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So entkommen Sie dem Januarloch

Was am Januarloch dran sind. Und wie Sie entkommen.

Neues Jahr, altes Leid. Der Dezember steht unter dem Stern des Überflusses. Doch spätestens nach Silvester wurden Konto, Leber und Magen-Darm-Trakt stark in Mitleidenschaft gezogen. Und schon klopft er an die Tür: der Mythos Januarloch. Der Hauptstädter hat die zentralen Charakteristika unter die Lupe genommen.

1. Der Ruf der Dumpingpreise

Ein Bummel durch Berns Gassen zeigt, die Detailhändler trotzen der Ebbe in den Geldbeuteln. Von allen Seiten lauert die Gefahr von Köderungsversuchen für labile Shoppingherzen und Menschen mit Anzeichen von Kaufsuchts-Neurosen – in Form von Ausschussware mit Tiefpreisgarantie. Gross, fett und unübersehbar prangen die vier vorteilsversprechenden Lettern über den Schaufenstern: S.A.L.E.

Was also tun, um nicht als Opfer persuasiver Verkaufstaktiken zu enden? Unser Tipp: Imaginäre Scheuklappen an und nichts wie durch – oder am besten daneben vorbei.

2. Hunger! Und jetzt?

Nach den weihnachtlichen Fressgelagen im trauten Kreis und (zu) leichtfertigem Geldverprassen wird der Gürtel bekanntlich enger geschnallt. Auch bei den hiesigen Gastronomen – zumindest scheinen sie dies ihrer Kundschaft nahelegen zu wollen. Wir wagen uns an den Selbstversuch. Das Vorhaben, am ersten Januarsamstag ein städtisches Restaurant zu ergattern, bringt viel Ernüchterung. Wir stossen auf verschlossene Türen. «Betriebsferien» lautet die Devise von Länggasse bis Liebefeld. Und die kulinarische Auswahl in der Bundesstadt kommt der einer Provinzgemeinde gleich. Gerade mal bei gastronomischen Evergreens, 365 Tage offen und prädestiniert für ahnungslose Touristen und veränderungsscheue Restaurantketten-Liebhaber, bekommt man etwas auf den Teller. Unser Tipp für die nächste Beizenflaute: Zu Hause kochen.

3. Laufend gute Vorsätze umsetzen

Beim Blick in die Berner Fitnesstempel wird klar, wo sich all die ausbleibenden Restaurantgäste und -betreiber aufhalten. Die Buden schweisstreibender Muskelarbeit scheinen nach den Feiertagen aus allen Nähten zu platzen – möglicherweise um nicht demselben Schicksal zu erliegen, kasteit sich hier die Masse strampelnd und schwitzend als gäbs kein morgen mehr. Kollektiver Narzissmus trifft auf ersten Bammel vor der Marzilisaison. Und jedes Loch im Portemonnaie scheint beim Abschluss eines Fitnessabos über 12 Monate vergessen. Auch in freier Wildbahn sind Jogger, Biker und Walker scharenweise anzutreffen.

Unser Tipp gegen überflüssige Festtagspfunde: In den sauren Apfel beissen, Turnschuhe montieren und mit den GP-Anwärtern um die Wette laufen.

alexandra

Alexandra Graber


Publiziert am 12. Januar 2015