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  • Betet für laschere Einlasskontrollen: Christoph Neuhaus.

  • Schwört auf Initiativen mit geringen Erfolgsausichten: Erich Hess.

Freie Plätze an der Sonne

Der SCB und YB stecken im sportlichen Tief, was die Lust, sich mit ihnen zu beschäftigen, dämpft. Zeit also, neue Gesprächsfelder in den Mittelpunkt zu stellen.

Sie haben grossartige Ideen, aber im Büro hört Ihnen niemand zu, weil es immer nur um YB geht? Sie kennen einen neuen Witz, den aber am Stammtisch niemand hören will, weil es viel wichtiger ist, über den SCB zu sprechen? Lassen Sie den Kopf nicht hängen, Ihre Zeit ist endlich gekommen. Die beiden Sportvereine stecken in einem Leistungstief, was die Lust, sich mit ihnen zu beschäftigen, dämpft.

Die Chancen stehen also gut, dass Sie nun endlich zeigen können, was sie auf dem Kasten haben. Die Kollegen im Büro und die Kumpels in der Kneipe werden Ihnen dankbar sein, wenn Sie sie von der sportlichen Misere ablenken. Fühlen Sie sich nicht unter Druck gesetzt. Es gibt keinen Grund, nervös zu werden. Ihre Ideen können auch völlig undurchdacht und sehr langweilig sein. Denken Sie einfach ganz fest an Erich Hess. Er hat bereits gemerkt, dass Plätze an der Sonne frei geworden sind und sogleich die Einbürgerungsinitiative der JSVP ins Rennen geschickt. Willkommen an der Sonne, Herr Hess. Aber bleiben Sie nicht zu lange liegen. Sonst könnten Sie plötzlich mit einem der Stars Ihrer Werbeplakate verwechselt werden.

Auch der bernische Regierungspräsident Christoph Neuhaus hat mitbekommen, dass es auf dem Sonnendeck wieder Platz hat. So wollte er an der «Gala de Berne» mit einem speziellen Geschenk glänzen. Wie in der «SonntagsZeitung» zu lesen war, wollte er Prinz Albert, Fürst von Monaco, einen Berner Bären übergeben. Normalerweise hätten die beiden wohl einfach über YB und den SCB gefachsimpelt. Doch wegen der momentanen Verfassung der beiden Teams hätte das Gespräch wohl bald in betretenem Schweigen geendet. Nur musste Neuhaus bei der Eingangskontrolle eine herbe Niederlage einstecken. Der Bär wurde ihm vom Sicherheitspersonal abgenommen. Erst als man sich einig war, dass das Geschenk keine Gefahr darstellte, kam Neuhaus doch noch zu seinem Sonnenschein. Traurige Randnotiz: Auf das sonnige Gemüt Tschäppäts musste an der «Gala de Berne» verzichtet werden. Er hat ja Knieprobleme. Wir hoffen, dass er bald wieder auf den Beinen ist.

Wie lange das Berner Sporttief noch anhalten wird, ist nicht zu sagen. Genauso wenig, wer sich dieses noch zu Nutze machen wird. Es ist aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis die üblichen Verdächtigen aus dem Schatten treten. Wann veröffentlichen Sie einen neuen Song, J.P. Love? Singen Sie mit, Thomas Fuchs? Von wem werden Sie zurzeit betrogen, Francine Jordi? Mögen die Berner Sportvereine so schnell wie möglich wieder siegen.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 21. Oktober 2013