So partizipieren Sie am Lachs-Boom

Ermöglicht die Lachs-Investition: Das Tracker-Zertifikat auf den Swissquote Norwegian Fishing Portfolio Index. Foto: iStock

Ich möchte in meinem Depot breiter diversifizieren und bin auf ein Tracker-Zertifikat auf den Swissquote Norwegian Fishing Portfolio Index gestossen. Halten Sie es auch für eine gute Idee, auf den Aufwärtstrend der Lachsindustrie zu setzen? E. K.

Lachs ist nicht nur bei uns in der Schweiz, sondern auch weltweit sehr beliebt. Und der Konsum nimmt laufend zu. Zu den Ländern mit der höchsten Lachsproduktion zählt Norwegen. Da die Lachsexporte von Norwegen insbesondere in die EU weiter nach oben zeigen, kann es durchaus eine interessante Möglichkeit sein, auch als Anleger an diesem Wachstumstrend zu partizipieren.

Das von Ihnen erwähnte Tracker-Zertifikat auf den Swissquote Norwegian Fishing Portfolio Index mit Valorennummer 43469501 bietet eine einfache Möglichkeit, in die grössten Lachsproduzenten Norwegens zu investieren. Im Index enthalten sind acht an der Börse von Oslo kotierte Fischereiunternehmen.

Fast ein Fünftel entfällt dabei auf die Firma Bakkafrost, die unternehmerisch die gesamte Fischerei-Wertschöpfungskette, angefangen von Fischfutter, Zucht, Fang bis Verarbeitung, umfasst. Ebenfalls enthalten sind Fischerfirmen wie SalMar, Austevoll Seafood und Norway Royal Salmon. Zusätzlich versüsst wird das Investment durch ansprechende Dividendenrenditen zwischen zwei und fünf Prozent der im Index enthaltenen Unternehmen.

Wenn Sie überzeugt sind, dass die Lachszucht ein Wachstumsthema bleibt, ist dieses an der Börse gehandelte Tracker-Zertifikat, hinter dem Leonteq als Emittentin steht, und das eine Verwaltungsgebühr von 0,7 Prozent verrechnet, möglicherweise eine interessante Depotergänzung.

Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass Sie gleich mehrere Risiken tragen. Erstens tragen Sie mit dem reinen Fokus auf norwegische Fischereifirmen ein Klumpenrisiko: Wenn in der norwegischen Lachsproduktion eine Krankheit auftritt oder die Branche sonst ein Problem hat, würde dies direkt auf Ihr Investment durchschlagen.

Zweitens tragen Sie ein erhebliches Währungsrisiko. Die Unternehmen werden an der Börse in Oslo in norwegischen Kronen gehandelt. Zum Franken müssen Sie das Währungsrisiko in Kauf nehmen. Vor allem aber gehen Sie das Risiko ein, dass sich das bisherige schöne Wachstum bei der Lachsproduktion künftig vielleicht abschwächt, obwohl die Konsumtrends derzeit nicht dafür sprechen.

Vor einem Kauf empfehle ich Ihnen einen Blick auf den Swissquote Norwegian Fishing Portfolio Index. Dann sehen Sie rasch, dass der Index starken Schwankungen ausgesetzt ist und noch im letzten Jahr zeitweise auf fast 120 gestiegen ist, aber derzeit nur leicht über 100 notiert.

Jedenfalls ist das Tracker-Zertifikat für Sie keineswegs risikolos und eignet sich meines Erachtens nur für kleinere Summen als Abrundung in einem bereits breit diversifizierten Portfolio.

10 Kommentare zu «So partizipieren Sie am Lachs-Boom»

  • Peter Scheidegger sagt:

    Wenn Ihnen das Meer und seine Bewohner egal sind, dann investieren Sie ruhig .

  • Martin Pütter sagt:

    Und schliesslich kommt noch das Reputationsrisiko hinzu, da Zuchtlachs hinsichtlich Umweltfreundlichkeitkeit und artgerechter Tierhaltung im Vergleich zur Batteriehaltung von Hühnern Letztere zunehmend als ökologisch optimal erscheinen lässt – und das ist noch eine sehr euphemistische Umschreibung…

    • Christoph Bögli sagt:

      Das ist ziemlicher Quatsch. Die Lachszucht liegt bei eigentlich allen Umweltparametern weit vor der Tierzucht auf dem Land, auch Geflügel. Und vor Schweinen und Rindern sowieso. Der Unterschied liegt eher in der Wahrnehmung da durch die weitgehende Zerstörung sämtlicher Lebensräume auf dem Land über die letzten Jahrhunderte den Konsumenten gar nicht mehr auffällt, wie massiv die Landwirtschaft die Umwelt verändert hat.

  • christine straub sagt:

    Wie kann man nur so ignorant an den eigenen Vorteil denken!
    Nur schon Gedanken an solches Tun zeigt wie verwerflich ein Zuviel an Geld Menschen werden lassen kann.
    Aber es ginge auch anders!

    • Christoph Bögli sagt:

      Ja und Sie ernähren sich wohl von Luft und Liebe? Aber ja, nirgends findet man so viel Heuchelei und Unwissen wie in Ernährungsfragen..

  • Lachs Fischer sagt:

    Ich sehe den „Boom“ (noch) nicht. Obschon die weltweit führende norwegische Lachsproduktion ihre Probleme der letzten 10 Jahre in den Fjorden mit Bravour gelöst hat, scheint sich dies noch nicht auf die Preise ausgewirkt zu haben, oder aber die NOK schwächelt chronisch(?). Schauen Sie sich die Preisentwicklung mal an:
    https://salmonprice.nasdaqomxtrader.com/public/report?0
    Die Chancen scheinen gedeckelt, nach unten geht’s dann aber plötzlich schnell. Investieren Sie besser in Handelsunternehmen, dort sind die Margen zudem hoch und stabil. Zudem: Die restriktiv vergebenen Lizenzen würden für ein Angebotslimit sprechen, was bei steigender Nachfrage zu höheren Preisen führen müsste – ist nicht der Fall. In USA und EU sind grosse Indoor-Anlagen geplant welche das Angebot erweitern werden.

  • Claude Fontana sagt:

    Der Norwegische Lachs wird gemeinhin als Steroid-und Antibiotika depot gezüchtet. Dazwischen ist aber noch etwas platz für die gesunden Omega-3 Fettsäuren. Von denen liest man dann auf der Packung. Noch nicht ganz „Tilapia“ level, aber nicht weit entfernt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Sie sind schlecht informiert. Der Antibiotika-Verbrauch pro Kg Lachs liegt in mittlerweile bei quasi null und somit um Welten niedriger als in der Viehzucht..

  • Dietmar Plotzer sagt:

    Ein geschmackloser Artikel, aber er zeigt auf, in welche falsche Richtung das Geld läuft. Nun denn, ich weiss nun, wessen Tips ich zu 100% ignorieren kann…

  • Benny Luger sagt:

    Nichts gegen vernünftige Investitionen. Aber jemand der Investments in die Norwegische Lachsindustrie empfielt, agiert als veritabler advocatus diaboli, besonders in der heutigen Zeit.
    Alles was gemäss Europäischen Gesetzen in Norwegen verboten ist, egal ob Natur-/Tierschutz oder Arbeitsrecht, wird in den Chilenischen Lachszuchten, welche meist den gleichen Norwegischen Unternehmen gehören, gnadenlos durchgezogen. Ein einziges Beispiel: gemäss Zahlen von Greenpeace werden Chilenische Lachse mit zum Teil der 700-fachen (!!) Antibiotika-Dosis gefüttert wie in Europa erlaubt ist. Dass die lokalen Fischer durch massive Fjord-Verschmutzung mit Exkrementen und überschüssigem Futter, was zu exzessivem Algenwachstum führt, kein Auskommen mehr haben, ist dabei nur eines von vielen weiteren Themen.

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