Wie Sie zu relevanten Firmeninfos kommen

Geschäftsberichte, Zahlen und News: So lassen sich die Risiken einer Einzelaktie bestmöglich abschätzen.

Schutz vor negativen Überraschungen: Als Aktionär sollte man sich für seine Firmen interessieren. Foto: iStock

Ich bin daran, ein kleines Portefeuille aufzubauen. Ich setze vor allem auf Einzelaktien mit guten Renditen und hoher Sicherheit. Angaben über die Ausschüttungen findet man einfach. Bezüglich finanzieller Sicherheit sieht es meines Erachtens anders aus; da muss man schon fast zuerst Aktionär sein, bevor man Informationen bekommt. Oder sehen Sie das anders? P.H.

Wenn Sie auf Einzelaktien setzen, ist es in der Tat wichtig, dass Sie sich über die Unternehmen, von denen Sie Aktien halten, gut informieren und deren Berichterstattung regelmässig verfolgen. Wer das nicht möchte, sollte keine Einzeltitel halten, sondern Fonds erwerben.

Wer Einzelaktien bevorzugt, sollte sich wirklich für seine Aktien und deren Unternehmen interessieren, ansonsten kann man als Privatanleger sein blaues Wunder erleben und ist plötzlich mit hohen Buchverlusten konfrontiert, ohne dass man die Gründe kennt. Wenn man indes regelmässig die Geschäftsentwicklung der Börsenfirmen, in die man investiert hat, im Auge behält, hat man eher die nötigen Entscheidungsgrundlagen für seine Anlageentscheide.

Auch als Privatanleger hat man heute einfach Zugang zu sehr vielen Unternehmensinformationen – sei es über die Medien wie Internet, Zeitungen, TV und Radio, aber auch von den Firmen selbst. Gemäss Börsenrichtlinien sind die an der Börse gehandelten Unternehmen zu Transparenz verpflichtet und müssen alle relevanten Informationen einfach zugänglich machen.

Zu all diesen Informationen haben Sie auch Zugang, wenn Sie noch nicht Aktionär einer Börsenfirma sind. Denn die Informationen sind auf den Websites der Börsenunternehmen unter der Rubrik Investor Relations frei zugänglich. Da bekommen Sie auch Einblick in die Geschäftsberichte, in die Zahlen und die aktuellen börsenrelevanten Unternehmensnews.

Somit sind Sie durchaus in der Lage, auch vor einem Aktienkauf eine Vielzahl von relevanten Informationen über ein Unternehmen zu sammeln und sich ein Bild darüber zu machen, ob dieses finanziell robust aufgestellt ist oder nicht.

Anhand dieser Daten sehen Sie etwa, wie es um die Fremdfinanzierung steht, wie viel Eigenkapital das Unternehmen hat und welches die relevanten Risiken sind. Denn aufgrund der Börsenrichtlinien ist die Unternehmensführung verpflichtet, die Anleger über alle wichtigen Veränderungen und Risiken rasch zu informieren, sodass alle Investoren möglichst den gleichen Informationsstand haben – vorausgesetzt, dass sie sich auch selbst um die Informationen kümmern.

Jedenfalls muss die Börsenfirma die relevanten Informationen umgehend veröffentlichen – etwa dann, wenn sich abzeichnet, dass die bisher bekannten Gewinnziele nicht erreicht werden können. Das Unternehmen gibt in einem solchen Fall eine Gewinnwarnung heraus, was den Börsenkurs der Firma in der Regel schwer belastet.

Wenn Sie sich also ein Bild über ein an der Börse gehandeltes Unternehmen machen wollen, sollten Sie auf seiner Website die im Bereich Investor Relations zugänglichen Informationen und Daten genau studieren. Da finden Sie übrigens auch alle für das Unternehmen wichtigen Termine wie Generalversammlung, Dividendentermine oder geplante Zahlenpublikationen.

Als Aktionär sollte man sich für seine Firmen interessieren. So verhindert man negative Überraschungen und kann erfolgreicher investieren.

3 Kommentare zu «Wie Sie zu relevanten Firmeninfos kommen»

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