Absurder IWF-Angriff aufs Bargeld

Schwer verdauliche Idee: Weil viele Sparer immer mehr Bargeld horten, empfiehlt der IWF, dass die Notenbanken ihre Geldmenge künftig in Bargeld und elektronisches Geld aufteilen sollen. Foto: iStock

Im Internet habe ich gelesen, dass der IWF plane, Bargeldbesitzer zu enteignen. Das ist schockierend. Was halten Sie von solchen Ideen? S.M.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich als Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in der US-Hauptstadt Washington nach eigener Definition zum Ziel gesetzt, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik zu fördern, die Stabilität der Wechselkurse zu fördern und Mitgliedsländern in Zahlungsbilanzschwierigkeiten mit Krediten unter die Arme zu greifen.

Die neusten Ideen aus der IWF-Küche sind allerdings in der Tat schwer verdaulich. Weil viele Sparer angesichts der rekordtiefen Zinsen – und bei uns Negativzinsen – immer mehr Bargeld horten und bei weiter sinkenden Zinsen wohl noch mehr Bargeld lagern werden, empfiehlt der IWF, dass die Notenbanken ihre Geldmenge künftig in zwei Währungen, nämlich in Bargeld und elektronisches Geld, aufteilen.

Auf Bargeld würde dann ein Strafzins zur Anwendung kommen – die Negativzinsen würden nur auf dem Bargeld belastet. Weil Bargeld an Wert verlieren würde, wäre es für die Sparer unattraktiv, Bargeld zu horten und überhaupt Bargeld abzuheben und mit Bargeld zu zahlen.

Der IWF erhofft sich von der Massnahme, dass mehr Geld in Umlauf käme und damit die Wirtschaft stärker angetrieben würde. Mit faktischen Strafzinsen auf Bargeld sollten die Sparer dazu getrieben werden, mehr Geld auszugeben – statt es auf die hohe Kante zu legen. All jene, die bereits viel Bargeld besitzen, würden im Zuge des IWF-Vorschlags gezwungen, das Geld rasch in Umlauf zu bringen, oder aber sie würden schrittweise enteignet.

Persönlich halte ich solche Ideen für absurd. Zwar stellen wir einen starken Druck vieler Staaten fest, das Bargeld möglichst abzuschaffen und möglichst nur noch elektronisches Geld zuzulassen, wie es etwa in Schweden schon zu einem grossen Teil gehandhabt wird. In der Schweiz würden solche Ideen allerdings zu Recht auf grossen Widerstand stossen, zumal hierzulande auch das Bargeld weiter beliebt ist.

Auch in Deutschland würden solche Ideen einige Opposition auslösen und die Europäische Währungsunion auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Schon heute gibt es Kräfte, die am liebsten aus dem Euro austreten möchten.

Offen gesagt finde ich die Ideen des IWF zur Schwächung des Bargeldes ebenso unklug wie seine Forderungen an die Schweiz, sie müsse ihre Staatsausgaben ankurbeln, um die Wirtschaft zu stärken. Der Preis dafür wären allerdings höhere Schulden.

Dass ausgerechnet der IWF eine höhere Verschuldung empfiehlt, schwächt dessen Glaubwürdigkeit. Die vergleichsweise geringe Verschuldung der Schweiz im internationalen Kontext und unsere Schuldenbremse halte ich für grosse Pluspunkte unseres Landes. Und das dürfte uns angesichts der riesigen Schuldenberge anderer europäischen Staaten, die nicht einmal die eigenen Regeln der Währungsunion einhalten, in der nächsten Finanzkrise zugutekommen.

66 Kommentare zu «Absurder IWF-Angriff aufs Bargeld»

  • Anton Schneider sagt:

    Die Politik des billigen Geldes hat verheerende Wirkungen und geplant wohl unumkehrbar. Erschreckend ist, dass immer mehr Führungspersonen von öffentlichen Institutionen und Politiker zu wissen glauben, wie ihre Arbeitgeber zu leben haben und wie Probleme jeglicher Art zu lösen seien. Diese Anmassung ist eine Zumutung mit immer mehr sichtbaren Folgen in Alltag. Möglich ist dies nur, weil komplexe Probleme nicht oder nicht einfach zu lösen sind, immer mehr Leute aber in einfachen Lösungen und Heilverkündern die persönlichen Probleme gelöst sehen und andere ebenfalls zum persönlichen Glauben überzeugen wollen. Diese Tendenz ist momentan nicht aufzuhalten und wohl ein Problem der westlichen Wohlstandsgesellschaft.

  • Raimund W. Ritzi sagt:

    Wenn das Bargeld schleichend abgeschafft wird, ist dies der finale (Staats-) Betrug am Bürger. Hoffentlich lässt sich der Wähler dies niemals gefallen . Aber die Masse ist dumm und merkt es nicht, befürchte ich.
    (siehe Schweden).

    • david m sagt:

      gebe ihnen recht, die schweden bemerken es nicht mehr, sie sind so eingelullt, die medien steurern sie auch jeden tag. mir war sweden in allem was staatskontrolle betrifft ein zacken zuviel. alles bargeldlos (selbst auf der strasse -obdachlsoenzeitung- wird per karte bezahlt) und kameras all überall und somit mittels gesichtserkennung die einwohner unter totaler kontrolle. eigenartigerweise, es stört keinen.. eben weil ihnen jeden tag gesagt wird wie toll sweden sei.

      • Anh Toàn sagt:

        Ziemliche Trottel diese Schweden, nicht wie Sie david m, der aus der fernen Schweiz die tiefsten Einblicke nach Schweden hat.

  • Meindl sagt:

    Sehr komplex und für Laien schwierig in der ganzen Sache über richtig oder falsch zu urteilen. Dass aber endlich Schwarzgeld versteuert werden muss oder den Wert verliert macht Sinn.

    • Michel sagt:

      Jooo… klar, Herr oder Frau Meindl und der Generalverdacht. Bar = schwarz. Alles klar.

      • F. Locher sagt:

        @Michel: Sie müssen Ihrer Steuererklärung ja auch Ihre Kontoauszüge und Lohnausweise beilegen, weil der Staat leider nicht ALLEN Bürgern blind vertrauen kann! Als ehrlicher Steuerzahler können Sie mit solchen Kontrollen und „Überwachungen“ nur gewinnen, zahlen die Zeche doch die überführten Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher! Weder Bargeld noch ein Bankguthaben muss schwarz sein, vernünftig überprüfbar ist das aber nur bei letzterem!

      • Niklas Meier sagt:

        F.Locher, das Bargeld kann man aber nicht so einfach enteignen. Und nur darum geht es.
        Das Schwarzgeld ist ein netter Nebeneffekt und eine schöne Nebelkerze.
        Immer die selben „Argumente“. Es bringt zwar kaum etwas, aber wer sich nichts zuschulden kommen lässt, hat ja nichts zu verbergen.
        Waffengesetz, Bargeld, wo endet es?

      • Anh Toàn sagt:

        @Michel: „Bar = schwarz“:

        Es gibt noch ein paar Fossilien, es werden immer weniger davon, die sind es halt so gewohnt, „nur Bahres ist Wahres“: Die gehen dann zur Bank um Bargeld zu holen und tragen es auf die Post, um ihre Rechnungen mittels Bareinzahlung am Postschalter zu überweisen.

        Aber, in den meisten Fällen ist das so, sobald es sich um Beträge deutlich über CHF 100.00 handelt, ist Barzahlung heute die Ausnahme, ausser es geht darum, keine Steuern zu zahlen.

        Fast ganz sicher ist es so, wenn es für Barzahlung auch noch einen Rabatt gibt: Barzahlung ist für den Gläubiger teurer, zwar minimal aber das Handling von Bargeld kostet mehr als elektronische Transaktionen, warum also sollten sie einen Rabatt erhalten für Barzahlung?

    • San Wen sagt:

      Das Erwähnen von Schwarzgeld und Besteuern geht völlig am Thema vorbei. Der Normalverdiener hat Ende des Monats kaum etwas übrig, um Schwarzgeld im grossen Stil zu horten. Wenn Bargeld erst einmal abgeschafft ist, dann haben die Institutionen (Staat, Zentralbanken, Steuerbehörden) den Bürger völlig im Griff, können Geldströme und Konsumverhalten bis ins letzte Detail überwachen. Schöne staatlich kontrollierte „Freiheit“ à la China!! Aber genau das ist Ziel der Bemühungen des IWF, nämlich totale globale Kontrolle der Bürger. Ich zweifle, dass die Masse begreift, worum es hier geht. Die bezahlen ja heute schon jeden Kaugummi mit der Karte!

      • F. Locher sagt:

        @San Wen: Wenn der kleine Bürger nichts übrig hat, um Bargeld zu horten, wissen Sie ja auch, dass sich die Massnahme nicht gegen ihn sondern die grossen Fische richten würde! Geldströme zu überwachen erscheint durchaus sinnvoll, solange Einkünfte dem Fiskus, Sozialhilfebehörden oder der AHV offenzulegen sind. Die totale Überwachung des Konsums durch den Staat scheint mir hingegen eher verschwörungstheoretisch – da droht wohl mehr Gefahr von Ihrer Cumuluskarte und Ihrem Kreditkartenanbieter, die im Gegensatz zum Staat nur allzu gerne wissen würden, wofür Sie ihr Geld ausgeben!

      • F. Locher sagt:

        @Niklas Meier: Falls Sie Ihr Bargeld korrekt deklariert haben, kann es der Staat besteuern (das meinen Sie wohl mit „Enteignung“), falls Sie Ihr Bargeld nicht deklarieren begehen Sie Steuerhinterziehung. Und wir sprechen hier nicht von den paar wenigen Franken, die jeder in seiner Geldbörse hat. So einfach ist das.

      • Sebastian Ramseier sagt:

        F. Locher: Die Kopfgeburt des IWF riecht geradezu nach letzten, verzweifelten Massnahmen, ein aus dem Ruder laufendes Finanzsystem mit Repressalien in den Griff bekommen zu wollen. Oder glauben Sie etwa allen Ernstes, die „grossen Fische“ würden ihre Steuerhinterziehung mit Bargeld tätigen? Übrigens ist Bargeld ist nicht automatisch Schwarzgeld, obwohl man uns das glauben machen will.

      • Niklas Meier sagt:

        F.Locher, wenn die Banken beschliessen sollten, für jeden abgehobenen Franken nur 90 Rappen auszubezahlen weil es die wirtschaftliche Situation gerade erfordert (und diese Überlegungen gab es unlängst ja bereits), dann kann dem nur durch eine vorgängige Abhebung und Rücklage mittels Bargeld begegnet werden.

      • F. Locher sagt:

        @Niklas Meier: Ihr Geld ist bei der Bank wohl weitaus sicherer aufgehoben als „unter der Matraze“ – ausser Sie haben Angst vor dem Fiskus! Das angebliche Misstrauen gegenüber den Banken wurzelt bei den meisten mehr in der Furcht, dass der Fiskus tatsächlich noch aufdecken könnte, wie viel sie tatsächlich besitzen! Alles andere wäre eine krasse Fehleinschätzung der tats. Gefahrenlage.

    • H. Brunner sagt:

      Es geht nicht alleine um Schwarzgeld, sondern es verlieren auch immer mehr Leute das Vertrauen in Banken und Politik.

    • david m sagt:

      @meindl, sie sind dieser gehirnwäsche auch schon voll auf den leim gegangen. bargeld = schwarzgeld. liebes meindl, schwarzgeld im grossen stil wird im darknet gewaschen. nicht unter der matratze

      • Anh Toàn sagt:

        Schwarzgeld kann man nicht im Darknet waschen, da bleibt es Schwarzgeld: Bei Geldwäsche geht es darum, das Schwarzgeld ans Licht zu bringen, also den Behörden, insbesondere den Steuerbehörden zu erklären, wo es her kommt. Stammt das „schwarze Geld“ aus illegalem Tun, werden Steuern gerne in Kauf genommen.

        Schwarzgeld in grossem Umfang muss man waschen, denn ungewaschen kann man auch nur „schwarz“ ausgeben, also vor allem für Sünden , die man ohnehin niemandem beichten will. (Bestechung, Bordell, Spiel, Drogen). Braucht man das Schwarzgeld, weil das saubere ausgegangen ist, zur Bestreitung des Lebensunterhaltes, fliegt man auf. (Al Capone ging wegen Steuerhinterziehung in den Knast, er konnte nicht erklären, woher das Geld für sein Leben kam.)

      • Anh Toàn sagt:

        „Stammt das „schwarze Geld“ aus illegalem Tun, werden Steuern gerne in Kauf genommen.“

        Ergänzend wegen Ihrem darknet Geschwafel: Wohl die traditionellste aller Methoden: Man übernimmt einen Club: Jeden Tag zerstört man zehn Flaschen Campagner und tippt dafür Barumsatz in die Kasse:

        Wenn man Schwarzgeld waschen will, und man kommt mit 50% sauberem Geld nach Kosten (inkl Steuern) raus, ist der gemeine, aber etwas schlauere Gangster schon froh.

        Aber wer Vermögen aus versteuerten Einnahmen unter der Matratze versteckt, ist schlicht doof. Ist es viel, kann er es nicht hervorholen, ohne nochmals zu bezahlen, (Die Gelackmeierten sind dann seine Erben, die machen eine Selbstanzeige und versteuern es nochmal als Einkommen, ist es wenig, lohnt es sich sowieso nicht wirklich.

      • Anh Toàn sagt:

        Kurz und über den Daumen: Indem man das Geld versteckt, halbiert man seinen Wert. Superschlau!

  • Gerhard Keller sagt:

    Besser als Bargeld zu horten ist es, mit dem Geld Edelmetalle zu kaufen. Vorzugsweise Platin und Palladium. Da gibt es nichts zu enteignen. Diese Edelmetalle sind für die Industrie lebenswichtig und werden niemals ihren Wert verlieren.

    • Max Röthlisberger sagt:

      Das klingt gut !
      .
      Habe eben auf die Schnelle nicht herausgefunden, wo ich Palladium kaufen kann, und wer es mir wieder abkauft, wenn ich Geld benötige, um mein Essen beim Bauern zu bezahlen.
      .
      Können Sie bitte weiterhelfen ??
      .

      • Peter Kuriger sagt:

        Wäre Monsieur Mangetout nicht bereits verstorben – könnte er Ihnen vielleicht einen Rat geben. 🙂

        Obwohl Monsieur Mangetout keine Boeing 747 oder ein gigantisches Passagierflugzeug verspeiste, hat er immer noch satte 9 Tonnen Metall gegessen. Das Flugzeug seiner Wahl war eine Cessna 150. Er verzehrte das Flugzeug über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen 1978-1980. Zu weiteren bemerkenswerten “Delikatessen“, die er im Laufe seiner Karriere gegessen hat, zählen unter anderem Fahrräder, Einkaufswägen, Betten, Kronleuchter, Fernseher, ein kleiner Teil des Eiffelturms und ein Sarg

    • kurt schütz sagt:

      Ja klar darum war der Platinpreis 2016 bei 37’000 und heute bloss bei 28700. Wirklich ein super Investment. Fragt sich bloss wieviel noch die Lagerkosten betragen.

    • Leonhard Fritze sagt:

      Dann kommt eben eines Tages flugs ein Gesetz, das Privaten den Besitz seltener Metalle verbietet. Gründe dafür werden sich jederzeit konstruieren lassen. Es gibt einfach zu viel Staat auf der Welt. Alle diese Macht wird schliesslich an eine einzige Person oder Kleingruppe gehen.

  • terepe sagt:

    Dies ist ein Blog im Web. Wie wäre es also mit ein paar _Links_ zu den entsprechenden Dokumenten? Bisher war mir nur bekannt, dass ein paar Forscher beim IWF verschiedene Szenarien durchgespielt haben, aber ohne Handlungsempfehlungen abzugeben. Ist da inzwischen mehr gelaufen?

  • Klaus Weber-Fink sagt:

    Schwarzgeldversteuerung ist nur ein fauler Vorwand. In Wirklichkeit geht es der den Regierungen darum, die Kontrolle über unsere Finanzen, unser Geld, unser Leben zu bekommen, damit sie uns elektronisch nach Belieben mit Knopfdruck die Steuern erhöhen können, ja sogar enteignen können.

    • H. Brunner sagt:

      Richtig

      • kurt schütz sagt:

        Ja klar darum war der Platinpreis 2016 bei 37’000 und heute bloss bei 28700. Wirklich ein super Investment. Fragt sich bloss wieviel noch die Lagerkosten betragen.

    • F. Locher sagt:

      „Die Regierung“ setzt das um, was das Volk beschlossen hat. Und die Steuerbehörde sollte wissen, wie viel Sie besitzen, um Sie fair besteuern zu können! Sollte dies dereinst per „Knopfdruck“ gehen, wäre dies aus Effizienzgründen nur zu begrüssen! In einer Demokratie und einem Rechtstaat braucht man die Regierung als rechtschaffender Bürger nicht zu fürchten, insbesondere wenn sich diese nur die Informationen beschaffen will, die Sie ihr mit der Steuererklärung ohnehin liefern müssten!

      • Regina Bischof sagt:

        @F. Locher – „Die Regierung setzt das um, was das Volk beschlossen hat.“ – Auf welchem Planeten leben Sie ? Es ist unglaublich, dass sich Leute politisch äussern, welche noch nicht mal mitbekommen haben, dass eben genau das heute nicht mehr zutrifft. – „In einer Demokratie und einem Rechtstaat braucht man die Regierung als rechtschaffender Bürger nicht zu fürchten“ – Über so viel Naivität kann man nur den Kopf schütteln…

      • F. Locher sagt:

        @Regina Bischof: Ihre Alternative ist wohl die Anarchie (=keine Regierung). Oder was für eine Gesellschaft schwebt Ihnen den konkret vor? Man kann den Schweizer Staat ja gerne kritisieren, wer ihn aber so wie Sie generell in Frage stellt, will in einfach nur abschaffen – meist aber, ohne eine (vermeintlich) bessere Alternative zu kennen! Aber ich freue mich, wenn Sie mir ihre Alternative aufzeigen und mich eines Besseren belehren können! Und noch erwas: Die Regierung können Sie direkt oder ind. (BR) wählen – Falls Sie sich in der Regierung nicht vertreten sehen, haben Sie entweder die falschen gewählt oder eine Mehrheit war eben anderer Ansicht! Das nennt sich Demokratie.

  • Hans Klein sagt:

    Wir stecken mittendrin im Prozess wo das Verschwinden des Bargeldes stattfindet, ob wir das wollen oder nicht. Wer fragt schon uns Verbraucher und Bakkunden ? Zum Beispiel: Die ZKB Filliale Neumünster am Kreuzplatz wurde vor Kuzem umgebaut. Es geb immer 4, vier, Schalter und an jedem konnte man alle Geschäfte erledigen. Jetzt, nach der Umbau, sind es plötzlich nur 2, zwei, Schalter vorhanden. Nur an einem kann man Bargeldgeschäfte erledigen und am andern nur Papierkrim-kram und an jedem bilden sich lange Schlangen. Es ist offensichtlich klar, dass die „unsere“ Bank zwei Ziele verfolgt: Geld für das Personal sparen aber, vor allem, uns das Bargeldgeschäfte zu vergraulen und vermiesen und uns zum E-Banking zu zwingen.

    • david m sagt:

      @hans klein, das vorgehen der zkb kann ich voll und ganz verstehen. sorry… die zeiten der grossen schalterhallen sind vorbei, da gibts kein zurück mehr. seien sie froh gehen die banken diesen schritt in die zukunft.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Klein: Da habe ich einen guten Tipp: Gehen Sie zum Bankomaten und holen Sie dort Bargeld. Das funktioniert reibungslos. Und dann merken Sie: Die Bank will uns nicht das Bargeld vermiesen, sondern Personal einsparen.

  • H.Hui sagt:

    Immer spannend zu lesen , wie sich die einzelnen Institutionen widersprechen! Denn ein ankurbeln des Konsums hätte zwingend Auswirkungen auf den CO2
    Ausstoss…. aber da dies ja eine andere UN Institution betrifft, interessiert es den IWF
    herzlich wenig. Das Sprichwort scheint zu stimmen.. der Fisch stinkt vom Kopf her..

    • Michael sagt:

      2 Abteilungen in ihrem Geschäft haben unterschiedliche Ziele. Sowas nennt man normal.
      Will ihr Mann oder ihre Frau immer das gleiche wie sie? Ich denke eher nicht, oder? Und das würden sie auch normal nennen.
      Aber bei der UN ists „der Fisch stinkt vom Kopf her“? Mal abgesehen davon, dass sie das schöne Sprichwort komplett falsch verwenden, sehe ich das Problem nicht. Auch hier ist es normal.

      Ausserdem kann ich Dienstleistungen konsumieren, da gibt’s kein zusätzliches CO2, die Menschen atmen auch, wenn sie nicht beschäftigt sind.

  • F. Locher sagt:

    Der wichtigste Grund GEGEN Bargeld wurde im Artikel leider Unterschlagen: Bargeld erschwert die Überführung von Schwarzarbeitern und Steuerhinterzieher, zumindest in denjenigen Ländern, in welchen sich solche Betrüger nicht ohnehin hinter dem Bankgeheimnis verstecken können…

    • david m sagt:

      @locher, eine schattenwirtschaft wird es auch ohne bargeld geben. das sind ganz einfache prozesse die auch ohne bargeld gesteuert werden können. was meinen sie was bitcoins sind und für was die vor allem verwendet werden? oder all die fintechprodukte die den geldmarkt fluten, der ideale ort um geld zu waschen oder die schattenwirtschaft anzukurbeln. in einigen fintechs (mit sitz z.b. in nördlicheren gebieten, möchte nicht konkret länder erwähnen, vor allem weil es sich um länder handelt die gemäss oecd superkorrekt agieren) wird nicht mal die idendität des kontoeröffnenden korrekt geprüft.

      • F. Locher sagt:

        Die Abschaffung des Bargelds wird die Schattenwirtschaft nicht zerstören aber zumindest erschweren! Mit Ihrer Argumentation könnte man alles Infrage stellen, was nur eine Verbesserung, aber noch keine absolute Lösung verspricht!

      • david m sagt:

        @locher, ja ich finde ich habe das recht alles in frage zu stellen, vor allem wenn ich im alltag mit solchen produkten zu tun habe und als moralisch empfindende person dadurch erkenne welche neuen möglichkeiten daraus entstehen und vor allem in welchem tempo. das bedeutet für ein staatsgefüge unter umständen immer weniger steuereinnahmen weil es uns allen immer leichter gemacht wird, geld veschwinden zu lassen, und dies vor allem virtuell.

      • F. Locher sagt:

        @David: Natürlich haben Sie das Recht, Bitcoins & co. infrage zu stellen – da sind wir (auch aus ökologischer Sicht) ohnehin einer Meinung. Nur weshalb sollte die Elimination eines Problems (Schwarzgeld in Form von Bargeld) der Elimination eines anderen Problems (Schwarzgeld als Bitcoin) entgegenstehen? Man kann das eine wie das andere Abschaffen und kommt einer faireren Welt näher! Und wenn gleich beide Probleme sich eliminieren lassen, umso besser!

      • david m sagt:

        @locher, ich sehe einfach das nicht bargeld (beim kiosk um die ecke bei dem der kaugummi nicht in die kasse getippt wird) das problem darstellt sondern die neuen digitalenangebote mit denen sie milliarden in sekunden einmal um die welt über verschiedenste wallets ins steuerfreie nichts transferieren und dies nur mit einem smartphone (prepaid). aber um diese thematik kümmert sich kein iwf, oecd, etc.etc. warum wohl?

  • Heinz Oswald sagt:

    Abschaffung der Bargelder hat zum höchsten Ziel: Totalüberwachung!

  • Bruno Banani sagt:

    Der Tag, an dem solches in der Schweiz ernsthaft diskutiert wird ist der Tag, an dem ich eine Volksinitiative starten werde, welcher die verpflichtende Annahme und Nichtdiskriminierung von Bargeld in die Verfassung schreibt.

  • Habs Rupp sagt:

    Ich stand mal bei einem Grossverteiler an der Kasse, als plötzlich das System zusammenfiel und vorübergehend nicht mehr mit Karte gezahlt werden konnte. Es war interessant zu beobachten, wie schnell der Unmut der Menschen in blanke Aggression umschlug…
    Eine Abschaffung des Bargelds hat überhaupt nichts mit Bankenwesen, Sparkapitalien und Transaktionsbequemlichkeit zu tun, aber alles mit Staatskontrolle, Meinungsdiktat und Konsumsteuerung.

  • H.Trickler sagt:

    Nicht nur der IWF sondern auch Väterchen Staat hat aus naheliegenden Gründen dieselbe Absicht.

  • Giorgio Pianzola sagt:

    Martin Spieler schreibt wie immer sehr klar und auch für Laien verständlich. Es war und ist mir immer wieder ein Vergnügen, ihn zu lesen oder zu hören. Auch in diesem Beitrag finde ich, hat Herr Spieler völlig recht. Die Schuldenbremse und die relativ tiefe Verschuldung der Schweiz ist ein riesiger Pluspunkt, weckt aber international einen gewissen Neid. Mit der Kritik an unserer Geldpolitik wollen diese Protagonisten aber nur von ihren eigenen Problemen ablenken. Schon Joe Ackermann sagte treffend: „Das einzige Land, das die Mastrich Kriterien einhält, ist die Schweiz“! Solche offenen Worte treffen halt einige Schuldner an wunden Punkten.

  • Daniel Heller sagt:

    Die Interpretation von Herrn Spieler ist nicht ganz richtig. Es handelt sich nicht um eine Empfehlung des IWF, sondern nur um einen Blog und ein Arbeitspapier einer Mitarbeiterin des IWF. Empfehlungen kann der IWF nur durch seine Leitungsgrenien wie dem Verwaltungsrat (Executive Board) herausgeben.
    Der erwähnte Beitrag enthält einen Vorschlag, wie Zentralbanken Negativzinsen auch auf Bargeld und nicht nur auf digitales Buchgeld erheben könnten. Dass man darüber nachdenkt, kann ja nicht verwerflich sein.

  • Schmid pedro sagt:

    Die Wirkung auf den Konsum der Güter für den Alltag.
    Es will der Staat wissen was du kaufst, wo Du kaufst, wann Du kaufst.
    Immer mehr Produkte verschwinden aus den Regalen. Bis heute konnten
    die Bedürfnisse von jedem selber gewählt und besorgt werden, zahlung mit bargeld. Die Karte eröffnet wege, wo man den einzelnen verfolgen kann, was
    er kauft. Wir gehen einer gefährlichen zeit entgegen, einer lückenlosen Kontrolle.

    • kurt schuetz sagt:

      Die Abschaffung des Bargeldes ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Einführung einer Transaktionssteuer, damit der Staat bei jeder Transaktion kassieren kann, so wie es die grossen Kreditkarten Visa, Mastercard, Amex und Applepay etc. (n.b. alles US Firmen) bereits heute tun.
      Sollte das Bargeld abgeschafft werden sollte die EU zumidest dafür sorgen, das die Transaktionen über eine NICHT USA Firma abgewickelt werden.

    • J.Oppliger sagt:

      Ja, Herr Schmid, es geht leider in diese Richtung. Im übrigen kommt ab 2022 auch die von der EU-Kommission verlangte lückenlose Kontrolle bzw. Totalüberwachung der Autofahrer.

  • Alfred Fischer sagt:

    Die einzige Lösung um dieser staatlichen Bevormundung und Kontrolle zu entgehen ist die Rückkehr zur Landwirtschaft. Mit dem eigenen Pflanzblätz wird man als Selbstvesorger unabhängig vom Geld. Dumm nur, dass die fruchtbaren Flächen entweder bereits zubetoniert wurden oder im Besitz von Grosskapitalisten ist.

  • J. Bell sagt:

    Darum wurde Bitcoin erschaffen. Bitcoin ist sicheres Geld, nicht wie unser vom Staat kontrolliertes FIAT Geld. Niemand kann verhindern, dass ich eine Bitcoin Transaktion mache, keine Regierung dieser Welt. Auch kann niemand einen Zwangzins darauf erheben. Bitcoin ist „free speach money“, jeder kann es brauchen, es gibt keine Diskriminierung. Bitcoin ist 24/7 verfügbar, von der *ganzen* Welt aus, solange man eine Internetverbindung hat. Es gibt keine Ländergrenzen für Bitcoin. Bitcoin ist das sicherste System welches heute existiert.

    Bitcoin ist das härteste Geld welches es je gab. Darum wird es auch die Welt revolutionieren, was es jetzt schon macht. Bald werden alle verstehen, warum Bitcoin so wichtig ist. Der IWF hilft gerade bei der Aufklärung (wie auch Venezuela, Türkei etc)

  • david m sagt:

    interessant wie sich in den kommentaren zeigt wie weit die welt auseinanderdriftet, bei den einen zeigt sich der wunsch nach überschaubarkeit und klarheit (wohl auch aus unwissenheit und überforderung) und die anderen erkennnen potenziale in der neuen digitalisierten welt (eine revolution wie die industrialisierung) und spielen mit vor und nachteilen (auch im graubereich)

  • Champedissle sagt:

    Natürlich ist es im Interesse des Staates das Bargeld abzuschaffen, bzw. den Gebrauch soweit wie nur möglich einzuschränken. Das ermöglicht die nahezu lückenlose Kontrolle der Geldflüsse „seiner Bürger“ und die Vermeidung von Steuerhinterziehung. Diese Bemühungen sind in Staaten wie z.B. Frankreich schon soweit fortgeschritten dass Barzahlungen nur noch bis 1’000 Euro erlaubt sind. Eine massive Einschränkung der Bürgerrechte und niemand wehrt sich dagegen.

Kommentar

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