So kommen Kleinanleger zu Stadler-Rail-Aktien

Breites Interesse: Die Details des Börsengangs von Stadler Rail sind noch unbekannt. Doch hat Patron Peter Spuhler signalisiert, dass er auch Kleinanleger für das Unternehmen gewinnen will. Foto: Reuters

Ich interessiere mich für den Kauf von Stadler-Rail-Aktien. Ich frage mich, wie man als Kleinanleger zu solchen Aktien kommt. Hat man bessere Chancen, wenn man Kunde bei der mit dem IPO beauftragten Bank ist? C. K.

Ja. Ich rechne damit, dass der Börsengang des Thurgauer Zugherstellers sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Anlegern auf ein breites Interesse stösst, zumal die Firma seit Jahren sehr erfolgreich ist und der Unternehmer und frühere SVP-Nationalrat Peter Spuhler rund 40 Prozent der Aktien behält und mit neuem Geld das Wachstum der Firma vorantreiben will.

Die genauen Details des Börsengangs sind noch unbekannt. Doch bleibt Spuhler Garant für den bisherigen Erfolgskurs. Auch hat er signalisiert, dass er bewusst Kleinanleger für das Unternehmen gewinnen will. Dennoch werden kaum alle gleich mit dem IPO Aktien erhalten.

Die Zuteilung der Aktien erfolgt durch die federführenden Banken nach Richtlinien, welche von der Schweizerischen Bankiervereinigung erlassen wurden. Federführende Banken beim geplanten Börsengang von Stadler Rail sind die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Zusätzlich begleitet wird der Börsengang von der Zürcher Kantonalbank und u.a. von der Citibank, der BNP Paribas und der Unicredit-Bank. Erfahrungsgemäss hat man als Kunden von Banken, die den Börsengang eines Unternehmens begleiten, bessere Chancen, zu Aktien der neuen Börsenfirma zu kommen.

Mit den Zuteilungsrichtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung soll sichergestellt werden, dass die verschiedenen Anlegergruppen reale Chancen für eine Zuteilung haben und diese fair und unparteiisch erfolgt. Allerdings wird in den Zuteilungsrichtlinien der Bankiervereinigung auch darauf hingewiesen, dass «im Rahmen einer angemessenen Interessenabwägung Zuteilungen an verschiedene Kunden bzw. Kundengruppen differenziert erfolgen können».

Weiter wird betont, dass für die Anleger kein Anspruch auf Zuteilung besteht. Immerhin haben die Banken gemäss diesen Richtlinien bei Zuteilungen an Privatanleger sicherzustellen, dass diese fair und unparteiisch behandelt werden und nicht einzelne Privatanleger ohne sachlichen Grund gegenüber anderen benachteiligt werden.

Als Zuteilungsverfahren, welche die faire und unparteiische Behandlung von Privatanlegern sicherstellen, gelten gemäss dem Regelwerk der Schweizerischen Bankiervereinigung solche, die auf folgenden, sachlichen Kriterien oder Kombinationen davon beruhen: «Los, Ordergrössen, Prozente der Zeichnungen, Zeitpunkt des Eingangs der Zeichnung, angebotene Kaufpreise (bei Auktion), regionale Gesichtspunkte, langfristige Bindung zum Emittenten, Portfoliostruktur der Anleger, Verbesserung von Qualität, Position und Platzierungskapazität der Bank zum mittel- und langfristigen Nutzen der Privatanleger, Wünsche des Emittenten bezüglich Anlegerstruktur, Dauer der Kundenbeziehung, andere sachliche Kriterien».

Ich rate Ihnen, Ihrer Bank bereits frühzeitig mitzuteilen, dass Sie Aktien der neuen Börsenfirma zugeteilt haben möchten, und auch eine Zielgrösse anzugeben. Bei grossem Interesse bekommt man meistens nicht die volle gewünschte Anzahl Aktien oder kann auch leer ausgehen.

Da Peter Spuhler bereits öffentlich den Wunsch geäussert hat, dass er nicht nur Grossanleger, sondern auch Kleinanleger beim Börsengang mit an Bord haben möchte, darf man gespannt sein, wie dieser Wunsch des Emittenten bezüglich Anlegerstruktur beim IPO von Stadler Rail konkret umgesetzt wird.

Immerhin könnte das die Chancen von Privatinvestoren und damit auch von Ihnen bei der Zuteilung von Aktien erheblich verbessern.

9 Kommentare zu «So kommen Kleinanleger zu Stadler-Rail-Aktien»

  • fritz stocker sagt:

    wenn sie sich bei der CS, als Kleinanleger!, für NUR 200 Stadleraktien interessieren, bekommen sie einen Text vorgespielt, der in etwa lautet; “ dieser Valor passt nicht in ihr Portfolio „! noch Fragen?

  • Karl Knapp sagt:

    War schon beim IPO von Sawiris dabei 😉

  • Helmut Berg sagt:

    Fachleute gehen davon aus, dass die Zuteilungsquote bei knapp 5 Prozent liegt.

  • Müller sagt:

    Ist bekannt wie teuer 1 Aktie sein soll?

  • Theres sagt:

    Daumen drücken

  • Dörig Hugo F.J. sagt:

    Die „Reichen“ werden reicher und der Kleinanleger kann eben evtl. die Nase plattdrücken. Möchte auch kaufen. Teilte es frühzeitig UBS mit. Sehen dann. Sonst kaufen wir halt dann via Börsenhandel. Stadler Rail ist vertrauenswürdig und innovativ. Eigenmeinung; Stadler Rail gehört auch ein wenig dem „Volk“. Herr Spuhler ist ja mit dem Volk eigentlich verwurzelt. Also dürfte er evtl. interessiert sein, dass auch das „Volk“ berücksichtigt wird.

  • John sagt:

    Ich habe gleich am ersten möglichen Tag zum IPO 10’000 Stadler Aktien gezeichnet bei meiner Hausbank Postfinance. Leider wurde mir kein einziges Stück zugeteilt! Ich glaube, diese Bank ist dafür überfordert. Seither habe ich von Postfinance nichts mehr gehört.

  • Phil sagt:

    Ich habe von der ZKB 8% meiner angefragten Menge erhalten. Wohl sehr abhängig vom Finanzinstitut.

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