Swissquote-Titel laden zum Kauf ein

Swissquote-Hauptsitz in Gland VD: Die Onlinebank ist gut kapitalisiert und setzt sich optimistische Ziele. Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone

Die Kursentwicklung der Swissquote-Aktien sprechen eine klare Sprache: Seit ihrem Hoch im August letzten Jahres haben die Titel der Onlinebank rund 50 Prozent an Wert eingebüsst. Als Anleger stelle ich mir die Frage, ob der Zeitpunkt für einen Kauf gekommen ist. Und da überzeugt mich Swissquote. Umsatz und Gewinn sind 2018 gewachsen, die Marge auf Stufe Ebit ist mit 25,1 Prozent so hoch wie zuletzt 2011. Auch die Dividende stieg zuletzt von 0.90 auf 1 Franken. Dass im laufenden Jahr die Integration des Neuzugangs Internaxx Bank auf den Gewinn drückt, kann ich verkraften. Swissquote ist gut kapitalisiert und setzt sich optimistische Ziele. Der Vormarsch disruptiver Fintech-Konzepte und das Umpflügen des traditionellen Bankensegments spricht für Swissquote. Was den Aktienkurs im Moment belastet, sind zurückhaltende Kunden. Auf dem aktuellen Kursniveau ist das meines Erachtens aber weitgehend im Aktienkurs enthalten. Kaufen

Grosse Konkurrenz beim Vegi-Burger

In eine ganz andere Richtung bewegen sich die Aktien von Beyond Meat. Burger aus Fleischersatz sind derzeit im Trend. Davon profitiert das US-Unternehmen, das voll auf die Burger aus Erbsenprotein, Kokos- und Rapsöl setzt. Auch in der Schweiz ist das Produkt mittlerweile erhältlich. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und ging im Mai an die Börse. Die Titel sind von ihrem Ausgabepreis von 25 Dollar auf über 180 Dollar gestiegen, haben unlängst allerdings etwas korrigiert. Mittlerweile weist das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar auf, bei einem erwarteten Umsatz von gut 200 Millionen Dollar. Das scheint mir übertrieben, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass der Fleischkonsum künftig zurückgeht. Meine Bedenken gehen in eine andere Richtung. Mit der Entwicklung von Fleischersatz steht Beyond Meat nicht allein da. Die Konkurrenz ist gross. Impos­sible Foods verkauft in den USA Hamburger bei Burger King, in Europa hat Nestlé den Incredible Burger lanciert. Auch wenn Beyond Meat die Gewinnschwelle bereits dieses Jahr erreichen möchte, aus Anlegersicht ist mir da zu wenig Fleisch am Knochen. Verkaufen

Aufstrebende Märkte in Russland und Serbien

Die Aktien des Schokolade- und Kakaokonzerns Barry Callebaut notieren derzeit nahe dem Allzeithoch. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres Fahrt aufgenommen. Die Zuwachsraten lagen klar höher als in den ersten drei Monaten, entsprechen aber noch nicht den mittelfristigen Vorgaben. Die 4 bis 6 Prozent Volumenwachstum, die Barry Callebaut jährlich erreichen will, müssten zu schaffen sein. Lieferverträge in Asien und Grossbritannien bringen zusätzliches Volumen. In aufstrebenden Märkten wie Russland und Serbien wird die Position ausgebaut. Steigende Rohstoffpreise – Ghana und die Elfenbeinküste wollen für Kakao einen Mindestabnahmepreis über dem aktuellen Niveau durchsetzen – stellen keine Hürde dar. Barry Callebaut kann im Fall von Preissteigerungen den überwiegenden Teil auf die Kunden überwälzen. Schwachpunkt des Unternehmens bleibt der Cashflow, was durch höhere Preise eher noch akzentuiert werden dürfte. Teuer, aber gut, lautet das Fazit für die Schokoladetitel nicht zum ersten Mal. Mir ist klar, dass im Kurs von Barry Callebaut manches eingepreist ist, auf lange Sicht kann sich ein Engagement dennoch lohnen. Dosiert kaufen

Lasergestützte Maschinen

Angesichts der angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China haben es Chip-Spezialisten schwer. Eine Ausnahme bildet die niederländische ASML. Sie ist eine unerlässliche Maschinenlieferantin der dominierenden Halbleiterproduzenten wie Samsung, Intel oder TSMC. Deren Chips werden in immer mehr Geräte verbaut und müssen immer mehr können. Angesichts der Verbreitung von Anwendungen wie künstliche Intelligenz oder Big Data werden auch immer grössere Rechenleistungen verlangt. Um Halbleiter-Chips leistungs­fähiger zu machen, müssen zunächst auf Speicher- oder Logikschaltkreisen miniaturisierte Strukturen auf der Halbleiterscheibe angebracht werden. Dieser Prozess heisst Fotolithografie. ASML stellt die mit Abstand leistungsfähigsten lasergestützten Maschinen her, um diesen Produktionsschritt durchzuführen. Für die Chip-Hersteller führt kein Weg daran vorbei, die teure ASML-Ausrüstung anzuschaffen, um den technologischen Anschluss nicht zu verlieren. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2020 von 20 sind die ASML-Aktien nicht günstig, ein Ende der technologischen Vorherrschaft von ASML ist derzeit aber nicht absehbar. Kaufen

2 Kommentare zu «Swissquote-Titel laden zum Kauf ein»

  • Jens Egger sagt:

    Swissquote ist sicher eine gute Bank. Aber es gibt wahrlich bessere Plattformen mit erheblich mehr Möglichkeiten und vor allem hat Swissquote auch eine eher „gehobene“ Preispolitik was neue Kunden abschrecken dürfte.. Wie Sie ja selbst schreiben; eben „zurückhaltende Kunden“..

  • Lucas Cannolari sagt:

    ASML ist genauso den Verwerfungen im Halbleitermarkt unterworfen wie andere Hersteller und Zulieferer. Die gesamte Branche hat im vergangenen Jahr enorm Federn gelassen, aber ob jetzt schon der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist? Und dann gäbe es noch einige interessantere Zulieferer…

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