Was ist in Dünkirchen wirklich geschehen?

Unrühmlicher Sieg: Deutsche Truppen ziehen auf Velos in Dünkirchen ein. Foto: Ullstein, Getty Images

Wer heute mit der Fähre von Dover im Hafen des nordfranzösischen Dünkirchen anlegt, sieht wirtschaftliche Prosperität. Ein Gewirr von Hafenkränen empfängt den Besucher, in andern Städten gingen sie glatt als Gesamtkunstwerk durch. An diesem Ort spielte sich vom 26. Mai bis 4. Juni 1940 eine traumatische britische Militärschlappe ab, die sich jedoch später als eine Art Sieg ins Nationalbewusstsein der Inselnation einprägte. «The Spirit of Dunkirk» ist bis heute ein geflügeltes Wort, das für den Durchhaltewillen Grossbritanniens steht, für die Fähigkeit, in höchster Not zusammenzustehen, um sich dem Feind zu stellen. Jetzt erinnert der Actionfilm «Dunkirk» von Christopher Nolan wieder daran – mit dem bezeichnenden Slogan «Surviving is Victory».

«Überleben heisst siegen». Aber was war die Realität? Nach der deutschen Invasion in Polen im September 1939 erklärten Grossbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg. In der Folge entwickelte sich in den deutsch-französischen Grenzgebieten ein «phoney war», ein Scheinkrieg, weil weder die Deutschen noch die Alliierten wirklich zuschlugen. Die Briten stellten sich mit einem Expeditionskorps von immerhin rund 400’000 Soldaten den Franzosen an die Seite.

«To do our bit»

Wirklich ernst wurde die Sache nach dem 10. Mai 1940, als die Deutschen mit Panzereinheiten durch die Niederlande über die Ardennen nach Frankreich vorstiessen, in einer doppelt so grossen Übermacht. Dieser Angriff überraschte die westlichen Verbündeten: Mit einer taktischen Finte vermochten die Deutschen die British Expeditionary Force (BEF) mit französischen Einheiten und Belgiern von der französischen Hauptstreitmacht zu trennen. Kam dazu, dass der britische Nachschub ungenügend und die Kommunikationstechnik veraltet war.

Heldensage: Darstellung der Evakuation in der britischen Wochenschau, 1940

Der Kommandant der BEF, General Viscount Gort, erkannte schnell, dass seinen Leuten nur noch der Rückzug über den Ärmelkanal blieb – trotz gegenteiliger Order aus London. Er wählte Dünkirchen zur Ausschiffung, wegen der ausgebauten Hafenanlagen mit zwei Molen und den weitgestreckten Dünen der Côte d’Opale. Zuerst versuchten die Deutschen, die Briten an der Flucht zu hindern; ab 22. Mai beschränkten sie sich plötzlich nur noch auf Störmanöver und liessen die Evakuierung der Briten zu.

Wobei «Störmanöver» relativ ist: Immer wieder bombardierte die deutsche Luftwaffe die gestrandeten Briten sowie die ankommenden Boote von England – insgesamt fast 700 Schiffe, von denen rund ein Drittel verloren ging. Die meisten davon kleine Privatboote, welche die Navy requirierte, um die nötige Transportkapazität zu erreichen. Andere Bootsbesitzer wiederum nahmen freiwillig an der Rettungsoperation teil, «to do our bit», «um unseren Teil beizutragen». Hier war er, der «Spirit of Dunkirk».

Plötzlich liessen die deutschen Angriffe nach

Militärhistoriker streiten bis heute darüber, warum die Wehrmacht ihre Angriffe reduzierte. Lange Zeit galt die These, dass Berlin die Engländer schonen wollte, um einen Separatfrieden zu erreichen. Oder dass sich die Naziführung nicht vorstellen konnte, dass die Briten später auf den Kontinent zurückkehren könnten. Wahrscheinlich waren die deutschen Überlegungen pragmatischer: Die Dünen eigneten sich nicht für schwere Panzer, wie BEF-Kommandant Gort wusste. Zudem war das Flugwetter schlecht, an etlichen Tagen waren grössere Einsätze zu gefährlich. So konnten die Briten in elf Tagen rund 340’000 Soldaten retten, 123’000 von ihnen waren Franzosen. 70’000 Soldaten verloren ihr Leben oder gerieten in Gefangenschaft, die deutsche Wehrmacht verzeichnete Verluste von rund 20’000 Männern.

Kinosage: Trailer zum Film «Dunkirk», 2017

Ein solcher Schlag sollte erschüttern. Doch die britische Volksseele wollte 1940 alles glauben, was sich als Erfolg gegen Nazideutschland darstellen liess. So berichtete die «Times» im Juni von englischen Frauen, die sich angeblich in Hosenanzüge stürzten und ihr Haar unter Mützen versteckten, um als verkleidete Männer an der Rettungsaktion teilzunehmen. «Unsere Grosskinder werden sich noch wundern, wie wir dem Feind in der Niederlage den Sieg wegschnappten», kommentierte das Blatt.

«Im Rückzug gewinnt man keinen Krieg»

Der Dekan der St.-Paul’s-Kathedrale prägte das Wort vom «Wunder von Dünkirchen», heute ein weiterer Topos im Nationalbewusstsein. Der populäre Volksschriftsteller J. B. Priestley erzählte in der BBC wöchentlich von den Heldentaten der Briten in Dünkirchen.

All das im Gegensatz zu den tatsächlichen Geschehnissen. Zwar unternahmen die Briten in jenem Sommer 1940 noch einmal eine halbherzige militärische Unterstützungsaktion auf dem Kontinent, dann zogen sie sich für die nächsten vier Jahre ganz zurück, bis zur Invasion in der Normandie. Es blieb dem frisch gewählten Premierminister Winston Churchill, dem Parlament in Erinnerung zu rufen: «Mit einem Rückzug gewinnt man keinen Krieg.»

36 Kommentare zu «Was ist in Dünkirchen wirklich geschehen?»

  • Piet de Vos sagt:

    Die Kanadier sin heute noch stinksauer wegen der sinnlosen Verheizung ihrer Soldaten im Dieppe raid.

  • martin sagt:

    Charly liegt mit seinen Kommentaren richtig. Es war für die Deutsche Generalität klar, das man die vorliegende Situation sofort nützen muss um der feindlichen Armee ein entscheidenden Schlag zu versetzen. Warum Hitler sich gegen den Rat siner Stabsoffiziere entschied ist nicht klar. Das Wetter oder der Strand wären kein Hindernis gewesen um mit Unterstützung der Artellerie die Englischen Soldaten an der Küste (Strand) die ungenügend Schutz gefunden hätten auszuschalten. Aus militärischer Sicht damals wie heute unverständlich.
    Es war ein klarer Befehl von Hitler nicht weiter vorzurücken.

    • Charly sagt:

      Hitler war zwar nicht so paranoid wie Stalin und liess gleich sein ganzes Militärkader hinrichten, aber er hatte immer einen riesigen Minderwertigkeitskomplex punkto Generalität. Er war im 1. Weltkrieg nur ein kleiner Soldat gewesen, ging nie auf eine Militärakademie, wurde in den vornehmen Kreisen immer belächelt und mit Nasenrümpfen bedacht. Als „Führer“ durfte er endlich den „grossen Mann“ spielen, der er schon immer sein wollte. Freilich konnte nur eine pöbelhafte und armselige Karikatur eines „Helden“ herauskommen.

  • Roland K. Moser sagt:

    Der Autor schreibt die Tatsache, dass GB und F Deutschland den Krieg erklärt haben.
    Und es gibt keinen Shit-Storm von den pink-rot-grünen Linken. Sind die in den Ferien?

  • Ammann Urs sagt:

    Hochmut kommt vor dem Fall! Genau dies ist bei Hitler und seinen Generälen
    passiert. Ob in Dünnkirchen, oder später „Unternehmen Barbarossa“ etc.

    Vergessen wurde oben die „Luftschlacht“ und mit der darauf
    folgenden beispiellosen Luft-Offensive auf das Deutsche Festland. Die eine riesige Logistische Herausforderung für England war.
    Abwarten und Teetrinken kann man den Engländern sicher nicht vorwerfen.

  • Michael sagt:

    Ein genaues warum es so gewesen ist, wird man bei diesem Feldzug und den vielen anderen nie herausbekommen. Man kann sicher viele dazu gefallenen Entscheidungen zusammentragen, sich die Protokolle von Sitzungen durchlesen, aber letztendlich bleibt es Spekulation, warum und wieso. Und ist das überhaupt wichtig, das jetzt noch herauszufinden ? Wem nützt es im Nachherrein ? Herrn Zach vielleicht, der dann General Rundstedt als Feigling bezeichnet ? Und ? was hat er nun davon ? Die Schlacht ist geschlagen, viele Menschen sind gestorben, viele Menschen haben überlebt. Das sind die Fakten die bleiben.

  • Knittel Markus Stefan sagt:

    Wir haben eben die Küste vor La plaine – sur mer südlich von St. Nazaire besucht, wo 1940 ebenfalls Rund 20’000 Mann mit zusaammengewürfelten Booten und zwei Kreuzfahrtschiffen evakuiert wurden. Eines dieser Schiffe wurde beim Auslaufen von zwei deutschen auf diese Art Einsätze spezialisierten Bombern versenkt und die im Wasser schwimmenden Männer mit Brandbomben eingedeckt. Zwischen 6000 und 9000 Männer verloren in kürzester Zeit ihr Leben. Man hatte beim überstürzten Boarding bei 6000 Passagieren aufgehört, die Listen zu führen.

  • Markus Rohr sagt:

    Man sollte über das Geschehen am Ärmelkanal hinaussehen. Es gab im September 1941 die Luftschlacht um England, die die Briten als Sieg verbuchen konnten. Auch die Bombardements Londons und anderer Städte stärkten wohl eher die britische Kampfmoral als dass sie sie brachen. Zugleich stand das britische Empire am anderen Ende der Welt schwer unter Druck: Am 10. Dezember 1941 – also 3 Tage nach Pearl Harbour – versenkten die Japaner die Schlachtschiffe Repulse und Prince of Wales vor Singapur. Innert Tagen und Wochen fand die Kolonialherrschaft der Europäer in Südostasien ihr – vorläufiges – Ende. – Es waren die Flugzeugträgergruppen der Amerikaner, die den Vormarsch der Japaner bei Midway und in der Korallensee (Mai und Juni 1942) stoppten und so eine Eroberung Australiens verhinderten.

  • Charly sagt:

    Es war vor allem der Selbstgefälligkeit Görings zu verdanken, dass die Briten sich noch in letzter Minute aussschiffen konnten. Dieser wollte nämlich unbedingt mit seiner Luftwaffe den Engländern den vernichtenden Schlag versetzen. Also intervenierte er bei Hitler um „seiner“ Luftwaffe den Vorrang zu geben und die Panzer, die nur noch ein paar Kilometer vor dem Feind standen zum Halt zu bringen. Die Panzergenerale waren schlicht fassungslos und wollten sogar gegen den Befehl des „Führers“ Einspruch erheben – waren dann aber doch zu feige.
    Das schlechte Flugwetter machte dann Görings „genialen Plan“ einen Strich durch die Rechnung und die Engländer konnten sich in Seelenruhe auf ihre Insel retten. Diese 330`000 Mann wurden später zum „backbone“ der Armee.

    • Charly sagt:

      Karl von Rundstedt, der Oberkommandierende der Heeresgruppe Mitte, wird aus dem Führerhauptquartier angerufen. Das Gespräch ist überliefert. Hitler selbst hat sich eingeschaltet; die Stimme am andern Ende der Leitung sagt: „Herr General, ich habe Ihnen einen Befehl des Führers zu übermitteln. Betrifft Ihre weiteren Operationen im Raum Dünkirchen. Geben Sie an die Panzergruppe Kleist den Befehl weiter, die Linie des St.-Omer-Kanals nicht zu überschreiten.“
      „Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst!“ ruft Rundstedt vor den Kopf geschlagen. „Unsere Panzerdivisionen befinden sich in zügigem Vorgehen auf die Stadt!“
      „Der Kanal darf nicht überschritten werden“, beharrt die Stimme aus dem Führerhauptquartier. „Es handelt sich um einen persönlichen Befehl des Führers!“
      „Dann – Ende.“

      • Charly sagt:

        Görings Ehrgeiz und die Kurzsichtigkeit des „grössten Feldherren aller Zeiten“ haben damit schon in Dünkirchen die spätere Wende des Krieges begründet. Das gerettete Elitekorps wird bald darauf zum Grundpfeiler der Inselverteidigung und zu einem der Hauptgründe dafür, weshalb Hitler es nicht wagen kann, nach der Niederwerfung Frankreichs Grossbritannien anzugreifen. Das Unternehmen Seelöwe – Hitlers Deckname für Hitlers Englandplan – wird zur ersten entscheidenden Niederlage. Der „Blitz“, wie Görings Luftschlacht um die britischen Inseln genannt wird, ist eine Kette von Verlusten.

  • Jürg Fehr sagt:

    Der gute Herr Hürzeler ist offenbar „studierter Anglist“ (Studienabschluss: ja oder nein ?). Sicher ist er nicht Hisoriker, sondern vor allem Journalist. Und als solcher bedient er gerne den mainstream. Der da heisst: Die Leistungen der Weltkrieg 2 – Generation heruntermachen und lächerlich machen. Diesmal sind die Engländer dran, wovon er offenbar besonders viel versteht. Vom „Spirit of Dunkirk“ und seiner Bedeutung für den weiteren Kriegsverlauf hat er rein gar nichts begriffen.

    • Walter Meier sagt:

      Was hat er denn nicht begriffen?

    • Roland K. Moser sagt:

      Der „Spirit of Dunkirk“ sieht für mich so aus:
      „Ihr habt uns den Krieg erklärt, wir haben euch jetzt gezeigt, dass wir euch verheizen können (!), und lassen euch laufen, weil wir keinen Krieg mit euch wollen.“

      Ich werde den Film ganz sicher nicht schauen, weil er bestimmt pink-rot-grüne Geschichtsklitterung erster Güte ist.

      • Thomas Hartl sagt:

        Das würde zwar zu einem Führer passen, der Menschen aus dem Norden als Arier betrachtete und Menschen aus dem Osten als Untermenschen, trotzdem widerspricht es der Tatsache, dass Hunderttausende von englischen Kriegsgefangene ein viel besseres Pfand gewesen wäre um Frieden zu schliessen.

      • Roland K. Moser sagt:

        man kann es so machen, wie sie beschreiben – oder so wie es gemacht wurde.

        ich hätte die Soldaten auch als Pfand genommen, weil den beiden Kriegsgurgeln GB und F nicht zu trauen ist, auch heute nicht.

      • Charly sagt:

        @Roland K. Moser
        Wenn hier einer Geschichtsklitterung betreibt, dann wohl eher Sie.
        Hitler und Göring waren geradezu besessen davon den Engländern DEN entscheidenden Schlag zu versetzten (in Dünkirchen war DIE Gelegenheit). Wie die Ironie der Geschichte es will, standen sie sich schliesslich selber im Weg, da sie sich für „genialere“ Strategen hielten als all ihre Generale zusammengenommen. Siehe meine Ausführungen weiter oben.

      • Roland K. Moser sagt:

        Wer hat am 3. September 1939 wem den Krieg erklärt?

      • Charly sagt:

        Ohnmächtig stellte der Genfer Völkerbund fest: „Die deutsche Regierung hat einen Bruch des Artikels des Versailler Vertrags begangen, indem sie am 7. März 1936 militärische Kräfte in die entmilitarisierte Zone eindringen und sich dort festsetzen liess. Zur selben Zeit, als Deutschland das Rheinland in Verletzung der Verträge von Versailles und Locarno besetzte, hat es abermals versucht, die Furcht anderer europäischer Mächte zu zerstreuen und sie in falsche Sicherheit zu wiegen.“
        Schon an diesem Punkt hätte Frankreich das Recht und die Pflicht gehabt einzugreifen – man hätte die deutsche Division mit einem französischem Regiment rausschmeissen können. Die Generale Keitel und Jodl bestätigen dies sogar im Zeugenstand.

  • Rolf Zach sagt:

    Die militärischen Gründe waren nicht ausschlaggebend für den Stopp der deutschen Wehrmacht vor Dünkirchen. Alle Generäle, mit der Ausnahme von Rundstedt, waren gegen den Stopp und haben unter der Führung von Guderian diesen praktisch als Kommandant abgesetzt. Hitler war davon ganz und gar nicht begeistert, denn Rundstedt war der dienstälteste General+einer der treusten Anhänger von Hitler und hatte aus den Erfahrungen des 1. Weltkrieges, die gleichen militärischen Auffassungen wie der Führer. Hitler erließ den Stopp, um zu zeigen wer der Chef der Wehrmacht ist und wer den Plan für den siegreichen Feldzug gegen Frankreich 1940 geplant hat. Es war natürlich Hitler und nicht Manstein.
    Übrigens Rundstedt, der sich nach 1945 als Hitler-Gegner verstand, war ein erbärmlicher Versager+Feigling.

  • Mike Cadell sagt:

    Rene von Euw hat recht. Operation Jubilee ( der Dieppe Raid ) fallen einem sofort ein. Das hätte wirklich nicht vergessen gehen dürfen. Aber auch Operation Chariot, der Angriff auf die Trockendocks von Saint-Nazaire ist wichtig. Es gab aber noch sehr viele kleinere Operationen gegen Nazideutschland durch UK Commandos.

  • Lefert Jacques sagt:

    Darf ich die Leser auf das grundlegende über 500-seitige Buch „Dunkirk, Fight to the last man“ von Hugh Sebag-Montefiore, Viking 2006, hinweisen?

  • Thomas Stocker sagt:

    Hitler stoppte den Vormarsch auf Dünkirchen, weil er den Generälen zeigen wollte, wer das Sagen hatte. In Berlin gab es damals einen Machtkampf um die Strategie zwischen Hitler und der Wehrmacht-Führung.

  • René von Euw sagt:

    Die Briten haben sehr wohl nach ihrem Rückzug aus Dünkirchen noch vor der Invasion 1944 in Frankreich angegriffen. Am 19. August 1942 landeten sie am Strand von Dieppe, im sogenannten Dieppe Raid. Die Landungstruppen bestanden vor allem aus Kanadiern und Polen. Nach schweren Verlusten mussten sich die Landungstruppen wieder zurückziehen, man gewann aber wichige Erkenntnisse für die Normandie-Invasion zwei Jahre später.

    • Rolando sagt:

      Aus reinem Testgedanken entsprang damals diese Aktion mit dem Wissen, dass sie sehr verlusstreich werden würde. Mit anderen Worten: Sie verheizten absichtlich die Soldaten um zu sehen, wie gut die Deutschen sich verteidigen konnten.

    • Thomas Hartl sagt:

      Richtig, und neben dieser grösseren Landung wurde eine ganze Reihe von Kommandoaktionen von britischen Truppen auf französischem Boden durchgeführt, von der Versenkung von Schiffen, über die Zerstörung von Hafenanlagen bis zum Diebstahl von Radar-Technologie. Dieppe und allen anderen Aktionen ist allerdings gemein, dass nie eine echte Invasion geplant war, sondern sich die Truppen nach kurzer Zeit wieder zurückziehen sollten.

    • Rolf Zach sagt:

      Vor allem wurde es Churchill klar, dass mit riesigem Aufwand, den Briten nicht allein machen konnten, eine Invasion in Nord-Frankreich nicht möglich ist. Churchill hat von da an, nie zur Invasion von 1944 in der Normandie gedrängt. Er war ein eher zögerlicher Befürworter davon und wollte die Sache gründlich vorbereitet haben. Die Briten hatten dann durchwegs auch weniger Verluste als die Amerikaner. Sie haben viele technische Kniffe eingesetzt, um die Verluste niedrig zu halten. Eigentlich das grösste Verdienst von Churchill und seinen Generälen, im besonderen den von der Militär-Elite nicht beliebten General Montgomery, die britischen Verluste im ganzen 2. Weltkrieg niedrig zu halten, im Gegensatz zum 1. Weltkrieg.

      • Rolf Zach sagt:

        Korrigenda: „dass nur mit riesigem Aufwand, den die Briten nicht allein machen konnten, eine Invasion in Nord-Frankreich möglich ist.“

  • Experte sagt:

    Die Ardennen lieger aber in Südbelgien, nicht in den Niederlanden!

  • Iain Campbell sagt:

    „Mit einem Rückzug gewinnt man keinen Krieg.“
    Stimmt, aber, „He who runs away lives to fight another day“ – und so geschah es.

    • Ruedi Meier sagt:

      Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin. Leider eine Utopie.

      • Toni Müller sagt:

        Nein keine Utopie, sondern ein unvollständiges Zitat ! Ich gebe Ihnen hier das Ganze:
        „Stell Dir vor, es kommt Krieg und keiner geht hin
        – dann kommt der Krieg zu Euch!
        Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
        und lässt andere kämpfen für seine Sache,
        der muss sich vorsehen:
        denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
        der wird teilen die Niederlage.
        Nicht einmal Kampf vermeidet,
        wer den Kampf vermeiden will:
        denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds,
        wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“

    • Jean Fragonard sagt:

      Toni Müller: Das, was Sie hier wiedergeben ist aber auch kein „vollständiges Zitat“. Es ist vielmehr ein aus mehreren Quellen zusammengeschustertes Fake-Zitat. Der grösste Teil, ab „Wer zu Hause bleibt,…“ stammt von Brecht und da gehts um Arbeiterkämpfe. Der erste Satz ist wahrscheinlich eine deutsche Interpretation von „Sometime they’ll give a war and nobody will come“ von Carl Sandburg. Der Zusatz “ – dann kommt der Krieg zu euch“ ist anonym, evtl. mal zum ersten Satz hinzugesprayt worden und danach weiterverbreitet. Erklärte Kriege, an denen niemand teilnahm sind aus der Geschichte bekannt.

  • Peter Lorenz Kunz sagt:

    Man muss sich wirklich wundern, dass erwachsene Manner sich von wenigen in einer Regierung zum krieg und zu morden verleiten lassen. Was ist mit uns Männern geschehen, denn das geht seit Ewigkeiten so. Würden wir uns unsere Frauen und Mutter anhören, dann Gage es diese Tragik nie mehr. Was wäre jetzt zu tun, um all diese Tragik zu beenden? Wer Männer müssen uns mit dem anderen Geschlecht einig werden, sollen wir unsere Kinder erzeugen und diese im Erwachsenenalter von anderen ermorden lassen, weil wir deren Kinder umbringen? Die Antwort ist einfach, nicht wahr Männer?

    • Michael sagt:

      Das Leben ist nun mal kein Ponyhof mein Lieber. Das einige wenige viele Begeistern, ist eine Eigenschaft, die das Überleben einer Rasse sichert. Das beginnt bei den Löwen, da hat der Stärkste das sagen und so wie er es will wird es gemacht. Mit einem grossen Sprung zur Menschheit, die Menschen sind den Visionen von Cäsar, Dsingis Khan, Christus, den Beatles gefolgt und haben für sie eingestanden. Klappte damals, klappt heute. Und das ist nicht geschlechtsspezifisch – das betrifft Frauen wie Männer gleichermassen.

  • Willi Blaser sagt:

    „Zwar unternahmen die Briten in jenem Sommer 1940 noch einmal eine halbherzige militärische Unterstützungsaktion auf dem Kontinent, dann zogen sie sich für die nächsten vier Jahre ganz zurück, bis zur Invasion in der Normandie.“

    Meinen sie damit die halbherzige brit. Waffenhilfe während der eigentlichen „Schlacht um Frankreich“, die nach Dünkirchen folgte? Und warum erwähnen Sie die anglo-kanadische „Invasion Light“ (Operation Jubilee) bei Dieppe im August 1942 nicht? 😉

Kommentar

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