Was passiert bei einem Konkurs meiner Bank?

Angesichts der rekordtiefen Zinsen macht man auf Geldern, die einfach auf einem Bankkonto brachliegen, faktisch Verlust. Foto: Keystone

Kürzlich wurde mein Sparkonto von der Bank in ein Finanzierungskonto umgewandelt. Wie verhält es sich denn da mit der Sicherheit bei einem eventuellen Konkurs der Bank? A.M.

Ein Finanzierungskonto, wie Sie eines führen, dient zum Beispiel zur Belastung von Hypothekarzinsen, allfälligen Amortisationen sowie zur Abwicklung von Liegenschaftskäufen und -verkäufen. Da Ihr Konto auf Ihren Namen lautet, wäre Ihr Geld nicht einfach verloren. Sollte Ihre Bank in Konkurs gehen, würden Ihre Bankeinlagen generell bis zum Betrag von maximal 100’000 Franken pro Kunde und Bank privilegiert behandelt.

Zu den privilegierten Einlagen gezählt werden gemäss der Definition der Schweizer Einlagensicherung Esisuisse unter anderem Guthaben auf Konten, die auf den Namen des Bankkunden lauten, Kassenobligationen, die im Namen des Inhabers bei der ausgebenden Bank hinterlegt sind, Einlagen in die steuerbegünstigte Säule 3a, Gelder auf Freizügigkeitskonten und Einlagen bei ausländischen Geschäftsstellen der Bank. Ein Grossteil dieser privilegierten Einlagen ist gesetzlich abgesichert.

Zu den gesicherten Einlagen zählen laut Esisuisse: Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen, also zum Beispiel Privat-, Spar-, Anlage-, Lohn-, Nummern-, Depositenkonten und Kontokorrent. Sollte es zu einem Konkurs einer Bank in der Schweiz kommen, würde die Einlagensicherung Esisuisse über ihre Mitglieder, welche alle in der Schweiz tätigen Banken und Effektenhändler sind, für die gesicherten Einlagen Geld für eine schnelle Auszahlung an die berechtigten Gläubiger zur Verfügung stellen.

Die Privilegierung hingegen bedeutet lediglich, dass die Einlagen in die zweite Konkursklasse eingehen. «Bei der Verteilung der Liquidität des konkursiten Institutes ist das ein grosser Vorteil, da die erste und zweite Konkursklasse normalerweise nur einen kleinen Teil der Forderungen gegen die Konkursmasse auf sich vereinen», heisst es bei der Esisuisse.

Doch Vorsicht: Privilegiert und gesichert sind nur Einlagen bis zu einem Maximalbetrag von 100’000 Franken pro Kunde und Bank – und nicht etwa pro Konto. Daher empfehle ich, nicht zu hohe liquide Mittel auf einem oder mehreren Konten einer Bank zu parkieren, erst recht nicht Beträge über 100’000 Franken. Gegen zu hohe liquide Mittel spricht auch die Tatsache, dass Sie auf diesem Geld keine Rendite erwirtschaften. Angesichts der rekordtiefen Zinsen macht man auf Geldern, die einfach auf einem Bankkonto brachliegen, unter Berücksichtigung der Teuerung und Gebühren faktisch Verlust.