Sonova will mit Marvel ­punkten

Sonova-Hauptsitz in Stäfa am Zürichsee: Die neue Produktgeneration Marvel soll eine bessere Akustik liefern. Foto: PD

«Marvel» heisst auf Deutsch «Wunder». Und so heisst auch die neue Produktgeneration des Hörgeräte­herstellers Sonova. Sie soll eine bessere Akustik bieten und alle in den vergangenen Jahren entwickelten Eigenschaften vereinen – etwa die direkte Verbindung zu Smartphones und anderen elektronischen Geräten. Im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» wollte Sonova-Chef Arnd Kaldowski noch keine Zahlen zum bisherigen Erfolg der im Oktober lancierten Produktlinie liefern. Immerhin sagte er, Marvel habe die Erwartungen klar erfüllt. Das ist auch nötig. Nicht nur, um die Ziele für das Geschäftsjahr 2018/19 zu erreichen, sondern auch, um Terrain im Markt zurückzugewinnen. Zudem droht ab 2020 neue Konkurrenz durch den Markteintritt des US-Audiogerätespezialisten Bose. Ob er Sonova wirklich wehtut, ist allerdings umstritten. Die Aktien sind schon seit Anfang 2017 im Aufwärtstrend und mittlerweile ziemlich teuer. Sie können keine Wunder vollbringen. Abwarten

Attraktive Modelle

Die Töffsaison nimmt gerade ihren Anfang. Das erinnert mich an unsere österreichischen Nachbarn: KTM Industries scheint den Dreh rauszuhaben. Einfach so setzt man in einem Jahr wie 2018 nicht 10 Prozent mehr Motorräder ab, mit ansehnlicher Marge. In Europa steigerte «unser» Motorradbauer – SIX ist die Haupt­börse der Österreicher – den Absatz um mehr als ein Fünftel, und selbst im schrumpfenden US-Markt legte er fast 9 Prozent zu. Dahinter stecken viel Arbeit, eine kluge Strategie, gutes Marketing und hohe Investitionen in attraktive Modelle, Innovation, Produktivität und Vertrieb. Einen schönen Pass hochzukurven, ist für viele ein Vergnügen. An Höhe gewinnen hat aber Grenzen, wenn es um die Bewertung von Aktien geht. Im Fall von KTM Industries ist diese Grenze erreicht. Mir ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis zu hoch. Aus der Schätzung für den Gewinn je Aktie 2019 von «Finanz und Wirtschaft» ergeben sich 28. Abwarten

Weniger Schnee, höhere Temperaturen

Die Jungfraubahnen verzeichnen einen Rekord nach dem anderen. Nachdem die Bergbahnbetreiberin im Januar bereits eine neue Besucher-Bestmarke für das abgelaufene Geschäftsjahr gemeldet hatte, lieferte sie am vergangenen Donnerstag den höchsten Gewinn ihrer Geschichte. Das Unternehmen verdiente mit 47,8 Millionen Franken ein Sechstel mehr als im Vorjahr. Besonders beliebt ist der Ausflug auf das Jungfraujoch. Dagegen hat die Bedeutung des Wintersports in den vergangenen Jahren stetig abgenommen. Zwar hat das Tourismusunternehmen 2018 mehr Skitickets verkauft, aber die Herausforderungen sind gross: Aller Voraussicht nach werden weniger Schnee zum Saisonauftakt und höhere Temperaturen das Wintergeschäft in den nächsten Jahren schwieriger machen. Um dem entgegenzuwirken, haben die Jungfraubahnen mehrere Hundert Millionen Franken in die Hand genommen. Durch neue Verbindungen von Grindelwald zum Eigergletscher und zum Männlichen wird die Reisezeit verkürzt. Ob sich die Investitionen auszahlen, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen. Das Umsatz- und Gewinnwachstum der vergangenen Jahre wird die Bergbahnbetreiberin aber nicht wiederholen können. Die Aktien nehmen bereits viel vorweg. Abwarten

Ziemlich günstige Aktien

Weniger wohlklingend als die Bezeichnung Jungfraubahnen ist der Name Huber+Suhner, dafür sind die Aktien attraktiver. Der Ausstieg des Kernaktionärs Abegg hat die Aktien des Herstellers elektrischer Verbindungstechnik in Mitleidenschaft gezogen. Die Titel haben rund 15 Prozent korrigiert. Immerhin besass Abegg, hinter der die Zürcher Familie Bodmer steht, 10 Prozent an Huber+Suhner. An den Geschäftsaussichten des Unternehmens hat sich nichts geändert, doch braucht es Zeit, bis die verkauften Titel vom Markt absorbiert sind. Abegg begründet die Veräusserung mit einer Neuausrichtung des Beteiligungsport­folios. Der Kursrückschlag ist eine Gelegenheit für Zukäufe in Huber+Suhner. Das Unternehmen wird umsichtig geführt, und die Geschäfte verzeichneten letztes Jahr eine kräftige Steigerung. Für das laufende Jahr ist mit einer Stag­nation zu rechnen, doch schon 2020 soll der neue Handy-Übertragungsstandard 5G für neuen Schub sorgen. Huber+Suhner stellt Komponenten dafür her. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 (bereinigt um die hohe Nettoliquidität) sind die Aktien historisch recht günstig zu haben. Dazu kommt noch die um einen Jubiläumsbonus aufgestockte Divi­dende von 2.50 Franken, die am 12. April ausbezahlt wird. Kaufen

Starke LafargeHolcim und Lonza

Es ist Zeit für ein erstes Zwischenergebnis der Schweizer Börse: Das erste Quartal kann sich sehen lassen. Der Swiss-Market-Index (SMI) hat seit Jahresbeginn 11,6 Prozent zugelegt, der breiter gefasste Swiss-Performance-Index (SPI) gewann gar 12,6 Prozent. Überdurchschnittlich stark schnitten im Leitindex LafargeHolcim und Lonza ab mit einem Kursgewinn von mehr als 20 Prozent. Am unteren Ende steht die UBS. Die Grossbank meldete einen Fehlstart ins neue Jahr. Das Ergebnis für das erste Quartal dürfte enttäuschend ausfallen; ich rate Ihnen, diese Aktien zu meiden. Bei den mittelgrossen Unternehmen profitierte Straumann von einem sehr guten Jahresergebnis. Der Anbieter von Dentalimplantaten ist im Schlussquartal 2018 kräftig gewachsen, auch wenn die Titel sehr teuer sind; es lohnt sich, dabei zu sein. GAM-Papiere standen dagegen erneut unter Druck. Die Valoren des Vermögensverwalters haben schon 2018 mehr als drei Viertel ihres Werts eingebüsst. Die Titel bergen immer noch zu viel Risiko.