Häppchenweise Fondsanteile kaufen? Macht Sinn!

Unser Geldberater verrät, welche Fonds geeignet sind – und warum bei hauseigenen Fonds der Banken Vorsicht geboten ist.

Diversifikation als Fundament: Fondsinvestitionen sollten monatlich stattfinden. Foto: iStock

Durch den Verkauf meines Grosselternhauses bleibt mir und meiner Frau genügend Geld, um in den nächsten fünf Jahren davon zu leben. Auf der anderen Seite bauen wir Vermögen auf. Der Berater bei der UBS ist der Meinung, dass wir unser monatliches Renteneinkommen laufend anlegen sollten. Er schlägt uns dafür den UBS Strategy Equity oder UBS Global High Dividend und UBS Swiss High Dividend vor. Die CS hingegen empfiehlt uns den CS European Dividend Plus Equity Fund, CS Swiss Dividend Plus Equity Fund, CS Global Dividend Equity Fund und als Favorit den CS 130/30 Swiss Equity Fund. Ist die Strategie, monatlich mit einem festen Betrag Anteile an einem oder mehreren der vorgeschlagenen Fonds zu kaufen, eine gute Idee? C.R.

Die Grundidee, Ihre Einnahmen aus den Renten, die Sie aufgrund der Erbschaft während der nächsten fünf Jahre nicht für die Bestreitung Ihres Lebensunterhaltes benötigen, regelmässig in Fonds zu investieren, halte ich für sinnvoll.

Indem Sie einen grossen Betrag nicht einmalig, sondern regelmässig mittels geringeren Summen anlegen, senken Sie für sich das Risiko, ausgerechnet zu einem schlechten Zeitpunkt alles Geld investiert zu haben. Wenn Sie jeden Monat kaufen, erwerben Sie die Fondsanteile mal günstiger und mal teurer, erreichen aber über die Zeit für die gesamte Anlagephase in der Regel einen guten Durchschnittswert.

Dieses Vorgehen macht erst recht Sinn, da Sie mir schreiben, dass Sie aus erbtechnischen Gründen den grossen Betrag aus dem Hausverkauf zuerst aufbrauchen möchten und darum die Renteneinnahmen regelmässig investieren wollen.

Eine ganz andere Frage ist indes, wie Sie das Geld aus dem Renteneinkommen anlegen. Der UBS Strategy Equity Fund, der Ihnen der Berater der UBS vorschlägt, investiert weltweit breit diversifiziert in Aktien und zu einem geringen Teil in Anleihen. Das Fremdwährungsrisiko zum Franken wird abgesichert, was allerdings mit dazu beiträgt, dass die Gesamtkosten des Vehikels mit 2 Prozent recht teuer sind.

Die übrigen vorgeschlagenen Fonds der UBS und der CS fokussieren sich auf Dividendenperlen – mal global, mal europaweit oder auch nur schweizweit. Diese Fonds machen grundsätzlich Sinn, da Sie eine ansprechende Rendite abwerfen.

Der von Ihrem Berater bei der Konkurrentin CS als Favorit empfohlene CS 130/30 Swiss Equity Fund hat das Ziel, den Referenzindex SPI langfristig zu schlagen, und setzt im grösseren Stil auch strukturierte Produkte ein, wobei der Fondsmanager einen möglichen Hebel von bis zu 25 Prozent einsetzen darf.

Trotz kleineren Differenzen sind die vorgeschlagenen Fonds der UBS und der CS stark oder sogar vollumfänglich auf Aktien fokussiert und punkto Gebühren nicht gerade günstig. Sie müssen sich gut überlegen, ob Sie die mit diesen Fonds verbundenen erhöhten Schwankungsrisiken wirklich tragen wollen und können.

Für einen erhöhten Aktienanteil spricht, dass Sie das Geld in den nächsten fünf Jahren sicher nicht brauchen und auch sonst noch über liquide Mittel verfügen. Dennoch sollten Sie sich vor Augen halten, dass die Kurse während längerer Zeit durch ein Jammertal gehen können. Da braucht es Nerven, um das aushalten zu können. Ein Vermögensverwaltungsmandat würde Ihnen eine bessere Diversifikation bringen und wäre auf Ihre persönliche Risikofähigkeit abgestimmt.

Punkto Gebühren würde ich mir von den zwei Banken zusätzlich passiv verwaltete Fonds vorschlagen lassen. Dabei würde ich verlangen, dass man Ihnen nicht nur hauseigene Fonds, bei denen die Bank am meisten verdient, offeriert, sondern auch günstige Indexfonds von Konkurrenten oder Exchange Traded Funds (ETF), die auf Dividendenperlen fokussieren. Da gibt es weltweit eine Vielzahl von Instrumenten.