Auf Sika lässt sich wetten

Sika: Wird mit der Übernahme des französischen Mörtelherstellers Parex in diesem Markt global zu einem der drei grössten Anbieter. Foto: Arnd Wiegmann/Reuters

Seit Mitte vergangenen Jahres ist Sika eine echte Publikumsgesellschaft: Einheitsaktie, kein dominanter Aktionär und keine Vinkulierung mehr, lauten die Stich­worte dazu. Wie angekündigt, hat der Bauzulieferer seither in Sachen Wachstum noch einen Gang hochgeschaltet. Sichtbarstes Zeichen: Die am 8. Januar angekündigte Übernahme des französischen Mörtelherstellers Parex aus Pri­vate-Equity-Hand. Damit verdoppelt Sika den Umsatz in diesem margenstarken Geschäft auf einen Schlag und wird global zu einem der drei grössten Anbieter. Die erwarteten Synergien werden mit 80 bis 100 Millionen Franken angegeben. Die Akquisition ist für Sika-Aktionäre wertschaffend und soll den Gewinn je Aktie von Beginn weg mehren. All das hat seinen Preis: Sika bezahlt inklusive der Übernahme von Schulden 2,5 Milliarden Franken, zunächst finanziert per Überbrückungs­kredit von UBS und Citi. Obwohl die Nettoverschuldung dadurch vorübergehend steigt, stärkt Sika die Marktposition. Das Unternehmen überzeugt mich weiter. Kaufen

Gut positioniert und sehr profitabel

Die Eckdaten von Inficon für 2018 bestätigten meine Erwartung. Aus den rund 410 Millionen Franken Umsatz (+10 Prozent) und den 81,5 Millionen Franken Betriebsgewinn (+11 Prozent) leitet sich ab: Die Geschäftsabkühlung im Schlussquartal ist im Rahmen geblieben. Der Umsatzrückgang von 8 Prozent zum Vorjahresviertel und von 7,5 Prozent zum Sommerquartal belegt: Der Vakuumtechnikspezialist hat den negativen Einflüssen aus den sich abkühlenden Märkten für Halbleiter und Displays gut getrotzt – dank vielfältigen Anwendungsfeldern und einer breiten Kundenbasis. Inficon ist gut positioniert, grundsolide ­finanziert und sehr profitabel. Durch die gesteigerte Innovationskraft ist zudem der Wachstums­motor gestärkt worden. Das gefällt mir. Gewisse Bedenken zum Marktumfeld bleiben aber. Vom Halbleiter- und vom Displaymarkt, zusammen das bedeutendste Kundensegment, fehlen die beruhigenden Signale noch. Der Umsatz 2019 dürfte daher bestenfalls verhalten wachsen. Vor einem Kauf der Aktien möchte ich deshalb erst eine Einschätzung des Managements haben. Am 5. März wird es so weit sein. Bis dahin gilt: Abwarten

Starkes Wachstum in den USA

Bossard, der Zuger Anbieter von Produktlösungen und Dienstleistungen in der industriellen Verbindungs- und Montagetechnik, hat am Donnerstag einmal mehr einen Rekordumsatz vermeldet. Mit dem Wachstum um 10,8 Prozent auf 871 Millionen Franken hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Zuletzt hatte es Befürchtungen gegeben, Bossard könnte darunter leiden, dass der Elektroautomobilhersteller Tesla – ein wichtiger Kunde – für sein neues Modell 3 weniger Komponenten beim Zuger Unternehmen bezieht. Ich hielt diese Befürchtungen stets für übertrieben und fühle mich nun durch die starken Wachstumszahlen Bossards in den USA bestätigt. Die Aktien haben im vergangenen Jahr über 30 Prozent verloren, seit Jahresbeginn aber 14 Prozent zugelegt. Die Strategie und die Qualität des Unternehmens gefallen mir, und ich glaube an weiteres Aufwärtspotenzial. Kaufen

Handel mit Kryptowährungen

Das Jahr 2018 war für die Onlinebank Swissquote ein Rekordjahr, noch nie hat sie mehr verdient. Trotzdem hielt sich die Freude an der Börse in Grenzen, das Ergebnis fiel «lediglich» im Rahmen der Erwartungen aus. Mich haben die Eckdaten aber überzeugt. Der Vorsteuergewinn kletterte im Berichtsjahr 16 Prozent über den Vergleichswert von 2017. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei Banken. Geholfen hat der Handel mit Kryptowährungen, auch wenn er nach dem ersten Quartal zurückgegangen ist und zum Gesamtergebnis nur einen kleinen Beitrag leistet. Für mich steht beim Handel mit Bitcoin und Co. ohnehin etwas anderes im Vordergrund: Swissquote ist nach wie vor innovativ. Als erste europäische Onlinebank hatte sie im Juli 2017 den Handel mit Kryptowährungen lanciert. Investoren müssen allerdings mit starken Schwankungen umgehen können. Ende September wurden die Swissquote-Ak­tien noch zu mehr als 70 Franken gehandelt, aktuell notieren sie gut ein Drittel niedriger. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für 2019 sind sie dadurch wieder ­attraktiv. Kaufen

Der weltgrösste Goldförerer

Wiederholt sich die Erfolgsgeschichte von Randgold Resources bei Barrick Gold? Die Frage stellt sich, nachdem Barrick Randgold auf Anfang Jahr hin übernommen und Mark Bristow vom CEO-Posten bei Randgold auf den bei ­Barrick gewechselt hat. Unter der Führung von Bristow steigerte Randgold die Marktkapitalisierung von 200 Millionen Pfund beim Börsengang im Jahr 1997 auf 6,2 Milliarden Pfund per 2018. Der 60-jährige Südafrikaner erreichte das durch das Befolgen weniger Prinzipien: Konzentration auf wenige, ertragreiche Minen, schlankes Management, dezentrale Führungsstrukturen, Vertrauen in einheimisches Personal. Bristow gedenkt, diese Prinzipien auch bei Barrick, dem nunmehr weltgrössten Goldförderer, hochzuhalten. Bereits kündigte er eine Halbierung des Personalbestands am Hauptsitz in Toronto an, und er stellte den Verkauf zweitrangiger Minen in Aussicht. Ein Engagement in Barrick könnte sich deshalb lohnen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 von 27 ist zwar hoch, aber im Vergleich zu den nächstkleineren Konkurrenten nicht aussergewöhnlich. Das gilt auch für die aktuelle Dividendenrendite von 1,1 Prozent. Kaufen

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