So subventionieren Junge die Rentner

Pensionierte erhalten jährlich 6,8 Prozent des obligatorischen Teils ihres angesparten Vermögens. Unser Geldexperte erklärt, warum das viel zu hoch ist.

Schrumpfende Renten: Erwerbstätige werden künftig tiefere Renten erhalten als heutige Rentner. Foto: iStock

Eine pensionierte Person erhält aktuell als Rente jährlich 6,8% des obligatorischen Teils ihres während der Erwerbstätigkeit angesparten Vermögens. Sie erhält jedoch nichts von der durch die Pensionskasse erwirtschafteten Rendite aus der Anlage des restlichen Vermögens nach der Pensionierung. Ich frage mich, ob dieser Ertrag eigentlich nicht den Rentnern zustehen würde? S.N.

Bei den Pensionskassen kommt hierzulande das Kapitaldeckungsverfahren zur Anwendung. Dabei wird über viele Jahre hinweg ein Altersguthaben gebildet. Dieses setzt sich aus den Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber und den jährlich erwirtschafteten Renditen auf dem Kapital zusammen und ist dann bei der Pensionierung die Basis für die Renten.

Beim Kapitaldeckungsverfahren spart jeder Versicherte der Pensionskasse für sich selbst. Die einen sparen mehr, weil sie mehr Beiträge leisten oder sogar noch freiwillige Einzahlungen tätigen, die anderen etwas weniger. Entsprechend sind die Renten unterschiedlich, die man bei der Pensionierung erhält.

Anders bei der AHV. Dort kommt das Umlageverfahren zum Zug. Hier werden die eingezahlten Gelder laufend für andere Versicherte genutzt. Die laufenden Verpflichtungen werden somit mit den laufenden Einnahmen finanziert.

Bei der Pensionskasse wird gespart, solange man erwerbstätig ist und als Versicherter der Pensionskasse aktiv Beiträge leistet. Mit dem Erreichen des Rentenalters bzw. der Pensionierung wird nicht mehr gespart, sondern das durch die Beiträge und die Kapitalrenditen angehäufte Geld in die Rente umgewandelt. Der Sparprozess ist abgeschlossen – somit bekommt man auch keine Renditen mehr auf dem Geld, dafür aber die Rente.

Anders ist es, wenn Sie das Kapital beziehen: Dann können Sie auf der Basis des Kapitals einen Vermögensverzehr vornehmen und sich monatlich einen bestimmten Betrag auszahlen lassen. Das übrige Geld können Sie hingegen weiter investieren und im positiven Fall von einer Rendite profitieren.

Sie tragen aber gleich im doppelten Sinne ein Risiko: einerseits das Anlagerisiko, anderseits das Langlebigkeitsrisiko. Wenn jemand sehr alt wird, reicht unter Umständen das Kapital nicht. Beim Rentenbezug indes trägt die Pensionskasse beide Risiken, die nicht zu unterschätzen sind.

Dazu kommt, dass wir heute bei den Pensionskassen eine Umverteilung von den Jungen zu den Rentnerinnen beobachten. Laut Erhebungen der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK) werden schon seit fünf Jahren jedes Jahr mehr als 7 Milliarden Franken von aktiven Versicherten und Arbeitgebern zu den Rentenbezügern umverteilt. Die aktiven Erwerbstätigen subventionieren somit die Rentner.

Schon heute ist klar, dass die heute Erwerbstätigen künftig tiefere Renten erhalten als die heutigen Rentner, da die Umwandlungssätze für die Berechnung der Renten bei den meisten Pensionskassen deutlich gesunken sind. Im obligatorischen Teil beträgt der gesetzliche Umwandlungssatz zwar immer noch 6,8 Prozent, was laut den Pensionskassen angesichts der gestiegenen Lebenserwartung und der rekordtiefen Zinsen viel zu hoch ist.

Im überobligatorischen Teil sind die Umwandlungssätze hingegen stark reduziert worden, was alles in allem dazu führt, dass die Renten gesamthaft zurückgehen. Die aktuellen Rentner hingegen müssen keine Kürzungen in Kauf nehmen. Die bestehenden Renten sind tabu.

57 Kommentare zu «So subventionieren Junge die Rentner»

  • Peter Rohner sagt:

    Die Umverteilung findet nicht zwischen den Jungen und Rentnern statt, sonder zwischen den aktiven Versicherten und den Rentnern (die Jungen haben ja typischerweise noch gar kein Kapital angesammelt, die 60–jährigen hingegen schon).

    Die Wortwahl „Jungen“ wird oft bewusst gebraucht, um die Jungen gegen die Alten aufzuhetzen, was natürlich absolut daneben ist.

    • Josef Marti sagt:

      Korrekt. Am meisten bluten deshalb die Aktivversicherten Ü50 für die Altrentner. Sie sind die grossen Verlierer der heutigen Zeit.
      Ob künftig die rechtliche Zulassung einer Wackelrente Abhilfe schafft ist sehr zu bezweifeln, dann besteht kein grosser Unterschied mehr zum individuellen Anlagesparen und man schafft besser die Altersrente ganz ab.

      • Hans Hemmi sagt:

        Schauen Sie sich die Berechnungen der Zusatzbelastung der Jahrgänge nach der angedachten Rentreform und Sie sehen, dass Sie Fakten nicht wahrhaben wollen. (NZZ von Heute)
        Die ü50er und noch älteren werden massiv begünstigt. Von wegen Blüten: „85% der Schweizerrentenbezüger, beziehen lebenslang mehr Renten als Sie und deren Arbeitgeber je Beiträge bezahlt haben.“ Nicht schlimm, nur sollte Mann, dann nicht noch aus persönlichem Frust diejenigen die Sie subventionieren mit Schmutz bewerfen.

      • Josef Marti sagt:

        Hemmi: Quatsch, den Altrentnern müsste man die Rente um 40% kürzen, ist rechtlich aber noch nicht möglich.

    • Ursula Brunold sagt:

      Bei der ganzen Diskussion werden wichtige Punkte ausser Acht gelassen. 1. Die Respektlosigkeit gegenüber dem Alter hat in unserer Gesellschaft eine lange schlechte Tradition. 2. Es wird ausgeblendet, was unter und welchen Umständen die älteren Generationen geschuftet haben. 3. Das Alter ist ein schwieriger Lebensabschnitt. Es braucht viel Mut, Energie und eben auch Geld, um dem körperlichen Zerfall zu trotzen. 4. Viele noch fitte Alte leisten ihren Dienst in Familie und Gesellschaft. Wie viele junge Familien können nur dank der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern existieren? Und das gratis Kinderhüten? 5. Auf den Alten lastet ein ungeheurer Spardruck. Bei Pflegebedürftigkeit werden jeden Monat mindestens 7000.- pro Person weggehen. 6. Rentenkürzungen vergrössern die Altersarmut.

      • Renata Rubina Rolischo sagt:

        Diese Aufzählung ist aber weder Lösung, noch Erklärung, sondern einfach Gejammer. Keiner der Punkte rechtfertigt, dass einer, der heute, im 2019 pensioniert wird, eine überhöhte Rente lebenslang garantiert bekommt, welche den Sparprozess einer solchen jungen Familie langfristig und garantiert belastet.
        Was Sie sagen, zementiert den Status Quo. Weil Alte mal gearbeitet („geschuftet“) haben, gibt es Ihrer Ansicht nach einen lebenslangen Anspruch darauf, der Enkelgeneration auf der Tasche zu liegen. Und das nicht in der AHV (so vorgesehen), sondern im BVG (systemfremd).

    • urs brand sagt:

      Als Babyboomer wurde ich früher bei jedem Stellenwechsel um die Arbeitgeberbeiträge bestohlen – Geld das heute für die Rente fehlt. Damit nicht genung hat man in den 90er Jahren ältere Mitarbeiter mit grosszügigen Angeboten vorzeitig in die Rente geschickt. Bezahlt wurde auch dies meist aus Rücklagen und Mutationsgewinne der PK.
      Heute kurz vor der Rente redet man mir ein schlechtes Gewissen ein, denn ich würde der Jugend auf der Tasche liegen. Die eigentlichen Diebe in der 2. Säule sind die unfähigen Berater welche mit falschen Modellen die Rentenhöhe berechnet haben und das Geld verzockt haben. Dieser Gruppe wird bis heute kein Haar gekrümmt – ganz im Gegenteil, dürfen sie weiterhin unverändert hohe Honorare für ihre Fehlleistungen kassieren. Warum geschieht da nichts?

      • Willi Johanna sagt:

        Dazu ist die Versicherungslobby leider noch zu mächtig. Ich gehöre auch zu den Babyboomern und gebe Ihnen völlig recht. Ledigen Personen, welche nicht mit einer überdurchschnittlichen Lebenserwartung rechnen können, würde ich empfehlen, das Kapital zu nehmen. Damit dies klappt, müsste man sich aber frühzeitig informieren. Nicht bei jeder PK ist der volle Bezug möglich. Gesetzlich hat man nur Anspruch auf 25% des BVG-Anteils. Im schlimmsten Fall muss man mit Alter 59zig künden, dann muss die PK das Alterskapital auf ein Freizügigkeitskonto überweisen, denn vor alter 60zig kann man nicht zur Frühpensionierung gezwungen werden.

      • Anh Toan sagt:

        Die Rentenhöhe wurde berechnet auf Grund von Renditeerwartungen und diese auch auf Grund von Inflationserwartungen. Nun ist nicht nur die Rendite deutlich tiefer als erwartet, auch die Inflation ist es. Ich bin kein Freund der kapitalbasierten Altersvorsorge, aber die tiefere Inflation und die höhere Lebenserwartung sind dennoch die „Hauptschuldigen“ an den enttäuschenden Resultaten des BVG.

    • Hans Hemmi sagt:

      Nach der vom BR verabschiedeten AHV Reform kommt’s noch dicker; „Eine vom Bund in Auftrag gegebene Studie hat erst kürzlich festgehalten, dass 85% der Bevölkerung Zeitlebens mehr Renten beziehen als sie und ihre Arbeitgeber je Beiträge bezahlt haben.“

    • M. Vetterli sagt:

      @Rohner
      Die Umverteilung in der 2.Säule findet zwischen den Aktiven (welche jung sind) und den Rentnern statt.
      Die Umverteilung entsteht durch Erh.der Rückstellungen zu Altrenten sowie durch Pensionierungsverluste zu Neurenten. Diese Buchungen machten gem. OAK in den letzten 5 Jahren jährlich gegen 7 Mrd. aus.
      Diese Buchungen machen den Kuchen aller Aktiven kleiner. Die PK ist eine Versicherung. Das Versichertenkollektiv haftet solidarisch. Aergerlich ist, dass die Rentner keine Haftung mehr übernehmen müssen. Die Risiken einer PK werden durch alle Aktiven getragen.
      Sie sehen bereits eine Umverteilung zwischen jungen und alten Aktiven. Auch die gibt es wie bei jeder Versicherung.
      Sollten die UWSätze der jungen Aktiven höher ausfallen, würden die Renten der ehem.alten Aktiven angehoben

    • Jochen Mayer sagt:

      „85% der Schweizerrentenbezüger, beziehen lebenslang mehr Renten als Sie und deren Arbeitgeber je Beiträge bezahlt haben.“
      Das ist vollkommen in Ordnung und auch erwünscht, solange sich der Mehrbezug aus Kapitalgewinnen speist. Woher die Differenz kommt kann ich jetzt nicht sehen.

  • Peter Rohner sagt:

    Aus meiner Sicht sind die heutigen Anlagestrategien der Pensionskassen schlecht gewählt. Junge Leute mit viel Zeit zum Sparen sollten einen hohen Aktienanteil haben, die älteren einen tiefen. Heute haben alle denselben tiefen Aktienanteil, was sich natürlich ungünstig auf die zu erwartende Rente auswirkt. Die grosse Kraft des Zinseszins’ wird verschenkt.

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Das stimmt so nicht, resp. ist nicht fertig gedacht. Ein Rentner hat heute einen Zins von 4% – 5% nötig, weil die laufende Leistung zu hoch ist. Wenn sein Geld also mit geringem Anteil angelegt ist, und zu 0% – 1% rentiert, fehlen gut 4%.
      Das Guthaben des Jungen wird aktienreich angelegt und rentiere als Annahme zu 4%. Davon muss er ALLES abgeben, damit der Rentner oben bezahlt ist. In der Praxis hat er aber weniger Kapital, als der Pensionierte. Ist es die Hälfte, braucht er einen Kollegen, der mit-zahlt, damit beide nichts erhalten. Oder man verzinst sein Guthaben negativ zu -4%, resp. macht als Kasse Verlust (den der Junge dann über Sanierungsbeiträge zusammen mit dem Arbeitgeber zu flicken hat)

      • Peter Rohner sagt:

        Wenn das Kapital bei Rentenbeginn höher wäre, dann wären auch tiefere Umwandlungssätze verkraftbar (z.B. 5.2% oder 4.8%). Aber mit einer tiefen Aktienquote bei jungen Leuten kommen wir nie auf einen grünen Zweig.

        Wegen der tiefen Aktienquote würde ich als junger Mensch auch nie Geld in die PK einschiessen, sondern das Geld langfristig in Aktien-ETFs anlegen (buy and hold). In 20, 30 oder 40 Jahren entfaltet der Zinseszins seine volle Kraft.

      • Renata Rubina Rolischo sagt:

        Das ist schon richtig so, dass mit einem Anlagehorizont von 40 Jahren diese Strategie normalerweise besser ist.
        Problem hier: Die regulatorische Wut betreffend die Anlagen der Pensionskassen, wo die Linke, der die Leistung nicht lang, auch das Anlageverhalten zusammenstaucht, da sie gleichzeitig das Risiko scheut. So KANN es nicht aufgehen, wenn ich als Kasse mit einigen Rentnern praktisch 50% Obli halten muss…
        Dennoch: ein PK-Plan (mit Sparraten, Rentnenalter! und UWS) sollte eigentlich so gestaltet sein, dass er mit 0% Anlageertrag eine angemessene Leistung im Alter ergibt. So bleibt der effektiv erzielte Realzins, um Teuerung, Lohnentwicklung, Inflation zu (über-)kompensieren.

      • Peter Rohner sagt:

        @RRR: Yep! Sehe ich auch so.

  • Alfred Frei sagt:

    Schreiben Sie doch lieber einmal darüber, wie die Angestellten die Unternehmer subventionieren. Dann vergleichen wir mal die beiden Beträge und entscheiden nachher, welche der beiden Subventionen wir lieber abbauen wollen. Denn damit die Jungen die Alten überhaupt subventionieren können, müssen sie zuerst von den Alten 20 Jahre und mehr subventioniert werden.

  • Baumann Armin sagt:

    Wenn es denn dazu kommt, habe ich von meiner Pensionskasse zusätzlich zur Kapitalauszahlung und/ oder der Rente einen Ueberschussanteil zugut, wäre ja schön. Was mich an den diversen Umlagerungsthesen von Versicherungsökonomen, Politikern, aber auch von Herrn Spieler massiv stört, ist der Wegbruch der Kapitalerträge seit 2008, den wir unter anderem den Banken zu verdanken haben. Sie haben das Geldsystem mit ihren Boni und anderen Gaunereien kaputtgeritten. Dazu kommt, dass unsere Bundesparlamentarier sowie Bundesrat uns in den 60iger Jahren 60 Prozent des früheren Lohns garantiert haben. Davon wollen sie nichts mehr wissen, ausser der Vorschlag von Herr Rechsteiner, die Nationalbankerträge für die Kapitalaufstockung zu verwenden. Wäre super!

  • Mona Laubi sagt:

    Wie war jetzt die Genderfrage im Gemeinderat? Sind die Rentner alle männlich oder gibt es auch RentnerInnen?

    • Ralf Schrader sagt:

      ‚Rentner‘ ist ein geschlechtsloser Kategorialbezeichner, so wie alle Wörter, die Berufe, Funktionen oder allgemein soziale Rollen benamen. Ein Rentner in der Erstbedeutung des Wortes ist kein Mensch und hat folglich kein Geschlecht.

    • Andreas Saner sagt:

      Die Rentner – wie auch die Kunden oder die
      Mitarbeiter – ist sprachwissenschaftlich ein
      Sammelbegriff und somit geschlechtsneutral.
      Er meint immer alle Menschen, die eine Rente erhalten.

    • Peter Rohner sagt:

      @Mona Laubi
      RentnerInnen gibt es in der Tat nicht (da falsch geschrieben). Wenn schon, dann Rentnerinnen.

  • Konrad Staudacher sagt:

    Und wie steht es mit den Milliarden, welche die Pensionskassen bis 2013 von den von den Pensionierten zu den aktiven Versicherten umverteilten?

  • Anh Toàn sagt:

    Wenn Junge Rentner subventionieren, ist dies eine Umverteilung nach oben: Früher waren die Alten grundsätzlich arm, mussten von den Jungen subventioniert werden, heute sind die Alten in der Schweiz reicher als die Jungen. Das ist gewollt, der Anteil der Ausländer an den Jungen und eher Armen ist deutlich grösser, als der Anteil der Ausländer an den Alten und Reichen. Jung und arm sind insbesondere Familien, – also die richtigen mit Kindern nicht die doppelverdienenden Paare -, und in dieser Gruppe ist der Ausländeranteil wiederum überdurchschnittlich. Das System Schweiz basiert darauf, dass junge Zuwanderer den Wohlstand der einheimischen Bevölkerung sicher stellen. Die kommen ja trotzdem, werden nicht gezwungen, zumindest nicht von uns, also win-win.

  • Hofstetter Christian sagt:

    Dieses ständige Bashing, wonach Junge den alten die Renten bezahlen, ist unsäglich. Wir Alte haben nicht zu knapp jahrzehntelang Beiträge an die berufliche Vorsorge bezahlt. Für dass die Menschen immer älter werden und dadurch das System am Anschlag ist oder zu kollabieren droht, können die heutigen Rentenbezüger nicht verantwortlich gemacht werden. Man könnte auch darüber debattieren, dass ca. 20% der Pensionskassenguthaben für Verwaltungskosten draufgehen. Dies ist auch unsäglich, besonders in der heutigen Zeit, wo Anlagen keine Zinsen mehr abwerfen. Also wir frischfröhlich in Immobilien investiert, weswegen die heutigen Rentner die Mietzinsen nicht mehr bezahlen können. Die ganze Geldpolitik ist doch am Arsch oder vornehmer ausgedrückt: Absolut perspektivenlos.

    • Silvio Mayer sagt:

      Heutige Rentner können nichts dafür, dass sie immer älter werden. Aber die heutigen Rentner haben im Endeffekt zu wenig einbezahlt und erhalten somit eine zu hohe Rente. Wieso sollten heutige Beitragszahler dafür aufkommen? Insbesondere, da diese dann selber Renten erhalten werden, welche die längere Lebensdauer bereits berücksichtigen und somit tiefer ausfallen? Korrekterweise müssten die PK Renten heutiger Rentner neu berechnet werden. Es gibt viele Vermögende PK Bezüger, bei denen eine etwas kleinere PK Rente, welche die längere Lebensdauer berücksichtigt, kein Problem darstellt. Aktuell wird das Problem einfach von Generation zu Generation weiter verschoben. Am Schluss bezahlt man PK Beiträge und erhält gar keine Rente mehr, weil alles für zu hohe Altrenten verwendet wird.

  • SwissMiss sagt:

    Oft finanzieren die Rentner/innen alles selber. Der überobligatorischen Teil des Alterskapitals wird derart schlecht in Rente umgewandelt, dass die gesamte Umwandlung wesentlich unter die Marke von 6.8% fällt. Ich bin noch aktiv und bei der BVK in Zürich versichert. Mein Umwandlungssatz beträgt 4.82%, was ungefähr dem versicherungstechnischen Wert entspricht.
    Dies trifft vor allem bessere Renten. Vielleicht müsste eine Korrektur für tiefere Renten anderswo passieren (Erhöhung AHV, anderer Zugang zu Ergänzungsleistungen).

  • Hans Hemmi sagt:

    Und deshalb legt der Links agierende Bundesrat noch eine Zusatzlast von plus Netto 4,5 Mia bis 2030. junge werden mit 25-30‘000 wir Alten über 70 mit 5‘000 belastet. Gespart würde bei den Frauen netto 400 Mio.
    Der BR und die um Wiederwahl bangenden Parlamentarier wissen wie Wählerschaft bei Laune gehalten wird. Nimm einen und gebe 2 Franken vom Nachbarn. deiner Klientel. Früher hieß das noch verpönterweise: „Nepotismus.“

  • Hans Hemmi sagt:

    Und deshalb legt der Links agierende Bundesrat noch eine Zusatzlast von plus Netto 4,5 Mia bis 2030 oben drauf. Junge werden mit 25-30‘000 wir Alten über 70 mit 5‘000 belastet. Gespart würde bei den Frauen netto 400 Mio.
    Der BR und die um Wiederwahl bangenden Parlamentarier wissen wie die Wählerschaft bei Laune gehalten wird. Nimm einen und gebe 2 Franken vom Nachbarn deiner Klientel. Früher hieß das noch verpönterweise: „Nepotismus.“

  • Hans Hemmi sagt:

    Es gibt korrekterweise nur eine Lösung: „Die Renten werden periodengeglättet den laufenden Einnahmen angepasst und die Arbeits- bezw. Beitragsdauer der sich verändernden Lebenserwartung für Männer und Frauen getrennt.“ das wäre die Kopie der erfolgreichen Ausgabebnbremse des Finanzhaushaltes in angepasster Form.

  • Walter Hunziker sagt:

    Eine Umverteilung der pro Versicherten/Rentnern angesparten Sparkapitalien von Jungen bzw. Versicherten zu Rentnern findet sicher nicht statt. Hier sollte klar von sich allenfalls anbahnenden Liquiditätsproblemen gesprochen werden. Also: Die individuellen Sparkapitalien sind „garantiert“, fraglich ist ggf., ob zukünftig genug flüssige Mittel vorhanden sind, diese auszubezahlen.

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Das „garantierte“ Sparkapital garantieren sich die Versicherten selber (Sanierungsrisiko, erst noch ohne entsprechende Entschädigung). Bsp:
      Alterskapital 100.-, Renten-Deckungskapital 100.-, Zinsversprechen im Umwandlungssatz 4%. Die PK erzielt 2% Rendite, je 2.-, total 4.-. Diese 4.- erhält der Rentner! Der aktive erhält auf dem Ausweis 1.- gutgeschrieben, der BVG-Zins, obwohl gar nichts mehr da ist. Die PK macht dafür einen Verlust von 1.-. Das ist Umverteilung: Der Junge erhält weniger, als sein Kapital verdient hat, und eigentlich hätte er sogar einen höheren Anteil als der Alte verdient, weil er Risiko trägt. Den einen Franken neue Unterdeckung flickt er nämlich künftig über Sanierungsbeiträge. Faktisch zahlt er sich (und den Rentnern) den Zins mit Lohnabzügen selber.

      • Peter Rohner sagt:

        @RRR: Jetzt haben Sie nur noch vergessen, die überhöhten Verwaltungskosten der PK anzusprechen. PKs dürfen natürlich in Zukunft nicht mehr gewinnorientiert arbeiten. Denn so lässt sich die aktuelle Situation lindern.

  • Benno L. Tobler sagt:

    Die Schweiz führt mit der Pensionskasse im Kapitaldeckungsverfahren über ein exotisches, höchst anfälliges und eher wenig solidarisches, mit vielen Ungerechtigkeiten verbundenes, Pensionskassensystem. Die Versicherungs- und Bankenindustrie und deren Lobbyisten sitzen dabei als Trittbrettfahrer mit extrem hohen Verwaltungskosten, Dividenden, Boni etc. als Profiteure auch noch im System. Die 6000 verschiedenen Pensionskassen sind eher ein permanentes Beschäftigungsprogramm für unsere Schatten-Parlamentarier als Lobbyisten der Wirtschaftsverbände.
    Die Schweiz benötigt ein wesentlich robusteres Instrument in Form eines Rentensystems im Umlageverfahren analog der AHV. Es kann direkt mit der AHV zusammengefasst werden. Alle EU-Länder führen ebenfalls das Rentensystem im Umlageverfahren.

  • farin sagt:

    „Die aktuellen Rentner hingegen müssen keine Kürzungen in Kauf nehmen. Die bestehenden Renten sind tabu.“ Warum?

    In 30 Jahren bin ich Rentner und dann heisst es von der Pensionskasse: „Sorry, wir haben dein Geld umverteilen müssen!“

  • Roger sagt:

    Wenn jemand 40 Jahre lang 100 % berufstätig ist, dann reicht es auch heute noch für eine gute Rente. Nur, wer will oder kann heute noch 40 Jahre lang 100 % arbeiten? Meine Mutter konnte es wegen den Kindern nicht. Kann man ihr heute deswegen etwas vorwerfen (sie ist 83 Jahre alt).
    Zuwanderer – und davon gibt es nun mal mehr als früher – haben naturgemäss Vorsorgelücken. Vielleicht müsste man die Renten anders finanzieren oder finanziell unterstützen. Evtl. mit mehr MWST oder halt einer kleinen Kapitalgewinnsteuer. Es kann jedoch keine Lösung sein, die Rentner knapp an der Leine zu halten. Zumal die Rentner das Geld ja wieder in die Wirtschaft fliessen lassen, weil sie über viel Freizeit verfügen oder Enkel. Und man darf die heutigen Rentner nicht bestrafen, die können nichts dafür.

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Es geht nicht darum, Ihre Mutter zu bestrafen. Dem Staat nützt es ohnehin nicht, Leuten, die knapp bei Kasse sind, die Rente zu kürzen, und über ein anderes Kässeli das wieder auszugleichen.
      Was wirklich stört: Der heutige BVG-Umwandlungssatz und die Rentenversprechen, die wir neu eingehen! Wer am dieses Wochenende, auf den 1. September 2019, in einer BVG-Kasse pensioniert wird, erhält ab dem 1. September garantiert 4.5% – 5% Zins. Das dafür fehlende Geld nimmt man systematisch IHNEN weg, wenn Sie noch arbeiten. Und das Versprechen gilt lebenslang, wir nehmen es also auch von Ihren Kindern und deren Kindern.

  • Claude Fontana sagt:

    Unser Experte blendet gekonnt aus, dass „Anlegen im Spielkasino“ nun mal Risikobehaftet ist. Ja, ein teil wird durch Umlage bezahlt. Aber das meiste kommt doch aus den Kapitalrenditen, die die Pferde der PK dann damit erwirtschaften,auf welche sie an der Börse setzen. Die Dividendenausschüttungen werden ja nicht dermassen besteuert, dass sie nichts mehr einbringen. 6.8% Gewinn ist aber halt das minimum, was sie „Erwetten muss“. Kein problem an Börsen, wenn einzelne Titel 400-1200% erreichen, in wenigen Jahren. Hauptsache eine „Volksgruppe“ ist schuld. Und man hat eine andere zum Aufhetzen dagegen. Ist denn die Rentnerschaft schuld, dass „Die Regierung“ kein besseres (ZUVERLÄSSIGER deckendes)
    System findet? Eine Finanztransaktionssteuer zum beispiel? Statt einer MwsT

  • Richard Keller sagt:

    Die Hetzte Alt gegen Jung ist vollkommen überflüssig und die Tatsachen sind falsch.

    Eigentlich geht um um Arm gegen Reich.. Es gibt keine Entwicklung in Richtung Ungleichheit, die so dramatisch verläuft wie die um die Aufteilung des Vermögens.
    Das superreiche 1 % , denen mehr gehört als den 99 % des Rests, hat sein Vermögen nicht mit Leistung erbracht, sondern durch Steuerprivilegien (z.B. Offshore Konstrukte) oder durch steuerfreien Bezug von Dividendenausschüttungen. mit einer sanften und für niemanden spürbaren Reduktion der Steuerprivilegien, könnten wie die nächsten 100 Jahre AHV locker finanzieren. Warum hört man von Journalisten nie etwas darüber???

  • werner boss sagt:

    Auch viele Rentner erhalten bei weitem nicht mehr das was ihnen versprochen wurde als sie jung waren! Das sollte auch einmal gesagt sein. Es waren nur ein paar wenige Jahrgänge, die wirklich voll abschöpfen konnten. Diese sind aber bereits am aussterben und ich finde dieses Hetzthema langsam aber sicher völlig daneben! Ich kann mir aber vorstellen dass gewisse „Fachleute“ ein Interesse daran haben, Jung und Alt gegen einander auf zu hetzen!

  • Thomas Hanhart sagt:

    Wir haben zwei negativ wirkende Effekte: Die niedrigen Zinsen und die Babyboomer-Generation zu der ich als zweitletzter Jg. (1963) auch gehöre.
    Der erste Effekt war nicht absehbar, der zweite schon seit über 50 Jahren.
    Die Lebenserwartung soll 2045 vier Jahre höher liegen als jetzt. Dann wird aber die Hälfte der Babyboomer bereits nicht mehr leben und wir letzten Jg. auch nur noch wenige Jahre. Danach werden massiv weniger Menschen eine Rente beziehen. Also braucht es eigentlich nur ein Sonderfinanzierungsprogramm für max. zwei Jahrzehnte. Und um dieses drücken sich unsere kleinkrämerischen Politiker nach wie vor. Darum werde ich jede Verringerung des Umwandlungssatzes klar mit NEIN beantworten. Sparen kann man beim Militär, dessen totes Kapital braucht niemand.

Kommentar

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