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Musik zum Davonlaufen

Steelbands während des Grand Prix, Steelbands am Frauenlauf. Wieso denn bloss?

Ach, Steelbands. Musik, die man am ehesten mit Touristenfallen auf karibischen Inseln verbindet. Oder Werbung, die einen Schokoladenriegel verzweifelt als exotisch zu verkaufen versucht. Aber aus irgendeinem Grund scheint es die beliebteste Wahl für die musikalische Begleitung jedes Volkslaufs zu sein. Grand Prix von Bern: Steelbands. Frauenlauf: Steelbands. Alle Jahre wieder.

Und offenbar beschränkt sich das nicht auf Bern. Der Walliseller Lauf, Kerzerslauf, Zürich Marathon, der Basler Stadtlauf, der Swiss City Marathon Luzern: Steelbands allenthalben.

Die Gründe sind unverständlich. Soll man damit den Laufrhythmus halten können? Wie denn, wenn beim Rennen höchstens Musikfetzen in die Ohren der Vorbeilaufenden gelangen? Obendrein handelt es sich typischerweise um Poplieder, die im Wesentlichen einfach auf einem Instrument nachgespielt werden, dass zumindest aussieht wie ein spontan umfunktionierter Wok.

Eigentlich hat die Musik hauptsächlich den Effekt, dass man Reissaus nehmen will. Einfach davonlaufen, möglichst schnell, möglichst lange.

Moment.

Davonlaufen… Volkslauf-Organisatoren, ihr bösen Genies, ihr!

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 13. Juni 2016

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