Wie sicher ist mein Altersbatzen?

Wichtiger Einlagenschutz: Auch die Cornèr-Bank untersteht dem gesetzlichen Einlagenschutz, der für den Konkursfall einen Schutz für Einlagen bis maximal 100’000 Franken je Kunde sicherstellt. Foto: Keystone

Ich habe ein Wertschriftendepot von rund 400’000 Franken bei der Cornèrtrader-Bank. Ich lege Wert auf eine Dividende von rund 3 Prozent und möchte u.a. von diesen Dividenden später auch mal im Ruhestand leben. Wie sicher stufen Sie die Cornèrtrader-Bank ein? Da ich gedenke, das Depot über viele Jahre dort zu belassen, mache ich mir Gedanken über den Sicherheitsaspekt. R.A.

Die Cornèr-Bank-Gruppe ist eine unabhängige Schweizer Bankengruppe mit privatem Aktionariat. Hinter der Bank steht die Tessiner Familie Cornaro. Das Verwaltungsratspräsidium hat Paolo Cornaro inne, CEO ist seit rund drei Jahren Vittorio Cornaro. Er war etwa als Wertschriftenhändler bei Merrill Lynch in London tätig und kam vor 15 Jahren als Vertreter der dritten Generation ins familieneigene Finanzinstitut zurück ins Tessin.

In der breiten Öffentlichkeit bekannt ist die Gruppe insbesondere wegen ihres Kartengeschäfts mit Visa, Mastercard und Diners Club / Cornèrcard. Daneben ist das Institut im Kreditgeschäft, über Cornèrtrader im Online-Trading und im Private Banking aktiv.

Punkto Sicherheit, die Sie in Ihrer Frage ansprechen, ist der Einlagenschutz wichtig. Wie jede Bank in der Schweiz untersteht die Cornèr-Bank der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma und dem gesetzlichen Einlagenschutz, der für den Konkursfall einen Schutz beziehungsweise ein Konkursprivileg für Einlagen bis maximal 100’000 Franken je Kunde sicherstellt.

Wenn Sie nicht hohe Cashbestände auf dem Konto liegen lassen, ist dieser Aspekt weniger wichtig. Wertschriften hingegen bleiben auch im Konkursfall einer Bank im Besitz der Kunden. Ihre Aktien im Depot der Bank wären selbst in einem Krisenfall nicht gefährdet.

Etwas Negatives über die Bank ist mir nicht bekannt. Was viele nicht wissen: Die Bank hat den wohl prominentesten Lehrabgänger der Schweiz: Vor vielen Jahren hatte Sergio Ermotti bei der Tessiner Bank seine Banklehre absolviert und ist heute nach weiteren Berufsstationen Konzernchef der UBS.

Weit grösser als das Einlagenrisiko stufe ich in Ihrem Fall Ihr Anlagerisiko ein. Ihrem Depotauszug, den Sie mir mitgeschickt haben, entnehme ich, dass Sie eine Vielzahl von attraktiven Schweizer Dividendenperlen halten. Damit erreichen Sie dank der Dividenden problemlos eine jährliche Rendite von wenigstens 3 Prozent.

Gleichzeitig tragen Sie damit aber ein beträchtliches Klumpenrisiko: Falls Sie nicht bei einer anderen Bank noch andere Wertschriften besitzen, setzen Sie zu hundert Prozent auf Aktien und zu praktisch hundert Prozent nur auf den Schweizer Markt. Andere Anlageklassen wie Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe fehlen. Da Sie, wie Sie mir schreiben, Wert auf Sicherheit legen, würde ich mir überlegen, ob Sie nicht eine breitere Diversifikation in weitere Anlageklassen und Märkte vornehmen möchten, um Ihre Risiken zu senken. Mittels Fonds oder Exchange Traded Funds ist das einfach und günstig möglich.

Auch einen anderen Aspekt gilt es im Auge zu behalten: Die Steuern. Ihren Angaben entnehme ich, dass Sie unter 50-jährig sind. Dividendenperlen haben den grossen Pluspunkt, dass sie eine regelmässige Rendite abwerfen, die allerdings nie garantiert ist. Sie haben aber den Nachteil, dass Sie deswegen mehr Steuern bezahlen, da die hohen Dividenden versteuert werden müssen und zusammen mit Ihrem übrigen Einkommen dazu führen, dass Sie wohl in einer höhere Steuerprogression kommen.

Wenn jemand im Alter wie Sie Dividendenperlen hält, ist der Steuernachteil von Dividendenperlen weniger stark zu gewichten, wenn gleichzeitig das übrige steuerbare Einkommen abnimmt. Ich empfehle Ihnen, auch diesen Aspekt im Rahmen Ihrer gesamten Finanzsituation zu überprüfen.

6 Kommentare zu «Wie sicher ist mein Altersbatzen?»

  • Silvio sagt:

    Hier gilt es explizit zu erwähnen, dass diese Kursprivileg von CHF 100‘000.- pro Kunde eine reine Beruhigungspille darstellt. Denn die Bankenvereinigung müsste erst im Konkursfall die auf maximal CHF 6 Mia begrenzte Summe einschiessen. Falls mehrere Banken in Bedrängnis geraten (siehe Geschichte), könnte höchstens die Nationalbank einspringen. Dies ist aber nirgends vertraglich geregelt.

    Es ist ein Hohn bei den Gewinnen der NB hierfür lediglich ein Versprechen der Banken abzugeben. Das ganze Geldsystem, das durch die Lehren des John M. Keynes (Zinseszins) völlig den Fugen geraten ist, mittlerweile nichts als leere Luft, ein gigantisch Aufgeblasener Ballon aus Schuldgeld, und das gemeine Volk hat diese Beruhigungspille gerne geschluckt. CHF 100‘000.- ist zudem ein lächerlicher Betrag.

  • Pius Tschirky sagt:

    Ja, dass mit diesen Fr. 100 000.– ist doch reinste Suggestion. Glaube im Falle eines Falles auch nicht daran, dass diese Gelder garantiert sind.

    • Bekim Berisha sagt:

      Der Fragesteller unterhält ein Wertschriftendepot über 400´000.- und kennt nicht einmal die wichtigsten Dinge sprich den Einlagenschutz, da kann man nur den Kopf schütteln.

  • Karl K. sagt:

    Der gute R.A. hat die Sicherheit seines Wertschriftendepots in Frage gestellt, der Einlagenschutz ist hier überhaupt nicht relevant. Was heute 3% (auf den Original-Einstandspreis ? den aktuellen Kurs ??) abwirft, ist nie ganz risikolos. und wie Hr. Spieler rät, wäre eine gewisse Diversifikation nicht falsch, eben genau aus Sicherheitsgründen, Ermotti hin oder her 🙂

  • Gstoehl Fredy sagt:

    Hoi
    Ich habe vier Bezugsrechte für Eine Warteck Aktie erhalten.
    Wie kann ich diese
    ausüben?
    Verliere ich das Geld bei nicht Ausführung?
    Habe Warteck Aktien gekauft. Hat nicht funktioniert.
    Habe nochmal vier Bezugsrechte gekauft.
    Wenn ich 2 zu 1550 Fr kaufe? Erlöschen dann die Bezugsrechte
    automatisch???

    Fredy Gstoehl
    Danke

    • Peter Rohner sagt:

      Vielleicht sollten Sie eine Packung Müesli kaufen und dort nach einer Antwort suchen. Oder Sie fragen einfach Ihren Bankberater. — Hier hat Ihre Frage sicher nichts zu suchen.

Kommentar

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