Straumann findet Anklang

Das Dentalunternehmen Straumann übertrifft die Erwartungen. Foto: PD

«Straumann – die Aktie mit Biss» lautete seinerzeit der Slogan vor dem Börsengang des Dentalunternehmens. Zumindest in den vergangenen Jahren konnten sich die Aktionäre nicht beklagen. Der Aktienkurs hat sich seit Anfang 2016 verdreieinhalbfacht. Ende dieser Woche notierten die Valoren so hoch wie noch nie, trotz Coronavirus-Folgen in China. Das letztjährige Ergebnis hat die ambitionierten Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg 17 Prozent, und das ohne Übernahmen. Zum fünften Mal in Folge gelang ein Wachstum von mehr als zehn Prozent. Auch die Gewinnmarge nahm zu. Wäre Straumann in einem Teilgebiet nicht durch einen Kapazitätsengpass gebremst worden, es wäre sogar noch besser gelaufen. Ich denke, das Unternehmen hat gute Chancen, auch in den kommenden Jahren mit prozentual zweistelligen Raten zu wachsen. Neue Implantatprodukte finden Anklang. Und Gebiete wie Zahn­ästhetik, in denen Straumann erst seit kurzem drin ist, bieten noch viel Potenzial. Etwas Bauchschmerzen bereitet mir hingegen die Bewertung. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich von 40 lässt keine Ausrutscher zu. Kaufen

Besseres Ergebnis realistisch

Der Rückversicherer Swiss Re hat die Anleger verunsichert. Die Aktien korrigierten sich am Donnerstag nach Vorlage der Jahreszahlen, obschon der Konzern die Dividende von 5.60 auf 5.90 Franken erhöht. Die Ausschüttung ist mehr als doppelt so hoch wie der Jahresgewinn von 727 Millionen Dollar respektive umgerechnet 2.40 Franken je Aktie. Im Kerngeschäft mit Katastrophendeckung und Lebensrückversicherung ist Swiss Re auf gutem Pfad. Doch in zwei weiteren Geschäftsbereichen lief es katastrophal. Konzernchef Christian Mumenthaler zeichnet dennoch günstige Perspektiven. Mit den getroffenen Sanierungsmassnahmen und den Fortschritten im Neu­geschäft sei 2020 ein deutlich kräftigeres Ergebnis realistisch. Sein Szenario basiert auf der Annahme, die Zahlungen nach Natur­katastrophen würden dieses Jahr nicht über dem Zehnjahresdurchschnitt ausfallen. Die Aktien sind gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Branchenschnitt bewertet. Ich bleibe skeptisch, weil der Leistungstrend des Konzerns äusserst volatil verläuft. Halten

Umbau beobachten

Die meisten von Ihnen kennen wohl die Ladenlokale von K Kiosk, Brezelkönig oder Caffè Spettacolo, mich interessiert aber mehr der Konzern dahinter, Valora. Die Baselbieter machen einen guten Job, indem sie das klassische Kiosk­geschäft konsequent zurückfahren und mehr auf frische Esswaren und Getränke setzen. Valora-Chef Michael Mueller stellt sicher, dass kein Retail-Trend verschlafen wird, zuletzt mit der Lancierung von kassenlosen Läden. Vorerst steht aber nochmals ein Übergangsjahr an. Valora investiert rund 110 Millionen Franken, mehrheitlich in den Umbau der SBB-Verkaufsflächen. Das lastet auf der Gewinnentwicklung. Positive Überraschungen wie bei den jüngsten Geschäftszahlen liegen aber durchaus drin, und die attraktive Dividende ist gesichert. Die Kombination aus Innovation, zuverlässigem Management und robustem Geschäftsmodell überzeugt mich trotzdem. Die Frage ist, wann der Markt Valoras Transformation honoriert. Behalten Sie den Konzern auf der Beobachtungsliste, und kaufen Sie mit einem längerfristigen Anlagehorizont bei Kursrücksetzern zu. Abwarten

Das Geschäft geht auf

Cembra hat es wieder einmal geschafft. Die Konsumkreditbank hat vergangenes Jahr Ertrag und Gewinn über den Erwartungen gesteigert. Besonders das Kreditkartengeschäft legt überproportional zu. Aber auch das Geschäft mit Konsumkrediten und Fahrzeug­finanzierungen steht dank der Übernahme von Konkurrentin Cashgate auf soliden Beinen. Für 2020 rechnet Cembra mit einem deutlich höheren Gewinn pro Aktie. Noch besser sind die Aussichten für 2021, wenn die Cashgate-Übernahme sich voll bezahlt machen wird. Cembra selbst rechnet weiterhin mit 25 bis 30 Millionen Franken zusätzlichem Gewinn. Man mag von Konsumkrediten und Fahrzeugleasing halten, was man will – für Cembra und ihre Aktionäre geht das Geschäft auf. Dass die Bank ausserdem kaum Kreditausfälle verzeichnet, ist ein Zeichen dafür, dass sie verantwortungsvoll arbeitet. Das gefällt nicht nur mir, sondern auch den Anlegern. Der Aktienkurs ist den guten Resultaten in den vergangenen Monaten vorausgeeilt. Allein seit Anfang Jahr haben die Titel 13 Prozent zugelegt. Und ich sehe keinen Grund, warum das nicht so weitergehen sollte. Kaufen

Bedenken nicht zerstreut

Auch Sulzer gefällt. Der Umsatz ist letztes Jahr 11 Prozent auf
3,7 Milliarden Franken gestiegen, der Bestellungseingang übertraf den Vorjahreswert um 6 Prozent, und die Gewinnmarge nahm erneut zu. 2020 soll es weiter nach oben gehen, wenn auch mit vermindertem Tempo. An der Börse verpufften die guten Zahlen. Dort rückt zunehmend umwelt- und sozialgerechtes Anlegen ins Rampenlicht. Das Fachkürzel dafür ist ESG (Environment, Social and Governance). Die Investoren fürchten, dass energieintensive Branchen mittelfristig von einer strengeren und damit wachstumshemmenden Regulierung betroffen sein können. Sie meiden daher beispielsweise Titel aus dem Öl- und Gassektor. Weil Sulzer gegen 30 Prozent des Umsatzes mit Lieferungen an den Öl- und Gassektor erwirtschaftet, trifft es auch deren Titel. Sulzer weist zwar auf die gute ESG-Einstufung des Unternehmens hin, doch die Bedenken der Anleger konnte es nicht zerstreuen. Der Aktie fehlt es für mich an Kaufanreizen. Die hohe Rendite von gegen vier Prozent macht sie aber haltenswert. Halten

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