Teure Dachfonds sind nur für die Bank lukrativ

Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis: Für die UBS sind diese komplexen Instrumente lukrativ – für Sie hingegen nicht, denn hohe Gebühren gehen letztlich von Ihrer Rendite weg. Foto: iStock

Ich bin unzufrieden mit der Vermögensverwaltung der UBS. Bei meinem Mandat geht es um 750’000 Franken. Unser Depot besteht aus rund 50 Prozent Obligationen, 26 Prozent Aktien und rund 19 Prozent Hedgefonds, also relativ konservativ. Was mich ärgert, ist die Investition der UBS in zwei sehr teure Hedgefonds, den Key Multi Manager Hedge Fund Valor 2078164 und den Key Multi Manager Hedge Fund Valor 20906133. Ich möchte das ändern und bitte Sie um Rat. B.R.

Bei beiden Produkten handelt es sich um Fonds, die wiederum international in andere Hedgefonds investieren. Dabei werden komplexe alternative Anlagestrategien genutzt und eine breitere Palette von Finanzinstrumenten eingesetzt. Eine Erfolgs- oder Kapitalgarantie bekommt man indes nicht.

Zudem sind die beiden Fonds in weniger liquiden Finanzinstrumenten und Anlageklassen engagiert und weisen gemäss Fondsprospekt «einen potenziell höheren Fremdkapitalanteil auf». Entsprechend warnt die UBS ausdrücklich vor stärkeren Wertschwankungen bei diesen Instrumenten.

Weiter weist die Grossbank darauf hin, dass in beschränktem Umfang ungesicherte ausserbörsliche Instrumente eingesetzt werden, weshalb der Fonds einem beschränkten Gegenparteirisiko ausgesetzt sein könnte. Der Fonds sei daher «unter Umständen nicht für Anleger geeignet, die ihr Geld innerhalb von fünf Jahren wieder aus dem Fonds abziehen wollen».

Das alles ist bei einem Hedgefonds nicht verwunderlich und typisch für diese Anlageklasse. Multi-Manager-Fonds sind Dachfonds, unter dem verschiedene Anlagekonzepte und Investment Manager vereint sind – und alle verdienen irgendwie mit, was solche Dachfonds meist teuer macht.

Bezogen auf Ihre Fonds habe ich unterschiedliche Informationen zu den Gebühren gefunden. In Ihrem Depotauszug wird bei diesem Fonds allerdings transparent eine Gesamtkostenkennziffer Total Expense Ratio TER von 6,66 Prozent für den einen Fonds und 5,45 Prozent für den anderen ausgewiesen. Zwar finde ich es vorbildlich, dass Ihnen die UBS im Detail zu jedem verwendeten Instrument die TER im Depotauszug auflistet. Eine TER von über fünf und sechs Prozent halte ich allerdings für horrend und auch angesichts der zugegebenermassen komplexen Anlagestrategie für übertrieben.

Aus meiner Sicht sind solche Finanzvehikel primär Gebührenmaschinen für die Bank. Indem verschiedene und zum Teil auch mehrere eigene Fonds miteinander genutzt werden, profitiert die Bank gleich mehrfach bei den Gebühren. Dabei ist sie ja eigentlich durch die Gebühr für Ihr Vermögensverwaltungsmandat bezahlt.

Für die Bank sind solche Instrumente lukrativ – für Sie hingegen nicht, denn hohe Gebühren gehen letztlich von Ihrer Rendite weg. Auch wenn ich die Performance dieser Fonds anschaue, würde für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmen. Fairerweise muss man sagen, dass die UBS bei Ihrem Depot sonst mehrheitlich sehr günstige Fonds, zum Teil auch passive Instrumente, einsetzt, was ich positiv einstufe. Dennoch würden mich die teuren Hedgefonds auch stören.

Nun haben Sie aber Ihrer Bank ein Verwaltungsmandat erteilt. Sie hat im Rahmen des mit Ihnen festgelegten Risikoprofils freie Hand, welche Instrumente sie einsetzt. Ihren Bankunterlagen entnehme ich, dass Sie auch der Einsatz und die meines Erachtens mit fast einem Fünftel hohe Gewichtung der Hedgefonds nicht vor Buchverlusten geschützt haben und Sie gesamthaft eine Negativperformance aufweisen. Das ist in erster Linie auf die enttäuschende Entwicklung bei den Aktien und Obligationen zurückzuführen.

Ich frage mich dennoch, was Ihnen denn die teuren Hedgefonds bringen, wenn Sie unter dem Strich dann trotzdem auf Buchverlusten sitzen. Sie haben zwar ein Verwaltungsmandat erteilt, doch Sie können Ihr Mandat anpassen oder – falls nicht auf Ihre Vorbehalte eingegangen wird – auch kündigen.

Ich würde angesichts der teuren Hedgefonds und der negativen Performance die Gelegenheit nutzen, mit dem Berater Klartext zu sprechen. Machen Sie der Bank klar, dass Sie in Ihrem Depot keine entsprechenden komplexen und teuren Instrumente wünschen. Ich bin sicher, dass Ihre Bank das verstehen wird – und sonst wird es eine andere Bank gerne tun.

7 Kommentare zu «Teure Dachfonds sind nur für die Bank lukrativ»

  • urs brand sagt:

    Ich würde mit dem Anlageberater nicht nur Klartext reden sondern mich auch subito nach einer anderen Bank umsehen. Wenn mein Geld fast nur in Produkte investiert wird, welches für die Bank von Interesse ist, kann ich kein Vertrauen mehr zu dieser Bank haben.

  • Stefan sagt:

    Ich kann nicht verstehen, warum immer noch diese teueren Fonds gekauft werden. ETF’s sind viel günstiger und haben meist eine bessere Performance.

  • Anton Schneider sagt:

    Die Kunden müssen die Banken endlich herausfordern. Wer würde denn heute jemandem 5+ % Zinsen zahlen, ohne eine klar definierte und gewinnbringende Leistung zu erhalten?
    Warum bieten Banken diese horrenden Gebührenmaschinen an – halten die Banken ihre Kunden für so dämlich oder sind diese hohe Zinsen der Einsatz für enorme Gewinnchancen? Nun – dieses Beispiel ist Grund, warum Banken immer mehr Vertrauen verlieren. Für mich unverständlich, warum den Banken noch immer Geld zur Verwaltung anvertraut wird. Dieses Beispiel ist eines Bankers unwürdig.

    • urs brand sagt:

      Die Antwort ist relativ einfach. Viele Kunden mit Verwaltungsmandaten wissen gar nicht im Detail was ihnen ins Depot gelegt wird. Darum verkauft ihnen der Kundenberater hochpreisige Produkte, damit er seine Verkaufsziele erreicht und damit seinen Bonus sichert. Die Bank gibt prioritär hochpreisige Produkte als Zielvorgabe, damit die Gebühren so richtig sprudeln. Deshalb sollte man sich als passiver Anleger and ETF orientieren und wenn möglich bei einem kostengünstigen Anbieter investieren.

    • m. spycher sagt:

      Herr Schneider
      Apropos Heraufordern:
      Wenn Sie UBS-Kunde sind, fragen Sie doch mal die Bank, ob es möglich wäre, bei ihr in ein neues Bussen-Zertifikat auf steigende Kurse zu setzen. Ich denke, die Rendite wird super ausfallen.

  • Meyerhans sagt:

    Alle empfehlen Fonds, Bei CHF 750’000 so oder so eine teure Dummheit. wenn man cash ist: Zuwarten, bis der SMI oder gewisse Titel davon deutlich tauchen, und sich dann mit sog. sicheren Werten eindecken, selber, keine Depotgebühren, geringe Kosten. Nur, und diese Kernaussage fehlt, wer eine Grossbank wegen weniger als eine Million engagiert, dem ist schlicht nicht zu helfen. Wenn sich ein Kleinstaat mit den USA anlegt, kommt es auch selten gut. Daher hätte der richtige Rat gelautet, Mandat kündigen, bei den relativ hohen Kursen einzelner Werte verkaufen, und niemals in Fonds investieren. Auf die Dauer sind die in keinem Verhältnis zu den Kosten, vor allem bei einem so kleinen Vermögen

    • Dave Hill sagt:

      @ Meyerhans: Da liegen Sie aber komplett falsch, denn Einzeltitel bergen immer ein höheres Risiko, auch bei heute noch vermeintlich „sicheren Werten“ (auch die „sichere“ UBS wäre einmal fast pleite gegangen). Zudem wird die Courtage viel zu teurer, wenn Sie CHF 750’000 auf vielleicht 20 „sichere“ Einzeltitel aufteilen. Depotgebühren haben Sie zudem auch. Wieso schreiben Sie, dass diese entfallen würden? Nein, die richtige Lösung wären ETF’s.

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