Die Reformation war ein Rückschritt

Der Weg zur Demokratie wurde nicht nur von Männern erkämpft: Zwingli-Statue in Zürich.
(Foto: Urs Jaudas)

Luther, Zwingli und Calvin: Im grossen Jubiläumsjahr der Reformation werden die drei Theologen landauf, landab gepriesen – für ihren mutigen Einsatz für die einfachen Gläubigen, für die neue Offenheit der Religion, für den Humanismus. Man erinnert zwar auch da und dort an ihre fanatischen Seiten, aber insgesamt lernen wir doch: Die Reformatoren halfen entscheidend mit, den Weg zu ebnen für Demokratie, Individualismus, Religions- und Glaubensfreiheit.

Doch vor 500 Jahren kämpfen nicht nur Männer, sondern auch Frauen an vorderster Front: In Genf argumentiert die Schriftstellerin Marie Dentière für das Recht der Frauen, die Bibel zu interpretieren und in der Kirche leitend mitzuwirken. Gleiches fordert die bayerische Adlige Argula von Grumbach, die sich auf Luthers Postulat vom Priestertum aller Getauften beruft. In Zürich liegt am Vorabend der Reformation das Schicksal der Stadtrepublik gar in den Händen einer Frau. Die altgläubige Äbtissin Katharina von Zimmern (1478–1547) übergibt dem Zürcher Rat den Schlüssel der Fraumünsterabtei. Mit ihrem freiwilligen Machtverzicht trägt sie dazu bei, dass die Reformation in der Stadt friedlich bleibt. Wahrscheinlich sympathisiert sie mit der Bewegung.

Weniger Maria, mehr Herrgott

Wie so oft währt der Frühling der Revolte nicht lange. Bald schon frisst die Revolution ihre weiblichen Kinder. Die Reformatoren beschneiden die Handlungsspielräume der Frauen. Die Ehe erheben sie zum Ideal, von den Autoritäten penibel überwacht, die nach 1525 über Ehestreit, Ehebruch, vorehelichen Beischlaf und anderes mehr zu urteilen haben. Für die Frau hat das einschneidende Folgen: Sie findet fortan ihre Bestimmung in der Rolle der Hausfrau und Mutter, die ihrem Mann zu Gehorsam verpflichtet ist. Zunehmend verschwindet das «Weib» im privaten Bereich.

Dem Ideal der Reformatoren entsprechend, heiratet Katharina von Zimmern noch mit 47 Jahren und wird Mutter zweier Kinder. Bezeichnend für die Entwicklung: Mit der Abschaffung des Heiligenkults machen viele weibliche Identifikationsfiguren dem einzigen männlichen Gott Platz, allen voran die heilige Maria.

«Gantz liederlich hus gehalten»

Die spätmittelalterliche Stadtgesellschaft hatte noch Alternativen zum Leben als Ehefrau gekannt: Die von der Reformation aufgehobenen Klöster bildeten einen wichtigen Freiraum für Frauen, in dem sie sich Bildung aneignen, ein selbstbestimmtes unverheiratetes Leben führen oder gar – wie Katharina von Zimmern – Macht und Einfluss erlangen konnten. In den Städten führten Frauen erfolgreich eigene Geschäfte. Witwen und Unverheiratete organisierten sich in Zünften und entschieden über ihr Vermögen.

In Zürich etwa vermachte eine Frau ihr ganzes Vermögen der Tochter, weil ihr Sohn, «wie man weyst, gantz liederlich hus gehalten» habe. Beginen – christliche Frauengemeinschaften – sorgten als Krankenpflegerinnen oder Weberinnen für ihren eigenen Lebensunterhalt. Prostituierte hatten, wenn auch am Rande, einen Platz im sozialen Gefüge.

Degradierung des weiblichen Geschlechts

Damit ist nun Schluss. Die Reformatoren schaffen ein neues Familienmodell, das in den kommenden Jahrhunderten mit dem Aufstieg des Bürgertums in die Degradierung des weiblichen Geschlechts mündet. So stehen bis 1881 unverheiratete Frauen unter der Vormundschaft ihres Vaters, Bruders oder anderer männlicher Verwandter. Verheiratete Frauen brauchen noch bis Anfang des 20. Jahrhundert die Einwilligung des Ehemanns, um einen Beruf auszuüben, ein Geschäft zu führen oder über ihr Vermögen zu bestimmen. Vor dem Gesetz gelten sie als handlungsunfähig, stehen auf gleicher Stufe wie ihre unmündigen Kinder.

Auch das Recht zu predigen, für das sich die Reformatorinnen vehement eingesetzt haben, bleibt den Frauen verwehrt. Fast 450 Jahre müssen sie darauf warten. Erst in den 1960er-Jahren werden im Kanton Zürich die ersten Pfarrerinnen ordiniert.

Über die Autorinnen: Mirjam Janett ist Historikerin und promoviert an der Universität Basel. Jessica Meister arbeitet für die Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins. Beide sind Mitglieder des Vereins Frauenstadtrundgang Zürich.

 

46 Kommentare zu «Die Reformation war ein Rückschritt»

  • Stefan Stahel sagt:

    Zum historischen Unsinn und ideologisch getrübtem Blick gesellt sich noch eine Ignoranz betreffend der 500 Jahr Feiern. Wären die Autorinnen nur einmal kurz auf die entsprechende Homepage der reformierten Kirche (zh-reformation.ch) gegangen, hätten sie gesehen, dass sehr wohl ein kritischer und weit gefasster Diskurs über die Bedeutung der Reformation stattfindet. Und zwar nicht zu knapp. Es ist eben gerade nicht so, dass kritiklos den Theologen gehuldigt wird wie behauptet! Ich beglückwünsche die Kirche zu ihrem Mut in dieser modernen, weltoffenen und attraktiven Art mit dem Thema umzugehen. Und: ich erwarte von JournalistInnen eine korrekte Darstellung der Fakten. Und Recherche..

  • Regina Probst sagt:

    Solche Verschiebungen gab es immer wieder in der Geschichte. In der Reformation war es weg vom Heiligenkult und hin zu mehr Rationalität und war halt auch weg vom Marienkult, dem letzten Rest, der sich von der ursprünglichen „Weiblichen Gottheit“ in die monotheistische Religion gerettet hatte. Auch wenn es immer schon einzelne Frauen gegeben hatte, die dafür einstanden, dass der weibliche Geist“ den Männern ebenbürtig ist, war das doch noch lange eine Zeit, in der Männer und Frauen vor allem unterschiedliche Funktionen in der Gesellschaft ausübten. Die Überlappung war noch klein, Gebärfunktionen/Frau und Körperkraft, Kampf/ Mann war für das Überleben einer Gesellschaft noch zentral. Was darüber hinausging, lag noch nicht im Horizont eines einzelnen Menschen, auch nicht dem von Luther

  • Kaminski-Gschwend Alice sagt:

    Woher nehmen alle diese Schreiberlinge das Recht ihre Meinung über die Frauendiskriminierung in diesem Blog zu veröffentlichen? Warum wird fast nur von Männern gefachsimpelt, woher die immer noch währende Unterdrückung der Frau stammt. Ist es Luther, die Reformation? Ist es der Staat? Ist es die Gesellschaft? Ist es der Zeitgeist? Wer hat die Diskriminierung am eigenen Leib erfahren? Die vielen Aengste in der Kindheit vor Verdammnis und Höllenqualen. Das Eintrichtern, dass der Mann das Oberhaupt und der Kopf sei. Die Frau hinter den männlichen Nachkommen an dritter Stelle in der Familie von Kirche und Staat Gesetz war. Tatsache ist doch, dass auch heute die Frau dem Manne nicht gänzlich gleichgestellt ist. Also nicht das Woher sondern das Wohin diskutieren bitte.

  • Muller M. sagt:

    Der Titel stimmt nicht.
    Die Frau in der katholischen Kirche ist noch weniger wert.
    Aber bei der Reformation ging es nicht um die Stellung der Frau, sondern des Gläubigen. Und die ist in der Reformierten Kirche viel freier und ehrlicher als in der RKK.

  • Jay Landolt sagt:

    Interessant, wie man hier das Vorreformatorische Frauenbild verklärt. Umgekehrt wird jeder Fortschritt der Reformation – gerade auch was Beziehungen angeht – ausgeblendet. Ob eine doch sehr unausgewogende Darstellung der historischen Fakten für eine Promotion genügt?

  • Nicolas Pidoula sagt:

    Ich finde diesen Blog peinlich. Man hätte erwarten können, dass etwas mehr historischer und kontextgemässer Sachverstand zum Zuge gekommen wäre. Eigentlich erwartet man das von jedem erstsemestrigen Geschichtsstudenten. Man stülpt nicht eine postmoderne Schablone über Ereignisse von damals. Es ist so, wie wenn Peta-Anhänger die Neandertaler des Tiermordes anklagen würden. Was vor allem peinlich ist, ist die Fehlinterpretation der Frauenrolle bei den Reformatoren. Ein Blick auf Katharina von Bora oder Wibrandis Rosenblatt hätte genügt. Schon mal was vom reformierten Pfarrhaus und dessen Bedeutung gehört? @Schrader: Sie haben -fürchte ich – wohl keinen einzigen Buchstaben Luther gelesen. Lassen Sie es besser bleiben 🙂…

    • Markus sagt:

      Sehr einverstanden, v.a. mit dem Hinweis des Überstülpens einer Schablone aus heutiger Sicht über Ereignisse von damals. Solche Vereinnahmung, oft unbelastet von Kenntnis und Bemühen um korrekte Einschätzung der damaligen Umstände, scheint heute ein Volks- und v.a. politischer Sport zu sein. Es verdunkelt eher als erhellt die Einsicht in Vergangenes.

  • sepp z. sagt:

    Finde es lustig, wie sich Feministinnen bemühen, die Geschichte nach ihrer Ideologie umzuschreiben: Männer sind schlecht, Frauen gut. Ich glaube unserer Geschichtsschreibung, die feministischen Umschreibungsversuche dagegen sind peinlich und leicht als verfälschend zu durchschauen.

    • Sus sagt:

      Es ist eher peinlich, wie Sie uns scheinbar objektivierend Ihre ganz persönliche Enttäuschung über eine Frau bzw. Ihr Problem mit Frauen im Allgemeinen enthüllen.
      Übrigens, zu ihrem früheren Post.: Seit dem 1.7.14 ist das gemeinsame Sorgerecht die Regel.

    • Kurt Schwob sagt:

      @sepp z.: Was genau stimmt denn in der Darstellung dieser beiden Autorinnen nicht? Ich bin zwar nur Hobby-Historiker, aber soweit ich es beurteilen kann, sind alle hier aufgeführten Fakten korrekt. Wenn sie das Wort verfälschend verwenden, sollten Sie auch sagen, was verfälscht wurde, und wie.

  • Martin sagt:

    Ich sehe in der Reformation vor allem die Aufklärung. Die Bibel wurde in’s Deutsche übersetzt. Vorher war sie bloss in Latein erhältlich und Latein war die Sprache der Gebildeten. Doch nun, konnte jeder lesen, was in der Bibel drin steht und die Herrscher, welche oft eng mit der katholischen Kirche verbandelt waren, konnten nicht mehr alles mit der Bibel begründen. Zudem ging es in der Reformation auch auf die Besinnung des Wesentlichen. Wer eine reformierte Kirche besucht, nachdem er in einer katholischen war, wird den Unterschied sofort sehen: Viel weniger Heiligenstatuen, keine Engel. Reformierte Kirchen sind karg und das Zentrum bildet Jesus. Die Rolle der Frau war nicht der Grund für die Reformation, auch wenn das gewisse Frauen wohl gerne hätten.

    • Jorge Stein sagt:

      Richtig, mit der Reformation wurde alles besser. Von nun an gabs in protestantisierten Landen paradiesische Zustände! Der protestantische Bauer und Handwerker war Hobby Theologe und besass Urteilsvermögen in religiösen Belangen. Jede Kriminalität verschwand.
      Es sind Lügen, wenn man der Reformation unterstellt, die ersten Talibans produziert zu haben.
      Auch Lüge ist, die Protestanten hätten fast die gesamte Urbevölkerung der USA ermordet. Mit der Sklaverei in den Südstaaten hatte man auch nichts zu tun und mit Apartheid in Südafrika ebenfalls nicht oder mit dem Völkermord an den Hereros oder dem KuKluxKlan. Alles Lügen!
      Unwahr ist auch, dass man sich durch KaiserWilhelm II das Genfer Reformationsdenkmal finanzieren liess oder als Antisemitendem Führer zur Kristallnacht gratulierte.

      • Sabrine Woolwich sagt:

        Nichts wurde besser mit der Reformation. Calvin schickte Leute, die er nicht mochte, unter verschiedensten Vorwänden auf den Scheiterhaufen. Ausserdem florierte die „Hexen“-verfolgung erst so richtig unter den Protestanten.

  • Rolf Zach sagt:

    Immerhin, der Eintritt ins Paradies nach Luther bestimmt nun der liebe Gott allein und nicht mehr eine menschliche Instanz. Während beim Islam alles 100 % sicher ist, wie vom Erdenleben der Mann (nicht die Frau) nach dem Tod sicher ins Paradies gelangt.
    Immerhin haben wir zum ersten Mal nach Luther weibliche Herrscherinnen kennengelernt, wo der Mann nicht König war, sondern nur Prinzgemahl!
    Wäre vor Luther eine Maria Theresia in den katholischen Gebieten oder eine Katharina die Große in Russland möglich gewesen? Die Reformation hat auch die Bildung der Frauen nicht aufgegeben, obwohl gebildete Frauen unter der Fuchtel der Männer waren. Frauen erbten auch weiterhin. Es kann durchaus sein, dass die protestantische Frau im Erbrecht durchaus besser gestellt war. Sollte man untersuchen!

  • Rolf Zach sagt:

    Natürlich hat der Protestantismus keinen Maria-Kult wie katholische und orthodoxe Kirche. Natürlich endete 1555 die Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken in Deutschland mit dem berüchtigten Satz „Cuius regio, eius religio“ (Der Fürst bestimmt den Glauben seiner Untertanen). Trotzdem ist das christliche Gewissen in den Vordergrund gerückt, etwas was das Christentum noch nicht so prägte im Mittelalter wie nach Luther. Hatte die Antike ein Gewissen? Immerhin der Protestantismus hat nicht den Eintritt der Frauen ins Paradies verneint, was auch das Christentum von Anfang an nie verneint hat. Wo findet man im Koran die ausdrückliche Erwähnung, dass die Frauen nach dem Tod ins Paradies gehen. Das Paradies ist viel prächtiger beschrieben im Koran als in der Bibel.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Frauen werden nur erwähnt als die 72 Jungfrauen, die dem wahren männlichen Gläubigen als Mann verdienstvoller Weise zustehen. Woher diese Frauen kommen, schweigt der Koran. Auf bösartige Weise kann man vielleicht behaupten, es seien seine geliebten Kusinen. In der Bibel steht nur, wir armen Menschen werden durch die Wieder-Erscheinung von Christus erlöst und vom Tod erweckt.

  • Anh Toàn sagt:

    Reformation und Revolution haben das „Re“ gemeinsam. Dieses weist (mich) auf ein zurück hin, Formation gestaltet, Reformation stellt wieder die ursprüngliche Form her. Dass dabei oft etwas neues entsteht, weil zurück gibt es weder im Leben noch in der Geschichte, täuscht darüber hinweg, dass die Absicht rückwärts orientiert war. (Weg vom alles vergebenden Gott, sogar durch Priester mit Beichte und Absolution, zurück zum strafenden Gott.

    Klar war Luther mit seinem Frauenbild ein Produkt seiner Zeit, aber anscheinend war ihm wichtig, sein schon damals zumindest nicht modernes Frauenbild zu verkaufen: „Die grösste Ehre, welche das Weib hat, ist allemal, dass die Männer durch sie geboren werden“

  • Niklaus Herzog sagt:

    Mirjam Janett und Jessica Meister haben den Nagel auf den (reformatorischen) Kopf getroffen, den buchstäblich die Frauen hinhalten mussten. Es darf noch ergänzt werden: Luther, dieser „Gottesbarbar“ (Thomas Mann) forderte für den Ehebruch die Todesstrafe – allerdings nur, wenn er von der Frau begangen wurde: „Darumb muss die weltliche Ubrigkeyt das weyb zwingen oder umbringen“ (zitiert in „Luther ohne Mythos“ von Hubert Mynarek, S. 56).

  • Markus roh sagt:

    Wenn man den roten Faden in der Menschheitsgeschichte beim Fortschritt sieht, dann war die Reformation wohl eher ein Rückschritt. Mit der Renaissance war man in Sachen Säkularisierung Anfang 16. Jahrhundert gut unterwegs, die westeuropäische Wiederentdeckung der Originalschriften griechischer Denker ermöglichte neues kirchenunabhängiges Denken mit zahlreichen Erfindungen und Entdeckungen. Die katholische Kirche war bereits zu einer reinen Machtstütze der aktuellen Monarchen degeneriert. Leider wurde der Durchbruch zum Säkularismus noch einmal durch religiös erhitzte Reformatoren, Gegenreformatoren, Inquisition, Hexenwahn und Religionskriege weitere 250 Jahre aufgehalten. Reformationsfeiern heute sind letzte Rückzugsgefechte der Religion ähnlich der Scheinblüte „Islamischer Staat“.

  • Gabriela Winkler sagt:

    Kleine Korrektur: Die Geschlechtervormundschaft in der Ehe wurde nicht am Anfang des 20. Jahrhunderts, sondern erst 1988 mit Inkrafttreten des neuen Eherechts beseitigt. Vorher konnten Ehefrauen nicht einmal ihr eigenes Vermögen verwalten oder ihr Einkommen frei verwenden, die Eröffnung eines Bankkontos wie auch der Abschluss eines Arbeitsvertrages war nur gültig mit Unterschrift des Ehemannes.

    • Roland K. Moser sagt:

      Ursache war und sind die 3 psychischen Krankheiten Abraham’s, das Judentum, das Christentum und der Islam.

    • sepp z. sagt:

      Und heutzutage gibts das gemeinsame Sorgerecht nur mit Unterschrift der Frau. Nicht gegen ihr Veto.
      Man stelle sich das mal vor: nicht Gleichstellung quo Verfassung oder Gesetz, sondern Gleichstellung abhängig vom Goodwill der Frau. Momol.

      • Kurt Schwob sagt:

        Nun ja, es geht ja eben um das Gemeinsame. Dass Gemeinsames nur gemeinsam beschlossen werden kann, steckt ja eigentlich im Wort schon sehr deutlich. Zur Vorsicht noch deutlicher: Es gibt das gemeinsame Sorgerecht auch nur mit der Unterschrift des Mannes.

  • roger crettol sagt:

    Zu diesem Thema gibt es ein Buch von einer britischen Historikerin und Philosophin,

    Woman under Monasticism by Lina Eckenstein, erschienen 1896.

    Die These ist das das Klosterleben den Frauen in der angegebenen Periode (500-1500) einen Freiraum zur eigenen Lebensgestaltung ausserhalb der Ehe und des Familienlebens gegeben hat.

    http://www.gutenberg.org/ebooks/42708

    https://en.wikipedia.org/wiki/Lina_Eckenstein

  • Bebbi Fässler sagt:

    Mir kam Hildegard von Bingen in den Sinn! Sicher keine „pflegeleichte“ Seele und Spielball der Beichtväter

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Protestanten sind nicht dafür verantwortlich, dass in Europa 2000 Jahre lang die Frauen aus religiösen Gründen benachteiligt wurden.
    Es waren und sind die Christen. Später sind noch die Juden und Muslime dazu gekommen.

    Die Wurzel des Übels:
    Das Judentum, das Christentum und der Islam sind Ideologien aus dem Nahen Osten und urähnig alt und waren schon immer lebensfeindlich.
    ich sehe nicht ein, wieso man die 3 lebensfeindlichen Gewalt-Ideologien hier bei uns nicht einfach verbieten kann. Wer will, kann dann immer noch in den Nahen Osten auswandern.

    • peter huber sagt:

      Die Schweizerbundesverfassung beginnt wie folgt :
      „Im Namen Gottes des Allmächtigen!
      Das Schweizervolk und die Kantone,
      in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung, im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken usw.. “

      Wenn sie in einem Staat leben wollen, in dem Religionen verboten sind, wäre es an Ihnen auszuwandern …

      • Dagobert Muck sagt:

        P. Huber: Wenn jemand mit glänzenden Augen und hehrem Blick auf die Textpassage in der BV hinweist wo steht „Im Namen Gottes des Allmächtigen“ hat er von mir aus gesehen grad gar nichts zu sagen. So etwas Rückständiges. Erinnert mich an den Islam. Ist ohnehin Hans was Heiri.

      • Roland K. Moser sagt:

        … oder ich sorge dafür, dass die 3 psychischen Krankheiten Judentum, Christentum und Islam aus Europa verschwinden.

        Die 3 Psycho-Seuchen Abraham’s haben nur Elend und Leid in die Welt hinaus getragen. Das Zeug gehört an seinen Ursprung zurück, und das ist der Nahe Osten.

        Betreffend auswandern: Das Christentum ist eine invasive Gewalt-Ideologie aus dem Nahen Osten. Das Zeug gehört also gar nicht hierher. Wieso wandern Sie nicht in den Nahen Osten aus, wenn sie derart Freude an dieser primitiven Gewalt-Ideologie haben?

        In Europa wollte den Müll niemand freiwillig, also hat man die Unwilligen gefoltert und getötet. Das ist ihre Religion.

      • K. Keller sagt:

        @P. Huber: Sie übertreiben, denn die Bundesverfassung ist nicht „in Stein gemeisselt“, sondern kann geändert werden…

      • Paul Levi sagt:

        @Roland K. Moser: Ok, dann sorgen Sie dafür. Sie haben Glück, dass Sie in der Schweiz leben. Nur hier kann sowas mit einer Volksinitiative verboten werden. Also viel Spass beim Unterschriften sammeln!
        Ganz perfid ist, wie Sie das ganze Christentum als eine Seuche aus dem Nahen Osten bezeichnen. Damit nützen Sie geschickt die Vorbehalte die man gegen diese Region hat. Dabei wird ganz bewusst unterschlagen, dass das grosse (und brutale) Wachstum des Christentums von Europa ausging.
        Als echter Don Quijote sind Sie den Kampf gegen Windmühlen gewohnt. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie diesmal mehr als eine Handvoll Unterschriften bekommen.

      • Roland K. Moser sagt:

        @ Paul Levi
        31. Oktober 2017 um 16:58 Uhr
        Dass das Christentum von Europa aus weiterverbreitet wurde hat Ursache darin, dass in Europa alle Nicht-Christen massakriert wurden.

        Und das Christentum ist eine Gewalt-Ideologie aus dem Nahen Osten. Oder etwa nicht?

        Im übrigen habe ich noch nie eine Initative lanciert. Also kann ich nicht mal 1 Unterschrift erhalten.

    • Martin sagt:

      @Roland K. Moser: Ich frage mich gerade: Wenn Sie es schaffen, alle diese Religionen aus Europa zu verbannen, was für Werte wollen Sie dann den Menschen vermitteln? Wollen Sie zurück zu keltischen, alemannischen und germanischen Bräuchen? Mit Kobolden, Geistern (wie passend gerade) und Hexen? Ich bin vor allem für die Verbannung von sehr radikalen Religionen, welche das Töten predigen. Ich kann mit dem Christentum ganz gut leben. Als „Königserläuterung“ dienen die 10 Gebote. Alles schön zusammen gefasst. Religionen die das anders sehen, brauche ich nicht. Weder Juden, Moslems, Zeugen „was weiss ich“, Buddhisten, Hindus, Sekten oder was auch immer.

  • peter huber sagt:

    Nach meiner Auffassung wird Luther viel zu positiv gesehen. Mit seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ hat er dem Antisemitismus in Deutschland den Weg bereitet. Er hat aufgefordert „ihre Synagogen zu verbrennen, ihre Häuser zu zerstören und sie in Ställen wohnen zu lassen.. „.
    Er konnte nicht akzeptieren, dass die Juden ihre Religion – wie sie war – behalten wollten und von den Ideen der Reformation nichts hielten.
    Wieso man den Mann feiert, wird mir immer mehr zum Rätsel. Der Titel vom Rückschritt ist absolut berechtigt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Sie wissen aber schon, dass Luther vor 500 Jahren gelebt hat und ihm und allen seinen Zeitgenossen die Werte des 21. Jahrhunderts so fremd waren, wie uns die des 26. Jahrhunderts.

      Was meinen Sie, wie die Geschichte über die Islamophobie und die Fremdenfeindlichkeit der Jetzt- Menschen urteilen wird. Mindestens genau so angewidert und vollständig verurteilend wie wir über den Mainstream der Renaissance. Luther war ja keine Ausnahme.

      • Roland K. Moser sagt:

        Ich glaube eher, dass sich das 26. jahrhundert über unsere Islamophilie und die fehlende Verteidigungsbereitschaft gegen den Islam lustig machen wird.

      • Florian Keller sagt:

        Die Menschen des 26. Jhdts werden sich genau die gleichen Frage stellen, wie das vernünftige Leute heute schon tun: Wie kann es sein, dass nach knapp 300 Jahren Aufklärung und Humanismus immer noch so viele Menschen jener Kloake aus Heuchelei, Lügen, emotionaler Erpressung und Machtmissbrauch anhängen, die sich Religion schimpft?

    • Roland K. Moser sagt:

      Die Religionskrankheit zerfrisst das Hirn.

      Und Juden, Christen und Muslime gehören in den Nahen Osten und nicht nach Europa. Die sollen ihren Krach in ihrer Heimat austragen und nicht bei uns 🙂 Kommt gut nach Hause.

  • yvo montani sagt:

    da wird doch tatsächlich suggeriert, dass die frauen vor der reformation mehr und andere rechte hatten.
    und ausserdem predigen in der katholischen kirche ja die frauen seit damals.
    sorry aber das hat doch mit historischer Darlegung gar nichts zu tun.
    schreiben sie geschichte und keine Geschichten.
    ganz eigenartig.

  • Raphael Huber sagt:

    Sehr Interessant,
    Aber schade, dass der Titel des Artikels irreführend ist und nicht heisst „Die Reformation war ein Rückschritt für die Rechte der Frau“.

  • Heike Anke Berger sagt:

    Was für ein feministischer Unsinn! Weder Promotion noch Juristinnenverein schützen vor Torheiten. Wieder einmal versuchen zwei Frauen, das Handeln der letzten Jahrhunderte nach ihren feministischen Moralvorsellungen von heute zu messen.
    Es steht seit der Reformation und auch und vor allem heute jeder Frau offen, eine eigene Religionsgemeinschaft zu gründen und zu führen. Doch das wollen die Frauen gar nicht: Sie wollen ein Festangestelltenverhältnis mit einer unserer Landeskirchen, mit hohen Salären und Staatsgarantie, mit fetter Rente, Gratiswohnen in repräsentativen Häusern und Rundumversicherung. Doch die Frauen wollen nicht nur predigen: das konnten sie seit der Reformation ungestraft. Sie wollen dafür auch satt bezahlt werden. Nach Gewerkschaftstarif mit himmlischem Bonus. Mon dieu!

  • Hans Reuter sagt:

    Die echte Reformation wäre jene gewesen, den Menschen zu zeigen, dass die Vereinerleihung Jahwe=Gott eine Täuschung ist. Luther dichtet die Dinge nur etwas um, hält das Verbrennen derer, die man Brüder nennt aber genauso für gerechtfertigt, wie die Meisten seiner reformierten Kollegen. In diesem Denken grenzt er dann auch einen Kopernikus ab, nennt ihn einen Narren, der die Kunst der Astronomie verkehren wolle. Die Meisten scheinen die Worte Jesu weder verstanden geschweige denn umgesetzt zu haben. Die Frauenfeindlichkeit im neuen Testament ist eine paulinische Hypothek. Da waren die Sumerer in Südbabylonien tausende Jahre vor den Hebräern schon weiter, denn dort hatte die Frau neben dem Mann eine Ehrenstellung.

  • Max gerber sagt:

    Ein Artikel ohne Informationen über die Ziele der Reformation weg von päpstlichen Zusatzwünschen und zurück zum NT – stattdessen nur andere Zusatzwünsche.

    • Ralf Schrader sagt:

      Zumindest ging es bei der Reformation weder um Frauen- noch um Menschenrechte. Noch nicht einmal vordringlich um Religion, selbst wenn Bruder Martinus das bisweilen geglaubt haben mag. Die Reformation war der politökonomische Paukenschlag des Nachmittelalters.

  • Ralf Schrader sagt:

    Der Protestantismus ist die Religion des Kapitalismus. Ohne Reformation wäre Kapitalismus nicht möglich geworden. Luthers Finanzier war der damalige Immobilienmogul Wittenbergs, Lucas Cranach der Ältere. Kaufleute und Immobilienhaie konnten mit dem engen moralischen Korsett des Katholizismus, vor allem dem Zinsverbot, nicht wirtschaften, aber auch nicht ohne Religion leben. Also musste eine neue Variante des Christentums her und Mietschreiber Luther hat die flugs zu Papier gebracht.

    Das was hier im Blog geschrieben, ist dagegen vollständig belanglos. Dem Luther ging die Demokratie, das Volk und die Frauenrechte ebenso am A.. vorbei, wie den Renaissancepäpsten, gegen die er polemisierte.

Kommentar

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