Als Kennedy die Mexikaner aus dem Land warf

Americans first: 1964 zog Lyndon B. Johnson (l.) einen Schlussstrich unter das Bracero-Programm, das sein Vorgänger John F. Kennedy (r.) beenden wollte. Foto: Bettmann Archive

«Ausländer raus!»: Mit diesem alten Hut der Politik erscheint selbst Donald Trump nicht mehr speziell. Schon einmal machte ein US-Präsident die mexikanischen Einwanderer für einen ganzen Haufen von Problemen verantwortlich, weil es ihm politisch in den Kram passte, und er beschloss, sie aus dem Land zu werfen. Sein Name: John F. Kennedy. Im Oktober 1961 verkündete der Herr im Weissen Haus, dass Hunderttausende mexikanische Landarbeiter nicht mehr willkommen seien und ab dem folgenden Jahr zurückgeschickt würden.

Konkret ging es um das sogenannte Bracero-Programm, mit dem die USA seit dem Weltkrieg billige Arbeitskräfte aus dem Süden hereingeholt hatten, für die Landwirtschaft und auf dem Bau. Jetzt also verkündete der neue Präsident, dass Schluss sei damit, weil die Gastarbeiter «die Löhne, Arbeitsbedingungen und Berufschancen unserer eigenen Landwirtschaftsarbeiter» verdarben. Schliesslich, so Kennedy weiter, fänden inzwischen selbst viele US-Arbeiter nur noch schwerlich einen Job.

Druck von links

Dass ausgerechnet John F. Kennedy – der so Moderne, der Weltoffene, der Demokrat – eine «Americans first»-Politik betrieb, mag heute erstaunen. Damals war es nur logisch. Der Präsident kokettierte hier einfach mit den Gewerkschaften: Sie waren eine seiner Hauptstützen, und ihnen war die spanischsprachige Konkurrenz für ihre Mitglieder ein Dorn im Auge. Auf der Gegenseite war es der Kongress, der Kennedys Immigrantenstopp vorerst bremste – im Interesse der Farmer und Firmen.

Massenbewegung: Mexikanische Braceros bei der Einreise in die USA, 1954. Foto: UCLA, Wikimedia Commons

Der Schlussstrich unter das Bracero-Programm konnte deshalb erst drei Jahre später gezogen werden: Nach dem Mord an JFK lag es an dessen Vize und Nachfolger Lyndon B. Johnson, das Gesetz zu unterzeichnen. Das geschah im Dezember 1964, und der Schwenk war radikal: Nachdem seit 1942 Jahr für Jahr bis 200’000 Mexikaner legal in den Norden gezogen waren, wurden sie jetzt zu Hunderttausenden abgewiesen und zurückgeschickt ins Heimatland.

Es kam ganz anders

Das macht den Fall interessant, bis heute: Er war «eines der grössten politischen Experimente», bei dem die Löhne erhöht werden sollten, indem man die Zahl der Arbeitskräfte schlagartig senkt; so formulieren es Michael Clemens, Ethan G. Lewis und Hannah Postel. Die drei Ökonomen erarbeiteten jüngst eine Studie über das besagte Experiment und seine Folgen. Ihre Einsichten müssten manchem Politiker zu denken geben.

Denn es kam anders als gedacht. Die Löhne der amerikanischen Landarbeiter stiegen ab 1965 keineswegs an, auch wurden insgesamt nicht mehr US-Workers eingestellt, im Gegenteil. Die Farmer ersetzten die Mexikaner schwungvoll durch Maschinen. Oder sie wechselten zu Anbaupflanzen, die weniger Handarbeit benötigen: Tomaten statt Spargeln, Zuckerrüben statt Erdbeeren. Oder aber, drittens, sie gaben rascher ihren Hof auf, legten Farmen zusammen, verkauften sie an Grossbetriebe – sodass am Ende dieses Ballungsprozesses nochmals weniger Personal gebraucht wurde.

«Ein ernsthafter Schlag für Mexiko»

Ökonomisch heisst das: Indem die US-Regierung die «billigen Mexikaner» aus dem Land trieb, löste sie einen Modernisierungsschub aus. Und zwar tat sie dies gleich auf beiden Seiten des Rio Grande.

John F. Kennedy hatte – im Gegensatz zum eher schnöden Donald Trump – durchaus noch Mitgefühl gezeigt für die mexikanischen Helfer und für das ärmliche Nachbarland. «Ich bin mir sehr bewusst», sagte er, «dass es einen ernsthaften Schlag bedeutet für Mexiko, wenn Tausende Arbeiter in diesem Land summarisch ihrer dringend benötigten Arbeit beraubt werden.» Dieses Problem witterte auch die Regierung in Mexiko-Stadt und startete, noch bevor US-Präsident Johnson das Rausschmiss-Gesetz überhaupt unterschrieben hatte, ein «Programa de Industrialización Fronteriza» – ein Entwicklungsprogramm, mit dem im Grenzgebiet zu den USA frische Arbeitsplätze entstehen würden: Neue Kleinfabriken sollten die heimkehrenden Saisonniers aufnehmen.

Auch die Jobs verliessen das Land

In verschnarchten Ortschaften wie Tijuana, Ciudad Juarez und Mexicali ploppten Montagebetriebe auf, weil die Regierung den Gründern allerlei Privilegien versprach. Unter anderem durften sie halbfertige Produkte zollfrei importieren – und sie dann, zusammengebaut, wieder nach Norden ausführen: Mexico first, America second.

Die sogenannten Maquiladoras entwickelten sich bald zu billigen Ablegern für die US-Grossindustrie, und in den zwei Jahrzehnten danach sorgten sie dafür, dass Tausende Industriearbeitsplätze im Norden abgezogen wurden, Schritt für Schritt. Nach den Braceros verliessen die Jobs die Vereinigten Staaten.

Es entstanden also neue, effizientere Wertschöpfungsketten, der Fall wurde zur Globalisierungsstory par excellence. Oder unökonomisch gesagt: Kennedys Schuss ging nach hinten los – und das gleich mehrfach.

Im Grunde startete damals eine Entwicklung, die genau jenen Unmut weckte und jene Ängste anfeuerte, welche irgendwann später dazu beitrugen, einen Mann wie Donald Trump ins Weisse Haus zu blasen.

35 Kommentare zu «Als Kennedy die Mexikaner aus dem Land warf»

  • Hanna Schmuki sagt:

    Vielleicht sollte Mexiko auch eine Wirtschaftsförderung erhalten wie einst China. Wenn so viele Arbeitskräfte vorhanden sind, wäre dass doch sinnvoller sie an Ort und Stelle zu beschäftigen.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Nach dem Giesskannenprinzip auszuschaffen ist Unsinn. Wer arbeitet und sich
    integriert und gefragt ist, soll bleiben können. Wer in der Kriminalstatistik auftaucht, einer Gang angehört oder dem Sozialsystem auf der Tasche liegt, muss gehen. Pauschaler Familiennachzug ausgeschlossen, Klageweg gegen die Entscheidungen der Einwanderungsbehörde durch sämtliche Instanzen auch.

  • Peter Aletsch sagt:

    Das Märchen vom ökonomischen Nutzen externer Billigarbeitskräfte ist leicht zu widerlegen. Annahme: Amerikaner sind bereit zu arbeiten, falls der Lohn 4000$ ist. Mexikaner bei 1000$. Fall a) ohne Mexikaner. Der höhere Lohn geht auf Kosten der Arbeitgeber und/oder der Konsumenten. Zahlen 3000$ mehr. Der Amerikaner erhält 4000$. Gesamtbilanz + 1000$ b) mit Mexikanern. Die Arbeitgeber und/oder Konsumenten sparen 3000$. Gleichzeitig erhält der Amerikaner 4000$ weniger. Gesamtbilanz -1000$. Somit wäre es für die Amerikaner sinnvoller, nur Einheimische anzustellen, unabhängig vom Lohn.

    • Lukas Bendel sagt:

      Das ist genau die banale c.p.-Rechnung, mit welcher Blocher, Trump, Le Pen, etc. auf Rattenfang gehen – und welche vom obigen History reloaded-Artikel klar widerlegt wird. Wieso das (und um dies zu verstehen muss man kein Volkswirtschafter sein):
      a) die Produzenten haben technische Alternativen => die billigen ausländischen werden nicht tel quel durch inländische Arbeitskräfte ersetzt, wenn diese (massiv) teurer sind
      b) die Konsumenten haben Alternativen zu den nun teureren inländischen Produkten => es werden nicht gleichbleibend viele inländische Produkte abgesetzt, wenn diese teurer werden
      c) die Herkunftsländer der Gastarbeiter werden wirtschaftspolitische Massnahmen ergreifen um die Zurückkehrenden (möglichst) zu beschäftigen => es entsteht neue Konkurrenz für die eigene Industrie

      • Peter Aletsch sagt:

        Sehr schwach, weil unfähig, Gedankenexperiment durchzuführen. Ich habe nicht über Produzenten und Produkte geschrieben, die man immer importieren kann (ohne die Leute, die sie produzieren!), sondern über niedrigqualifizierte serviceorientierte Tätigkeiten (‚Billigarbeitskräfte‘), die direkt entgolten werden und nicht ‚exportiert‘ werden. „c) die Herkunftsländer der Gastarbeiter werden wirtschaftspolitische Massnahmen ergreifen um die Zurückkehrenden zu beschäftigen => es entsteht neue Konkurrenz für die eigene Industrie“ Warum machen sie denn das nicht schon jetzt???? Möglichst bevor die Leute emigrieren? Es ist immer zweifelhaft und meistens schädlich, wenn ein Staat Arbeitsplätze zu generieren versucht.

    • Marcel Schmid sagt:

      @aletsch… ihre Theorie mag ja in Zeiten der Globalisierung für grosse Volkswirtschaften wie die USA vielleicht noch teilweise gelten… für kleinere wie die CH bestimmt nicht! Und auch nur, wenn der Konsument dann bereit ist, den automatisch höheren Preis auch zu bezahlen… die abgelehnte Mindestlohn-Initiative lässt grüssen! In der Gesellschaft überwiegt heute ganz klar Geiz-ist-Geil sowie persönliche Vorteilnahme und nicht gesamtvolkswirtschaftliches Denken! Und solange man komplett naiv glaubt, es gäbe 2 völlig gegendiametrale Wirtschaften… eine globale, ultraliberale sowie rein wettbewerbsorientierte rein für den Konsumenten sowie eine sozialistische, planwirtschafte Wohlfühloase für den Arbeitnehmer… werden halt weiter alle von allen „ausgebeutet“.

  • Peter Aletsch sagt:

    Weitere Fehlüberlegung: ‚Sie‘ putzen und pflegen uns, und wenn sie fehlen, putzt und pflegt niemand: Hölle. Dafür müssten ‚wir‘ ‚ihnen‘ dankbar sein. In einer freien Markwirtschaft kann es aber quasi grundsätzlich mittelfristig keine ungedeckte Nachfrage nach einfachen Arbeiten geben. Fehlt das Angebot, steigt der Preis, und lockt noch Unbeschäftigte in den Arbeitsmarkt. Oder der Nachfrager macht die Arbeit selber. Aktuell beschäftige ich keine Putzhilfe, weil der Lohn und der Koordinationsaufwand mit zu gross sind. Da greife ich einfach selber schnell zum Lappen. Schliesslich weden auch die Putzer und Pfleger einmal alt, und es müssen neue importiert werden bis nur noch solche das Land bevölkern oder das ganze Angebot wegbleibt – was dann?

    • Ronnie König sagt:

      Theoretisch ist dem so, aber das ist heute eben schon anders. Vor allem brauchen sie sofort Pflege, siehe Bsp. D, die haben, weil die Pfleger in die Schweiz abwanderten dann halt Chinesen geholt, weil die Löhne eben nicht stiegen. So viel zu Theorie und Praxis.

      • Peter Aletsch sagt:

        Am meisten werden bald die Chinesen brauchen. Ca. 100 Millionen. Wo holen? Schnellkurs in Chinesisch?

  • Peter Aletsch sagt:

    Es wird natürlich viel Unsinn geschrieben. Wie wenn man eigentlich nur die reichen Autochthonen in den reichen Ländern durch Arme aus unterentwickelten Ländern mehr oder weniger ersetzen müsste, und die Reichen werden noch reicher (?) und die Armen dazu auch noch (sie würden sogar noch reicher werden als die Reichen, behaupten einige). Perpetuum mobile? Die Realität ist natürlich eine andere. Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen denke man sich das Experiment: es bestehe ein weitgehend unbesiedeltes unentwickeltes Land. Nun könnten zwei Population immigrieren und frei wirtschaften: entweder nur die eine aus dem reichen Land, oder nur die andere aus dem armen Land. Zustand nach einigen Jahrzehnten?

  • Randolf Stucki sagt:

    Mr. Trump und die ganze Republican Bande haette sich fuer immer waehlen lassen koennen, wenn sie folgendes veranlasst haetten:

    die Mexicaner die schon illegal im Land sind, sind fleissige Leute, die arbeiten unter den schlimmsten Bedingung und ernten das Gemuese und die Fruechten die wir im Supermarkt so billig kaufen koennen. Fuer die Mexicaner die im Land sind, wuerde ich eine allgemeine Amnestie erklaeren, man braucht nicht gerade die Citizenship verteilen, aber ihnen einen legalen Aufenthalt im Land erlauben, das heisst nicht, dass man die kriminellen Drogendealer und Moerders nicht sofort ausschaffen kann, die ehrlichen Mexikaner die im Land hart arbeiten und eine ehrbaren Lebenswandel fuehren, sollen willkommen geheissen werden, das waere the American way

  • Patrick Zubin sagt:

    Ku-Klux-Klan waren auch Demokraten.

    • Hotel Papa sagt:

      Und deswegen muss man ihre Nachfahren verdammen bis ins zehnte Glied…
      .
      Wenn man sich anschaut, wie und mit wem die Parteien heute agieren, wird sofort klar, wo die Crazies sitzen.

  • Martin sagt:

    Ja, wenn der allseits beliebte demokratische JFK so etwas tat, war es natürlich richtig, wenn es Donald Trump macht, ist es natürlich gemein, böse, Nazi. Der Autor haut genau in diese Presche! Ein paar Jahrzehnte vorher, wollte der böse Süden die importierten Arbeiter nicht ziehen lassen, weil er sie für seine Baumwollplantagen benötigte und heute schimpfen alle den General Lee als Nazi. Wie man es dreht und wendet: Ist es kein Demokrat, ist es immer Nazi. Sehr einfältig. Wieso kommt man nicht auf die Idee, dass Trump aus ähnlichen Gründen die Illegalen abschieben möchte? Wieso ist es bei Trump Rassismus? Vielleicht sollten die Leute nochmals etwas nachdenken, bevor sie wieder jemanden als Nazi bezeichnen.

    • Dario Mek sagt:

      Was Sie richtig erkennen, ist, dass es beiden nützen sollte. Zu Ihrer Frage: Ganz einfach, weil Trump es rassistisch und nicht nützlich in die Welt hinausposaunen tut, wohl deswegen, weil Trump tatsächlich ein Rassist ist und Kennedy eben ganz klar nicht. Die Mehrheit der Menschen sehen es so, Sie nicht und gehören in den USA und Weltweit zur Minderheit, so wie Trump halt auch nur von der Minderheit gewählt wurde. Man kann mit einer Minderheit auch nicht verlangen beliebt zu sein, auch dann nicht, wenn man es krankhaft sucht wie Trump. Die Electors sollte man an den Ohren nehmen, hätten diese ihn verhindern sollen, wie von den Grundväter der USA vorgesehen wurde, sollte irgendwann jemand so Präsident werden wollen. Die USA müssen über die Bücher.

      • Martin sagt:

        @Dario Mek: Ich sage jetzt mal, Trump hat es nicht rassistisch hinausposaunt, aber er hat es auch nicht schön geredet. In der heutigen Zeit spielt es sowieso keine Rolle mehr, wie man etwas sagt oder argumentiert: Wer sich gegen Ausländer, sogar illegale, ausspricht, der gilt als Nazi. Bei den Amerikanern vielleicht noch nicht so sehr wie bei uns in Europa, aber das wird auch noch kommen. Illegale Einwanderer haben keinerlei Rechte in einem Land, auch nicht in den USA und angesichts des muslimischen Terrors, finde ich Trumps „Muslim ban“ auch richtig. Aber auch das gilt als rassistisch. Wer will, der sieht Rassismus überall.

  • Dario Mek sagt:

    Die grundsätzliche Überlegung ist hier falsch, denn die USA hat gar keine Linke, so wie wir es kennen. Die Demokraten sind auch Rechts anzusiedeln nach unserem Verständnis und die Republikaner noch weiter nach Rechts. Am besten man vergisst diese veralteten Begriffe Links und Rechts, man kann nicht immer Eigenes auf andere projizieren, die Solches nicht so handhaben.

    • Ronnie König sagt:

      So ist der Ist-Zustand, aber früher konnte man es so sagen, dass die Demokraten Liberale waren und Reps Konservative. Beide bürgerlich bis rechts. Linke kannte man im 19.Jh jedoch schon und es waren nicht gerade wenige. Daher die Gewerkschaften zB.

  • Bruno Rüdisühli sagt:

    Interessanter Artikel!

    Er zeigt an diesem historischen Argument, dass die Unternehmer die Faktorkosten genau abwägen und in ihre Entscheidungen einfliessen lassen.

    Eine politische Aussage kann ich darin nicht erkennen. Man kann dies hinsichtlich hinsichtlich Erwünschbarkeit von Migration auf beide Seiten hin interpretieren. Die Welt ist wie sie ist, die Unternehmer passen sich an. Das ist gut so.

    Die Bürger können sich über die von Ihnen gewählten Politiker entscheiden ob sie weltoffen und mit hohem Lebenstandard leben wollen oder abgeschottet unter seinesgleichen mit tiefem Lebensstandard.

    Das ist ebenfalls gut so. Jedem das Seine.

  • Pedro Riengger sagt:

    John F. Kennedy hatte – im Gegensatz zum eher schnöden Donald Trump – durchaus noch Mitgefühl gezeigt für die mexikanischen Helfer und für das ärmliche Nachbarland. Ich bin mir sehr bewusst», sagte er, «dass es einen ernsthaften Schlag bedeutet für Mexiko, wenn Tausende Arbeiter in diesem Land summarisch ihrer dringend benötigten Arbeit beraubt werden.» – Blödsinn, der egoistische Kennedy war bloss intelligent genug, nicht zu sagen, dass ihm das Schicksal der Mexikaner völlig gleichgültig ist und es ihm auch bei diesem Entscheid nur um Stimmen geht.

  • Pedro Riengger sagt:

    Es ist die gleiche Leier wie mit den Einwanderern, die Amerika aufgebaut hätten. Dem war auch so. Damals. Inzwischen alles aufgebaut. Und die heutigen Einwanderer verfügen über keine Fähigkeiten, mit denen sich heute noch etwas aufbauen lässt. Im Gegenteil – sie sorgen dafür, dass der aufgebaute Wohlstand abgebaut wird, indem die allermeisten von ihnen schlicht durchgefüttert werden müssen. Das sorgt für Frust auf beiden Seiten.

    • Thomas Hartl sagt:

      Es können nicht alle Menschen aufbauen. Einige müssen auch den Dreck weg putzen, Alte und Kranke pflegen und uns in Hotels und Restaurants bedienen. Es lässt sich darüber streiten, ob es fair ist, das Einwanderern zu überlassen. Aber schlussendlich verdienen sie so mehr, als in ihren Heimatländern, also doch eine Art Win-Win-Situation.

      • Anton Paschke sagt:

        Ich denke vielmehr, dass die in den nächsten Jahren illegal eingewanderten Braceros keine Tomaten mehr vorfanden und notgedrungen in die Kalifornische Softwareentwicklung gehen mussten. Die damals geschriebenen Programme zeugen davon. QDOS, Quick and Dirty Operating System war wohl so etwas.

      • Fredy Frey sagt:

        Hallo Pedro, in den USA machen diese Einwanderer alles was Du auch wenn Du Pedro heisst nicht machen möchtest. Bitte gehe nach Kalifornien und du wirst sehen, dass viele Pedros dort den Garten verschönern, die Tankstellen bedienen, den Müll wegtragen. Und ihre Kinder dann aber zum Neid aller einen Uniabschluss machen oder Restaurants eröffnen…. Also oft mehr zum Wohlstand beitragen als die nicht eingewanderten Pedros.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Anton Paschke: QDOS wurde von keinem Mexikaner, sondern von Tim Paterson geschrieben. Später hat Bill Gates es für 50’000 $ gekauft, an IBM lizenziert und damit das Geschäft seines Lebens gemacht. Unter den Milliardären im Silicon Valley suchen sie vergebens nach illegalen Einwanderer aus Mexiko. Dieses lassen sie dort immer noch Büros putzen.

    • Michel Giger sagt:

      Herr Ringger … der ganze supportive Wohlstand in z.B. New York wird von billigen Mexikaner geleistet. Die Putzequipen sind Mexikaner, die Delivery Industrie, also alle die Leute, die das Essen liefern (was sehr populär ist) sind Mexikaner, viele austauschbare Kräfte im Gesundheitswesen sind Mexikaner, einfach alles, was nicht viel kosten darf und billig sein muss, wird von Mexikaner gemacht. Viel angenehmer Lifestyle würde schnell anstrengender werden, ohne die billigen Mexikaner. Und im Süden lebt die ganze Landwirtschaft nur von billigen Mexikaner … also etwas mehr Weitsicht bitte schön … PS. Im Trumptower gibt es ein Restaurant und zumindest vor 3 Jahren arbeiteten da nur Mexikaner, in der Küche und im Service …

  • Florian Müller sagt:

    Ökonomie wird uns von den interessierten Kreisen leider auch 50 Jahre nach Kennedy/ Johnson immer noch als berechenbare Naturwissenschaft präsentiert, dabei liegt diese Ökonomie irgendwo zwischen Medizin (vieles unerklärbar) und Religion (nichts erklärbar).

    • Jürgen Baumann sagt:

      Darum zählt sie auch zu den Sozialwissenschaften. Die „unsichtbare Hand des Marktes“ ist eine Art Voodoo Mythos.

    • Pedro Riengger sagt:

      Jede Vergangenheit lässt sich so interpretieren, dass sie das für die Zukunft propagierte Weltbild unterstützt. Es gibt ja auch immr noch Leute, die das Heil der Menschheit im Kommunismus sehen. Zu der geschilderten Entwicklung (Industrialisierung) wäre es so oder so gekommen. Das Einzige, was tendenziell richtig ist, ist, dass stets die Minderqualifizierten mit fortschreitender Technik/Automatik/Robotik auf der Strecke bleiben. Und jedes Land hat genug an seinen eigenen Minderqualifizierten zu tragen. Warum sie also noch zusätzlich importieren?

      • Florian Müller sagt:

        Herr Riengger, es geht im Essay von Pöhner nicht ums „Importieren von Minderqualifizierten“, sondern im Gegenteil um die Deportation von Anwesenden oder um das Amputieren eines funktionierenden, wertschöpfenden Wirtschaftszweigs. Wie heute mit den Dreamers. Im Übrigen ist die Schweiz sehr gut gefahren mit dem „Importieren von Minderqualifizierten“ seit den 50er Jahren („wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen“), diese haben nicht nur unseren Wohlstand ermöglicht sondern auch Pizza, Paella und Mah Mee gebracht. Und wenn sie Ihre Theorie von den Verlierern der Entwicklung der Menschheit weltweit anwenden wird klar, dass in den nächsten Jahrzehnten riesige Migrantenströme auf uns zukommen.

  • G. Monkowski sagt:

    Mexico hat nimmt bei der Autoproduktion mittlerweile den 6 oder sogar 5 Platz ein. Die Fertigungstiefe in Mexico ist besser als die der USA. Hinzu kommt das ohne die mexicanische Hilfen in der US Landwirtschaft und dazu gehoeren auch die preiswerten Importe aus Mexico die Nahrungsmittelpreise in den USA ansteigen werden.

  • Schmid Manon sagt:

    Und der Drogenschmuggel heute? – Immerhin wäre ein Kanal gedrosselt.

    • Thomas Hartl sagt:

      Die Geschichte zeigt, dass die Drogen immer ans Ziel gelangen. Der Staat kann nur steuern, wer wie viel daran verdient. Bestes Beispiel ist die Prohibition während den 20-er Jahre in den USA. Gesoffen wurde etwa gleich viel, aber einige Ganoven wurden steinreich.

  • Ronnie König sagt:

    Und wieder einmal wird mein Credo bestätigt, dass die Fremden theoretisch wichtig seien! Nur muss man genau hinsehen. Europa ist da leicht anders. Damals waren es auch unsere Nachbarn, heute nur beim Gedanken MEI, aber nicht, wenn es zB um ungebildete Flüchtlinge aus vielen anderen fernen Länder geht. Wie hier war damals also die Wirtschaft die Partei die einen Import betrieb, nicht die Politik,die schaffte nur den Rahmen wie auch heute. Die Forderung ist immer klar von Seiten der Wirtschaft die mit kleinstem Aufwand möglichst viel Rendite will. Geht schnell rechtsaussen vergessen. Und die Linke hat kein funktionierendes Konzept zur Unterstützung der Wirtschaft, aber oft ehrbare Ideologie. Auch das geht oft vergessen. Da brauchts mehr Kreativität. Dann gehts mit etwas weniger Gewinn gut.

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