Teilpensionierung statt Frührente?

Wer im AHV-Alter erwerbstätig bleibt, darf während fünf Jahren weiter in die Säule 3a einzahlen. Für wen sich das lohnt.

Früh- oder Teilpensionierung? Eine individuelle Pensionsplanung offenbart den lukrativsten Weg zum Ruhestand. Foto: iStock

Für Erwerbstätige ohne Pensionskasse gibt es bei Einzahlungen in die Säule 3a eine Beschränkung. Greift diese Beschränkung nur, wenn man keine Beträge mehr in die 2. Säule einbezahlt; das heisst, wenn man sich vorzeitig pensionieren lässt und dann noch einem kleinen Verdienst von 10’000 bis 20’000 Franken pro Jahr nachgeht? Wäre es demnach sinnvoller, sich nur teilpensionieren zu lassen oder sich freiwillig einer PK anzuschliessen, wenn das möglich ist? U.R.

Für Einzahlungen in die steuerbegünstigte Säule 3a gibt es in der Tat Maximalbeträge. Diese werden jeweils jährlich vom Bundesamt für Sozialversicherungen festgelegt. Für das Jahr 2020 gilt, dass Erwerbstätige mit Pensionskasse maximal 6826 Franken in die Säule 3a einzahlen dürfen. Erwerbstätige ohne Pensionskasse dürfen hingegen, wie Sie richtig schreiben, 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens oder maximal 34’128 Franken in die Säule 3a transferieren und dann im Folgejahr in der Steuererklärung in Abzug bringen.

Diese Beträge gelten auch für jene, die nach Erreichen des ordentlichen Pensionsalters erwerbstätig bleiben und weiter in die Säule 3a einzahlen möchten. Die Säule 3a nutzen können Sie nur, wenn Sie erwerbstätig sind und ein AHV-pflichtiges Einkommen erwirtschaften.

Bei den meisten Pensionskassen können Sie nach dem Erreichen des ordentlichen Pensionsalters nicht mehr der Kasse angehören. Die genaue Regelung finden Sie im Reglement der Pensionskasse.

In vielen Fällen ist eine Teilpensionierung realistischer und sinnvoll.

Anders ist es, wenn man sich vorzeitig teilpensionieren lässt. Dann können Sie weiter der Pensionskasse angehören, wobei aber generell eine Mindestlohnschwelle gilt. Diese liegt bei einem Mindestjahreslohn von 21’330 Franken. Ausserdem gilt meist ein Koordinationsabzug von 24’885 Franken. Je nach Arbeitgeber und Kasse kann dieser auch tiefer liegen.

Ob für Sie die Rechnung wirklich aufgeht, müsste anhand Ihrer konkreten Daten ausgerechnet werden. Hilfe bekommen Sie dafür bei Ihrer Pensionskasse. Wenn Sie eine vorzeitige Pensionierung ins Auge fassen, rate ich Ihnen ohnehin, eine Pensionsplanung bei Ihrer Bank oder Versicherung vorzunehmen. Dann sehen Sie genau, wie viel Geld Sie nach einer vorzeitigen Pensionierung tatsächlich zur Verfügung haben und welche Variante für Sie optimal passt.

In vielen Fällen ist eine Teilpensionierung eher realistisch und sinnvoll. Man hat weiter ein kleines Einkommen und kann allenfalls noch weiter fürs Alter Geld ansparen und muss nicht noch separat einen AHV-Beitrag zahlen. Denn als vorzeitig Pensionierter muss man bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters wenigstens den AHV-Mindestbetrag einzahlen, Männer bis 65 und Frauen bis 64. Auch da gilt es, vorzeitig die Höhe des geschuldeten Betrags zu eruieren.

Wenn Sie ohnehin in Teilzeit erwerbstätig blieben, würden Sie und Ihr Arbeitgeber AHV-Beiträge leisten. Ausserdem könnten Sie bis fünf Jahre nach dem offiziellen Pensionierungsalter in die 3. Säule einzahlen, wenn Sie ein AHV-pflichtiges Einkommen haben.

Allerdings empfehle ich Ihnen auch punkto Säule 3a zu prüfen, wann in Ihrem Fall eine Auszahlung Sinn ergibt. Wenn Sie mehrere Säule-3a-Konten besitzen und diese auf mehrere Jahre hinaus gestaffelt beziehen, können Sie in den meisten Kantonen Steuern sparen.

Zu beachten ist ferner, dass in einzelnen Kantonen der Versicherungsabzug abnimmt, wenn man Beiträge an die Pensionskasse und Säule 3a leistet. Das kann unter Umständen dazu führen, dass sich eine Säule 3a bei kleinem Einkommen im Alter nicht mehr in jedem Fall lohnt.