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Der Kälte einen Sinn geben

Was ist das Schönste am Winter? Das Nachhausekommen – und warme Gerichte wie die Gulaschsuppe.

Das Schöne am Winter ist ja vor allem das Nachhausekommen. Nach einem Spaziergang, nach dem Schlitteln, nach Extreme-Gschänkli-Shopping. Noch schöner ist das Nachhausekommen, wenn gleich was Warmes auf den Tisch kommt. Maroni, heisse Schokolade und Apfelstrudel geben der Kälte draussen einen Sinn. Bei meiner Grossmutter durfte es in solchen Fällen auch gern mal was deftiges sein, z.B. eine Gulaschsuppe. Zugegeben, die lässt sich nicht einfach so auf die Schnelle mit klammen Fingern auf den Tisch zaubern, ausser man denkt voraus und gefriert eine Ladung davon portionenweise ein!

Für diese Gulaschsuppe nimmt man, für ca. 6 Portionen, 700g Rindfleisch (vom Stotzen oder Hohrücken), würfelt es klein und lässt es zusammen mit 250g Speckwürfeli anbraten. Im Rezept im Notizheft meiner Grossmutter steht dazu «in einem hübschen Vom-Herd-auf-den-Tisch-Topf», wenn Sie einfrieren wollen, dürfen Sie natürlich einen hässlichen nehmen. Dazu kommen zwei gehackte Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen, die man ebenfalls anbraten lässt und dann mit 1½l heissem Wasser ablöscht. Dazu kommen noch vier klein geschnittene Tomaten, 2 EL Tomatenpüree, Paprika (ca. 2 EL), Kümmel (ca. 1 EL), Majoran (nach Belieben) und Salz (ca. 1 TL). Ich hab dann allerdings später doch noch wenigstens einen Bouillonwürfel dazu geworfen. «Dann stellt man den Topf auf kleines Feuer und lässt den bereits köstlich duftenden Inhalt 1½ Stunden leise schmoren,» steht im Rezept. Davon kann ich alles bestätigen. In den letzten 35 Minuten gibt man noch zwei, drei Rüebli, eine Stange Lauch, etwa vier Kartoffeln und eine gelbe und eine grüne Peperoni, alle kleingeschnitten, dazu.

Was dabei herauskommt, hat einen Hauch Skipinte und Nostalgie, ein bisschen WG, bloss haugemacht. Gepaart mit einem guten Brot und gefolgt von einem etwas nahrhafteren Dessert wie zum Beispiel Apfelstrudel oder Dampfnudeln mit Vanillesosse eignet sich die Gulaschsuppe hervorragend für einen gemütlichen und unkomplizierten Abend mit Freunden. Die ausgeklügelte Weihnachtsgourmetschlacht kommt ja dann noch früh genug.

Nicolette Kretz

Nicolette Kretz ist in Bern geboren, kehrte nach einigen Abstechern immer wieder hierhin zurück, arbeitet als Festivalleiterin und Autorin und kocht für den «Hauptstädter» Rezepte aus den Notizheften ihrer Grossmutter nach.


Publiziert am 4. Dezember 2013