Die Grenzen unseres Geldschöpfens

Warum es gefährlich ist, wenn die Notenbank immer mehr Geld druckt.

Franken in Serie: Seit der Finanzkrise ist die Geldmenge in der Schweiz um über 1000 Prozent gestiegen. Foto: PD

Einmal mehr wird die Schweizer Wirtschaft durch den starken Franken belastet. Offenbar flüchten wieder einige Nationalbanken, Banken und Anleger in den Schweizer Franken. Ich wundere mich, weshalb die Nationalbank nicht einfach Schweizer Franken druckt und damit Fremdwährungen kauft. Wenn der Hype vorbei ist, könnten die Schweizer Franken wieder zurückgekauft und vernichtet werden. Wo ist das Problem bei dieser Überlegung? H.N.

Was Sie anregen, macht die Schweizerische Nationalbank bereits seit langem: Sie kauft im grossen Stil Fremdwährungen und versucht so, den Franken abzuschwächen. Dass die Nationalbank auch in den letzten Wochen regelmässig an den Devisenmärkten interveniert hat, zeigen die Sichtguthaben der inländischen Banken. Die sind stark gestiegen.

Möglich sind die enormen Käufe von Fremdwährungen durch eine Ausweitung der Geldmenge. Vereinfacht gesagt, bedeutet das, dass die Nationalbank, so wie alle anderen grossen Notenbanken der Welt, längst die Notenpresse angeworfen hat und Geld druckt. Sie hat mehr Franken ins System gegeben und dadurch die Geldmenge ausgeweitet.

Hierzulande hat das ein enormes Ausmass angenommen: Seit der Finanzkrise vor rund zehn Jahren ist die Geldmenge in der Schweiz um über 1000 Prozent gestiegen und übertrifft selbst die Ausweitung der Geldmenge der Europäischen Zentralbank, die ebenfalls seit Jahren eine ultralockere Geldpolitik verfolgt. Diese ausgeweitete Geldmenge zurückzufahren, ohne dass die Konjunktur Schaden nimmt, ist sehr schwierig.

Was die Notenbanken seit Jahren mit ihrer Politik des spottbilligen Geldes und den Negativzinsen hierzulande praktizieren, ist aus meiner Sicht ein gefährliches Experiment mit unsicherem Ausgang. Interessant ist, dass die Devisenkäufe der Nationalbank momentan nur noch bedingt greifen: Trotz der Interventionen der SNB zugunsten des Euro notiert die europäische Einheitswährung seit Wochen unter 1.09 Franken. Über kurz oder lang dürfte der Euro zum Franken sogar noch weiter an Wert verlieren.

Die Nationalbank ist stark von der Europäischen Zentralbank abhängig. Wenn diese bis Ende Jahr die Zinsen noch mehr senkt, wovon man ausgehen kann, kommt die SNB erneut unter Zugzwang. Wenn sie nichts tut, wird der Franken noch stärker. Aufgrund der massiven Devisenkäufe hat sich die Bilanz der Nationalbank stark aufgebläht. Die damit verbundenen Risiken werden aus meiner Sicht unterschätzt, da die Notenbank ihre Bilanz nicht einfach locker abbauen kann.

Ohnehin halte ich es für falsch, wenn nur die Nachteile des starken Frankens beleuchtet werden. Die Stärke unserer Währung ist Ausdruck von Vertrauen in den Franken und in die Stabilität unseres Landes. Deswegen flüchten in unsicheren Zeiten viele ausländische Investoren in den Schweizer Franken. Die Erstarkung des Frankens ist nicht einfach ein Hype, sondern hat nachvollziehbare Gründe.

Zweifellos hat der starke Franken negative Auswirkungen für den Export und den Tourismus. Gleichzeitig sollte man aber auch die negativen Folgen der Negativzinsen der Nationalbank für die Altersvorsorge und die Sparer vor Augen halten. Zudem hat der starke Franken für die Konsumentinnen auch Vorteile. Durch den Kauf von Euro und Dollar kann die Nationalbank temporär gegen eine weitere Erstarkung des Frankens ankämpfen.

Auf lange Sicht funktioniert das aber nicht. Sollten die globalen Unsicherheitsfaktoren weiter zunehmen, der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter ungelöst bleiben und sich die Konjunktur in Europa stark abschwächen, verlieren die Devisenkäufe der SNB zunehmend an Wirkung, und eine weitere Abwertung des Euro zum Franken dürfte kaum vermeidbar sein.

63 Kommentare zu «Die Grenzen unseres Geldschöpfens»

  • Stefan W. sagt:

    Was ich nicht verstehe ist, wieso die Nationalbank das frisch gedruckte Geld immer an diejenigen verteilt, die ohnehin nicht mehr wissen, wohin mit all dem Geld, und es darum für Negativzinsen oder in fragwürdigen Konstrukten anlegen „müssen“. Wäre der wirtschaftsfördernde und frankenschwächende Effekt nicht viel zuverlässiger, wenn man einfach jedem Einwohner einen Tausender in die Hand drücken würde, anstatt 8 Milliarden in UBS&Co zu versenken?

    • Peter Rohner sagt:

      Bekannte Schnelldenker wie Philipp Hildenbrand setzen sich bereits intensiv mit diesem Thema auseinander:
      https://www.tagesanzeiger.ch/23894190

      • Muller Peter sagt:

        Das ist eben ein Systemfehler bei den Nationalbanken! Das Geld kommt nicht da an wo es Nötig ist! Die normale Bevölkerung hat nicht viel von den niedrigen Zinsen. Das System ist von den Reichen für die Reichen und da kommt das Geld dann auch an! Die haben ja überproportional verdient in den letzten 10-15 Jahren.
        Das Spiel geht solange bis der Normalo nix mehr hat! Der Krug geht zum Brunnen bis erbricht!

      • Pan Flöte sagt:

        @Muller
        Die Reichen wurden vor allem reicher, weil sie Aktien besassen und noch immer besitzen. Oder sich mit günstigen Hypotheken rechtzeitige Rendite-Liegenschaften gekauft haben. — Nur Reich-Sein nützt nichts, man muss sich auch gut auskennen, um reich zu bleiben oder noch reicher zu werden.

    • Marco Frei sagt:

      Absolut ihrer Meinung. Könnte ja via eine Steuergutschrift geregelt sein, oder eine für ein Jährige KK-Prämienverbilligung. Alle Wirtschaftsexperten sagen immer, dass die Ausweitung der Geldmenge nicht mehr funktioniert, weil es nie in der Realwirtschaft ankommt. Aber das würde sofort ankommen, da ein Grossteil der Leute dieses Geld schnell ausgeben würde.

    • Josef Marti sagt:

      Die letzte Notmassnahme um das System zu retten wäre Helikoptergeld im grossen Stil, die Auswirkungen wären aber unkontrollierbar, siehe damals 1923. Geldausweitung ohne entsprechenden Produktivitätszuwachs der Realwirtschaft führt unweigerlich zu Konsumpreisinflation resp. Hyperinflation. Helikoptergeld im grossen Stil wirkt genau gleich wie eine massive flächendeckende Lohnerhöhung für alle ohne Arbeitsleistung.

      • Stefan W. sagt:

        Aber das Problem mit der derzeitigen Geldmengenausweitung ist ja gerade, dass es /keinen/ entsprechenden Produktivitätszuwachs der Realwirtschaft gibt, weil die Empfänger es nicht weitergeben. Das Geld kommt nie bei der Familie an, die einen neuen Kühlschrank braucht, sich aber nicht leisten kann, und deshalb wird auch kein Kühlschrank produziert. (Oder nehmen Sie meinetwegen einen Nachhilfelehrer statt des Kühlschranks, wenn Sie Dienstleistungen statt Industrieproduktion bevorzugen). Würde man das Geld direkt der Familie geben, käme es unmittelbar in der Realwirtschaft an. Und ein einmaliger bzw. gelegentlicher „Bonus“ entspricht mitnichten einer pauschalen Lohnerhöhung für alle.

      • Christoph Bögli sagt:

        Helikoptergeld als singuläre Massnahme wäre nichts anderes als die kurzfristigen Effekte einer Steuersenkung. Das würde zwar nur zu einem volkswirtschaftlichen Strohfeuer führen, aber das wäre immerhin ein grösserer Nutzen als der momentanen Geldmengenausweitung über die Banken, bei denen das Geld dann irgendwo im System versinkert ohne realwirtschaftliche Auswirkungen. Mir scheint das ein wesentlich grösseres und gefährlicheres Experiment als ein begrenzter Helikoptergeldversuch. Zumal das Ganze kramphaft weitergeführt wird, obwohl die beabsichtigten Effekte ja offensichtlich nicht eintreten.

    • Jürg Bühler sagt:

      An wen genau glauben Sie denn, dass die SNB das Geld „verteilt“?
      Es ist ja nicht so, dass sie etwas verschenkt, wie Sie das vorschlagen. Vielmehr kauft die SNB Fremdwährungen und gibt dafür Sfr. aus. Die Banken haben dann diese bei der SNB auf dem „Konto“, also eine Verpflichtung der SNB und ein Guthaben der Bank, die darauf dann gar noch Negativzinsen bezahlen darf.
      Man sieht, dass viele Geldpolitik nicht wirklich verstehen, offenbar auch Herr Spieler, der Probleme sieht, die es wohl gar nicht gibt.
      Schliesslich haben wir keine Probleme mit der Inflation und die Altersversorgungen hätten gut rentieren müssen gerade wegen den Rekord tiefen Zinsen.

  • Sandro Studer sagt:

    Das Euro Guthaben der SNB sollte wenigstens in Aktien angelegt werden, die grössten Deutschen unternehmen haben auch den letzten Krieg überstanden und die Währungsreformen. Wenn der Euro pulverisiert wird, verlieren wir ansonsten ein enormes Vermögen. Ebenso müssten endlich die Banken umgangen werden und eine direkte Kreditvergabe für Infrastrukturprojekte möglich werden. In vielen Ländern ist die Infrastruktur am Boden da diese Budgets über Jahrzehnte komplett unterfinanziert wurden. Ich sehe da 50 Jahre Arbeitsvolumen für Mio. von Arbeitnehmern, aber da bin ich wohl alleine.

    • Leo Schmidli sagt:

      Vor dem Kommentieren sollte man sich wenigstens informieren. 20% der Devisenanlagen erfolgen in Aktien.

    • Jürg Bühler sagt:

      Herr Studer, welche Infrastrukturprojekte sehen Sie denn vor bei uns?
      Soweit ich unterwegs bin, sehe ich überall Baustellen auf den Strassen und und in den Städten. Da investiert der Staat und der finanziert sich ganz gut und bekommt dafür auch noch Geld (Negativzinsen). Auch die Stromverteiler und Kommunikationsmittel sind gut finanziert und die SBB bekommt auch was sie braucht.
      Klar bei uns ist der Staat sehr gesund und zumindest über relativ tiefe Steuern und Subventionen an Ärmere haben wir sozusagen schon ein Helikoptergeld, aber es reicht immer noch nicht für relevante Inflation (ausser vielleicht im Gesundheitsbereich, aber das ist ein anderes Thema).
      Sehe nicht was SNB anders machen könnte oder sollte.

  • Josef Marti sagt:

    Das muss man schon präzisieren. Es wird kein Publikumsgeld gedruckt da va. die Geldbasis sich massiv erhöht hat, die Geldmenge M2 dagegen ist 4 mal langsamer gewachsen als M0. Dies deshalb weil die Geschäftsbanken ihre Bilanzen nicht im gleichen Umfang wie die SNB verlängert haben, dies wäre aber notwendig gewesen um das SNB Neugeld vollumfänglich in die Wirtschaft zu schleusen.
    M0 ist keine Teilmenge von M1, 2 etc., der Interbankengeldkreislauf ist vom Publikumsgeldkreislauf getrennt. Abgesehen von den Geschäftsbanken hat nur der Bund ein direktes SNB Konto.

    • Bernhard Piller sagt:

      Was heisst “ das SNB Neugeld vollumfänglich in die Wirtschaft zu schleusen“ ? Keynes hat schon gesagt, dass man mit einem Seil nur ziehen, aber nicht stossen könne. Wieviel Geld in die Wirtschaft fliesst bestimmt die Wirtschaft und nicht die Banken. Wenn die Wirtschaft keine Verwendung hat, dann nimmt sie das Geld auch nicht in Anspruch. Es muss ja irgendwann mal zurückgezahlt werden…

      • Josef Marti sagt:

        Genau, deshalb hocken die Banken auf hohen teilweise negativverzinslichen Barreserven resp. Überschussreserven und leiden zudem unter der flachen Zinskurve. Relevant ist der prozentuale Teil der Barreserven an der Bilanzsumme und nicht der absolute Wert. Deshalb wäre eine massive Bilanzverlängerung notwendig.
        Geld wird im Gesamtsystem niemals zurückgezahlt sondern laufend umgeschuldet, andernfalls wird das Geld vernichtet, resp. Bilanzrezession.

    • Urs Brunner sagt:

      Herr Marti, ich sehe Sie kennen sich aus. Ich würde mich freuen mehr Infos von Ihnen zu lesen, schreiben Sie einen Blog?

    • Nico Nanu sagt:

      Auch in diesem Blog begreifen die meisten nicht, was es heisst, dass die SNB Geld schöpfen kann. Eine der Konsequenzen ist zB., dass es völlig irrelevant ist, ob die SNB mit ihren Engagements Gewinne oder Verluste macht. Das einzige was zählt ist, ob sie den Wert des sFr gegenüber anderen Währungen wie gewünscht steuern kann. – Und ja, „Helikoptergeld“ würde vermutlich besser funktionieren. 50-100k bar jedem Schweizer auf die Hand. Das gäbe den gewünschten Inflationsschub und die Abwertung. – Man muss dazu aber auch sagen, dass die Inflation längstens da ist. Nur wird sie halt falsch gemessen. Sie kann sich noch nicht entladen, aber in dem Moment, wo der Referenzzinssatz einen Hauch steigt, machen sämtliche Mieten in der Schweiz bboooooomm!! Da werden dann die Leute staunen.

      • G. Nardone sagt:

        Inflation wertet die Währung aber auf.

      • Jürg Bühler sagt:

        Jedem Schweizer 50-100k (700 Mia.? Was passiert mit SNB Eigenkapital?), ja das würde wohl wirklich Inflation auslösen, denn wenn die SNB beginnt Geld zu verschenken (war auch so eine Schnapsidee der „Vollgeldler“), dann denken die Leute dann doch, das es vielleicht gar nichts mehr wert ist.
        Wäre noch interessant zu wissen, wo Sie denn Inflation ausmachen? Bei den Krankenkassenprämien? Das ist dann eher eine andere Baustelle.
        Und wieso die Mieten bei einem Hypozinsansatz explodieren sollen leuchtet mir auch nicht ein, denn die ganzen Senkungen wurden ja nicht an die Mieter weitergegeben. Ja es würde wohl zu gewissen Einbrüchen bei Immobilien kommen.

      • Esgra Utmir sagt:

        @Nardone: Inflation soll eine Währung aufwerten? Ja, und ich bin ein Pandabär. @Bühler: grauenhaft. Also: das SNB Eigenkapital, was bitte soll das sein? Ich sag‘s Ihnen, der Kürze zuliebe. Wenn Jordans Mannen wollen, dann gehen sie „in den Keller, und drucken Eigenkapital nach“, nach Lust und Laune. Verstehen Sie das?! Begreifen Sie endlich mal, was die SNB tun kann! Sie bestimmt selber, wie hoch ihr Eigenkapital ist, nämlich so viel, wie sie will! Ja! So ist es!! – Und zu den Zinsen: ob Mieter die jeweiligen Mietzinsreduktionen verlangt oder nicht verlangt haben, ist sowas von egal. Wenn der Referenzzinssatz steigt, dann können die meisten Vermieter auch mit der Miete hoch. Dass Sie das nicht checken, bestätigt nur, wie schlimm es werden wird. Wie naiv kann man denn bloss sein?!

      • G. Nardone sagt:

        @Esgra Utmir:
        – „Inflation soll eine Währung aufwerten?“
        Ja überlegen Sie doch mal? Inflation = Preissteigerungen, ergo, werden die Produkte für das Ausland teurer, man nennt das Aufwertung oder nicht? Und dann im Nachhinein werten die Zentralbanken in der Regel die Währung ab, um eben die Inflation auszugleichen damit man eben im internationalem Wettbewerb nicht untertaucht.

  • C. Beeli sagt:

    Es tut mir leid, aber diese „Antwort“, das ist sehr oberflächlich und geht auf keine Finanzmechanismen ein!
    Da wird grob angedeutet was Probleme sein könnten. Was ist denn wirklich das Problem einer 11-fachen Geldmenge?
    Ich teile ja ihre kritische Haltung gegen das Geld drucken!
    Ich hätte aber doch erwartet, dass etwas klarer Wirkung und Ursache verknüpft werden könnten? Oder ist Geldpolitik nur Ahnung, Mutmassungen und Unklarheit? Wäre es nicht besser gewesen ein konkretes Szenario deutlich zu beschreiben und dabei auf Ursache und Wirkung einzugehen? Dann noch auf andere Szenarien hinzuweisen, diese dann aber nicht auch noch zu detaillieren!
    So aber bleibt wohl beim Fragenden das Gefühl zurück, seine Frage sei gar nicht ernsthaft beantwortet worden!

    • Jürg Bühler sagt:

      @Beeli ich denke Sie haben dies richtig beobachtet. Difuse Ängste vor der Geldmenge. Ahnungen (ohne Begründung), dass diese nicht zurückgefahren werden können und auch die Einschätzung der Vermögensentwicklungen in der Altersvorsorge (privat und staatliche) stimmen wohl nicht mir der Realität überein.
      Wenn die PKs trotz ständig steigenden Aktien-, Immobilien-, Anleihen- und Edelmetallkurse kein Geld verdienen konnten, dann wäre das einmal einen Artikel wert.

  • Thomas Kraus sagt:

    Ein weiterer Vorteil einer stabilen/starken Währung ist, dass sich die exportabhängen Unternehmen welche in ein solches System eingebettet sind, sich immer verbessern müssen, bzw. befinden sich ständig wie in einem Trainingscamp.
    Ein abgewertete Währung lässt die Unternehmen träge und uninnovativ werden…ähnlich wie bei subventionierten Exportgüter…

    • Anh Toàn sagt:

      Darum ist auch gut, wenn jeweils hinter 5 Arbeitern ein Einpeitscher / Trommler / „Drill Sergeant“ steht, ohne könnten die nie Höchstleistungen erreichen. Vielleicht sollten wir uns alle ein Messer ins Knie stecken, um uns vor Schmerzen abzuhärten!

      • Josef Marti sagt:

        Dass man so noch mehr aus den Renditesklaven zum Wohle des Kapitals rausquetschen kann ist augenscheinlich. Der CH Bünzli und der D Michel schieben dafür sogar noch freiwillig eine Sonderschicht auch für weniger Geld wenn’s sein muss und bedanken sich noch untertänigst dafür. Die faulen Südeuropäer sind in jeder Beziehung klüger und dabei reicher als die Deutschen, die sind definitiv die dümmsten weit und breit.

  • Marcel Peyer sagt:

    Die SNB druckt kein Geld und lässt es auch nicht drucken. Das geht rein elektronisch auf Knopfdruck. Deshalb wird es auch so locker und rasch gemacht, weil es keine praktischen Konsequenzen hat (und die theoretischen gerne ausgeblendet werden)…

  • J. Bell sagt:

    Für alle welche das noch nicht mitbekommen haben: Bitcoin wurde genau wegen diesem Problem geschaffen. Bitcoin ist hartes Geld, es gibt keinen Staat welcher die Geldmenge ausweiten kann. Darum ist Bitcoin ein viel besserer Wertspeicher als das bisherige vom Staat manipulierte FIAT Geld. Wer den Wert seiner Arbeit über die Zeit erhalten will, der kauft heute Bitcoin, das Geld der Zukunft.

    • Michael Studer sagt:

      Kann man wirklich so naiv sein?!? Sie sind wirklich über die Stabilität des Fiatgeldes besorgt und kaufen als Alternative Bitcoin? Wer kontrolliert denn die Forks (=Geldmengenausweitung) bei Bitcoin? Was ist der reale Gegenwert von Bitcoin (bei fiat ist es ultimativ die Wirtschaftskraft des Landes)? Finden Sie die Volatilität von Bitcoin als Geldaufbewahrungswährung akzeptabel? Können Sie ihre Miete mit Bitcoin bezahlen? Nein? Dann sollten Sie es lassen…

      • J. Bell sagt:

        Nein, Forks sind keine Geldmengenausweitung, da haben Sie etwas nicht verstanden. Es gibt nur einen Bitcoin, die Forks sind wertlose Kopien (da diese keine Sicherheit bieten, siehe Hashrate). Der Gegenwert von Bitcoin? Zur Zeit 10000 Franken. In der Zukunft bei weiterer Kapitalisierung natürlich noch viel mehr. Die Volatilität ist zu beginn jedes Assets gross. Diese nimmt mit der Kapitalisierung ab. Bei Gold war das genau gleich. Nur dass Bitcoin in der Entwicklung und der Verbreitung viel schneller ist, als dies bei Gold der Fall war. Können Sie Ihre Miete mit Gold bezahlen? Also warum sollte man Gold halten? Wie sie sehen, ist das überhaupt kein Argument. Im übrigen kann man in Zug die Steuern mit Bitcoin begleichen, bald kann man auch die Miete damit zahlen.

    • Anh Toàn sagt:

      Der Libra tötet den Bitcoin.

  • Alain Surlemur sagt:

    Was ich nicht begreife ist dass die SNB für ihre neu gedruckten, oder genauer: elektronisch erschaffenen, CHF heisse Luft wie den EUR kauft anstatt reale Werte. OK, es muss nicht Gold sein denn dann würde der Preis durch die Decke gehen. Aber Aktien führender Unternehmen im Euroraum wären sicherer und profitabler als Staatsanleihen von Pleitestan…

    • Sandro Studer sagt:

      Habe ich bereits vorgeschlagen um 07.45 aber die hier schreibende Gilde kommt wohl eher aus der Finanz Ecke und trampelt weiter auf den bekannten Pfaden. Genau dies ist eines der Hauptprobleme, es geht um Besitzstandeswahrung und Geldsegen für die Banken. Lösungen sind zweitrangig.

  • Michael Studer sagt:

    Diese Analyse greift leider viel zu kurz, denn der Autor nimmt einfach die historischen Rezepte und verkennt, dass die Situation geändert hat. Erstens kommt das Geld trotz Geldmengenausweitung NICHT im Wirtschaftskreislauf an (siehe tiefe Inflation). Deshalb ist ein Rückfahren der Geldmenge zur ZEit nicht unbedingt problematisch, denn dies wäre es nur, wenn es real in der Wirtschaft einen Wachstumseffekt hätte. Zweitens kauft die SNB ja ausländische Aktien, womit ein automatischer Puffer entsteht. Entsteht Inflation und der Franken wertet ab werden die ausländischen Aktien mehr wert – im anderen Fall druckt die SNB weiter Geld.

  • Paul Jenni sagt:

    Wäre nicht denkbar, den Franken wie eine Ressource zu betrachten, die wir als Land verkaufen können? Norwegen investiert seine Einkünfte aus dem Ölgeschäft in einen Nationalfonds. Wieso tun wir nicht das selbe mit den Einkünften aus dem Frankengeschäft? Anstatt Devisen zu horten sollten diese in einen Nationalfonds investiert werden, mit dem die Schweiz in globale und sichere Werte investiert: Landwirtschaftsland in Kanada, Bauxitminen in Australien, Wasserkraftwerke in Norwegen, etc. Die Devisen in den Büchern der SNB werfen keine Dividenen ab und niemand weiss, was sie in 10 Jahren noch wert sind. Lebensmittel, Aluminium und Strom werden aber garantiert in 10 Jahren immer noch gefragt sein.

  • Monet sagt:

    Ich verstehe nicht, warum die Staaten das von den Privatbanken geschöpfte Geld immer „retten“ sollen. Schliesslich sollte der Spekulant auch das Risiko tragen und dazu gehört auch eine Rezession. DH. von dem 90% Privatgeld (Forderungen) müssten auch diese die Vermögen abschreiben und die Preise würden für „kleinere“ erschwinglich werden!
    .
    So wie dieses System läuft, ist es nur Privatbankensozialismus und die Währungsspekulationen ein Ausdruck der Finanzelite, welche die die Weltbürger nötigen ….
    .
    Geld ist wertlos und wenn man es innert kurzer Zeit vertausendfacht, wird der innere Wert nicht wertvoller – ein krankes System zugunsten der Banken. Ich wünschte mir Vollgeld oder ein anderes „öffentliches Geld“!

  • Silvan Nötzli sagt:

    Bitte hört auf mit dem Schwachsinn, dass das geschaffene Geld Geschenke für die Reichen sind. Die SNB kauft mit Franken, die es zuvor nicht gab, Devisen und verkauft Schweizer Franken. Das Geld liegt nach wie vor auf den Konten der SNB, sonst würde ja die Bilazsumme nicht ansteigen. Niemand hat Geld erhalten, weder die Reichen noch die Armen. QE’s oder Zinssenkungen werden vielfach mit dem Helikoptergeld – also die direkte Vergabe von neuem SNB Geld an den Staat oder an die Bürger – verwechselt. Kann micht nicht erinnern, wann dies das letzte Mal angewendet wurde (auch wenn es derzeit manchmal disuktiert wird). Zinssenkungen und QE’s haben eine Ausweitung der Geldmenge zur Folge, weil dadurch die Aufnahem von Krediten bei den Banken attraktiver gemacht werden sollen.

    • Monet sagt:

      In der EU braucht es einen Mindestreservesatz von 1% und in England keinen 0. &ja, die Banken vergeben privat Kredite mit k(l)eins(t)er Sicherheit(= ungedeckt).
      Damit die Blase nicht platzt, pumpen die Nat.banken Geld ins System.
      „Wegen der Zahlung von Unternehmensteuern & der Abwicklung des Kaufs von 78 Mrd. $ an US-Staatsanleihen wurden Barmittel am Geldmarkt knapp, wie Analysten sagten. Dadurch wiederum explodierten die Zinsen am Geldmarkt, wo sich Banken untereinander Geld leihen. Dort wurden am Dienstag wegen der Engpässe plötzlich bis zu 10% verlangt und damit etwa das Vierfache des vom Fed festgelegten US-Leitzinsen. “ (@ fuw 18.9.19)

      Wie krank muss das System schon sein, dass man für nicht gebrauchtes Geld, BANKEN plötzlich 10% bezahlen? Privates Fake Money lässt grüssen.

  • Blumer J. sagt:

    Warum sucht Herr Spieler die Schuld bei der SNB ?
    Er sollte sich an die Industrie wenden deren Vertreter einen riesigen Aufstand machten als die SNB die Käufe nicht machte . Sie könnten die Waren nicht mehr verkaufen wenn der Franken nicht mindestens 1.20 Fr. sei . Der SNB bleibt solange keine andere Wahl bis die EZB endlich auch an die Sparer und Pensionskassen denkt und ihre Zinspolitik zu ändern .
    Denen ist aber wichtiger dass die Staaten durch diese Zinsmanipulation die Schulden immer kleiner werden und sie kauft immer weiter nutzlose Papiere von denen , ohne Rücksicht auf die Sparer . Mit all den Tricks versucht die EZB die Leute wieder in Aktien zu drängen .
    Wenn Herr Spieler die Lösung weiss sollte er dies bitte der SNB kundtun .

    • Gretchen sagt:

      Ein sehr gutes Zitat aus einem Blog beschreibt leicht das Finanzproblem.

      „Auch nach über einem Jahrzehnt “wissenschaftlich” begleiteter und System bedingt im Kreis verlaufender Diskussion ob nun Sparen ODER! Schulden machen die Probleme lösst, bleibt das unauflösliche und als Geschäftsmodell der Banken etablierte Dilemma, dass nur das Geld, was durch Schulden machen entstanden ist, auf “Spar”konten gespart werden kann, ein unlösbares Dilemma. Aller durch eine Bank verliehenen Fake Nobelpreise der “Wirtschaftswissenschaften” zum Trotz.“

      Aussen vor gelassen wird aber, welche Fianzlobby das Finanzcasiono steuern darf, ohne demokratische Legitimation.

  • G. Nardone sagt:

    Zum Verständnis:
    Wenn eine Zentralbank ‚Geld in das System pumpt‘ oder ‚Geldmenge ausweitet‘ und sich jetzt alle wundern, schliesslich haben Zentralbanken in den letzten 10 Jahren 1000 Mia pro Jahr ‚gedruckt‘, warum es nicht in der Realwirtschaft ankommt, dann deshalb nicht, weil es gar NICHT MÖGLICH ist!
    Nur wer ein Konto bei der Zentralbank besitzt, was nur lizenzierte Geschäftsbanken haben, hat dieses Geld gutgeschrieben bekommen, elektronisch, praktisch nichts wurde hiervon gedruckt. Und diese Banken können es auch niemand Anderem weitergeben, verkaufen oder verschenken, der nicht auch ein Konto bei der ZB hat! Verstanden? Es ist sozusagen ein ganz separater Geldkreislauf. Dieses Geld dort nennt man in der Fachsprache Zentralbankgeld oder -guthaben.

  • Claire Deneuve sagt:

    Geld ist im Zuge der Financialisation fast schon zu einem Gut wie jedes andere geworden. Immer mehr Finanzinstitute, Finanz-Boutiquen, Hedge Funds und sonstige Schattenbanken kämpfen um den Ertragskuchen und so wird Geld eben auch immer günstiger in etwa wie Flachbildschirmfernseher vor 15 Jahren noch locker 8000 gekostet haben und heute zu Spottpreisen und mit viel mehr Features verscherbelt werden, wird auch Geld eben immer billiger.
    Der Trugschluss, dass die Financialisation der Wirtschaft mit immer neuen Finanzinstrumenten und Tricksereien ursprünglich 1986 initiiert durch Thatcher uns das ewige Glück bringen werde, erweist sich längs wie mehr als eine riesige Seifenblase! 33 Jahre später scheinen wir damit schon ziemlich am Ende zu sein, die Erlösung fand nicht statt!

  • Claire Deneuve sagt:

    Der Grossteil dieser ausgegegebenen Franken liegt doch mehr oder weniger träge auf den Kontoguthaben von irgendwelchen Oligarchen und sonstigen Fluchtgeldspezies rum, die in den „sicheren“ Franken ihr Geld in Sicherheit brachten.
    Die Geldumlaufgeschwindigkeit in der CH ist die tiefste seit der Gründung der Nationalbank 1907, darum führen diese Gelder auch nicht gross zu Konsumentenpreisinflation.
    Wenn es der SNB und den Banken gelingt, die Negativzinsen dank den nahmhaften Freibeträgen primär auf jenen Fluchtgeldvermögen wirksam werden zu lassen, dann ist es für mich OK wenn irgendwelche Oligarchen der SNB und vielleicht dereinst der AHV, falls diese Initiative zustande käme, dass die Erträge der Negativzinsen der SNB der AHV zugute käme, uns quasi einen Zustupf bescheren!

  • Max Bernard sagt:

    Solange die Bürger sich nicht dagegen wehren, um ihre Ersparnisse und Teile ihrer Renten gebracht zu werden, tun sich die Zentralbanken leicht mit Niedrigst- bzw. Negativzinsen Wirtschaftspolitik zu betreiben. Für die SNB gilt: Hauptsache die überdimensionierte Exportwirtschaft floriert.

    • Otto Guldenschuh sagt:

      Bernard: Was heisst denn da überdimensionierte Exportwirtschaft? Wollen Sie etwa von unseren subventionierten Bauern leben und unserem Heimmarkt?
      Die Exportzahlen sind aufgebläht, seit Gold/Schmuck/Antiquitäten ab 2012 auch noch miteinbezogen werden, je nach Statistik. Das waren 2018 rund 70 Mrd mehr Export auf 304 Mrd, ohne sinds nur noch 233 Mrd und davon gut die Hälfte Pharma und Chemie.
      Wenn Sie hier die heimische produzierende Restindustrie auch noch schreddern wollen, dann nur zu mit exportbehindernden Massnahmen. Die Schweiz ist in allen Bereichen international ausgerichtet mit UNO, Rotes Kreuz, 45 Sportverbandsweltsitze in der CH, BIZ, ART usw
      Im übrigen werden die Negativzinsen möglichst so jüstiert, dass sie dank der Freigrenze vermehrt ausländisches Kapital treffen

  • P. Lauber sagt:

    Sehr geehrter Herr Spieler
    Warum ist das für die Altersvorsorge schlecht ? Diese ist in der II.Säule inForm von Wertpapieren und Immobilien mit realen Werten gedeckt, dh diese müssten bei Ausweitung der Geldmenge dann eigentlich mehr Wert bekommen ? Wenn das nicht stimmt, dann ist letztlich nur Wohneigentum und physisches Gold noch sinnvoll.
    Mit freundlichen Grüßen P.Lauber

  • Paul sagt:

    Nun Herr Spieler, Sie sind natürlich der ewige Optimist in Geldfragen und der ausgewählten Strategie. Mag ich Ihnen auch gönnen und verstehe ich aus Ihrem Standpunkt.
    Leider hat es in der Geschichte der Notenbanken noch keine Notenbank jemals rechtzeitig genug Münz aus dem Markt abzuziehen, um keine Kollaboration zu erhalten.
    Dazu genommen die internationalen Zu- und Umstände, der jetzigen Geld- und Wirtschaftsmärkte, ergeben ein Bild, welches vom Chaos her nicht mal von Picasso im grössten Rausch, übertroffen werden hätte können, gelinde ausgedrückt.
    Sind katastrophal miserabel aus…

  • Peter Waldner sagt:

    Ich frage mich, ob tatsächlich nur die Intervention am Devisenmarkt mit „frisch gedrucktem“ Geld die einzige Möglichkeit ist, den Kurs des CHF tief zu halten. Natürlich spielt man damit auf „Angebot und Nachfrage“, riskiert aber sehr viel, weil die anderen Notenbanken – insbesondere der USA und EU – ihr Geld ebenfalls mit laufend „frisch gedrucktem“ Geld entwerten. Was würde geschehen, wenn unsere Notenbank „frisch gedrucktes“ Geld ganz einfach a fond perdu in unsere Binnenwirtschaft pumpen würde? Den Staat (und Steuerzahler) entlasten, Bildung oder Gesundheitswesen (Spitäler) „subventionieren“ würde? Oder unserer Exportindustrie fixe, attraktive Wechselkurse anböte? Die sogenannten „Gewinne“ also ausgäbe – und wenn dann die Verluste eintreten, einfach die Schulter zuckte?

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