So vervielfachen Sie den Kinderbatzen

Langfristige Vorsorge: Statt auf eine einzelne Aktie wie Apple oder andere Techstars zu setzen, lohnt es sich, auf einen ganzen Korb von Aktien zu setzen – also auf einen Aktienfonds. Foto: iStock

Mein Mann und ich legen die Kinderzulagen für unsere drei Kinder jeweils auf die Seite. Nun liegt das Geld auf dem Bankkonto. Sollen wir damit Apple-Aktien kaufen, damit die Kinder später mehr haben? T.D.

Nein. Ich kann Ihre Überlegung zwar gut nachvollziehen: Wenn man vor zehn Jahren Aktie von Apple gekauft hat, konnte man seinen Einsatz bis heute mehr als verzwanzigfachen. Der Aktienkurs der iPhone-Herstellerin ist auf lange Sicht richtiggehend explodiert, in letzter Zeit aber auch stark unter Druck gekommen.

Dennoch: Wenn sich diese beeindruckende Kursleistung etwa dank der neuen iPhone-Reihe wiederholen würde, hätten ihre drei Kinder tatsächlich einen enormen Mehrwert über die von Ihnen und Ihrem Mann gesparten Kinderzulagen hinaus. Allerdings haben Sie keine Garantie, dass bei Apple auch in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren tatsächlich nochmals die gleiche Kursrakete abgeht.

Zweifellos ist Apple eine beeindruckende Erfolgsstory, die noch einige Zeit anhalten dürfte. Die Apple-Aktien sind aber trotz der Korrektur nach wie vor nicht billig. Die Börsenwertung des Unternehmens beträgt mehr als eine Billion Dollar. Also mehr als 1000 Milliarden Dollar. Eine ähnlich hohe Bewertung von ebenfalls einer Billion Dollar bringt sonst nur der Internetgigant Amazon auf die Waage.

Obwohl ich sowohl bei Apple als auch bei Amazon mit weiterem Gewinnwachstum rechne, wäre ich bei diesen Einzeltiteln auch nach der Korrektur bei den Techstars vorsichtig.

Darum rate ich Ihnen, statt auf eine einzelne Aktie wie Apple lieber auf einen ganzen Korb von Aktien zu setzen – also auf einen Aktienfonds. Wenn Sie an einen anhaltenden Aufwärtstrend bei den US-Techaktien glauben, könnten Sie für Ihre Kinder bei Ihrer Bank einen Indexfonds auf Techtitel erwerben oder einen an der Börse gehandelten Exchange Traded Fund, der zum Beispiel an die US-Techbörse Nasdaq gekoppelt ist.

Damit hätten Ihre Kinder nicht nur Apple im Depot, sondern auch andere Techstars wie Amazon oder die Google-Mutterfirma Alphabet. Mit solchen Instrumenten erreichen Sie eine breite Diversifikation und tragen nicht ein Klumpenrisiko wie mit einer einzelnen Aktie.

Noch besser ist es aus meiner Sicht, wenn Sie das mittels Kinderzulagen angesparte Geld regelmässig in mehrere verschiedene Indexfonds investieren. Sie könnten das Geld aufteilen und je auf ein Vehikel verteilen, das an die Entwicklung von Schweizer Aktien, europäische Aktien, US-Aktien, Techtitel und asiatische Aktien gekoppelt ist.

Passiv verwaltete Fonds und Exchange Traded Funds haben den Pluspunkt, dass Sie mit tiefen Gebühren eine hohe Diversifikation erreichen. Wenn Sie diese Papiere zehn oder bis zu zwanzig Jahre liegen lassen und laufend dazukaufen, haben Sie eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Kinder später dank dem Zinseszinseffekt über die angesparten Kinderzulagen hinaus einen stattlichen Ertrag auf dem Geld erhalten.