So vermeiden Sie Bancomat-Frust im Ausland

Achtung, Geoblocking! Wer exotische Länder bereist, sollte seine Feriendestination freischalten lassen. Foto: iStock

Wir planen, in den Sommerferien nach Asien zu fliegen, nach Taiwan, Japan und China. Bei unserer Planung haben wir uns auch Gedanken gemacht über unser Reisegeld. Dabei sind wir auf das Geoblocking gestossen und haben eine Warnung diesbezüglich gelesen. Was ist das genau, und wie funktioniert es? L.C.

Den Begriff Geoblocking kennt man in erster Linie aus dem Internet. Hier werden mittels Geoblocking Internetsites für Kunden aus bestimmten Ländern gesperrt.

Wenn Sie als Schweizer auf einer ausländischen Website einkaufen möchten, wo die gleichen Artikel nicht selten deutlich günstiger sind, kann es Ihnen passieren, dass Ihnen der Zugang zu dieser ausländischen Seite verwehrt wird und Sie stattdessen auf eine Internetsite aus der Schweiz umgeleitet werden, wo sie meist den gewünschten Artikel ebenso bekommen, dafür aber tiefer ins Portemonnaie greifen müssen.

Für viele Konsumenten ist das Geoblocking daher ein Ärgernis. Aufgrund Ihrer Frage, die sich aufs Reisegeld bezieht, gehe ich allerdings davon aus, dass Sie auf den Begriff Geoblocking in einem anderen Kontext gestossen sind. Geoblocking kommt auch im Finanzbereich bei Plastikkarten zum Einsatz. Hier geht es darum, dass man als Inhaber einer Plastikkarte bei Reisen ins ferne Ausland vorgängig bestimmen muss, in welchen Gebieten im Ausland der Bargeldbezug mittels der Karte möglich ist.

Wenn Sie vor Ihrer Reise nach China, Taiwan und Japan nichts unternehmen, müssen Sie davon ausgehen, dass Sie Ihre Plastikkarte – zum Beispiel die Maestrokarte für den Geldbezug – nicht brauchen können, weil Ihnen im Ausland der Zugang aufgrund des Geoblockings verwehrt wird.

Mit dieser Technik sind Sie unter anderem vor Skimming geschützt. Kriminelle versuchen durch Manipulation von Bankautomaten und Lesegeräten an Ihre Kartendaten zu gelangen. Diese Daten werden umgehend ins Ausland weitergegeben, von wo aus das Konto schliesslich geleert wird. Sie als Kunde haben dann einigen Ärger, da Sie der Bank gegenüber aufzeigen müssen, dass Sie den Kartenbezug gar nicht getätigt hatten, sondern Opfer von Kriminellen wurden. Das Geoblocking bei den Plastikkarten ist ein guter Schutz gegen solche Betrügereien.

Der Nachteil für Sie ist aber, dass Sie nicht automatisch mit Ihrer Maestrokarte auf der ganzen Welt Geld am Bankautomaten beziehen können. Wer das nicht weiss oder vor seiner Abreise nichts unternimmt, kann während der Ferien im fernen Ausland finanziell in eine schwierige Lage kommen. Meist ist der Geldbezug am Bankautomaten auf die Schweiz und Europa begrenzt.

Da Sie aber, wie Sie schreiben, nach Asien in die Sommerferien fliegen, nützt Ihnen das nichts. Sie könnten somit kein Geld aus dem Bancomaten beziehen. Darum ist es wichtig, dass Sie sich noch rechtzeitig vor Ihren Sommerferien an Ihre Bank wenden, von der Sie Ihre Maestrokarte haben, und die Länder, in die Sie reisen werden, ausdrücklich freischalten, sodass Ihnen der Zugang in diesen Ländern nicht durch das Geoblocking verhindert wird.

Wer also ausserhalb von Europa in die Ferien geht, in welchem die Maestro-Karte nicht aktiviert ist, kann seine Feriendestination einfach für die Dauer seiner Reise freischalten. Die Freischaltung würde ich zeitlich bewusst begrenzen, damit das Geoblocking nach Ihrer Rückkehr automatisch wieder zur Anwendung gelangt und Sie sich den administrativen Aufwand und Ärger aufgrund eines Kartenmissbrauchs sparen können.

8 Kommentare zu «So vermeiden Sie Bancomat-Frust im Ausland»

  • Konrad Staudacher sagt:

    Spannend dieser Artikel-Titel ‚So vermeiden Sie ATM-Frust im Ausland‘ + dann fehlt jede Erklärung, was ‚ATM‘ (eher ‚Automated Teller Machine‘ oder ‚Adobe Type Manager‘) eigentlich ist …

  • Franziska Schell sagt:

    Das Geoblocking kann online ganz einfach auch selber aufgehoben werden. Im Online Banking unter „Karten“ kann man die aktuelle Maestro Karte auswählen die man in den Ferien nutzen möchte und dann die entsprechende Region temporär freischalten. Trotzdem akzeptieren nicht alle ATM I’m Ausland ausländische Bankkarte – damussman einfach testen.

    Bei den Kreditkarten ist es schwieriger, da würden uns im Ausland auch schon „verdächtige“ Transaktionen geblockt und die Karten gesperrt. Wir haben nun ein push – Bestätigungssystem für die Kreditkarte (übers Smartphone) eingerichtet, seither haben wir nur noch selten Ärger.

  • Hans Meier sagt:

    @Staudacher: Der Artikel-Titel heisst „So vermeiden Sie Bancomat-Frust im Ausland“. Zudem wird x-mal auf mögliche Probleme beim Geldbezug am Automaten beschrieben. Es sind wohl nicht allzu viele Leser, die sich nach diesem Artikel noch fragen, ob es sich eventuell um Adobe handeln könnte.

    • Nikolai Stavros sagt:

      Die Artikel-Überschrift spricht von „Bancomat“, aber der Anriss auf der Tagi-Homepage spricht weiterhin von „ATM“ – einer in der Schweiz nicht gebräuchlichen Abkürzung.

      Dem Artikel muss hinzugefügt werden, dass die meisten Banken das Nutzverhalten von Karteninhabern beobachten und die Sperren entsprechend anpassen. Als Vielreisender hatte ich mit meinen EC- und Kreditkarten auch an exotischen Orten (Baku, Taipei, Angkor, Saigon etc.) noch nie Probleme, ohne jemals aktiv eine Sperre deaktiviert zu haben.

      • Konrad Staudacher sagt:

        Der TA kommt mit Feedly nicht zurecht (verbreitete Zeitungslese-App). Dort steht im Titel halt ‚ATM-Frust‘. TA hat also gleich 2 Probleme + löst sie seit über 1 Jahr nicht, trotz schriftlicher Rückmeldung …

      • Stefan Mall sagt:

        Das stimmt nicht generell. Und wenn die Bank so handelt, kann genau das zum Problem werden. Wenn ich z. B. jahrelang nur in Europa war (um etwa auf eine größere Reise zu sparen) und dann plötzlich nach Asien fliege, habe ich ein Problem mit der Analyse. Auf jeden Fall lohnt es sich, für den Notfall die entsprechenden Telefonnummern der Bank/des Kartenherausgebers dabei zu haben. Mir wurden mal 2 Kreditkarten von verschiedenen Banken wegen 95 US-Cent gesperrt. Nach einem Anruf, dass es damit seine Richtigkeit hat, war alles wieder in Kürze OK.
        Bei Reisen außerhalb Europa mal im eBanking nachsehen oder mit der Bank zu reden, ist keine schlechte Idee

  • Max Pedant sagt:

    Schon schlimm, wie unser Geld bezugs System inheränt unsicher ist und man auf solche Mechanismen zurückgreifen muss um Missbrauch zu verhindern. Höchste Zeit die Technik zu verbessern.

  • Ruth sagt:

    Völlig unverständlich, dass hier nur von Maestro-Karten geschrieben wird, denn auch CHer-Kreditkarten funktionieren nur, wenn dies vorher bei Swisscard oder bei der Bank angemeldet wann genau und wo man sich aufhält. Lieber einmal zuviel fragen, als keinen Zugang zu Geld zu haben!

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