Sika verzeichnet einen Umsatzsprung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es dem Bauzulieferer gelungen, den Umsatz auf über 8 Milliarden Franken zu steigern. Foto: Fabrice Coffrini/AFP

Der Bauzulieferer Sika hat ein starkes 2019 hinter sich – das überrascht mich in keiner Art und Weise; seit Jahren schon inszeniert der Konzern eine eindrückliche Erfolgsstory. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es Sika gelungen, den Umsatz erstmals auf über 8 Milliarden Franken zu steigern. Hinter dem Umsatzsprung steht im Wesentlichen die Akquisition der französischen Parex im Frühjahr. Damit ist Sika zu einem weltweit führenden Mörtelhersteller geworden. Trotz der mit Kauf und Integration verbundenen finanziellen Aufwendungen kündigt Sika ein zweistelliges Wachstum des operativen Ergebnisses und einen Rekordgewinn an – das ist überzeugend. Sika wird aufgrund der aktualisierten Strategie 2023 den Wachstumskurs in den kommenden Jahren fortsetzen, daran ist nicht zu zweifeln. Dennoch hat die Börse nach der Publikation der Umsatzzahlen zunächst negativ reagiert – am Freitag aber wieder korrigiert. Vorübergehende Kursrückgänge der hoch bewerteten Aktien bieten gute Einstiegsmöglichkeiten. Kaufen

Erstaunliche Entwicklung

Wäre die frühere Galenica-Gruppe eine Familiengesellschaft gewesen, hätte sie sich nicht aufgespalten. Aus Sicht der Risikodiversi­fikation war der Mix aus Medikamentengrosshandel und Apotheken einerseits sowie der risiko-, potenziell aber auch ertragreicheren Entwicklung von Medikamenten andererseits perfekt. Die Investoren wollten es anders. Im April 2017 wurden die beiden Geschäfte getrennt. Der Name Galenica steht seither für Verteilung und Verkauf von Medikamenten. Ich staune, wie sich die Aktien entwickelt haben. Zu 39 Franken ausgegeben, werden sie nun zu über 61 Franken gehandelt. In den vergangenen zwölf Monaten haben sie 36 Prozent gewonnen. Das ist formidabel für ein Unternehmen mit retailähnlichem Charakter. Doch die Investoren scheinen gemerkt zu haben, dass Galenica zwar kaum wächst, sich aber in einem schwierigen Umfeld sehr gut behauptet. Die Bewertung an der Börse mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 hat allerdings ein Niveau erreicht, das mich etwas vorsichtig stimmt. Halten

Atemaussetzer verhindern

Bei Empfehlungen für Biotechunternehmen bin ich vorsichtig, denn sie sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Wenn eine Wette aufgeht, dann können satte Gewinne winken. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn der Betrieb positive Daten aus einer Medikamentenstudie bekannt gibt oder die Behörden grünes Licht für die Vermarktung eines Wirkstoffs geben. Kommt es in der Entwicklung zu Rückschlägen, stürzt bei kleineren Unternehmen mit nur wenigen Produktkandidaten auch der Aktienkurs ab. Newron könnte innerhalb weniger Monate für beides ein Beispiel abgeben – oder ein Beispiel für zwei Abstürze in kurzer Zeit. Einen Absturz hat Newron im vergangenen Frühling erlebt, als die US-Gesundheitsbehörde zusätzliche Studien zu einem Parkinsonmittel verlangt hat. Die Aktien verloren 25 Prozent und gaben danach weiter nach. In den nächsten Tagen sind Daten zu einem zweiten Mittel fällig. Es soll Atemaussetzer bei Patienten mit dem Rett-Syndrom vermindern. Sind die Ergebnisse gut, könnte Newron einen Zulassungsantrag einreichen. Es wäre das erste Mittel gegen diese schwere Erbkrankheit, von der fast ausschliesslich Mädchen betroffen sind. Spekulativ kaufen

Neunter Absatzrekord in Folge

Mit dem Namen Pierer Mobility wissen wohl die wenigsten etwas anzufangen. Das ist insofern schade, als er von einem leistungsfähigen Unternehmen getragen wird, das zudem die SIX Swiss Exchange als Hauptbörse hat. Ich spreche von der früheren KTM Industries, dem österreichischen Hersteller herkömmlich und elektrisch angetriebener Zweiräder mit den Hauptmarken KTM und Husqvarna ­sowie neu auch mit der spanischen Marke Gasgas. Für 2019 hat die Gesellschaft mit gut 280 000 verkauften Motorrädern (+7 Prozent) eben den neunten Absatz­rekord in Folge gemeldet. Für den Umsatz wird ebenfalls ein Bestwert in Aussicht gestellt, während die Betriebsgewinnmarge mit 8 bis 9 Prozent ein wiederum sehr respektables Niveau erreichen dürfte. Ich sehe kein Ende der Rekordfahrt: Bis 2022 sollen 400 000 Motorräder abgesetzt werden, wertschaffend bei anhaltend guten Margen. Die schönen Aussichten gibt es allerdings nicht umsonst. Die Aktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020 von 22 nicht günstig, was auch am geringen Streubesitz von 37 Prozent liegt. Alles in allem gilt daher mindestens: Halten

Aus dem Gröbsten raus

Was ABB für die Schweiz ist, ist General Electric (GE) für die USA. Das riesige Industriekonglomerat, das unter Managerlegende Jack Welch in den Neunzigerjahren zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufstieg, kämpft seit Jahren mit einem schmerzhaften Turnaround. Davon zeugen die Hunderten von Stellen, die GE in Baden AG abgebaut hat. Doch unter dem neuen Chef Larry Culp geht es langsam wieder aufwärts. Culp verkauft einen Unternehmensteil nach dem anderen, was GE finanziell stabilisiert hat und den 50 Milliarden Dollar grossen Schuldenberg weiter abträgt. Der Markt goutiert Culps beherztes Vorgehen, die GE-Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten 40 Prozent gewonnen. Damit ist GE aus dem Gröbsten raus. Die Luftfahrttechnik leidet unter dem Grounding des Problemfliegers Boeing 737 Max, und das Energiegeschäft ist restrukturierungsbedürftig. Dennoch bin ich der Ansicht, dass GE auf lange Frist interessant bleibt. Wer mittelfristig profitieren will, ist mit den zyklischen Aktien der Konkurrenten ABB oder Siemens aber besser bedient. Halten

 

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