Warum Goldminen keine Erfolgsgaranten sind

Die Aktien von Goldproduzenten entwickeln sich nicht parallel zum Goldpreis. Und weitere Gründe, warum Anleger besser direkt auf Gold setzen sollten.

Unsichere Anlage: Rohstoffunternehmen tragen neben Kursschwankungen auch operative Risiken. Foto: iStock

Seit längerem erwäge ich einen Einstieg beim britisch-mexikanischen Bergbauunternehmen Fresnillo, welches einer der weltweit grössten Silber- und Goldförderer ist. Allerdings zeigt der Aktienkurs der Firma seit Jahren nach unten – gut für mich, da ich mich bis dato nie habe durchringen können, die Aktien auch wirklich zu kaufen. Weshalb kam und kommt die Aktie nicht in Schwung? Im Normalfall sind Produzenten von Silber und Gold die Nutzniesser globaler Unsicherheiten. R.Z.

Die an der Londoner Börse gehandelte Fresnillo ist ein Rohstoffunternehmen mit eigenen Bergwerken und Hauptsitz in Mexiko. Die Firma fördert Gold, Silber und weitere Metalle wie Blei und Zink und gehört zu den weltweit grössten Silber- und Goldproduzenten.

Damit ist Fresnillo stark von der Kursentwicklung beim Silber- und Goldpreis abhängig. Wenn der Gold- oder der Silberpreis in die Höhe gehen, gibt das theoretisch auch der Fresnillo-Aktie Auftrieb.

Im letzten Traumbörsenjahr 2019 hat sich die Fresnillo-Aktie allerdings enttäuschend entwickelt. Am Goldpreis kann das nicht gelegen haben. Denn dieser zeigte trotz der allgemeinen Aktien-Hausse auch 2019 nach oben. Die Unzennotierung beim Gold legte 2019 rund 18 Prozent zu. Auch der Unzenpreis von Silber stieg im letzten Jahr rund 16 Prozent. Die Fresnillo-Aktie gab im gleichen Zeitraum indes rund 28 Prozent nach. Auch während des Crash an den Aktienmärkten wegen der Corona-Krise Mitte März brachen die Aktien massiv ein.

Inzwischen haben sie sich aber recht gut erholt. Als Investor wäre man besser gefahren, wenn man statt auf Fresnillo gleich auf Silber und Gold gesetzt hätte. Ob das auch in Zukunft so der Fall sein wird, kann ich nicht voraussagen. Die Kursvergleiche zeigen aber deutlich, dass sich über die Gold- und Silberpreisentwicklung hinaus bei Rohstoffunternehmen wie Fresnillo auch unternehmensspezifische Faktoren positiv oder negativ auf die Kursentwicklung auswirken.

Bei Anlagen in Edelmetallen und Edelmatt-Produzenten sollte man zwingend auf eine breite Diversifikation achten.

Im Falle von Fresnillo waren diese Faktoren negativ – unter anderem auch deshalb, weil das Unternehmen kommunizieren musste, dass es bei der Silber- und Goldproduktion lediglich das untere Ende der zuvor bekannt gegebenen Spanne erreicht. Die eigenen Ziele wurden somit nicht geschafft.

Aus meiner Sicht gibt es bei Fresnillo erhöhte operative Risiken. Die gleichen Risiken tragen Sie auch bei anderen Rohstoff- oder Goldproduzentenfirmen wie Barrick Gold, Gold Fields, Goldcorp oder Newmont Mining. Auch diese entwickeln sich nicht eins zu eins parallel zum Goldpreis.

Sie können daher nicht davon ausgehen, dass auch Ihre Fresnillo-Aktien immer zwingend deutlich zulegen, wenn die Unsicherheit an den Finanzmärkten so wie jetzt während der Corona-Krise wieder stark zunimmt und der Goldpreis in die Höhe geht.

Vor diesem Hintergrund rate ich beim Kauf von Fresnillo-Aktien zu grosser Vorsicht. Ich würde aufgrund der hohen Risiken nicht in diese Einzelaktien investieren und falls doch nur in sehr kleinem Umfang.

Besser ist es aus meiner Sicht, wenn Sie statt nur in ein einzelnes Rohstoff- und Goldproduzenten-Unternehmen in einen Rohstoff- oder Edelmetall-Fonds mit vielen solchen Firmen investieren oder in einen kostengünstigen Exchange Traded Fund (ETF), der an einen Rohstoff-Index gekoppelt ist. Damit erreichen Sie eine Diversifikation und tragen nicht ein derart hohes Klumpenrisiko, wie Sie es tun würden, wenn Sie allein nur auf Fresnillo-Papiere setzen.

Gerade bei Anlagen in Edelmetallen und Edelmatt-Produzenten sollte man zwingend auf eine breite Diversifikation achten, was für Privatanleger in der Regel nur mit Fonds oder ETFs möglich ist.