Vorsicht vor Internetbetrügern

Landen in Ihrer Inbox mehr Spam-Mails als üblich? Damit versuchen Kriminelle an E-Banking-Passwörter zu gelangen – und nutzen dabei die Corona-Verunsicherung.

Schattenseite der Digitalisierung: Kriminelle verschaffen sich Zugang zu Computer und Smartphone. Foto: iStock

Ich habe den Eindruck, dass ich schon mehrmals Phishing-E-Mails bekommen habe. Jetzt bin ich verunsichert. Was soll ich tun? P.D.

Überprüfen Sie Ihre Software, besorgen Sie sich einen Spamfilter, einen Virenschutz und eine Software, die auch Phishing-Mails erkennt. Das hilft schon einiges. Vorausgesetzt, dass man die üblichen Sorgfaltsregeln im Umgang mit Daten und Passwörtern eingehalten hat, sind Banken bei Betrugsfällen rund um E-Banking und Karten in der Regel recht kulant.

Dennoch sollte man präventiv alles tun, damit Internetbetrüger nicht erfolgreich sind und man möglichst nicht Opfer wird. Denn neben dem eigentlichen finanziellen Schaden, der oft von den Banken oder, falls man eine Internet- und Cyberschutz-Police hat, von der Versicherung getragen wird, hat man im Schadenfall sehr viel Aufwand und Ärger. Nur schon das ist es wert, dass man in der digitalen Welt vorsichtig ist und zwielichtige Websites bewusst meidet.

Die Täter wollen Ihr E-Banking-Konto ausräumen oder auf Ihre Kosten einkaufen.

Die von Ihnen erwähnten Phishing-Mails sind eine Seuche und eine Schattenseite der Digitalisierung. Leider ist man im Alltag immer häufiger mit Angriffen von Internetkriminellen konfrontiert. Diese verschicken in grosser Zahl Phishing-Mails mit dem Ziel, sich Zugang zu heiklen Daten und Passwörtern zu verschaffen, und versuchen die Verunsicherung bei vielen Leuten wegen der Corona-Krise schamlos für sich auszunutzen. Selbst digitale Karten über die Ausbreitung von Corona waren für diesen Zweck schon im Umlauf.

Letztlich ist die Absicht immer die Gleiche: Die Täter wollen Ihr E-Banking-Konto ausräumen oder auf Ihre Kosten Waren oder Dienstleistungen einkaufen. Immer sind es betrügerische Vorgänge, denn die Kriminellen versuchen, unrechtmässig Zugang zu Ihrem Computer oder Smartphone zu bekommen, ähnlich wie es Einbrecher bei Wohnungen und Häusern tun.

Nur sind in der digitalen Welt die Einfalltore anders. Oft enthalten solche Phishing-Mails den perfiden Vorwand, dass Ihre Daten und Passwörter aktualisiert werden müssten, weil sie angeblich nicht mehr sicher seien. Zu diesem Zweck werden Sie aufgefordert, Ihre Geheimdaten im Computer oder Smartphone einzugeben oder einen Link zu drücken und dort Daten preiszugeben.

Die Links sind meist mit gefälschten Websites verbunden, die nicht sofort als Fälschung erkennbar sind. Bei solchen Aktionen stehen Betrüger dahinter, und Sie sollten auf keinen Fall Ihre Daten herausrücken und weder einen Link nutzen noch auf solche E-Mails antworten.

Im Zweifelsfalle ist es sinnvoll, wenn Sie sich an Ihre Bank wenden. Dann haben Sie die Sicherheit, dass sich definitiv nicht Ihre Bank mit dem Anliegen an Sie gewandt hat. Ohnehin aktualisieren Banken nie auf diese Weise die Passwörter und weiteren Zugangsdaten. Das erfolgt üblicherweise in schriftlicher Form.

Auch auf Telefonate oder SMS, die Sie unaufgefordert um Ihre Daten bitten, sollten Sie nie reagieren. Viele betrügerische E-Mails landen meist schon im Spam-Ordner – vorausgesetzt, man hat überhaupt einen Spamfilter. Dennoch finden Kriminelle immer wieder Tricks, wie sie trotzdem an ahnungslose Opfer gelangen.

Wichtig für Sie ist, dass Sie Ihre Software regelmässig aktualisieren, einen Virenschutz, Phishing-Erkennungssoftware und einen Spamfilter verwenden. Vor allem aber rate ich Ihnen auch, ruhig etwas skeptisch zu sein und eine gesunde Portion Misstrauen zu behalten – erst recht während der Corona-Krise. Denn oft profitieren die Internetkriminellen davon, dass ihre Opfer naiv sind und dank immer neuer Vorwände und Tricks der Aufforderung, Daten einzugeben, brav Folge leisten, womit ein unheilvoller Prozess seinen Lauf nimmt.