Clariants Umbau ist vielversprechend

Chemiewerk von Clariant in Muttenz: Das Kerngeschäft hat gut abgeschnitten. Foto: Georgios Kefalas/Keystone

In gewissen Investorenkreisen ist es wegen der teils turbulenten Geschichte geradezu ein Sport, über Clariant zu stänkern. Was vom Spezialchemiekonzern kommt, kann nicht gut sein. Kann es doch. Die geplante Neuausrichtung ist ein Beispiel dafür, die Zahlen zum ersten Quartal belegen das. Auf den ersten Blick sieht das Berichtete nicht sehr erbaulich aus: Die Volumina gingen 1 Prozent zurück, die Marge gab nach. Grund ist die konjunktursensible Sparte Plastics & Coatings. An ihr setzt der Umbau an: Ihre schwächeren Geschäfte werden verkauft, die aussichtsreichen mit ähnlich gelagerten Aktivitäten des Grossaktionärs Sabic zur neuen, laut Clariant wachstums- und ertragsstarken Sparte High Performance Materials verbunden. Ohne Plastics & Coatings hätte das Ergebnis der Sparten den Vorjahreswert übertroffen, und es wäre eine höhere Marge herausgekommen. Kurz, das Kerngeschäft hat gut abgeschnitten. Zusammen mit dem vielversprechenden Umbau heisst das mit Blick auf die Aktien – aus heutiger Sicht und etwas Geduld vorausgesetzt: Kaufen

Hohe Margen weiter gesteigert

Die Akquisition der finnischen Sanitec im Februar 2015 war auch für Geberit ein grosser Brocken. Die Kosten für Akquisition und Integration bremsten den Sanitärtechniker. Im laufenden Jahr fallen keine derartigen Kosten mehr an. Das hat sich schon auf das erste Semester erfreulich ausgewirkt: Das Unternehmen hat positiv überrascht und die bereits hohen Margen weiter gesteigert. Dabei haben auch operative Fortschritte eine Rolle gespielt. Die Börse hat das am Donnerstag mit markanten Kursfortschritten quittiert, am Freitag folgte dann eine leichte Korrektur – was mich nicht überrascht hat. Ich gehe davon aus, dass Geberit den Wachstumsrhythmus über das ganze Jahr hinweg mehr oder weniger halten und seine Marktanteile weiter ausbauen kann. Die Aktien bleiben sehr attraktiv. Kaufen

Gleichgesinnter Nachfolger

Rekordumsatz, markante Verbesserung der Profitabilität, frühzeitige Zielerreichung: Logitech hat einmal mehr positiv überrascht. Wobei, überraschend kommt das sehr gute Resultat nicht. Die Westschweizer sind bekannt für ihre konservativen Prognosen. Auch die Anleger scheinen das gemerkt zu haben. Entsprechend verhalten reagierte die Börse am Donnerstag auf die Präsentation der Jahreszahlen. Die Titel verloren deutlich. Enttäuscht zeigten sich viele über den Abgang von CFO Vincent Pilette. Logitech hat dem Mann viel zu verdanken, die Kostendisziplin und Effizienzsteigerung der vergangenen Jahre tragen seine Handschrift. Sie sind wesentliche Erfolgsfaktoren der Logitech-Story. Doch ich sehe die Strategie nicht gefährdet. Konzernchef Bracken Darrell dürfte alles daran setzen, Pilette, bei dessen Einstellung er im September 2013 schon mitgewirkt hat, mit einem gleichgesinnten Nachfolger zu ersetzen. Deshalb bietet das kleine Zwischentief eine Kaufmöglichkeit. Kaufen

Gesundheitsbedenken wegen 5G

Es ist eine Krux – und politisch so gewollt. Das Geschäft der Swisscom schrumpft im Heimatmarkt. Wachstumstreiber bleibt Italien. In der Schweiz muss die Swisscom Kunden mit innovativen Produkten begeistern. Gelungen ist das mit In One, durch das Roaming in Europa grösstenteils Geschichte wird. Eine Viertelmillion Kunden konnten dafür in fünf Wochen gewonnen werden. Das ist der Grund, wieso der neue 5G-Mobilfunk so wichtig ist für Swisscom. Die Technik legt die Basis für eine Reihe möglicher neuer Angebote. Deshalb wurmen die Swisscom-Führung die Moratorien, die in einigen Kantonen gegen 5G aufgrund von Gesundheitsbedenken verabschiedet wurden. Ähnliches gab es schon bei 3G und 4G. Nun verzögert sich 5G – und damit potenziell neue Einnahmequellen für Swisscom. Anleger, die daran glauben, dass sich der Streit wie bei 3G und 4G schnell löst, partizipieren nach den Quartalszahlen. Die Titel bleiben auch wegen ihrer hohen Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent interessant. Kaufen

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