denen sie Frauen draussen halten.“
        Narürlich stimmt das. Es ist aber auch wahr, dass viele Frauen nicht nur nicht ins Militär gehen, weil sie von den Männern abgehalten werden, sondern weil sie es auch als Privileg ansehen nicht gehen zu müssen. Nimmt man diese Feministinnen beim Wort,müssten eben, solange die allgemeine Wehrpflicht in der CH gilt, beide, Frauen und Männer gehen. Glauben Sie mir, die allgemeine Wehrpflicht würde dann sehr schnell an der Urne abgeschafft werden. Aber solange nur die Männer hingehen müssen..

      • Claude sagt:

        Abraham Lincoln, Irak Krieg? hallo?
        Eher Schwarzkopf, oder nicht?

      • Roger sagt:

        Mensch Claude, natürlich der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln.

  • Christian Natiez sagt:

    Zum Titel dieses Artikels: Dass es gar nicht geht, Menschen aufgrund ihrer Nationalität, Ethnie oder Religion in einen Topf zu werfen, wird von den meisten zivilisierten Menschen so empfunden. Aber beim Geschlecht soll es akzeptabel sein? Haben sie das Prinzip nicht verstanden, nach welchem Pauschalisierungen unkonstruktiv bleiben müssen? Eine Intelligenzfrage vielleicht? Oder sie halten sich lieber an das Prinzip „was nicht verboten ist, ist erlaubt“: pauschalisierende Diffamierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie oder Religion unterlassen sie, weil es wegen des Rassismusartikels verboten ist, pauschalisierende Verunglimpfung von Geschlechtern aber ist nicht ausdrücklich verboten, also erlaubt, deshalb bewirtschaften sie auch ungeniert pauschale geschlechtliche Vorurteile?

  • Christian Natiez sagt:

    Der Titel dieses Artikels könnte misslungener nicht sein. Er könnte nicht undifferenzierter polarisieren. Der average Joe und die average Jane lernen daraus nur, dass Pauschalisieren voll ok sei – und schon sind wir bei Vorurteilen wie „Syrer sind…“ usw. usf.

    Fazit: Von Leuten mit Uniabschlüssen ist zu erwarten, dass sie auf stigmatisierende Pauschalisierungen verzichten. Das gilt uneingeschränkt für Feministinnen, wenn sie sich pauschalisierend auf „Männer“ beziehen möchten. Erst Hirn einschalten und differenzieren, bevor dümmliche Rundumschläge artikuliert werden.

    • Christian Natiez sagt:

      Pauschal werden (wieder mal) „Männer“ schlecht gemacht, indem sie als „Trolle“ betitelt werden (und im Kontrast dazu Frauen als „Opfer“). Pauschalisierungen sind aber grundsätzlich inakzeptabel: gilt genauso für Schlechtmache von Geschlechtern. Dass wertende Sprüche vom Format „Frauen sind…“ etc. inakzeptabel sind, darüber herrscht vermutlich weit herum Einigkeit. Warum dieselbe Einigkeit hingegen bei Sprüchen, die „Männer“ allgemein bewerten, nicht zustandezukommen scheint (oder zumindest die pauschale Diffamierung von Männern in gewissen Kreisen, konkret offenbar bei vielen Feministinnen, salonfähig bleibt), ist unverständlich. Hat das vielleicht etwas mit Kultur zu tun? Ist es vielleicht einfach hinterwäldlerisch?

    • Christian Natiez sagt:

      Dass es gar nicht geht, Menschen aufgrund ihrer Nationalität, Ethnie oder Religion in einen Topf zu werfen, wird von den meisten zivilisierten Menschen so empfunden. Aber beim Geschlecht soll es akzeptabel sein? Haben sie das Prinzip nicht verstanden, nach welchem Pauschalisierungen unkonstruktiv bleiben müssen? Oder sie halten sich lieber an das Prinzip „was nicht verboten ist, ist erlaubt“? Pauschalisierende Diffamierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie oder Religion unterlassen sie also nur, weil es wegen des Rassismusartikels verboten ist? Pauschalisierende Verunglimpfung von Geschlechtern aber ist nicht ausdrücklich verboten, deshalb bewirtschaften sie ungeniert pauschale geschlechtliche Vorurteile?

    • Claude sagt:

      Ich habe zwar keinen Uniabschluss, aber das Bildchen mit der Dame in Schwarz zeigt mir alles was ich wissen muss. Mehr als da drauf ist, Braucht Sie nicht. dann kann man auch so argumentieren.

  • Lorenz Trachsel sagt:

    The Guardian soll also online Kommentare nach weissen und andersfarbigen Männern aufgeschlüsselt haben. Nimmt mich echt wunder, wie das geht, sagen Sie es mir 😉

    • Thomas Baumann sagt:

      Es wurde nach den Zielpersonen, also den beschimpften Journalisten ausgewertet: Also nicht die Kommentarschreiber waren schwarz oder weiss oder weiblich, sondern die angegriffenen Journalisten.
      Ein Quellenhinweis darauf wäre im Text noch nützlich gewesen.

    • Tina sagt:

      @Trachsel: Nimmt es Sie wirklich wunder? Hier: https://www.theguardian.com/technology/2016/apr/12/the-dark-side-of-guardian-comments
      Gerade beim Guardian gibt es noch weitere Artikel zum Thema. Auch der Gesellschaftsteil der NZZ am Sonntag hat vor ein paar Jahren einen sehr interessanten Beitrag gebracht. Sie können über die Suchfunktion des jeweiligen Mediums suchen. Wenn Sie aber sowieso im Voraus schon der Meinung sind, das wären alles nur Fake News, dann lassen Sie es einfach sein.

      • Thomas Baumann sagt:

        Mich nahm’s wunder und hab den Artikel natürlich gleich gelesen. Weibliche Journalisten kriegen durchschnittlich 20% mehr Beleidigungen verpasst als männliche. Vor allem bei den Themen Feminismus und Vergewaltigung hagelte es Beleidigungen. Falls über den Bereich Feminismus im Guradian mehr Frauen schreiben (wie das z.B. auch bei Tamedia der Fall ist), könnte das einen Teil (nicht die ganze!) Differenz erklären. Interessant dass im Ressort Mode mehr Frauen als Männer arbeiten und dort die Männer mehr Beleidigungen einstecken müssen. Frage mich, ob von weiblichen oder männlichen Lesern.
        Offensichtlich scheint das Thema Feminismus manche Männer zum ausflippen zu bringen, was schon ein Indiz dafür ist, dass gewisse Männer den Frauen noch heute am liebsten den Mund verbieten würden.

  • Roger sagt:

    Eine andere Sicht auf die Geschichte gibt Martin van Creveld (ein internat. anerkannter Militärhistoriker) in seinem Buch „Das bevorzugte Geschlecht“: In seinem Streifzug von der Antike bis zur Gegenwart beschreibt Creveld Privilegien, die Frauen genossen haben und auch heute noch genießen. Dabei konzentriert sich der Autor auf die Bereiche Gesetz, Krieg, Krankheit und Lebensqualität. Er weist nach, dass nicht erst die Gesetzgebung der modernen Sozialstaaten den Frauen viele Vorteile brachte, sondern bereits in früheren Epochen Frauen stets als besonders schutzbedürftig angesehen wurden. Er relativiert die Vorstellung von Frauen ausschliesslich als Opfer. Er stellt die These auf, dass Frauen häufig ein höheres Maß an Lebensqualität haben als Männer.

    • Roger sagt:

      Dass Frauen seit Jahrtausenden in fast allen Kulturen privilegiert sind, ist nichts neues.Neu ist, dass ein renomierter Historiker diesem Thema eine Monografie widmet und dabei, jenseits aller aufgezwungenen politischen Korrektheit, den historischen Fakten den Vorzug vor der feministischen Definitionsmacht gibt.So entsteht in dem kurzweilig geschriebenen Buch ein buntes Panorama der Weltgeschichte und man findet, durch saubere Recherche in historischen, literarischen und zeitgeschichtlichen Quellen neue Hinweise, Belege und interessante Parallelen zur Gegenwart, was das Buch sehr lesenswert macht.
      Über die wirtschaftliche Macht der trojanischen Frauen,ihre Freizügigkeit und die Vielmännerei, machten sich ja schon die Griechen lustig (Aristophanes).vgl. auch E. Vilar „der dressierte Mann

      • Pascal Hänni sagt:

        Dass Frauen physisch besser geschützt wurden in grauer Vorzeit mag biologisch begründet gewesen sein: Eine Frau und 5 Männer können den Clan nicht erhalten. 5 Frauen und ein Mann hingegen schon. In diesem Sinne sind Frauen als Spenderinnen des Lebens kostbarer als Männer. Ich denke, Freud hat sich den Penisneid der Frauen ausgedacht, um den Gebärneid der Männer veleugnen zu können.

  • Maria Klein sagt:

    Ich kommentiere gerne in verschiedenen Formaten. Lange habe ich das unter einem (natürlich) weiblichen Pseudonym gemacht. Ich wurde extrem angefeindet und meine Aussagen wurden oft nicht ernstgenommen. Seit ich unter einem männlichen Pseudonym schreibe, sind diese Probleme wie weggeblasen. Niemand zweifelt meine Aussagen an, niemand meinen beruflichen und politischen Erfolg (nichts Grossartiges, aber für mich zufriedenstellend). Im realen Leben kenne ich diese Probleme weniger. Ich denke, da sind die Menschen reflektierter.

  • Dreifachpapi sagt:

    Was würde geschehen, wenn ein männlicher Autor einen Artikel mit dem Titel „Frauen trollen – Männer werden getrollt“ veröffentlichen würde? Ich wette, ein shitstorm würde sich erheben, mit einem hohen Anteil an weissen Frauen, die sich empören. Daraus liesse sich dann ableiten, hier sähe man wieder die typischen weiblichen Hasskommentare. Womensplanining eben.
    Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück.
    Dieser Artikel schlägt einen sexistischen, pauschal anschuldigenden Ton gegenüber Männern an. Wundert Sie da dass Männer reagieren?

    • V. Lehman sagt:

      @papi: Es tut mir wirklich leid, dass Sie sich so ungerecht behandelt fühlen. Aber es ist nun mal so, dass v. a. Frauen von männlichen Trolls angefeindet werden. Warum werden Frauen als Schlampe, Fotze etc. beschimpft, nur weil sie andere Meinungen vertreten als die Trolls? Wo kommen die Todesdrohungen her? Wie kommt es, dass man einer Frau schreibt, man werde sie vergewaltigen? Oder was sind das für Leute, die einer Frau schreiben, man würde zuerst ihre Kinder vor ihren Augen vergewaltigen und sie dann ausweiden und umbringen? Glauben Sie wirklich, Männer werden ebenso von Frauen getrollt? Ehrlich gesagt habe ich noch nirgends gehört, dass eine Frau einem Mann geschrieben hat, sie würde seine Kinder vor seinen Augen ausweiden und töten. Sie vielleicht?

      • Dreifachpapi sagt:

        @Lehmann. Schade, dass Sie gleich auf den Mann spielen, wenn Argumente vorgebracht werden. Es ist eben nicht so, dass v.a. Frauen von männlichen Trolls angefeindet werden. Es ist vielmehr so, dass ALLE Personen der Öffentlichkeit zunehmend im anonymen Netz angefeindet werden. Politiker und Politikerinnen, Amtsvorsteher, Journalisten, Gemeindeleiter etc. Das Netz enthemmt. Darin sind Frauen keinen Deut besser als Männer.
        In einem Punkt muss ich Ihnen recht geben: mit Vergewaltigung drohen (vermutlich) nur Männer oder solche, die sich als Mann ausgeben. Mir ist aber ein Fall bekannt, wo Frau einem Opfer gedroht hat, es wegen sexuellem Missbrauch anzuschwärzen.
        Glauben Sie Frau Lehman wirklich, dass Frauen die besseren Menschen sind?

  • Eduardo sagt:

    Wie es die Geschichtsprofessorin Berthe Widmer mal in einer Vorlesung an die Feministinnen adressiert sagte: „Wer unbedingt beleidigt sein will, wird immer einen Grund dafür finden.“

    Deshalb auch immer wie im Artikel oben die fiebrige Suche der Feministinnen nach Beleidigungen in der gesamten Weltgeschichte der letzten paar tausend Jahre, um sich dann mit bösartiger Befriedigung darüber lustvoll empören zu können 😉

    Nur nebenbei: Wo kommen eigentlich alle die dummen, egoistischen, aggressiven und perfiden Frauen her, denen man sein ganzes Leben lang immer wieder begegnet? Könnte es sein, dass der Anteil an negativen Persönlichkeiten bei den Frauen einfach genauso hoch ist wie bei den Männern? Welche z.B. genetischen Gründe würden gegen diese realistische Annahme sprechen?

  • Roland sagt:

    „Der Prototyp des Mächtigen, Intellektuellen, Genies oder Künstlers ist in unserer Vorstellung ein Mann.“
    U n s e r e Vorstellung?
    Das ist doch Ihre Vorstellung, Frau Janett, die Sie pauschalisieren.Sie gilt zum Glück nicht für alle.
    Doch manche Rollenmuster halten sich zäh, werden beklagt und sind zugleich bequem. Egal ob von Frauen oder von Männern – ich freue mich stets über originelle,kreative,mutige Ideen jenseits aller Denkmuster. Wagen ist stärker als klagen.
    Was ich nicht verstehe:
    Wieso gibts nicht 110 National-, 25 Stände- und 4 Bundesrätinnen? Frauen sind in unserem Staat die Mehrheit. Wieso haben Frauen (samt vielen Männern) dieses System nicht schon lange gekippt?
    Was meinen Sie, Frau Janett?
    Weil Viele so denken wie Sie?

  • Thomas Baumann sagt:

    Die Schweiz war mindestens bis zur Einführung des Frauenstimmrechts 1971 keine Demokratie, sondern eine Androkratie, Punkt. Über das muss man gar nicht diskutieren. Bis 1971 hatten die Frauen in der Schweiz öffentlich nichts zu sagen. Dazu braucht man keinen Artikel zu schreiben, die Fakten sind ganz einfach zu offensichtlich.
    Eine andere Frage ist die Frage spezifischer Probleme, mit welchen Frauen heute in der Öffentlichkeit zu kämpfen haben. Wenn man als Land optimale Lösungen finden will, geht es nicht an, dass die Meinung von Personen, welche einen nützlichen Beitrag leisten könnten, wegen ihres Geschlechts suboptimale Beachtung finden.
    Es braucht keine alten Griechen, es braucht aktuelle Analysen. Der Artikel bringt sie nicht, er bringt überhaupt keinen Erkenntnisgewinn. Schwach!

  • Baumgartner Ueli sagt:

    Ich will mich nicht zum Inhalt äussern, den ich übrigens noch gar nicht gelesen habe. Mich stört das Verb „trollen“, das für mich bloss reflexiv gebraucht werden kann und etwa soviel wie „sich wegbegeben, weggehen“ bedeutet. (Siehe https://www.duden.de/rechtschreibung/trollen)

  • Marius Müller sagt:

    Gegenüber Frauen ist der männliche Intellekt doch total willenlos …

  • Claude sagt:

    Ich habe als Mann einfach die Generalanklage Satt. Männer Sind… Frauen Sind…
    Dann wird wieder selektioniert…neue generation, klar, noch nicht vom Leben gezeichnet…voller vertrauen und sorge.Wartet nur, das Leben zeigts Jedem.
    Und solange Frauen Angst haben vor den Männerhosen.wird sich nichts ändern.(Achtung, der nächste teil ist Mansplaining)
    Zieht sie an. redet tacheles. Handelt nach dem was ihr so von euch gebt, und ihr werdet von JEDEM ernst genommen. wenn Ihr widersprüchlich werdet, habt ihrallerdings genauso ausgespielt wie ein Mann .Wegen eines im Suff gesagten spruches beim Chef verpfiffen, dann gemobbt, bis zur kündigung, oder zu gut gearbeitet, und vom Chef als positionsbedrohend eingestuft. mit demselben resultat. Gebt gas, oder lasst es sein.

  • Michelle sagt:

    Vielen Dank für diesen Super-Artikel! Es ist einer der besten, den ich je zu diesem Thema gelesen habe.

  • Rose Zschokke sagt:

    Telemachos befahl seiner Mutter Penelope zu schweigen. Sie ging und trennte regelmässig ihre Webarbeit auf, um ihrem herumvagabundierenden Gatten Odysseus Zeit zur Heimkehr zu verschaffen und die diversen Freier hinzuhalten. In dieser Geschichte hat Penelope – die Frau – gewonnen und nicht ihr pubertierender Sohn, der nicht einmal den Vater wieder erkannte.

  • Markus sagt:

    „Wer spricht, übt immer auch Macht aus – „. da würde meine Frau 90% der Macht ausüben… 😉

  • Stefan W. sagt:

    Hat Trump wirklich gesagt „I’ll grab them by the p*“? also „Ich werde ihnen an die M* greifen“? Gemäss dem publizierten Transcript des (von beiden Seiten nicht sehr niveauvoll geführten) Interviews mit Billy Bush schwadronierte er darüber, dass er als Star sich alles erlauben könne, dass er ihnen auch an die M* greifen dürfe.
    Das ist nicht exakt dieselbe Aussage. Aber klar, Fake News, das sind die Anderen.
    Und es wäre wirklich schön, wenn die Welt endlich mal das Trauma der Clinton-Nichtwahl überwinden könnte, statt immer neue Verschwörungstheorien aufzubringen, warum sie verloren hat. Jetzt ist es schon eine allgemeine Misogynie (Wieso hat dann Merkel immer wieder gewonnen? Wieso hat May gewonnen?) Eine Zimmerpflanze hätte gegen Trump gewonnen, Clinton nicht. Das ist alles.

    • OBT sagt:

      May hat nicht gewonnen. May wurde nach Cameron Rücktritt intern zur PM ernannt. Und die Wahlen vom Juni kann man nicht als erfolgreich werten.

    • Eliane Schmid sagt:

      1. Die Erklärung Misogynie ist weder neu noch Verschwörung. Man schaue auf Erfahrungsberichte von Frauen in den USA auch und gerade nach dieser Wahl.
      2. Deutschland ist nicht USA.
      3. May ist nachgerutscht und hat die Wahl, als amtierende PM angetreten, nicht eigentlich gewonnen, sondern eine Schlappe sondergleichen eingefahren.
      Die Aussage zur Zimmerpflanze ist nicht einmal ein Kommentar wert.

    • DaiK sagt:

      Doch, dies ist mehrfach belegt, dass Trump sich so äusserte und ich denke eher Sie ein Durcheinander haben mit Fakes. Trump könnte aber auch beide nicht sehr niveauvolle Sachen gesagt haben, dass ganz klar belegte und vielleicht auch Ihre Version an einer anderen Stelle.

      • Stefan W. sagt:

        Falls Ein Link ausnahmesweise durchkommt, hier das Transcript:
        https://www.nytimes.com/2016/10/08/us/donald-trump-tape-transcript.html
        Und es steht in der für Trump-Fantum eigentlich unverdächtigen New York Times. Wie gesagt: Nicht niveauvoll, aber keine Ankündigung der Art „I’ll grab..“.
        Theresa May gewann 2017 die vorgezogene Wahl, Zwar mit einem schlechten Resultat, aber sie wurde PM.
        Meinetwegen kann man auch jede Menge andere Frauen an Spitzenpositionen zitieren, angefangen vn Golda Meïr und Indira Ghandi und noch nicht aufgehört mit Gro Harlem Brundtland. Man kann gerne die Augen verschliessen, und sagen „Trotzdem!“, meinetwegen gern mit einem Fussstampfen, aber das ändert leider nichts.

  • Hans Kälin sagt:

    Wenn schon zitieren, dann bitte korrekt. Die Autorin zitiert Trumps Pussy-Aussage, wie sie diese verstanden hat, nicht wie sie gemacht wurde. Sollte nicht so schwer sein…

  • Markus sagt:

    Ein sehr gelungenes Bild, standesgemäss in der rechten Hand ein Cüpli und mit der Linken macht sie das überhaupt nicht agressive oder vulgäre love and peace Zeichen gegen Hass. Wie würden linke Politikerinnen durchdrehen, wenn Blocher sowas machen würde.

  • sepp z. sagt:

    Männern arbeiten und bringen die Gesellschaft zu Wohlstand und Demokratie. Frauen jammern, intrigieren, stellen sich als Opfer dar und erfinden Beschuldigungen der Männer. Seit der Antike.

    • Shekina Niko sagt:

      Haha, genau das meinte ich. Danke für das gelungene Beispiel.

      • Thierry sagt:

        Sepp, das ist aber nicht im Ernst gemeint. Oder etwa doch?!!!…

      • Tina sagt:

        @Shekina: Genau das habe ich auch gedacht, als ich Sepps Kommentar las :)).

      • Ilse sagt:

        Gott sei dank bin ich kein solches Opfer, ich bin seit 20 Jahren selbständig und führe eine Firma, glücklich und zufrieden und bin nicht auf das Geld meines Mannes angewiesen. Auch solche Frauen gibt es, ich bin nicht die Einzige.

    • Christina sagt:

      Ist wohl ironisch gemeint, oder wer hat den denn zur Welt gebracht und durchgefüttert?

    • Eduardo sagt:

      Esther Vilar analysierte dies bereits Anfang der Siebzigerjahre in ihrem Meisterwerk „Der dressierte Mann“ für alle Zeiten mustergültig. Dieses Buch sollte von allen kopflos verliebten Heteromännern unbedingt gelesen werden, bevor sie in die Falle gehen.

      Für ihr Buch wurde Esther Vilar übrigens von Feministinnen (ja, da ist sie wieder, die von Natur aus gütige, sanfte, friedliche, verständnisvolle Frau 😉 ) mit dem Tode bedroht.

    • Fabian sagt:

      sepp, wie heisst das sprichwort: getroffene hündinnen jaulen auf.
      daraus lässt sich folgern: voll ins schwarze getroffen.

  • Malena sagt:

    „Männer trollen, Frauen werden getrollt.“ Heisst Männer=Täter, Frauen=Opfer? Dass in öffentlichen Debatten oft noch eine gewisse Übermacht des männlichen Typus existiert, ist nicht von der Hand zu weisen (ausser z.B. in Gender Studies). Dass Frauen sich nur als Quasi-Männer durchsetzen können, ist aber arg übertrieben (Doris Leuthard?). Und die privaten Beziehungen in meinem Umfeld sind nicht geprägt von „Mansplaining“. Die Frauen stehen den Männern in Sachen Kritisieren, Dominieren, Wegwischen von Meinungen in nichts nach. Wie so oft, es ist nicht schwarz/weiss. In gewissen Themen (Aussenpolitik, Wirtschaft?…) wünsche ich mir mehr weibliche Diskursmacht, anderswo wird heute eher die männliche Sicht marginalisiert. Mehr Macht den guten Argumenten, unabhängig vom Geschlecht!

    • Thierry sagt:

      Malena, ich finde, Sie haben es ziemlich genau auf den Punkt gebracht. Ich möchte das Thema nicht wegwischen oder ignorieren, das gibt es schon noch. Aber man kann es sicher nicht pauschalisieren. Am Anfang des Artikels musste ich mich fragen ob ich in einer anderen Welt lebe?… In meinem Umfeld, zu Hause sowie im Beruf, hat das Wort der Frau die gleiche Bedeutung und das gleiche Gewicht wie dieses vom Mann. Zum Glück!

    • Markus sagt:

      Danke, Malena, für diese faire Einschätzung.

    • Fragezeichen sagt:

      Mehr Macht den guten Argumenten, unabhängig vom Geschlecht! Und auch der politischen Gesinnung
      Danke Malena

    • Claude sagt:

      Diesen Post hat es gebraucht, um mich nicht an der Vernunftbegabung der Frau zweifeln zu lassen.
      Der ganze Geschlechterkrieg ist nur eine schubladisierung um oberflächliches betrachten gut zu heissen. Es haben beide seiten Macht, und beide seiten nutzen diese auch aus.

    • Jacques sagt:

      D’accord.

    • Martin Frey sagt:

      Wieder mal legen Sie gekonnt den Finger auf den wunden Punkt des Artikels, Malena, wobei ich den Beitrag an sich nicht schlecht finde.
      Zwei Dinge machen aber jegliche Qualitätsansprüche zunichte: Der Titel, wie Sie richtig anmerken, dazu gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen. Und andererseits die Beispiele. Clinton eignet sich nun wahrlich nicht als Ikone. Ein Opfer ist sie höchstens von sich selbst. Und bei Schutzbach gibt es weder etwas zu solidarisieren noch zu verteidigen. Die Frau hat zusehr antidemokratische, demagogische Züge offenbart. Bezeichnend jedoch, dass ausgerechnet da offenbar eine Art feministische Solidarität entsteht, und dort, wo sie angebracht wäre, schmerzlich vermisst wird. Damit führt sich die ganze Bewegung wieder mal ad absurdum.

    • Carolina sagt:

      Danke Malena
      Ich war schon drauf und dran zu verzweifeln, als ich diesen Post las. Bis ich bei Ihnen angelangt bin – tröstlich das.
      Eines noch: es wäre schon viel getan, wenn wir alle, ungeachtet des Geschlechts, die Einsicht hätten, dass wir manchmal als Opfer, manchmal als Täter unterwegs sind, dass Frauen (in meiner Meinung) manchmal in einer Opferrolle verharren, genau dasselbe hier aber von Männern vorkommt, die erlittenes Unrecht oder Leid auf die gesamte Frauenwelt projizieren.
      So haben wir alle unsere ‚Macken‘ – es wäre wirklich wünschenswert, wenn wir (die meisten von uns leben ja auch mit einem Partner zusammen, das bedeutet ja auch etwas), Verständnis für die Nöte der anderen aufbringen könnten. Das fällt natürlich umso schwerer, je mehr man persönlich angegangen wird.

  • Rolf Hefti sagt:

    Macht freiwillig abgeben ! Ab wann wird das vorgelebt ?

    • Claude sagt:

      Und von wem? Denn all die Macht, die Frau in den letzten 400 000 Jahren bekommen hat, Muss Ihr ja wer gegeben haben, wie mir scheint. Oder ist das nur ein fadenscheiniger Vorwand der Frauen für die auslebung von Machtgier? Keine Sorge, ich erzähls nicht weiter. Bin ja emanzipiert.

  • Gustav Siegenthaler sagt:

    Kommt mal von der einsitigen Opfersicht der Frauen weg. Die Frauen sind ebenso Täter und nicht nur Opfer! Das Mansplaining, oder was auch immer wieder für ein Begriff erfunden wird, wird von den Frauen mindestens tolleriert, es geht rein mathematisch nicht auf, dass mehr als 50% der Bevölkerung einfach hilflose Opfer sind. Die Frau als Täterin ist viel entscheidender als die Frau in der Opferrolle.

  • Peter Aletsch sagt:

    Das wäre ein wirklich interessierendes Forschungsprojekt: ‚Ist die Reaktion auf Figuren wie Schutzbach frauenspezifisch‘?

  • Reto sagt:

    Frauen trollen anders als Männer, aber mindestens genauso effektiv und schmerzvoll. Gegeneinander ist leider offenbar die Maxime im Paradies.

  • Jacques sagt:

    Gegenbeispiele: Kleopatra (Dynastie I – VII), Katharina (I und II) von Russland, Caterina de’ Medici von Frankreich (Bartholomäusnacht), Madame de Pompadour (grosser sozialer Aufstieg), Johanna Schopenhauer (Mutter vom Philosophen Arthur; diskutierte oft mit Goethe u.a.; mit viel Einfluss) …

  • Bernhard Piller sagt:

    Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit der früheren AfD Frau Petry Frauke. Da haben die bösen Journalisten sogar versucht, ihr die Aussage in den Mund zu legen, sie würde auf Asylbewerber schiessen lassen.

    • Shekina Niko sagt:

      Herr Piller, in der berechtigten Kritik war vor allem Beatrix von Storch. Zitat Wikipedia: […] erklärte von Storch in einem Facebook-Beitrag Ende Januar 2016, dass über Österreich nach Deutschland einreisende Menschen nach Paragraph 18, Absatz 2 des Asylgesetzes kein Recht auf Asyl hätten und man ihnen deshalb die Einreise verweigern solle. Unter Bezug auf § 11 des Gesetzes über den unmittelbaren Zwang (UZwG) folgerte sie: „Und wenn [s]ie das HALT an der Grenze nicht akzeptieren, können die Vollzugsbeamten im Grenzdienst Schusswaffen auch gegen Personen einsetzen.“ Auf Nachfrage wollte sie davon auch Frauen und Kinder nicht ausnehmen. Nach Kritik nahm sie Kinder, nicht aber Frauen von ihrer Forderung aus; gegen Kinder sei der Schusswaffeneinsatz „richtigerweise nicht zulässig“.

  • Shekina Niko sagt:

    Ein wichtiger Beitrag, besten Dank dafür Frau Janett. So erlebe ich es, wenn ich in Online-Foren unterwegs bin. Es ist offensichtlich, dass der grosse Teil der Kommentare von Männern verfasst wird. Diese sind oft abfällig, zynisch, aggressiv, verallgemeinernd. Neulich wurde hier im TA wiederum einer meiner Kommentare, den ich zwar sec und dezidiert formulierte, jedoch keineswegs angriffig, als überaus aggressiv bezeichnet. Der Kommentarschreiber meinte, er wäre schockiert über so viel Aggression, wo aber nicht mal ein Vorwurf zu lesen war. Aber es sind halt oft die Lautesten, Verbittertsten, die sich melden, um ihren Opfer-Status zu zementieren. Wobei sie dann gerne genau das den schreibenden oder sprechenden Frauen vorwerfen. Macht freiwillig abgeben, das können wohl nur reife Geister.

    • Michelle sagt:

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Es werden hier unzählige, teils grenzwertige, frauenfeindliche Kommentare von Männern – meist von den immer gleichen – veröffentlicht. Mein kleiner Giftpfeil in Richtung eines Frauenhasser-Kommentars, wurde nicht veröffentlicht. Wahrscheinlich hat dies ein männlicher Journalist so entschieden. Männer müssen noch viel lernen im Umgang mit Frauen. Bei den Ü60 mag dies vielleicht zu spät sein. Aber ich freue mich für meine Töchter, dass eine neue Generation Männer heranwächst, welche mit anderen Werten grossgezogen wird.

      • Claude sagt:

        Männer trollen, Frauen werden getrollt. Grenzwertig Frauenfeindlich, der Titel. „Wir Frauen Sind Opfer“ .Danach, verzerrung von Mythen und Wahrheiten(Clinton wurde vor allem wegen E-Mails Geschasst)
        Mutti hatte nie Macht.(Ist doch auch ne Frau, oder nicht?) Das unterstellt Ihr Frauenrechtlerinnen euch selber. Sehr Hilfsbereit ihnen gegenüber. Denn eine Mutter hat jeder

      • Hotel Papa sagt:

        Ich freue mich auch, dass eine andere Generation Frauen heranwächst, die ganz einfach selbstverständlich Verantwortung übernimmt, ohne die alten Privilegien zu hüten und über Benachteiligung zu jammern.
        Die Schwarzer-Generation Feministinnen ist nicht auszuhalten. Männerfressend (wen wunderts, der Begriff lesbischer Feminismus ist entlarvend), schuldzuweisend, immer das Opfer.
        In der Schule in den frühen Siebzigern habe ich Kolleginnen erlebt, von denen die Aussage kam: „Ich kann fast alles, was Du kannst genausogut.“ Den Geist lobe ich mir. Heute erlebe ich im öffentlichen Diskurs nur noch dauernde Anschuldigung und Forderung.
        Lifere, statt lafere, dann klappt das mit der Gleichberechtigung.

      • Fragezeichen sagt:

        Michelle:
        Bei den Ü60 mag dies vielleicht zu spät sein – wie verallgemeinernd und Männerverachtend ist diese Aussage
        Aber ich freue mich für meine Töchter, dass eine neue Generation Männer heranwächst, welche mit anderen Werten grossgezogen wird ?
        Ob das auf Dauer funktioniert – ich hab da so meine Zweifel. Dann sind wir genau da wo wir bis anhin gestanden sind – nur einfach mit umgekehrten Vrhältnissen. Und das gewisse Frauen nicht weniger Skrupel haben, als Männer – dafür gibt es genügend Beispiele.

      • Fragezeichen sagt:

        Danke Hotel Papa!

      • Jacques sagt:

        Ich mag Bandleaderin Ina Deter auch sehr. –
        ‚Neue Männer braucht das Land‘.

      • Thomas Baumann sagt:

        Meine Damen, es stimmt, es sind mehr Männer als Frauen, welche Kommentare verfassen. Daran sind die Damen aber selber schuld. Sie hätten es durchaus in der Hand, sich ebenso fleissig an der Diskussion zu beteiligen. Der Raum ist relativ geschützt, jedenfalls muss frau keine physischen Attacken befürchten. Die Foren sind oft aggressiv, die Beleidigungen gelten aber vorab dem politischen Gegner, das Geschlecht spielt kaum eine Rolle. En vogue ist es gerade, SRG-Gegnern die Intelligenz abzusprechen. Eine Dame, Frau Chatelain, wollte gestern auch geradewegs alle Libertären ausschaffen lassen. Erinnerungswürdig auch, wie in einem Blogbeitrag von la Binswanger über Scheidung, die Damen ihre Ex-Männer wiederholt als A. titulierten. Hat mich auch gerade vorgestern einer als „Memme“ angepöbelt

    • Fragezeichen sagt:

      wobei man nicht vergessen darf das Frauen Meiterinnen im „Floretfechten“ sind. Im Gegensatz kämpfen Männer mit Säbeln. – sprich Männer polternn/trollen laut und oft derb und Frauen mit spitzer Zunge, aber nicht minder gefährlich – im Gegenteil.
      Bei einem Mann der poltrt weiss man(n) genau was er meint und woran man ist – bei Frau ist es oft sehr spitzfindig und oft sogar ziemlich hinterhältig.!

      • Claude Fontana sagt:

        Man erfährt eh erst von der Freundin einer Freundin, was diese dann hinter meinem rücken über mich sagt. Denn vorne herum wird immer noch charmant gelächelt und geschäkert. Stellt man sie unter 4 Augen zur rede, ist man ein vergewaltiger. Zeugen hat man ja nicht. Also. lösung des Problems: Streitet öffentlich.

  • andy sagt:

    Der Kampf um die/das Zepter der Macht/Mächte.
    Schwieriges unterfangen, dass auch längst nicht jedem Mann mit Macht Gelüsten gelingt.
    Ob hier heute Die Sexualität (Frau oder Mann), dass entscheidende Kriterium ist, wage ich zu bezweifeln.
    Oft wird ausgeblendet ja ignoriert, welche Mächte sich hinter den Macht Marionetten noch verbergen und was die genau wollen.
    Ein Tipp an die Frauen die sich in die Schlacht wagen, nicht (nie) aufgeben und Hosen tragen. Es geht eiskalt zu und her.

  • Ralf Schrader sagt:

    ‚Mansplaining seit der Antike‘

    Es ist eine seltsame Mode, weitab von Wissenschaft und Geschichte, Vergangenheit mit den Begriffen von heute zu beschreiben. Da kann kaum etwas bei herauskommen.

    • Claude sagt:

      Es kommen vorallem aus der Mythologie viele Anreize zu fairness undAnstand, aber was lehrt uns der grosse Disney? wenn der film vorbei ist, regiert das Leben.Ich hätte auch gerne eine gute Fee als Partnerin, und mit was muss ich mich abgeben?Statt drei Wünschen gibts Nörgeln, Fordern, Schikanieren. Meine drei wünsche will ich.Wenn du das nicht hinkriegst, gibts auch keine von mir erfüllt, Da, nimm deine Macht, und wende sie da an, wo du dir was erhoffst.Sei bitte nicht enttäuscht wenns da auch nicht klappt.Es lag sicher nur an Ihm.

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