Warum Spanien als Nation scheitert

Unter einem schwierigen Stern: Eine Katalanin demonstriert in Barcelona für die Unabhängigkeit. Foto: David Ramos (Getty Images)

Als am 2. September im Santiago-Bernabeu-Stadion von Madrid die Nationalmannschaften Spaniens und Italiens um die Qualifikation für die Fussball-WM spielten, geschah etwas höchst Seltsames: Jedes Mal, wenn der katalanische Verteidiger Gerard Piqué am Ball war, wurde er von einem Teil des Publikums ausgepfiffen. Vor Spielbeginn war ein zwar bekanntes, aber nicht minder befremdendes Ritual über die Bühne gegangen: Während die italienischen Stars beim Abspielen ihrer Nationalhymne lauthals mitsangen, schwiegen die iberischen Spieler während des «Königlichen Marsches».

Die Tatsache, dass Spaniens Nationalhymne ohne Text auskommt, hängt mit den Pfiffen gegen Piqué zusammen. Dieser ist bei spanischen Rechtsnationalisten unbeliebt, weil er stolzer «Barça»-Spieler und Befürworter des Selbstbestimmungsrechts Kataloniens ist. Und da es in Spanien viele Bürger wie Piqué gibt, die Katalonien, dem Baskenland oder Galizien näher stehen, sind in den letzten Jahren alle Versuche zu einem gemeinsamen Text gescheitert.

«Adéu, Espanya!»

Spanien ist ein multinationales Gebilde, über das einen Staat gestülpt wurde, der sich als Nationalstaat versteht und diesen Anspruch seit 142 Jahren durchzusetzen versucht. Im 19. Jahrhundert wurden alle liberalen, republikanischen und föderalistischen Versuche, ein spanisches Volk zu bilden sowie einen demokratischen und säkularen Staat zu gründen, von der unseligen Dreifaltigkeit Monarchie, Militär, Kirche unterdrückt. Ebenso chancenlos blieb das katalanische Industriebürgertum beim Versuch, den spanischen Staat zu modernisieren. Nachdem sich 1875 die zentralistische Restauration durchgesetzt hatte, entstanden in Katalonien und im Baskenland – das sich als zweite Gegend industrialisierte – eigenständige Nationalbewegungen. Während der säkulare Katalanismus auch vom Grossbürgertum mitgetragen wurde, wandte sich der katholisch-baskische Nationalismus anfänglich gegen die wirtschaftliche Modernisierung.

Der nächste Bruch zwischen Katalonien und dem Baskenland einerseits und Spanien andererseits geschah 1898 beim Verlust der Kolonien Kuba, Puerto Rico und Philippinen. Während das konservative Zentrum das als eine Katastrophe erlitt, bedeutete dessen Schwächung für die Peripherie eine Erleichterung. Der katalanische Dichter Joan Maragall schrieb eine Ode mit den Schlusswörtern: «Adéu, Espanya!»

Militärintervention nach Landreform

Die Spaltung zwischen dem katalanischen Bürgertum und der spanischen Rechten verschärfte sich unter der Militärdiktatur in den 1920er-Jahren. Deren Motto lautete: Religion, Vaterland und Monarchie. Nach dem Sturz der Monarchie und nach dem Wahlsieg der neu gegründeten «Republikanischen Linken Kataloniens» wurde 1931 in Barcelona die Katalanische Republik ausgerufen und den «anderen Völkern Spaniens» der «gemeinsame Aufbau einer Konföderation der iberischen Völker» vorgeschlagen. Die republikanisch-sozialistische Parlamentsmehrheit in Madrid liess dann nur eine Autonomie ohne Selbstbestimmungsrecht zu.

Die Ausrufung der Republik Katalonien, 1931. Foto: Wikimedia Commons

1934 beschloss Katalonien eine Landreform zugunsten von 70’000 Pächterfamilien. Die inzwischen in Madrid wieder an die Macht gelangte Rechte liess diesen Beschluss durch das Verfassungsgericht aufheben. Darauf reagierte die Autonomieregierung mit der Proklamation des «Katalanischen Staates innerhalb der Spanischen Bundesrepublik». Die Zentralregierung liess Katalonien militärisch besetzen und hob die Autonomie auf. Diese bekam Katalonien nach dem Wahlsieg der spanischen Linken im Februar 1936 wieder zurück.

Francos Todesstoss

Im Rahmen des Bürgerkrieges, den General Franco mit seinem Putsch am 18. Juli 1936 ausgelöst hatte, kämpfte die katalanische Regierung sehr eigenständig für die Republik und die Selbstregierung. Ähnlich machte es die baskische Autonomieregierung, die mit einer eigenen Armee Franco bekämpfte.

Die Bombardierung von Barcelona, 1938. Foto: Wikimedia Commons

Das Franco-Regime, das Barcelona bombardieren und den katalanischen Regierungspräsidenten Lluis Companys standrechtlich erschiessen liess, erklärte alle Republikaner sowie Katalonien und das Baskenland zum «AntiEspaña» – unter dem Motto «España una, grande, libre». Diese aggressive Usurpierung des Begriffs Spanien bedeutete den Todesstoss für das Projekt einer Nation, mit der sich auch die Katalanen und Basken identifizieren könnten. Die Verfassung von 1978 würdigt zwar Katalonien, Euskadi und Galizien als «Nationalitäten» und gewährt ihnen Autonomie, verneint aber ihr Recht auf Selbstbestimmung. Die Militärs, unter deren Damoklesschwert das Grundgesetz ausgearbeitet wurde, erzwangen folgende Formulierung im Artikel 2: «Die Verfassung baut auf der unauflöslichen Einheit der Spanischen Nation, gemeinsames und unteilbares Vaterland aller Spanier.»

Während nur ein Drittel der Basken der Verfassung zustimmten, war es in Katalonien die grosse Mehrheit. Sie knüpfte an das alte Ziel an, Spanien vom wirtschaftlich und kulturell starken Katalonien aus zu dezentralisieren. 1992 sah es vor dem Hintergrund der Olympischen Sommerspiele in Barcelona und der Weltausstellung in Sevilla aus, als könnte das Land doch noch zusammenwachsen. Allerdings führte der Erfolg von Barcelona ’92 zu einer Stärkung des katalanischen Selbstbewusstseins.

«Katalonien ist eine Nation»

Ein gutes Jahrzehnt später arbeitete der Sozialist Pasqual Maragall als katalanischer Präsident ein neues Autonomiestatut aus. Dessen erster Satz lautet: «Katalonien ist eine Nation.» Nachdem das ebenfalls mehrheitlich sozialistische Parlament in Madrid unter dem Druck der Zentralisten in den eigenen Reihen etliche Bestimmungen gestrichen hatte, wurde das Statut in einer Volksabstimmung gegen den linksseparatistischen und rechtszentralistischen Widerstand angenommen. Obwohl es sich um einen Kompromiss zwischen Barcelona und Madrid handelte, gelangte die rechte Volkspartei ans Verfassungsgericht. Und dieses hob 14 zentrale Artikel auf – unter anderem die Definition Kataloniens als Nation. Von einem Tag auf den anderen wurde die Unabhängigkeit im bislang gemässigten Katalonien mehrheitsfähig. 80 Prozent der Bürger befürworteten wiederholt das Recht Kataloniens, über das Verhältnis zu Spanien selber zu entscheiden.

Josef Lang veröffentlichte 1983 seine Dissertation über den baskischen Widerstand gegen Franco unter dem Titel: «Das baskische Labyrinth».

Die Basken waren bereits 2005 mit ihrem reformierten Autonomiestatut gescheitert. Dass die Weigerung Madrids nicht dieselbe Reaktion ausgelöst hatte wie in Katalonien, erklärt sich aus dem bewaffneten Kampf der ETA. Dieser wirkte sehr demoralisierend und höchst demotivierend. Sechs Jahre nach dessen Beendigung scheint ein durch die Repression gegen Katalonien aufgerütteltes Baskenland seinem rebellischen Ruf wieder gerecht zu werden. Die gegenseitige Dynamisierung der katalanischen und baskischen Nationalbewegungen macht das Scheitern der spanischen Nation besonders gut sichtbar. Und sie erhöht die Chance für die Alternative einer Konföderation gleichberechtigter Völker.

Bis es so weit ist, werden Gerard Piqué für rechte Spanier und das Bernabeu-Stadion für linke Katalanen eine Provokation bedeuten. Als im Februar 1939 die frankistische Armee in Barcelona ihren Sieg über Katalonien mit einem Defilee feierte, marschierte ein Freiwilliger namens Santiago Bernabeu mit. Der 42-Jährige hatte der berüchtigten 150. Division angehört.

107 Kommentare zu «Warum Spanien als Nation scheitert»

  • heinz Frehner sagt:

    Ich wohne seit mehr als 40 Jahre in Barcelona bin mit einer Katalanerin verheiratet und meine ganze Familie ist gegen die Abstimmung.
    Grund:
    Es gibt in Spanien ein Grundgesetz „la Constitution“ und diese wurde für dieses Referendum nicht eingehalten. Somit ist es illegal oder nicht konstitutional, und desshalb verbietet es Madrid.
    Wenn Politiker gegen das Gesetz sind was für ein Beispiel geben sie der Bevölkerung.
    Wie soll eine Abstimmung legal und abgesichert sein wenn es keine richtige Basis von den Stimmberechtigten gibt und einige Städte nicht stimmen lassen, weil sie das Referendum als nicht legal finden und nicht gegen das Gesetz sein wollen.
    Wird EU eine Abstimmung die nicht legal ist, keine Garatie gibt, annehmen und zulassen dass Katalonien weiterhin in EU bleiben kann.

    • Stefan Schober sagt:

      Unglaublich, Ihre Haltung. Ohne sich Gedanken über den Sachverhalt, Menschenrechte und Demokratie zu machen, halten Sie einfach fest, dass dieses Referendum und die Abstimmung gegen ein Gesetz verstossen. Sie fragen sich, welches Beispiel Politiker abgeben, wenn sich diese gegen ein Gesetz wenden. Ich frage mich jedoch, welches Beispiel Sie Ihren Kindern abgeben, wenn Sie sich gegen Demokratie und Grundrechte stellen,

      • Michael Alvaro sagt:

        Jede Demokratie basiert auf den bestehenden rechtsstaatlichen Gesetzen. Das ist schlicht die Basis einer jeden Demokratie. Ein den rechtstaatlichen und damit demokratischen Grundprinzipien folgendes Vorgehen wäre, Mehrheiten zu finden, um die bestehenden Gesetze so zu ändern, damit den demokratischen Normen und damit rechtlich garantiere und abgesicherte folgende Volksbefragungen durchgeführt werden können. Der derzeitige katalanische Präsident, Puigdemont lehnte eine Einladung zur Darlegung seiner Anliegen vor dem spanischen Parlament schlicht ab. Er bevorzugte, in Umgehung des katalanischen Autonomiestatus mit seiner an Wählerstimmen bestehenden Minderheit das katalanische Regionalparlament zu entmachten. Ein Vorgehen, das mehr an totalitäre Regime denn an Demokratien erinnert.

    • Marialuisa Wittlin sagt:

      40 Jahre- und Sie denken und reden so? Bedenklich. Die Verfassung ist nicht einmal 100 Jahre alt, wurde von Franko Treuen zusammengestellt und man sie wohl kaum als in Stein gehauen beschreiben. Die absolute Sturheit der PP auch nur im geringsten einen Versuch zu erlauben dass die Katalanen mehr selber bestimmen dürfen spricht Volumen. Sie wohnen in barcelona- nur zur Ihrer Information: Katalonien besteht auch noch aus anderen Gegenden.- und die sind für die Selbstbestimmung… Rajoy hat mit seiner Sturheit diese Krise verursacht-.

  • Rolf Zach sagt:

    Kleine Frage an all die Fußball-Fans und auf der iberischen Halbinsel hat es mehr als genug davon, inklusive den spanischen König im Gegensatz zu den Engländern, denen Fußball eher schnuppe ist.
    Was haben wir mit einer Unabhängigkeit von Katalonien in deren Liga. Spiele zwischen Barcelona und Lleida. Wo ist das überhaupt? Keine Gelegenheit des FC Barcelona, was jetzt in der spanischen Liga geschieht, diese Galaktischen von Ronaldo und Co. aus Madrid auf den Arme-Sünder Stuhl zu platzieren. Wenn die Fans von Barcelona nicht mehr die Gelegenheit haben, Real Madrid zu verprügeln, müssen die mit Sicherheit ständig den Psychiater konsultieren.
    Schreckliche Zeiten kommen da, nie mehr Weltmeister zu sein und diese hinterhältigen Italiener richtig zu verprügeln.

  • ricardo de aquino sagt:

    Interessanter Text aber einseitig. Die Katalanen stellen sich als Opfer dar und das liegt wohl auch in der Logik der Sache. Aber wie der katalanische Historiker Josep Fontana sagte, dass es ihm schwer falle die PP nicht unter die Bösen zu stellen, aber andererseits würde er die anderen auch nicht unter die guten stellen.

  • Polsila sagt:

    Vielen Dank Herr Lang für diesen ausführlichen Artikel. Man findet nicht so oft in den deutschen Medien, mindestens bis diese Woche, Texte, die die Geschichte Kataloniens und Spaniens gut erklären.
    Ich selber bin Katalanin und erst für die Unhabhängichkeit Kataloniens seit dem Versuch- und gescheitertem Statut vor ungefähr 15 Jahren
    Ich war früher für einen Föderalstat aber jetzt sehe ich kein Weg mehr in diese Richtung. Niemand in Katalonien kann mehr an die mickrigen Versprechungen aus Madrid glauben, die sowieso nicht kommen. Es gab bis jetzt kein einziges Angebot; nur NO, geschlossene Türen und die ‚Guardia Civil‘. Mal sehen was am Sonntag passiert. Ich hoffe, dass das Referèndum statt finden wird. Es ist unsere und Spaniens einzige Chance. Letztere sehen das aber noch nicht.

    • Roland K. Moser sagt:

      Europa und seine Länder sind politisch total degeneriert, totalitär und gewalttätig. Demokratie ist kein Fremdwort, und deswegen wird das Gegenteil davon gemacht!
      Ich glaube nicht, dass die Abstimmung stattfinden kann. Aber man könnte sie immer wieder um 1 Woche verschieben, bis dem Regime in Madrid die Luft ausgeht.

      • Hans Walter sagt:

        Ja, super Herr Moser. Jedes Dorf, jede Stadt, jede Region macht mal so schnell eine Abstimmung nach dem Vorbild Kataloniens: Man nimmt ein paar Drucker aus Mediamarkt und druckt Wahlzettel aus, die man unter der Bevölkerung unkontrolliert verteilt. Egal ob jemand 2, 3 oder 5 mal abstimmt. Was dann rauskommt, wird dann angenommen und als Demokratie gefeiert. Na super. Das wird ein Gaudi!

      • Michael Alvaro sagt:

        Herr Walter, Sie haben es genau erkannt!

  • Daniel Limbach sagt:

    Als einer der Spanien seit langem kennt und bereist kann ich Ihnen nicht folgen. Sobald man Le Perthus verlassen und La Jonquera erreicht hat, spürt man, man ist in Spanien, mit all den Menschen, Gerüchen und Bildern die dazugehören. Und Spanien hat Platz für mehrere Sprachen und Kulturen, Basken, Galizier, Andalusier, auch für die Menschen aus der Comunitat Valenciana, die eine katalanische Sprache sprechen, aber scheinbar nicht die Unterdrückung durch Madrid spüren. Der Vergleich zur Schweiz wäre schnell gemacht, aber hier befinden sich die Kantone der sprachlichen Minderheiten in wirtschaftlicher Abhängigkeit von der Deutschschweiz, sonst gäb es eventuell ähnliche Bewegungen in einem Land in dem Miss Schweiz und Bundesratswahl die einzigen landesweiten Fernsehübertragungen sind.

  • Jessas Neiau sagt:

    Sicher nicht zufällig ereifert sich der linke Herr Lang für das Baskenland und Katalonien. An beiden Orten sind seit vielen Jahrzehnten sich vordergründig nationalistisch gebende, in Wirklichkeit aber auf Sozialismus abzielende Kreise mit der Loslösung vom konservativen Spanien beschäftigt. Rechtsnational gilt hierzulande vielen als Schimpfwort, linksnational scheint aber etwas ungemein gutes zu sein, wenn man Herrn Lang folgt. Darf’s auch ein bisschen Gewalt sein? Wenn sie von der ETA kommt doch gerne (das Thema von Langs Dissertation). Nicht zufällig fand gerade in Katalonien während des Bürgerkrieges von 1936-1939 die einzige „anarchistische“ (= linksextreme) Revolution der Weltgeschichte statt, Katalonien ist also linkes „Sehnsuchtsland“ par excellence.

    • Michael Alvaro sagt:

      Zu ergänzen wäre, dass weder die Anarchisten der FAI noch die Anarchosyndikalisten der CNT, die in Anbetracht der sozialen Verhältnisse in Spanien anfangs des 20. Jh. durchaus meine Sympathien geniessen, weder in der Region Katalonien noch in Spanien irgendwelche nationalistisch geprägte Tendenzen aufwiesen. Ganz im Gegenteil waren es mehr die bürgerlichen Kreise, z.B. des Estat Català, die auf die nationalistische Karte setzten. Wie die Linke von ihrem Grundprinzip des Internationalismus auf den antiquierten und schadensreichen Nationalismus umschwenken konnte, ist mehr als bedenklich.

  • Judith Piqueras sagt:

    Der Artikel ist voller clichés, Oberflaechlichkeiten, Verdrehungen und Auslassungen. Nichts im Text spiegelt die Realitaet in Katalonien wieder. Vom Autor einer Schrift des Titels „Unterdrueckung und Widerstand in Euskadi“ kann man aber wohl nichts anderes erwarten. Tut trotzdem weh, dass gerade diesem Individuum hier der Raum gewaehrt wurde, den soviele andere soviel besser zum Nutzen aller interresierten haetten nutzen koennen.

    • Peter Steiger sagt:

      Judith Piqueras – was haben Sie denn zu bieten ausser Kritik ohne Fundament? Sie scheinen ähnliche Qualitäten zu haben wie die PP Mafia – viel Show und wenig bis keine Lösungen
      Aber eben in Spanien ist halt vieles Blabla und wenig handfestes
      Da ist Katalonien oder das Baskenland doch zum Glück die positive Ausnahme im Sumpf von Tierquälerei, Machismo, Korruption und Minderwertigkeitskomplexe

    • Max Bernard sagt:

      Wenn der Artikel nur aus „clichés, Oberflaechlichkeiten, Verdrehungen und Auslassungen“ bestehen soll, warum kriegen Sie es dann nicht hin, diese argumentativ zu widerlegen? Aber offenbar meinen Sie der Hinweis auf die politische Haltung des Autors sei bereits ein Gegenargument. Eine solch bornierte Haltung gegenüber politisch Andersdenkenden, kenne ich ansonsten hauptsächlich von Linken.

      • Michael Alvaro sagt:

        Ach Herr Bernard, Sie wissen doch genau, dass 800 Satzzeichen nicht genügen, um eine einigermassen valable argumentative Widerlegung zu bewerkstelligen. Ich meinerseits habe auf dem wenigen Platz, der mir zur Verfügung steht, nur festzuhalten, dass der Nationalismus eine antiquierte und überholte Weltanschauung aus dem 19. Jh. ist, die im 20 Jh. zumal in Europa grossen Schaden anrichtete. Dass linke Geister vom ursprünglichen Grundprinzip des Internationalismus auf den so viel Schaden anrichtenden Nationalismus umschwenken konnten, ist für mich ausgesprochen bedenklich.

  • Silvia Vilaplana sagt:

    Dieser Artikel zeigt, wie wichtig es ist, dass über solche Themen nur von kompetenten Historikern geschrieben wird! Was letzte Woche von Journalisten über die Unabhängigkeitsbewegung und das Referendum in Katalonien im Tages-Anzeiger geschrieben wurde, war tendenziös (im Sinne der Zentralregierung von Spanien) und zum Teil schlicht falsch…. Danke Jo Lang für diese Ausführungen!
    Es ist zu wünschen, dass die durch Repression geplagten Völker der Iberischen Halbinsel (allen voran Katalonien) endlich frei werden.

  • Romy Amrein sagt:

    VielenDank J. Lang. Endlich wahrheitsgetreue Beiträge. Auch den gut fundierten Kommentaren von Hans Vollenweider, Jürg Berger, Peter Zobmi, Marc Walther etc. kann ich nur beisteuern. Balsam für Gemüt und Geist.
    Ziel des „spanischen Königreichs“ ist Macht und Privilegien der wichtigsten Führungskräfte im politischen Apparat der Zentralregierung (mit Strategien der Francodiktatur) aufrechtzuerhalten und die in der
    Presse und Medien (dominiert von ihren Aktionären) verheimlichten Skandale, Verleumdungen, Lügen mit demokratischen Wortspielen zu bemänteln. (…und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Erkönig- J.W. Goethe).
    Ziel Kataloniens (meiner 2. Heimat seit über 40 Jahren)Werte einer echten Demokratie zu erlangen.
    Romy Amrein Rognoni

    • Grossmann sagt:

      Der demokratische, plurale Rechsstaat Spanien scheitert keinesfalls als Nation, wohingegen Sie, Herr Lang, als Historiker scheitern: Wie ist es möglich, dass Sie völlig unreflektiert den albernen Nationalisten Diskurs übernehmen? Schon mal etwas von Elliot gelesen, den britischen Historiker und Spanienkenner, der gestern in der Times die Nationalisten Hetze entlarvt hat ? Und wie ist es möglich, dass der Tagi rechtsnationalisten in der CH kritisch kommentiert aber den linksfaschistoiden katalanischen Nationalismus feiert ??

      • Florian Müller sagt:

        Ein Staat ist bereits dann gescheitert, wenn er mit Polizeigewalt die „Verfassung“ gegen die eigene Bevölkerung durchsetzen muss. Der Herr Lang hingegen macht als Historiker einen ausgezeichneten Job, unabhängig von einem britischen Elliot, der natürlich auch seine Meinung haben darf. Dass wir in der Schweiz diese Probleme nicht haben, beruht auf zwei Tatsachen: Wir sind eine Föderation und die Bevölkerung kann die Verfassung ändern, wenn sie uns nicht mehr passt. Siehe Jura.

      • Max Bernard sagt:

        Spanien ist keine Nation, sondern besteht wie die Schweiz aus mehreren Nationalitäten, von denen die Katalanen eine sind. Im Unterschied zur Schweiz ist Spanien auch keine Willensnation, da ansonsten den verschiedene Nationalitäten das Recht auf Selbstbestimmung längst zugestanden worden wäre. Stattdessen wird die Zugehörigkeit mittels Polizeigewalt gesichert. Ein zum Scheitern verurteilter Weg.

    • Jürg Berger sagt:

      Sie sprechen mir aus der Seele – genau so nehme ich es wahr und es könnte sogar für den Rest der Bürger Spaniens eine Chance sein endlich in der modernen Zeit anzukommen und Leute und Formen zu finden welche das Land und die Menschen weiter bringt und nicht nur die eigenen Interessen und Bankkontos der jetzigen Politiker.
      Die Katalanen und auch die Basken ist aus meiner Optik so anders als Menschen im Zentrum Spaniens
      – das zeigt sich auch daran dass sowohl PSOE und auch PP dort irrelevant sind oder geworden sind

      • Petr Zobmi sagt:

        Wenn sie was zu Nationalismus sehen wollen, dann können sie das hier gut tun, wo man sogar Hakenkreuze auf den spanischen Flaggen sieht. Dass man die Truppen in den Krieg schickt (a por ellos, singt) sagt dann fast alles.
        https://twitter.com/ajcastillam/status/912309209450139648?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=http%3A%2F
        Es wird so getan, als sei der kat. Nationalismus (oder der baskische) das Problem. Welche Nationalisten haben denn gegen die Republik geputscht und dann ne blutige Demokratie errichtet und sich mit den Nazis in Deutschland an der Shoa beteiligt? Und von all dem haben sich die nicht distanziert, die jetzt in Spanien repressiv gegen ne Demokratiebewegung vorgehen. Lieber ein progressier Befreiungsnationalismus statt des aggresiven spanischen, dessen Historie bekannt ist.

  • Nadia Eschmann sagt:

    Für einen ehemaligen ETA-Sympathisanten ist das natürlich eine tolle Sache. Nationalismus ist plötzlich wieder gut, sofern von Linken und Grünen angeheizt.

    • Jürg Berger sagt:

      Frau Eschmann verstehen Sie wie die ETA gegründet wurde und was man mit den Basken während der 40 jährigen Francodiktatur angestellt hat – übrigens bis in die Siebzigerjahre. Natürlich war die ETA eine Terrororganisation analog der IRA welche unsägliches Leid gebracht hat. Unterschied zwischen Spanien und UK aber auch hier. So hat man zwar auch in Spanien immer gesagt löst euer Problem doch politisch – hat aber die ETA Führung immer ausgeschlossen – Otegui ist heute immer noch von allen politischen Ämtern enthoben. In UK sind ehemalige IRA Mitglieder welche zum Frieden beigetragen haben mittlerweile in Spitzenämter der Politik und mit Nobelpreisen ausgezeichnet…
      Hoffen wir dass die Katalanen trotz Schikane, trotz verschlossenen politischen Türen friedlich weiterkämpfen

      • Rolf Zach sagt:

        Eines muss man der ETA zugute halten, wo sie ein Segen für ganz Spanien waren. Dieses erfolgreiche Attentat 1973 gegen dieses Scheusal Luis Carrero Blanco, den sie zur Erleichterung aller Spanier ermordeten. Er war der durchschlagkräftigste aller Falangisten und es frägt sich wirklich, ob sich die Demokratie in Spanien erfolgreich durchgesetzt hätte. Antonio Tejero war 1981 ein Stümper gegen diesen bösen und intelligenten Correro Blanco. Juan Carlos hätte kaum gegen diesen agieren können.

    • Paul Hammer sagt:

      He da, das ist kein Separatisten-Nationalismus, sondern „Völkergleichberechtigung“ (Josef Lang).

    • Petr Zobmi sagt:

      Naja, die ETA hat eingesehen, dass es mit Gewalt nicht geht, vor sechs Jahren, die Entwaffnung ist gelaufen, sogar ohne die Staaten Frankreich und Spanien, auch das musste die Zivilgesellschaft machen. Für was braucht man solche Staaten?
      Spanien sieht das mit der Gewalt immer noch nicht ein, statt Demokratie weiter nur Repression.

  • Hans Walter sagt:

    Dem links-grünen Autor sollte bewusst sein, dass dank allen öffentlichen Hassschürungen, Diffamierungen, Beleidigungen und üblen Nachreden seitens von Katalonien gegen Spanien in globalen Medien, mittlerweile > 90% der Spanischen nicht-Katalanen – und zwar vom ganzen Spektrum sowohl von Links bis Rechts – sich eine spürbare Antipatie gegen Katalonien gebildet hat. Das auf „Rechtsnationalisten“ zu reduzieren, ist totaler, ignoranter Quatsch. Der Autor dieses theoretischen Artikels hat keine Ahnung von der Spanischen Realität. Mittlerweile posten auch viele meiner Spanischen Freunde des linken politischen Spektrums Slogans wie „¡Viva España!“ auf Facebook. Schuster, bleib bei Deinen Leisten.

    • Jürg Berger sagt:

      Was hat die Katalonienphobie mit links und rechts zu tun? Frühere linke wie Gonzalez stehen heute auf der rechten Seite – ist ja auch OK.
      Meine Frage – wenn 90 % der Spanier Katalonien hassen, warum sind die denn nicht froh wenn sie die los haben??? Kann mir das jemand erklären?
      Ist wie der eifersüchtige Mann wenn die Frau eine neue Beziehung hat und ihr das neue Glück nicht gönnen mag. Passt übrigens ist doch Spanien führend bei der häuslichen Gewalt in der EU 🙁

      • Rolf Zach sagt:

        Wo haben Sie das wegen der häuslichen Gewalt gelesen? Bitte Quelle angeben mit Vergleich zu den anderen EU-Ländern!
        Also den einfachen Leuten, ob in Madrid oder Barcelona, ist dieser Streit eigentlich Wurst! Sie denken zuerst an ihre Familie, ihr Einkommen und ihren Komfort. Solche Sachen werden immer von den Eliten angesprochen.
        Nehmen wir Russland und die Ukraine, da war die breite Bevölkerung der Ukrainer für die Unabhängigkeit. Vergessen wir dabei nicht, die russischen Eliten haben in der Ukraine ein Gruselkabinett höchsten Grades angerichtet, wo selbst der spanische Bürgerkrieg und die Franco-Zeit diese Entsetzlichkeiten nicht kannten. Die Russen setzen diesen Weg heute fort.
        Den einfachen Leuten in Madrid und Barcelona bringt diese Abspaltung im heutigen Spanien gar nichts!

      • Max Bernard sagt:

        @Zach: Wo haben Sie das mit „dem Gruselkabinett höchsten Grades“, das angeblich die Russen in der Ukraine angerichtet haben sollen, gelesen? „Bitte Quelle angeben“.
        In Wirklichkeit war die Ukraine innerhalb der Sowjetunion ein gleichberechtiger, sozialistischer Teilstaat, dem Russland sogar die Krim geschenkt hatte. Allerdings von einem Generalsekretär der KPdSU, der selbst Ukrainer war (Chrustschow).

      • Rolf Zach sagt:

        @Max Bernard. Also bitte, der Name Stalin ist Ihnen wohl völlig unbekannt. Nehmen wir nur die drei blutigsten Jahre von Katalonien, nämlich den Bürgerkrieg 1936 bis 39 mit etwa 610’000 Toten Menschen in ganz Spanien (!). Und wie viele Toten gab es zwischen 1933 und 1933 in der Ukraine allein durch die Kollektivierung der Landwirtschaft (Kein Krieg!). Man spricht von 2,4 bis 12 Mio. Opfer des Holodomor. Und da war vorher der Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen und nachher die Säuberung von Stalin in der Partei!
        Ja, die Moskowiter sind ganz lieb und voller Humanität, vor allem auch jetzt, im Gegensatz zu dem abscheulichen Pack der Madrilenen.

      • Lori Ott sagt:

        @Rolf Zach „Wo haben Sie das wegen der häuslichen Gewalt gelesen? Bitte Quelle angeben mit Vergleich zu den anderen EU-Ländern!“

        Hier die Quelle:
        Im Tagesanzeiger-Artikel vom 26. Nov. 2016 mit dem Titel
        „Ein Viertel der Europäer findet Sex ohne Einverständnis okay“ findet sich ein Abschnitt der sich mit häuslicher Gewalt beschäftigt.
        Zweite Graphik fast am Ende des Artikels. Spanien steht mit „häuslicher Gewalt wird als ziemlich normal angesehen“ (85%) nach Portugal (93%) und Italien (90%), und vor Rumänien (84%) an dritter Stelle.

    • Florian Müller sagt:

      Wer Lluis Llach an seinem ersten, von der Obrigkeit nicht verbotenen Konzert in Barcelona gehört hat, weiss, dass hier einen Nation ist: Die katalonische Nation.

      • Jürg Berger sagt:

        @Rolf Zach
        Berichte finden Sie in Google unter violencia de genero
        Übrigens lohnt es sich vor allem für die armen Leute welche trotz 3 % Pseudowachstum pro Jahr(gemäss PP) zirka 10 % weniger verdienen als vor 10 Jahren. Eine Frau welche Hotelzimmer reinigt kriegt dafür 2 EUR pro Zimmer – weniger als vor 10 Jahren und dies obwohl die Hotelzimmer im Schnitt 30 % teurer sind als vor 10 Jahren
        Kleine Länder sind generell erfolgreicher und näher bei den Leuten – siehe CH
        Ich traue den Katalanen durchaus zu die Leute eine bessere Zukunft zu bieten

      • Dominique sagt:

        @Jürg Berger: Hotels mögen teurer sein, aber die Betriebskosten steigen stetig, Angestellte immer teurer wg. Sozialabgaben, Lizenzen, Administration, Steuern, Sicherheit, sie erfinden immer neue Gesetze etc.

      • Jürg Berger sagt:

        EUR 2 pro Zimmer ist Ranzige Sklaverei und wäre anderorts verboten – in Spanien verdienen die PP Politiker überall mit und schaffen es mit ihrer Katalan Phobie den Fokus von ihrer bescheiden Leistung abzulenken

  • Ein echter Spanier sagt:

    Anscheinend hat der Author dieses Artikels keine Ahnung über spanische Geschichte. Spanien ist eine Nation seit 1469, also seit mehr als 500 Jahren . Alles andere ist separatistische Propaganda.

    • Hans Vollenweider sagt:

      Nur weil in diesem Jahr Isabella von Kastilien Ferdinand von Aragon heiratete, macht das Spanien noch lange nicht zur Nation. Kastilien und Aragon (Katalonien) wurden durch die gleiche Person aber unabhängig voneinander regiert. Wenn 1469 die spanische Nation entstand, würde das Königreich Neapel auch dazu gehören, das wurde nämlich ab diesem Zeitpunkt auch in Personalunion regiert. Die Integration Kataloniens in den spanischen Staat erfolgte erst mit dem Ende des spanischen Erbfolgekriegs (in dem die Katalanen auf Seiten der Habsburger gegen Spanien kämpften).

      • Ein echter Spanier sagt:

        Sorry aber du wiedersprichst dich selber: Du schreibst es gab einen Erbfolgekrieg und dann dass dieser ein Krieg von Katalonien gegen Spanien war? Entscheide dich.

        Dieser Artikel ist sehr empfehlenswert diesbezüglich, Abschnitt 1:

        https://elpais.com/elpais/2017/09/25/inenglish/1506339116_980655.html

        Und bitte nicht Katalonien mit Königreich Aragon vertauschen. Informiere dich.

      • Rolf Zach sagt:

        Wie ist das eigentlich mit Frankreich, müssen nun die Bretonen, Korsen, Gascognier und Lothringer auch ihre Unabhängigkeit verlangen, da die französischen Könige von Paris aus diese Gebiete mit Heirat und Gewalt im Mittelalter einverleibt haben annektiert haben. Ob die christlichen Spanier untereinander so etwas brutales erlebt haben wie die Albigenser-Kreuzzüge in Frankreich und die Bürgerkriege dort zwischen Katholiken und Protestanten kann man mit Recht bezweifeln.
        Die Leute sollen doch Baskisch und Katalonisch sprechen, niemand hat etwas dagegen, nur sollen sie nicht von den Ausländern und übrigen Spaniern das Lernen von Sprachen verlangen, die materiell nichts nützen, außer man ist ein Sprach-Fetischist und dies sind sicher 90 % der Leute nicht.

      • Rolf Zach sagt:

        Dieser Wunsch der Abspaltung von Spanien durch die Katalonien ist wirtschaftlich ein Unsinn und kulturell bringt es nichts. Es hilft nur zusätzliche Bürokratie auszubauen, die nur kostet und Werte vernichtet.
        Es ist natürlich für einen Lehrer interessanter katalanischer Botschafter in Washington zu werden als Rektor zu sein in einer Mittelschule in Barcelona, wo die Schüler widerwillig katalonisch lernen müssen, anstatt sich mit den Mädchen vergnügen. Eine Sprache, die ihnen für eine Stelle im Ausland nichts bringt.
        Der Lehrer denkt: Warum hat Gott mich betraft mit diesen faulen Lausebengel und warum kann in als stolzer Patriot von Katalonien nicht einen solchen Posten als Botschafter besetzen? Es ist erhaben mehr Minister, mehr Diplomaten und mehr Sinekuren den Aufrechten zu geben.

    • Gusti sagt:

      Bin mir nicht ganz sicher, aber ich nehme stark an, Ihr Beitrag ist ironisch gemeint. Durch eine Heirat gründet man allenfalls eine Familie, aber doch nicht gleich eine Nation.

    • Manuel Hasek sagt:

      Ja, und die Schweiz gibt’s seit 1291 und der erste Bundesrat heisst Wilhelm Tell. Es gibt einen Unterschied zwischen den Nationalmythen und Geschichte. Und ja, es gab Spanien vorher, im Kontext wird jedoch klar, welches Spanien gemeint ist.
      Adéu, Espanya!

      • Grossmann sagt:

        Nein, Adeu nationale Hetzer und Geschichtsverdreher ! Inzwischen hetzen die katalanischen Nationalisten selbst gegen Personen wie den weltbekannten Katalanen Manuel Serrat, weil dieser sich erlaubt hat festzustellen, dass das vorgesehene Pseudoreferendum weder legal noch legitim ist. Serrat wird von den Hetzern als „Faschist“ denunziert. Serrat können solche Dummheiten nichts anhaben. Aber man denke daran, wie diese „demokratischen Methoden“ der Nationalisten sich auf gewöhnliche Bürger, die es wagen anderer Meinung zu sein, vor allem auf dem Land oder in kleineren Städten auswirken…
        Der katalanische Nationalismus ist wie jeder identitäre und fanatisierte Nationalismus eine fundamentale Gefahr für die plurale Demokratie.

    • Florian Müller sagt:

      Offenbar war Catalunya schon 1640 nicht zufrieden mit Spanien, alles andere ist rechte Propaganda (MINI HISTORIA DE CATALUNYA):
      „Y así empezó la primera guerra entre Castilla y Cataluña, que duró 12 años desde 1640 hasta 1652 y acabó cuando las tropas castellanas de Felipe IV atacaron y tomaron Barcelona. Hicieron un pacto de paz que más o menos decía que las cosas seguirían igual que antes del conflicto, es decir, los dos territorios del reino de espaldas como siempre y cada uno viviendo a su manera.“

    • Max Bernard sagt:

      Als angeblich echter Spanier haben Sie von der spanischen Geschichte herzlich wenig Ahnung!
      1. Fakt ist, dass Spanien aus verschiedenen Nationalitäten/Nationen besteht, von denen die Basken vermutlich die älteste ist.
      2. Fakt ist, dass Katalonien erstmals 1469 durch die Heirat Prinz Ferdinands, des Erben der Krone Aragoniens, zu dem Katalonien damals gehörte, mit der Erbprinzessin Isabella von Kastilien unter die Fuchtel Madrids gelangte. Während des spanisch-französischen Krieges (1635-1659) scheiterten die Katalanen beim Versuch ihre Unabhängigkeit zurück zu gewinnen. Das wiederholte sich im Spanischen Erbfolgekrieg von 1700-1713. Beide Male wurde Katalonien gewaltsam wieder Spanien/Kastilien eingegliedert. Selbiges geschah nach dem Sieg Francos im spanischen Bürgerkrieg (1936-39).

    • Eloy Guich sagt:

      Das ist ganz falsch

    • Marialuisa Wittlin sagt:

      echter Spanier? Oh jeh- jetzt werden wir mit echt spanischer Geschichte belehrt…. was 1714 geschah vergesen die chten Spanier gern: alle kat. Politiker umgebracht, halb Barcelona zerstört, Sprache unterdrückt…. und Franco hat da munter weitergemacht. Spanien, das einzige Land das immer noch seine Kriegsverbrecher mit einer Amnesty schützt… kein Wunder wollen sich die Latalanen und Basken trennen. Portugal hatte da ja Glück…die von Gott und König ausgewählteIberische Halbinsel?

  • Jürg Berger sagt:

    …andere Verfassungsrechte welche notorisch von Spanien nicht eingehalten werden sind
    1. Jeder Spanier ist vor dem Gesetz gleich
    Von den Spanischen Banken betrogene Rentner / Preferentistas oder Angehörige von Franco Opfern warten Jahre auf Prozesse, der PP entscheidet und 10 Minuten nachher handelt der Staatsanwalt
    2. Jeder Spanier hat Anrecht auf Wohnraum / hunderte Hausen in Madrid und Barcelona im Winter in Bankomaten
    3. Jeder Spanier hat Anrecht auf Arbeit
    Höchste Arbeitslosigkeit nach Griechenland
    In Anbetracht dieser und anderer Probleme (Korruption bei Königshaus, Regierungspartei, Staatspräsident und Minister) kommt es gelegen ein gemeinsames Feindbild (Katalonien) aufzubauen um von den echten Problemen abzulenken

  • Jürg Berger sagt:

    Ein sehr guter und fundierter Artikel welcher natürlich in den Madrider Zeitungen nie veröffentlicht würde. Dass die aus Franco Befürworter gegründete PP einem Referendum NIE zustimmen wird merkt man jetzt auch in Katalonien und wird in Naher Zukunft in der Unabhängigkeit enden. Man kann das Volk im 21. JH nicht mehr daran hindern abzustimmen. Was wirklich verwundert ist das passive, parteiische und nicht demokratische Verhalten der EU. Wie kann man eine Regierung stützen welche bewiesenermaßen Milliardenbeträge veruntreut hat, welche Gewaltentrennung nicht kennt (direkter Eingriff über Staatsanwalt etc) und zudem noch einfache Volksrechte (notabene in der vom PP gelobten Verfassung verankert) wie Presse- und Versammlungsfreiheit sistiert hat. Wünsche allen Katalanen viel Kraft!

    • Hans Walter sagt:

      Herr Berger: Madrid ist noch ein viel grösserer Nettozahler als Katalonien. Das Finanzminus liegt wohl eher an der miserablen Finanzverwaltung Kataloniens. Zudem gibt es auch in Madrid viele linke Zeitungen, die ähnliche Artikel publizieren. Sie haben absolut keine Ahnung.

      • Jürg Berger sagt:

        Hans Walter: Was hat Nettozahler mit der Unabhängigkeitsbewegung zu tun??
        Ebenfalls hat die Unabhängigkeitsbewegung praktisch nichts mit dem links-rechts Schema zu tun. ALLE Medien von der Franco-und Königshausnahen ABC bis zur Pseudolinken El Pais informieren mit einem unglaublichen Hass und Einseitigkeit über das Problem. Der Staatsender (Notabene wie die Gerichte ebenfalls von den Katalanen mitfinanziert) das selbe. Man hat bei TVE sogar 1:1 die Propaganda des PP übernommen bei Korruptionsfällen. Richter im Verfassungsgericht sowie der Oberstaatsanwalt wurden von der Regierung gewählt. Der Innenminister hat mit Steuergeldern
        die Katalanische Regierung bespitzelt – beide sind sogar vom SPANISCHEN Parlament verurteilt.
        Passiert ist nichts – die EU schaut zu und profitiert mit!

      • Max Bernard sagt:

        Madrid ist die Hauptstadt Spaniens und deshalb nicht mit Katalonien zu vergleichen. Zudem ist Katalonien die wirtschaftlich stärkste Region Spaniens und daher ist es wenig glaubhaft, dass Madrid „ein viel grösserer Nettozahler“ sein soll.

    • Grossmann sagt:

      Herr Berger, verzapfen Sie doch nicht so einen Quatsch! Von welchen „Milliardenbeträge“ schwadronieren Sie ? Hat die spanische Regierung im ladrillo-boom (Bauboom 90er bis 2006) unter Korruptionsfällen gelitten ? Ja, gewiss. Aber kein Vergleich mit dem Pujol-Saustall in Katalonien, der nach fast 30 jähriger nationalistischer Alleinherrschaft mit einer systemische Form der Korruption glänzte…
      Sie sollten mal etwas differenzierter argumentieren und nicht einfach die Nationalisten Propaganda wiedergegeben.

  • Florian Müller sagt:

    Besetzung Barcelonas nach der Landreform – Besetzung Barcelonas vor dem Unabhängigkeitsreferendum. In Madrid regiert mit Rajoy die „Rechte Volkspartei“ und Spanien in zurück in der Zeit vor dem Bürgerkrieg. Danke, Jo Lang, für das ganze Bild.

    • Hans Walter sagt:

      Herr Müller, Spanien ist eine represäntative Demokratie, wo auch katalanische Parteien in Madrid präsent sind. Sie sind offenbar sehr schlecht informiert: In Spanien formiert sich mittlerweile von Links (PSOE) über die Mitte (Ciudadanos) bis Rechts (PP) Widerstand gegen diese verfassungswidrige Abstimmung der katalanischen Separatisten. Der Autor diess Artikels, ein links-grüner Politiker, hat natürlich seine eigene, subjektive Sicht der Dinge.

      • Roland K. Moser sagt:

        Mit der repräsentativen Demokratie ist es so eine Sache, weil sie noch weniger Demokratie ist, als die unsere. Oder meinen Sie bei uns werde die Verfassung eingehalten?

      • Florian Müller sagt:

        Ich bitte Sie, Hans Walter, den Artikel nochmals zu lesen: Die Verfassung ist nicht wertneutral, sie wurde nicht von Gott gesandt. Eine Ungerechtigkeit in der Verfassung taugt nicht dazu, genau diese Ungerechtigkeit zu eliminieren.

      • Florian Müller sagt:

        PS. Ich kenne den Autor Jo Lang sehr gut und ich schätze seine fundierte Meinung. Sie allerdings müssten mir erst mal beweisen, dass Sie keine „eigene, sublektive Sicht der Dinge“ haben und weder eine eigene Agenda vertreten noch Propaganda für den Zentralstaat verbreiten. (Anwürfe wie „links-grün“ sind in der Sache wenig hilfreich.)

      • Florian Müller sagt:

        PPS. Die Unterstellung von „sehr schlechter Information“ zeigt nicht gerade ein ausgebildetes Demokratieverständnis, ähnlich jenem in der Partei von Rajoy.

      • Max Bernard sagt:

        @Walter: Die angeblich subjektive Sicht des Autors ändert nichts an der Tatsache, dass Katalonien mehrfach mittels Gewalt Spanien eingegliedert wurde. Zuletzt durch Franco nach dem Sieg der Nationalisten im spanischen Bürgerkrieg. Unter aktiver Mithilfe der deutschen und italienischen Faschistenregimes.

      • Roland K. Moser sagt:

        @ Max Bernard
        Faschisten sind übrigens Linke.
        Der Faschismus ist im politischen Spektrum links einzuordnen.

  • Peter sagt:

    Würde man was ähnliches über die Ukraine schreiben, würde man als Putinversteher verschrien. Auf der Krim wohnen keine Ukrainer, soll aber zur Ukraine gehören. Versteh einer was.

    • Florian Müller sagt:

      Es geht um Spanien und nicht um die Ukraine, aber wenn sie Jo Lang lieb fragen, wird er vielleicht die Geschichte der Ukraine auch so umfassend darstellen wie jene Kataloniens. Inklusive Stalins Hungersnot, Deportation der Krimtatarten vor und Hertha Müllers Mutter (Atemschaukel) nach dem „Grossen Vaterländischen Krieg.

      • Oliver Lopez sagt:

        Zum Ukraine Verständnis empfehle ich dazu das Buch Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin von Timothy Snyder

  • Petr Zobmi sagt:

    Danke, man merkt, dass Lang sich auskennt. Es ist nur leider tragisch, wie die spanischen Postfaschisten weiter versuchen (auch unter Mobilisierung von Faschisten wie man hier sieht http://www.elperiodico.com/es/politica/20170923/barcelona-extrema-derecha-manifestacion-agresiones-insultos-6305813
    und unter Unterdrückung der Meinungsfreiheit (140 Webseiten wurden ohne Richterbeschluss ) von der paramilitärischen Guardia Civil geschlossen, eine Demokratiebewegung mit Repression zu beseitigen. Und dass Europa zuschaut, (auch hier stechen die Briten raus, die sich klar gegen die spanischen Undemokraten positionieren) im Zweifel lieber ne Regierung stützt, die gegen demokratische Grundrechte vorgeht und das Recht auf Selbstbestimmung unterdrückt ist noch peinlicher. So ein Europa hat fertig.

    • Hans Walter sagt:

      Herr Zobmi: Nein, leider kennt sich der Autor überhaupt nicht aus. Die Präsenz der guardia civil in Katalonien wird auch von der linken Volkspartei (PSOE) unterstützt. Sind jetzt etwa alle nicht-Katalanen Faschisten?

      • Jürg Berger sagt:

        Seit wann ist die PSOE links??? Felipe Gonzalez und Rodrigo Zapatero, der erste sitzt in diversen VR, der zweite hat halb Spanien privatisiert und der PSOE hält Rajoy an der Macht… Die Linke in Spanien heisst Podemos / IU und in Katalonien ist das ERC (übrigens die einzige Partei Spaniens die keinen Korruptionsfall hat)

      • Roland K. Moser sagt:

        PSOE: Partido Socialista Obrero Español.
        Das sind sicher Feudalisten und somit Rechte. Ganz sicher!

    • Petr Zobmi sagt:

      Die PSOE vertritt keine Arbeiter mehr und fiel durch ihre Todesschwadrone gegen Basken auf. Zuletzt brachte sie Rajoy an die Macht, obwohl eine linke Alternative mit Podemos möglich war, unter Duldung von Basken und Katalanen. Der Raum wäre offen, um die katalanische Frage anzugehen. Nein, die PSOE ist nicht links, wenn man eine Partei zur Macht verhilft, die von Franco-Ministern gegründet wurde und sich von Putsch und Diktatur nie distanzierte.
      Eine linke Partei würde Lösungen suchen, sofort einen Misstrauensantrag stellen, womit die rechten Zündler in Madrid weg wären. Warum tut das Sanchez nicht, der sich so links gibt?
      Ein linke Partei würde, wie Podemos, ein Referendum unterstützen und demokratisch für ein Nein werben. Schottland und Quebec waren Beispiele. Für Spanien die Türkei.

  • Marc Walther sagt:

    Endlich ein profunder Artikel zum brennende Thema. Ich lebe seit 12 Jahren glücklich in Barcelona und bin stolz auf den Charakter der friedlichen und kreativen Unabhängigkeitsbewegung, die in Europa ihresgleichen sucht. Die Etikette des Nationalismus habe ich immer abgelehnt, denn sie wird in Spanien exklusiv den Basken und den Katalanen zugeordnet, während der offenkundige spanische Nationalismus als solcher benannt wird. In Katalonien stehen nicht traditionell nationalistische Werte, sondeern eher solche wie soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt im Vordergrund. Katalonien hat eine ethnisch völlig durchmischte und tolerante Gesellschaft, welche z.B. für die Aufnahme von Flüchtlingen auf die Strasse ging.

  • R. Rodriguez sagt:

    Die Schweiz wäre als „Nation“ (gemäss dem Begriff der spanischen und der katalanischen Nationalisten) auch gescheitert. Stattdessen wurde sie als Staat erfolgreich, als föderaler Staat. Das föderale Spanien verdient eine Chance, aber niemand will sie ihr geben, die nabelschauenden provinziellen und zum supremazismus tendierenen katalanischen Nationalisten nicht, der tolpatschige, auf Applaus aus den spanischen Nationalisten schielende Rajoy und seine Partei nicht. Wenn aber das Konzept des „Staates der Nationen“ in Spanien scheitert, ist es um die europäische Idee schlecht bestellt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein erfolgreicher Staat, während eine schweizerische Nation nicht wirklich sichtbar ist.

      Das Königreich Spanien ist ein Multinationenstaat, von den die Nation Spanien nur eine ist. Andere Nationen im Königreich Spanien sind Katalonien, das Baskenland (hat auch Teile, welche politisch zur FR gehören) u.a..

      Nationen und Staaten sind etwas ganz verschiedenes. I.A. gibt es keinen Zusammenhang zwischen einer Nation und einem Staat.

      • Florian Müller sagt:

        Stimmt. Ende des 18 .Jhd. begannen die Mächtigen mit Orwell’scher Geschichtsschreibung und bezeichneten alles, was innerhalb ihrer Grenzen lag, als der gleichen Nation zugehörig. Beispiel Frankreich: Baskenland, Bretagne, Pays d’Oc wurden einverleibt und deren Eigenständigkeit abgesprochen. Parallel erfolgte die Bildungsoffensive, in der beispielsweise mit dem Floss der Madusa die Grösse der Nation heraufbeschworen wurde.

      • Hans sagt:

        Müller: Und jetzt machen die Mächtigen das umgekehrte, aus denselben Motiven, Macht und Reichtum, und es handelt sich gewissermassen um dieselben Mächtigen. Man könnte auch die Schweiz aufteilen, die existiert nur wegen der zur damaligen Zeit wichtigen Lage, oder Frankreich, die USA, D und so weiter. Man kann immer alles aufteilen oder zusammenführen.

      • Florian Müller sagt:

        @ Hans. Sepration, Abspaltung kommt von unten: In Nordirland, im Jura, in Slowenien, in Katalanien. Darum nochmals: Hören Sie das erste Konzert von Lluis Llach, nachdem die katalanische Sprache erlaubt und Llach nicht mehr mit Verhaftung bedroht war. Ebenso Euzkadi: „a tapar la calle“ – que no pasa nadie.

    • Marc Walther sagt:

      Die Beschimpfungen werden der katalanischen Bewegung nicht gerecht, sind aber eben gerad eines der Symptome des Konfliktes. Der Versuch, Spanien zu föderalisieren, wurde unzählige Male gemacht, aber die „una, grande e libre“ „Nation“ Spanien wusste sie immer wieder zu verhindern. Keine Schweizer Region würde sich auch nur einen Zehntel der Bevormundungen und Beschimpfungen gefallen lassen, welche die Katalanen (und Basken) über längste Zeit ertragen mussten.

    • Petr Zobmi sagt:

      Das ist nun wirklich ganz falsch, denn Spanien ist ne Monarchie und kein föderaler Staat. Wäre es nach der Diktatur wieder ne Republik geworden, hätte man vermutlich all die Probleme nicht.
      Die Schweiz hat auch kein Problem mit Demokratie und Abstimmungen und garantiert die Sprachenrechte aller im Land.
      Das ist in Spanien halt ganz anders, wovon Katalanen, Basken, Galicier… ein Lied singen können. Der ständige Versuch, deren Rechte auszuhölen. So scheitert ein Staat, am Fehlen von Demokratie.

  • Manuel Hasek sagt:

    @Roland Moser:
    Au contraire. Auch wenn die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens von der Linken über die Mitte bis zur gemässigten Rechten alles umfasst sind ein paar Punkte universal für die Katalanen (welche hier wohl als typisch rot-grün eingestuft würden):

    – Nicht xenophob und in grosser Mehrheit für eine sehr liberale Aufnahme von Flüchtlingen (Demonstrationen mit Hundertausenden Teilnehmern gegen die restriktive Flüchtlingspolitik Spaniens)
    – Republikanisch und somit ganz klar antifaschistisch orientiert (seit der Diktatur ist Antifaschismus in Katalonien und dem Baskenland breiter Gesellschaftskonsens)
    – Solidarität statt neoliberale Ideoligie und Austerität: Katalonien wehrt sich mehrheitlich gegen die Verelendungspolitik der rechten Spanischen Regierung

    • Roland K. Moser sagt:

      Die von den rot-grün-regenbogenfarbigen Linken kontrollierten Medien bei uns berichten nichts darüber. Das hat seinen Grund. Denn die rot-grün-regenbogenfarbigen Linken wollen keine Sezessionen, sie wollen zusammenpferchen, was nicht zusammen passt: Sowjetunion, Jugoslawien, China, EU.

  • Michael Alvaro sagt:

    … Bürgertum war, bedingt durch den spanischen Protektionismus, erster Profiteur von den spanischen Überseegebieten. Durch diesen Verlust an Wirtschaftskraft und der einsetzenden Philosophie des Nationalismus, gab es auch in Katalonien kleinere nationalistische Bewegungen, die allerdings mit Ausnahme der Wirren während der 2. spanischen Republik bis gegen Ende des 20. Jh. kaum von grösserer Bedeutung waren. Es ist bedenklich, dass heute im 21. Jh. noch jemand für die antiquierte Denkart des rückständigen Nationalismus eintreten kann, der so grossen Schaden im 20. Jh. anzurichten vermochte.

  • Stefan Egger sagt:

    „80 Prozent der Bürger befürworteten wiederholt das Recht Kataloniens, über das Verhältnis zu Spanien selber zu entscheiden.“ Woher kommen diese Zahlen?
    Abstimmungen, Umfragen, gefühlte Stimmungslagen? Ist die Sezession bei der Bevölkerung insgesamt mehrheitsfähig (also mind. 51% aller Einwohner Kataloniens) oder nur bei jenen, die bei den Abstimmungen mitmachen?

  • Michael Alvaro sagt:

    …. Katalonien war im 14. Jh. Bestandteil des Königreiches Aragon, dessen König Ferdinand die kastilische Königin Isabel heiratete. Durch diese Heirat entstand das Spanien, wie wir es heute kennen mit Ausnahme eines Teils von Andalusien, welches noch unter maurischer Herrschaft war. Katalonien als Bestandteil von Aragonien gründete so gesehen zusammen mit den anderen Regionen von Spanien das heutige Spanien. Es handelt sich um eine der ältesten Nationen des europäischen Kontinents.
    Es trifft zu, dass im Jahr 1898 durch den Verlust der Philippinen, Kuba und Puerto Rico ein entscheidender Bruch in der spanischen Gesellschaft entstand. Entgegen der Annahme von Herrn Lang war aber dieser Verlust der Überseekolonien besonders für die Region Katalonien schmerzhaft. Das katalanische………

    • otmar freitag sagt:

      Nun, wenn absolutistische Herrscher heiraten um mehr Land, sprich mehr Macht, zu bekommen, mag das einen größeren Staat ergeben. Eine neue Nation ist das noch lange nicht, denn die Bevölkerung hatte daran keinerlei Anteil. Auch in Mitteleuropa gibt es staatliche Strukturen wo mehrere Sprachen zu hause sind. Den größten fehler den ein Staat machen kann ist, missliebige Sprachen/Kultur zu unterdrücken.

  • Michael Alvaro sagt:

    Beginnen wir mit der spanischen Nationalhymne, die als „Marcha Real“ bezeichnet wird. Die „Marcha Real“ löste im Jahr 1871 die „Marcha de Granaderos“ ab. Die Einführung dieser neuen spanischen Nationalhymne wurde massgeblich von einem spanischen General aus der Region Katalonien, Juan Prim y Prats, initiiert. Sie war immer ohne Text. Dass wegen regionalen Streitigkeiten kein Text gefunden worden sei, ist schlicht Unsinn.
    Herr Lang möchte uns weiter verkaufen, dass föderalistische Versuche in Spanien unterdrückt worden seien. Damit Föderationen entstehen können, müssen vorerst mal einzelstaatliche Gebilde bestehen, die sich anschliessend zu einer Föderation zusammenschliessen. Katalonien war nie ein einzelstaatliches Gebilde. Es gab nie eine Nation Katalonien……..

  • Anh Toàn sagt:

    „Katalonien ist eine Nation“ steht zuoberst:

    Wenn man es nicht sagt, weiss es keiner, darum steht es da.

    Warum steht da nicht zuoberst, Katalanen sind Menschen?

    Macht ja keinen Sinn, offensichtliches zu postulieren.

    Bei uns steht zuoberst, „Im Namen Gottes des Allmächtigen“, da sagt uns, es gibt einen Gott.

    • Anh Toàn sagt:

      Oder: Nur weil es keine spanische Nation gibt, was ich nicht bestreite, ist keinerlei Hinweis dafür, dass es eine katalonische oder baskische oder balearische Nation gibt.

      • Ralf Schrader sagt:

        Es gibt ganz unzweifelhaft u.a. eine spanische, eine baskische, eine katalonische Nation. Um jede Sprache herum kann sich eine Nation bilden, es dauert nur immer ein wenig. Bis so einige sibirische Völker sich als Russen begriffen haben, ihre eigene Sprache ad acta gelegt und Russisch als Muttersprache angenommen haben, dauerte es ca. 500 Jahren.

        Bei den 52 Nationen, welche die VR China und Nachbarstaaten bevölkern, kann man sehr gut beobachten, wie Nationen entstehen oder zerfallen. In China leben doppelt so viele Mongolen als im Mongolischen Staat. Im Gegensatz zu den Uiguren oder den Tibetern sind die Mongolen aber schon um einiges in die han- Nation assimiliert.

      • Anh Toàn sagt:

        Was ist Sprache, was ist Dialekt?

        Können sich mehrere Nationen mit einer Sprache bilden? Warum?

    • René von Euw sagt:

      Es gibt aber keinen Gott, weder einen jüdischen, christlichen, muslimischen noch irgendeinen abderen.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die von den rot-grünen Linken beherrschten Medien versorgen uns leider nicht mit Neuigkeiten aus Katalonien, da aus der Sicht der rot-grünen Linken die Abspaltung Kataloniens von Spanien Ketzerei gegen die rot-grüne Ideologie ist.

    • Michael Clausen sagt:

      So so, die rot-grünen Linken beherrschten Medien sympathisieren also mit den Erben Francos von der PP ?
      Was für ein Stuss !

    • otmar freitag sagt:

      Abgesehen davon dass ich den Spruch über die „rot-grünen Linken beherrschten Medien“ für etwas irreal halte, was erwaten Sie denn an „Neuigkeiten“ in einem Artikel der die Hintergründe verständlich machen will?

    • M. Stamberger sagt:

      So ein Schwachsinn. Es gibt sehr starke Linke Kräfte, die für ein unabhängiges Katalonien sind. Stichwort: Selbstbestimmungsrecht der Völker.

    • Roland K. Moser sagt:

      Ich habe natürlich die Medien bei uns gemeint. Wir werden absichtlich im Dunkeln gelassen. Auf Anordnung des sozialistischen Regimes zu Bern natürlich.

  • Ralf Schrader sagt:

    Multinationen- Staaten bedürfen besonderer politischer Pflege, sonst zerbrechen sie. Wir sahen das jüngst bei der UdSSR, der Tschechoslowakei und vor allem bei Jugoslawien. Selbst bei den Schotten ist längst nicht klar, ob die im Vereinigten Königreich bleiben.

    Aber noch tragischer und problematischer sind mächtige Nationen ohne Staat, wie im Fall der Kurden. Nationen sind im allgemeinen sehr viel stärker und sehr viel langlebiger als Staaten.

Kommentar

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