Warum sich teure Fonds oft nicht auszahlen

Aktiv verwaltete Indexfonds sind nur gerechtfertigt, wenn es gelingt, den Vergleichsindex zu schlagen – ansonsten geht es günstiger.

Bei Fonds sollte man immer ein Auge auf die Gebühren haben: Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Ich besitze Anteile am CS Fund 3-Credit Suisse (CH) Swiss Blue Chips Equity Fund. Von meiner Bank habe ich die Mitteilung erhalten, dass die Fondsleitung beschlossen hat, den Fonds mit dem CS Fund 3 – Credit Suisse (CH) Swissac Equity Fund zu fusionieren. Soll ich nun die Gelegenheit ergreifen und die Anteile zurückgeben und den Betrag anderweitig investieren? Der Fonds hat mich in den Jahren nicht sehr überzeugt. Im Schreiben der Bank sind keine weiteren Angaben über das Umtausch- oder Verkaufsprozedere vorhanden. B. L.

Der von Ihnen gehaltene Credit Suisse (CH) Swiss Blue Chips Equity Fund B ist ein altes Vehikel, das von der Grossbank bereits vor 70 Jahren aufgelegt wurde. Der Fonds fokussiert sich auf Aktien von Schweizer Unternehmen und hat als Vergleichsindex den breiten Swiss Performance Index.

Als aktiver Anlagefonds versucht die Fondsleitung, durch gezielte Titelselektion den Vergleichsindex zu schlagen. Mit einer Gesamtkostenquote Total Expense Ratio (TER) von 1,58 Prozent ist der Fonds teuer.

Der CS Swissac Equity Fund, mit dem Ihr bisheriger Fonds fusioniert wird, ist ähnlich aufgestellt. Auch dieses Vehikel setzt voll auf Schweizer Aktien und hat den Swiss Performance Index als Vergleichsindex. Auch punkto Kosten ist der Fonds mit einer Gesamtkostenquote Total Expense Ratio (TER) von 1,58 Prozent gleich teuer wie ihr bisheriger Fonds.

Zu den grössten Positionen des Fonds zählen bekannte Schweizer Blue Chips wie Nestlé, Novartis und Roche, aber auch Papiere der UBS, CS, Valora, Sunrise, Zürich, Richemont und Landis+Gyr.

Negativ bei diesem Fonds finde ich zusätzlich zu den hohen Gebühren auch die Tatsache, dass es dem Fonds in den letzten Jahren mehrfach nicht gelungen ist, seinen Vergleichsindex zu schlagen. Nur wenn der Fonds besser performen würde als der Vergleichsindex, wären aus meiner Sicht die beträchtlichen Fondsgebühren gerechtfertigt. Ansonsten könnten Sie ebenso gut einen an den Swiss Performance Index (SPI) gekoppelten, passiv verwalteten Indexfonds nutzen wie ihn Konkurrenten wie Swisscanto anbieten oder einen Exchange Traded Fund wie ihn iShares von Blackrock auflegt.

Diese bilden praktisch eins zu eins die Entwicklung des SPI ab, Sie bezahlen aber deutlich weniger Gebühren – je nach Instrument sind es dann noch die Hälfte der Gebühren. Da Gebühren immer einen Teil der Rendite wegfressen, verbessern Sie dadurch auch Ihre Nettoperformance.

Aktiv verwaltete Fonds können sich in bestimmten Marktphasen oder bei speziellen Anlagegruppen oder -strategien durchaus lohnen. Wenn es der Fondsleitung wie in Ihrem Fall aber nicht gelingt, mehrheitlich den Index deutlich zu schlagen und der gewünschte Markt ohnehin einfach mit einem passiv verwalteten Indexfonds abgedeckt werden kann, ist ein teurer aktiv verwalteter Fonds aus meiner Sicht eine schlechte Wahl.

Vor diesem Hintergrund würde ich in Ihrem Fall die Fondsanteile an die CS zurückgeben und einen deutlich günstigeren Indexfonds oder Exchange Traded Fund auf den SPI kaufen. Damit können Sie den Schweizer Markt ebenso gut abdecken, fahren aber punkto Gebühren deutlich günstiger.

4 Kommentare zu «Warum sich teure Fonds oft nicht auszahlen»

  • Peter Rohner sagt:

    Neben den Gebühren für Fonds sind auch die Gebühren der Online-Broker bzw. der Depot-Banken zu beachten. Einen ausführlichen Broker-Vergleich gibt es bei „justETF“:

    https://www.justetf.com/ch/online-broker-vergleich/etfs-kaufen.html

  • Pawel sagt:

    Die ganze Vermögensverwaltung ist eine einzige Illusion, beruhend auf Schuldgeld aus dem Nichts.
    Lesen Sie dazu:
    https://www.goldseiten.de/artikel/429332–In-einer-truegerischen-Welt-spricht-Gold-die-Wahrheit.html
    und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

    Die private Energiewende für Eigenheimbesitzer ist angesagt und sehr viel rentabler.

    Im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF) können BesitzerInnen von privatem Wohneigentum alle 5 Jahre Ihr Geld aus der Säule 2 oder 3a entnehmen, zu einem reduzierten Satz von ca. 7% versteuern und in Photovoltaik, Wärmepumpe, Elektromobilität etc. reinvestieren.
    Die Gesamtrendite beträgt schnell über 60%!
    Strom ist ein sehr realer Wert über Jahrzehnte – gegenüber einem Rendite-Versprechen in einer ungewissen Zukunft.

  • urs brand sagt:

    Vor vielen Jahren habe ich auf Empfehlung in den CS Euroreal Immofond investiert. Neben der hohen jährlichen Gebühr gabs noch eine happige Ausgabekommission von ca. 5%. Dann 2015 wurde der Fond geschlossen und befindet sich seit dem in Liquidation. Seit bald 5 Jahren erhalte ich tranchenweise Geld ausbezahlt, warte aber immer noch darauf, dass das Trauerspiel endlich ein Ende findet und ich den Rest meines Geldes erhalte. Als Investor sind mir die Hände gebunden und muss zuwarten. An wen die Immobilien verscherbelt wurden erfahre ich nicht und muss der Bank glauben, dass sie ihr Bestes tut. Fazit nie wieder kaufe ich einen aktiven Fond einer Bank. Wenn dann nur noch ETF’s.

  • Loris sagt:

    Bestätigt – einmal mehr – dass die Banken immer Ihren eigenen Vorteil suchen.
    Das ist dann verwerflich, wenn der Staat zB die Säule 3a „subventioniert“ (Steuerbegünstigungen) und Banken für Wertschriftendepot Kosten belasten, wie die Ziele des Staats schmälern.
    Banken sind von Subventionen auszuschliessen.

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