Kantonalbanken ohne Staatsgarantie?

Nicht alle der 24 in der Schweiz tätigen Kantonalbanken verfügen über eine Staatsgarantie. Ein Überblick.

Gleicher Name, ungleicher Schutz: 3 der 24 Kantonalbanken besitzen keine Staatsgarantie. Foto: Keystone

Wir haben eine Frage bezüglich der Staatsgarantie der Kantonalbanken. Verfügt die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) auch über eine Staatsgarantie? Kürzlich wurde uns gesagt, dass die Staatsgarantie bei der BLKB nicht gewährleistet sei. Wie steht es nun tatsächlich? G.M.

In der Schweiz gibt es 24 Kantonalbanken. 15 davon sind öffentlich-rechtliche Körperschaften, 9 sind als Aktiengesellschaften strukturiert. Von diesen 24 Kantonalbanken besitzen 21 Institute eine unbeschränkte Staatsgarantie.

Eine solche Staatsgarantie bedeutet für Sie als Kundin, dass der jeweilige Kanton im Insolvenzfall für die Verbindlichkeiten seiner Bank haftet und sicherstellt, dass Gläubigern kein Verlust entsteht. Bei diesen Instituten kommt man somit in den Genuss eines zusätzlichen Schutzes.

Einerseits können Sie wie bei jeder anderen in der Schweiz tätigen Bank auf den gesetzlichen Einlagenschutz vertrauen. Gemäss diesem sind Einlagen im Umfang von maximal 100’000 Franken je Kunde und Bank garantiert. Bei einer Kantonalbank mit Staatsgarantie haben Sie darüber hinaus einen zusätzlichen Schutz in Form der Haftung im Konkursfall des jeweiligen Kantons für die entsprechenden Verbindlichkeiten.

Von den 24 Kantonalbanken in der Schweiz verfügen lediglich die Kantonalbanken von Genf, Waadt und Bern nicht über eine Staatsgarantie. Alle übrigen weisen eine solche aus – also auch die Basellandschaftliche Kantonalbank. Auf der Website der BLKB können Sie denn auch lesen: «Das alleinige Stimmrecht liegt beim Kanton Basel-Landschaft, der gemäss Gesetz für die Verbindlichkeiten der Bank haftet.» Das bedeutet, dass die BLKB über eine Staatsgarantie verfügt.

Vom Grundkapital der BLKB von 217 Millionen Franken sind 160 Millionen Franken im Besitz des Kantons Basel-Landschaft und die übrigen 57 Millionen Franken in Form von BLKB-Zertifikaten von je 100 Franken Nennwert auf dem Kapitalmarkt breit diversifiziert in den Händen von Anlegern. Das Institut ist die grösste Bank im Baselbiet und betreibt 20 Niederlassungen im Kanton sowie je eine im Kanton Solothurn und im Kanton Basel-Stadt.

Eine hohe Sicherheit attestiert der Bank auch die internationale Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Sie hat der BLKB ein AA-Rating erteilt, was als ein sehr gutes Rating gilt. Ein noch besseres Rating besitzt nur die Zürcher Kantonalbank, die gar ein Triple-A-Rating aufweist.

Mit zum guten Rating der BLKB trägt zweifellos die Staatsgarantie bei, nach der Sie gefragt haben. Allerdings hätte die Bank auch ohne die Staatsgarantie des Kantons Basel-Landschaft aufgrund der soliden Finanzlage und Kapitalisierung immerhin noch ein gutes A+-Rating von Standard & Poor’s.

6 Kommentare zu «Kantonalbanken ohne Staatsgarantie?»

  • Lana Hinder sagt:

    Genau solche – falschen Artikel- machen die Masse (den kleinen Mann) glauben sein Geld wäre sicher. Und verhindern kluge langfristige neue Strategien; z.Bsp. die Vollgeldinitiative!
    Selbst der Basler Ausschuss der Bankenaufsicht UND der Finma schreiben dass Kontoinhaber NICHT sicher sein könne, dass ihre Guthaben gedeckt sind.
    Die 6 Milliarden würden rechnerisch für 60’000 Konten reichen.
    Nun, wieviel Konten gibt es wohl in der Schweiz?
    Das ganze ist hanebüchen…..und viel zuwenige empören sich!
    Nachzulesen in „Unerwarteter Support für die Vollgeldinitiative, Luzerner Zeitung von Roger Braun. Bitte lesen Herr Spieler.

    • Josef Marti sagt:

      Die Staatsgarantie ist idiotensicher, denn es haftet jeder einzelne Steuerzahler. Im Bankrottfall beschafft der Staat resp. Kanton über Steuern und Neuschulden unbegrenzt Kohle wenn es sein muss. Dafür kassiert der Kanton als Eigentümer zB der ZKB auch jährlich seine Dividenden.
      Banken und va. Kantonalbanken sind nichts anderes als Staatsbetriebe.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Hinder: Sie wollen Vollgeld, weil Sie kein Vertrauen in die Geschäftsbanken haben. Aber Vollgeld funktioniert nur, wenn Sie Vertrauen in die SNB haben und letztendlich in den Staat. Und bei den Kantonalbanken haftet ja der Staat.

  • Michael Maloney sagt:

    Wieviel diese Ratings wert sind, sollte einem eigentlich noch aus der Sub-Prime Krise bekannt sein…

    • Von Plant sagt:

      Also ich kenne die BLKB seit Jahrzehnten; eine grundsolide und trotzdem sehr profitable Bank! Staatsgarantie hin oder her: die Bank ist sicher wie Fort Knox!

  • Frutiger Andreas sagt:

    Eine noch sichere Bank als die Kantonalbanken ist offensichtlich die „Sparkasse des Bundespersonals“, deren Einlagen vom Bund garantiert sind. Wie ihr Name besagt, ist sie jedoch dem Bundespersonal vorbehalten. Sie funktioniert bestens: Online banking für Transfers und Zahlungen, akzeptabler Sparzins, EC-Karte, aber keine Kreditvergabe, keine Minussaldi und kein Trading. Nur die EC-Karte kostet CHF 10.- pro Jahr; der Rest ist gratis.

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