Wie bekomme ich meine Verrechnungssteuer?

Zustupf an den Sparbatzen: Im Ausland wohnhafte Schweizerinnen können die Verrechnungssteuer zurückverlangen. Foto: iStock

Wir leben seit unserer Pensionierung definitiv in Portugal. Wir haben zwei Bankinstitute in der Schweiz behalten, und ich möchte nun fragen, wie man am besten vorgeht, um die Rückerstattung der Verrechnungssteuer zu bewirken. Vielleicht können Sie mir dazu ein paar Tipps geben. E.S.

Mit der eidgenössischen Verrechnungssteuer sichert sich der Staat die Steuer auf Vermögenserträgen. Diese wird von der Zinsen der Bankguthaben und Obligationen im Inland, den Dividenden der Aktiengesellschaften im Inland sowie von Geldtreffern bei inländischen Lotterien erhoben.

Bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung heisst es dazu: «Den Steuerpflichtigen wird die Verrechnungssteuer nach der Deklaration des mit der Verrechnungssteuer belasteten Einkommens mit der Steuerrechnung des folgenden Jahres rückerstattet, vorausgesetzt, die Steuerpflichtigen haben ihren Wohnsitz in der Schweiz.»

In Ihrem Fall verhält es sich anders. Da Sie nicht mehr Wohnsitz in der Schweiz, sondern neuerdings in Portugal haben, erfolgt die Rückerstattung der von Ihnen bezahlten Verrechnungsssteuern nicht mehr direkt über die Verrechnung in der nächsten Steuerrechnung. Vielmehr müssen Sie die Verrechnungssteuern selber einfordern.

Dazu müssen Sie einen Antrag auf Rückerstattung der schweizerischen Verrechnungssteuer für Berechtigte mit Wohnsitz im Ausland einreichen. Ansprechpartnerin dafür ist die Abteilung «Rückerstattung» der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Ihren Antrag um Rückerstattung der Verrechnungssteuern können Sie mit einem dafür geschaffenen Formular für Berechtigte mit Wohnsitz im Ausland einreichen. Die entsprechenden Formulare finden Sie im Internet auf der Website der Eidgenössischen Steuerverwaltung unter www.estv.admin.ch.

Ganz so schnell dürften Sie Ihre Verrechnungssteuer allerdings nicht bekommen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung räumt nämlich ein: «Die Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs erledigt, und die Bearbeitungsfrist kann je nach Eingangsmenge und Qualität der Anträge mehrere Monate dauern. Wir bitten Sie angesichts der rund 300’000 jährlich zu prüfenden Anträgen um etwas Geduld und danken für Ihr Verständnis.»