Wenn Gebühren die Rendite auffressen

Mit konservativen Obligationenfonds verdient man derzeit kaum etwas. Umso wichtiger sind tiefe Gebühren.

Ausser Spesen nix gewesen: Reine Obligationenfonds haben derzeit wenig zu bieten. Foto: iStock

Bis anhin hat mir mein jetziger Fund, der UBS Bond Fund USD Valor 608429, über die Jahre nur Defizit gebracht. Nun schlägt mir die Bank einen Umtausch in den UBS Bond Fund Globale Flexible Valor 50 363665 vor. Doch das hat Mehrkosten für mich zur Folge. Was halten Sie vom Vorschlag der Bank? P.L.

Der von Ihnen gehaltene UBS Bond Fund USD Valor 608429 ist ein reiner Obligationenfonds, der breit diversifiziert in auf US-Dollar lautenden Anleihen aus dem Investment-Grade-Bereich investiert. Dabei liegt der Fokus auf Papieren von Schuldnern mit einer erstklassigen Schuldnerbonität. Das bringt Ihnen zwar eine gute Sicherheit, aber schränkt Ihre Renditemöglichkeiten im aktuellen Tiefzinsumfeld stark ein.

Grösste Positionen sind KFW, Bank Nederlandse Gemeenten, Inter-American Development Bank, Federal National Mortgage Association, Abu Dhabi Government International Bond und die European Investment Bank. Offenbar ist auch die UBS selbst mit dem Fonds nicht mehr zufrieden. Jedenfalls legt sie den Fonds im Rahmen einer sogenannten strategischen Neuausrichtung mit dem UBS Bond Fund Globale Flexible Valor 50 363665 zusammen.

Dieser investiert im Gegensatz zu Ihrem bestehenden Fonds weltweit auch in Anleihen mit unterschiedlicher Währung, teilweise abgesichert zum Dollar, in hochverzinsliche Anleihen sowie in Anleihen von Schwellenländern. Das verspricht Ihnen höhere Renditechancen, was ich angesichts der Strategieanpassung für realistisch halte.

Allerdings dürften sich für Sie dadurch auch die Risiken erhöhen. Gerade Anleihen von Schwellenländern und Hochzinsanleihen sind in der Regel deutlich höheren Risiken ausgesetzt. Da müssen Sie sich genau überlegen, ob Sie wirklich bereit sind, höhere Risiken in Kauf zu nehmen, damit Sie die Aussicht auf etwas mehr Rendite haben.

Ein zusätzlicher Nachteil besteht darin, dass durch die Fondszusammenlegung die jährlichen Kosten, die dem Fonds belastet werden, von aktuell 0,97 Prozent auf 1,24 Prozent pro Jahr steigen. Die Währungsabsicherung und die höhere Komplexität von Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen haben ihren Preis. Ob für Sie die Rechnung letztlich aufgeht, dafür haben Sie keine Garantie. Immerhin wäre der Wechsel während einer beschränkten Zeit kommissionsfrei.

Falls Sie weiterhin in einen reinen US-Dollar-Anleihenfonds investieren möchten, bietet Ihnen die UBS als Alternative auch den Umtausch in den J.P. Morgan US Aggregate Bond Fund Valor 2 085 493 an. Offen gesagt, bringt das aus meiner Sicht wenig. Wenn Sie im Bereich der reinen US-Dollar-Anleihen bleiben möchten und Wert auf hohe Schuldnerbonität legen, können Sie auch einen passiven Fonds dafür nutzen, bei dem Sie wesentlich weniger Gebühren zahlen.

Als Alternative würde ich dann eher den UBS (CH) Investment Fund – USD Bonds Passive Valor 35656902 nutzen. Dieser Fonds investiert schwergewichtig in US-Dollar-denominierten Staatsanleihen. Die jährlichen Kosten sind mit einer Gesamtkostenquote Total Expense Ratio von 0,22 Prozent deutlich tiefer als bei Ihrem bisherigen Fonds oder bei den von der UBS vorgeschlagenen aktiv geführten Anleihenvehikeln.

6 Kommentare zu «Wenn Gebühren die Rendite auffressen»

  • Bernhard Piller sagt:

    Zur Problematik der tiefen Renditen kommt noch dazu, dass meines Wissens die Provisionen und Retrozessionen nicht in den Fonds fliessen, sondern bei den Fonds-Verwaltern bleiben. Darüber wird aber nicht geredet.

  • Daniel von Trub sagt:

    Warum Anleihen in diesem Tiefzinsumfeld?
    Ich verstehe wirklich nicht warum man sich nicht selber mit der Thematik Finanzen an den Finanzmärkten auseinander setzen kann.
    Warum soll ich einem Fondsmanager mein hart erarbeitetes Geld anvertrauen?
    Ein ausgewogenes Aktienportfolio oder halt nur ETF’s und dies mittels Sparplan über Dekaden befüllen, kann aus meiner Sicht jetzt nicht so schwer sein und ist auch keine Raketenwissenschaft.
    Aber wie heisst es so schön: Wenn 95% der Leute genau das machen was der Mainstream vorgibt, dann haben halt 95% der Leute eben diese Resultate die das Establishment beim kleinen Bürger haben will.

    • Pan Flöte sagt:

      Ja, absolut einverstanden!

      Natürlich ist es einfach, sich mit einem ETF-Sparplan über die Jahre ein Vermögen anzusparen, aber viele wissen nichts davon (d.h. Sparplan und ETFs sind vielen unbekannt). — Ein bisschen Alltag-Finanzthemen in der Schule täte gut.

      • Pan Flöte sagt:

        Mögliche Themen für die Alltagsfinanzen (z.B. für die 9. Klasse):
        — 3-Säulen-System in der Schweiz
        — Welche Anlagekategorien gibt es (Obligationen, Aktien, Liegenschaften, Rohstoffe)
        — aktive und passive Fonds (inkl. ETFs)
        — Zinseszinsrechnung (mit Grafiken erklärt)
        — wie fülle ich eine Steuererklärung aus
        — etc.

  • Stefan H. sagt:

    Und im ganzen Artikel kein Wort über die Sinnhaftigkeit von 100% USD Risiko für einen CHF Anleger…

Kommentar

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