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Gemeingefährliches Marronihäuschen

Nicht erst seit Umfragen der Konkurrenz wissen wir: Bern ist ein gefährliches Pflaster.

Es war ein beeindruckender Erfolg, der uns von der Konkurrenz grün vor Neid werden liess.«Die grössten Ärgernisse im Stadtberner Verkehr» , suchte die «Berner Zeitung» im Frühling dieses Jahres von ihrer Leserschaft. Hunderte Leserinnen und Leser markierten auf einer interaktiven Karte diejenigen Ecken und Enden Berns, die verkehrstechnisch das leidenschaftlichste Fluchen auslösen. Beeindruckend war auch die schiere Menge an Ärgernissen, über die sich die Stadtberner Menschen so aufregen, egal ob sie mit Velo, Auto oder zu Fuss unterwegs sind. Am Schluss war die Karte vor lauter Markierungen kaum mehr erkennbar.

Wer jetzt denkt, dass damit jedes noch so kleine verkehrstechnische Übel in Bern seine Erwähnung gefunden haben muss, liegt falsch. Zumindest nach Ansicht von Pro Velo Bern. Der Verein hat Einsprache gegen eine Gefahr eingelegt, die von der BZ-Leserschaft schmählich ignoriert wurde: Das Marronihäuschen auf dem Waisenhausplatz, das den Velofahrenden die Sicht stehle.

Pro Velo hatte Erfolg, wie diese Woche nun bekannt worden ist: Das Marronihäuschen wird dieses Jahr um fünf Meter verschoben aufgestellt. Die Berner Velofahrenden können aufatmen. Zumindest bei der Fahrt über den Waisenhausplatz.

Eine vergleichsweise banale Angelegenheit, mögen böse Zungen nun behaupten. Wer ist denn in Bern schon regelmässig mit dem Velo unterwegs, ohne mindestens einmal unangenehme Bekanntschaft mit gewissen Tramschienen-Fallen gemacht zu haben? Angesichts der von der BZ belegten hunderten Verkehrsproblemen muss fairerweise aber auch gesagt werden, dass man irgendwo ja anfangen muss. Heute das Marroni-Häuschen, morgen die Panoramabrücke.

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 26. September 2014

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