Bankkonkurs: Was wäre, wenn …?

Auch wenn ein Konkurs wenig wahrscheinlich ist, sollte man wissen: Nicht alle Banken sind gleich sicher.

Eine der sichersten Banken der Schweiz – mit Bestnote: die Zürcher Kantonalbank. Foto: Keystone/Walter Bieri

Wie steht es betreffend Einlegerschutz bei Depots mit Aktien, Obligationen und Fonds? Wenn nicht geschützt: Wird der Wert der Wertpapiere pro Kunde zu den Einlagen aufaddiert? Und wie ist es mit der Staatsgarantie bei der Postfinance und der ZKB? E.O.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass in der Schweiz eine Bank in Konkurs geht, recht gering ist, verstehe ich Sie gut, dass Sie sich Gedanken über die Sicherheit Ihrer Einlagen machen. Noch vor der letzten Finanzkrise hätte sich auch fast niemand vorstellen können, dass die bekannte US-Grossbank Lehman Brothers einmal zusammenbrechen würde.

Inzwischen ist Lehman Brothers Geschichte, und auch einige Investoren aus der Schweiz hatten im Zuge dieses Zusammenbruchs Geld verloren – und zwar nicht, weil sie bei Lehman Brothers ein Sparkonto hatten, sondern weil sie strukturierte Produkte besassen, die von der damaligen Lehman Brothers herausgegeben wurden. Seither wissen Anleger, dass man bei Banken nicht nur auf den Einlagenschutz achten sollte, sondern auch auf das Gegenparteienrisiko.

Beim Einlagenschutz ist es so, dass bei allen von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma zugelassenen Banken in der Schweiz ein Einlagenschutz von 100’000 Franken gilt. Und zwar pro Kunde und Bank und nicht etwa pro Konto. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Davon unabhängig gilt bei Freizügigkeitsgeldern und Einlagen auf Konten der steuerbegünstigten Säule 3a ein Konkursprivileg im Umfang von ebenfalls 100’000 Franken.

Diese Gelder sind zwar nicht von der Einlagensicherung garantiert. Dank dem Konkursprivileg hätte man im Falle eines Bankenkonkurses aber eine gute Chance, dass man sein Geld dennoch zurückerhält oder zumindest einen Grossteil davon.

Anders ist es bei Wertschriften – also bei Aktien, Obligationen oder Fonds, wie Sie sie in Ihrer Frage angesprochen haben. Hier gibt es keinen Einlagenschutz. Das ist auch gar nicht nötig. Denn Wertpapiere bleiben auch im Falle eines Bankkonkurses immer im Besitz der Kunden. Nach einem Bankzusammenbruch könnten Sie Ihre Wertpapiere an eine andere Bank übertragen lassen.

Über die eingangs erwähnte gesetzlich festgelegte Einlagensicherung im Umfang von 100’000 Franken hinaus bieten einige Kantonalbanken – allerdings nicht alle – eine Staatsgarantie. Die von Ihnen erwähnte Zürcher Kantonalbank bietet eine volle Staatsgarantie. Das heisst, dass im Krisenfall der Kanton Zürich haften würde.

Auch unabhängig davon gehört die ZKB zu den sichersten Banken: Sie zählt zu den wenigen Banken weltweit, die von den internationalen Ratingagenturen mit einer Triple-A-Note oder einer anderen Bestnote ausgestattet ist.

Die ebenfalls von Ihnen erwähnte Postfinance hingegen bietet keine Staatsgarantie mehr. Hier gilt wie bei jeder anderen Bank in der Schweiz der gesetzliche Einlagenschutz von 100’000 Franken pro Kunde und Bank.

3 Kommentare zu «Bankkonkurs: Was wäre, wenn …?»

  • andreas frutiger sagt:

    Die Sparkasse des Bundespersonals SKB, die praktisch von der Bundestresorerie «nebenbei» geführt wird, ist in dieser Analyse nicht erwähnt. Sie ist aber wohl die sicherste Bank der Welt, da sie eine unbeschränkte Bundesgarantie verfügt. Sie ist auf das Lohnsparen mit einem kleinem Zins ausgerichtet, vergibt eine billige EC-Karte und erlaubt Oneline-Zahlungen. Allerdings: Konten können nur das Bundespersonal und dessen Pensionierte halten. Auch werden keine Kredite mehr vergeben; früher gab es noch Hypotheken mit Vorzugszins. Deshalb ist heute die SKB also vor allem eine Leistung des Arbeitgebers Bund an sein seit 15 Jahren sehr stark gebeuteltes Personal.

    • M. Vetterli sagt:

      Es sind die Schweizer Steuerpflichtigen welche “ihrem” Personal eine Garantie bezüglich Kapitalerhalt geben.
      Dies ist ein Unding. Muss dringendst, zusammen mit den Kantonsgarantien zu den allermeisten KB’s aufgehoben werden. Das Verlustrisiko der Vermögen darf nicht auf die Allgemeinheit übertragen werden.
      Höchste Zeit wenn diesbezüglich gehandelt wird. Wahrscheinlich muss die EU der Schweiz Beine machen damit diesbezüglich endlich Fortschritte erzielt werden.
      Vielleicht muss auch erst eine Immobilienkrise ins Land ziehen.
      Die Kantone BE, VD, GE, welche die Staatsgarantie zu ihren KB’s mehr oder weniger gestrichen haben, sind “dank” Immobilienkrise der 90er zur Vernunft gekommen.
      Es ist leider sehr gut möglich, dass nur durch Extremereignisse das Vernunftdenken sich durchsetzt.

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