Selbst Obligationen sorgen für Albträume

Schlechtes Börsenjahr: 2018 ist es nicht nur bei den Aktien, sondern auch bei vielen Obligationen zu teilweise recht heftigen Kursschwankungen gekommen. Foto: iStock

Auf Empfehlung meines Bankberaters habe ich vor einigen Jahren vom UBS (LUX) Strategy Fund FCP Yield (CHF)-Fund 70 Anteile gekauft. Dies zum damaligen Kurs von 1168.97 Franken. Seither dümpelt diese Anlage vor sich hin. Auch wenn sie eine ansprechende Rendite verzeichnet, ist der aktuelle Kursverlust höher als die Rendite. Der Erlös des Verkaufs käme auf mein Anlageheft. In absehbarer Zeit brauche ich dieses Geld nicht. Was raten Sie mir? F. S.

Das von Ihnen gehaltene Anlagevehikel ist ein klassischer Strategiefonds. Er investiert weltweit in Aktien, Obligationen von guten Schuldnern und Geldmarktinstrumenten. Der grösste Teil des Geldes ist in Anleihen parkiert. 67 Prozent des Kapitals entfallen auf Obligationen, 33 Prozent auf Aktien.

Damit ist bereits das Problem dieses Fonds angesprochen: Mit Frankenanleihen von sicheren Schuldnern erreichen Sie angesichts der rekordtiefen Zinsen derzeit kaum eine Rendite. Schuldner mit einem Top-Rating wie die Schweizerische Eidgenossenschaft bringen gar eine Negativrendite. Kompensiert wird dies bei Ihrem Fonds mit Fremdwährungsanleihen, die mehr Rendite abwerfen, und Anleihen von Schuldnern mit etwas schlechterer Bonität. So kann dennoch eine Rendite erreicht werden.

Aufgrund des hohen Obligationenanteils wird der Fonds vor allem Investoren empfohlen, die Wert auf hohe Sicherheit legen. Allerdings ist es im letzten Jahr nicht nur bei den Aktien, sondern auch bei vielen Obligationen zu teilweise recht heftigen Kursschwankungen gekommen. Das hat mit den steigenden Zinsen in den USA zu tun sowie mit der Unsicherheit gegenüber Italien. Die Schwankungen bei den Anleihen haben auch bei Ihrem Fonds negative Spuren hinterlassen und dazu beigetragen, dass der Fonds aktuell im Minus notiert.

Der Aktienanteil von rund einem Drittel sollte eigentlich die Rendite des Fonds aufbessern. 2018 war aber ein schlechtes Börsenjahr. Die Buchverluste bei vielen Aktien haben zusätzlich dafür gesorgt, dass Ihr Fonds in diesem Jahr negativ abschneidet. Selbst konservative Werte wie jene des Nahrungsmittelriesen Nestlé, der die grösste Aktienposition in Ihrem Fonds ausmacht, sind nicht auf Touren gekommen.

Zusätzlich tragen Sie mit dem Fonds Währungsrisiken, da nur 37 Prozent des Geldes in Schweizer Anlagen fliessen und 27 Prozent in Anlagen in den USA, 12 Prozent in solche in Grossbritannien. Und der Rest verteilt sich auf weitere Länder und Währungen. Die damit verbundenen Währungsrisiken werden aber mehrheitlich abgesichert werden.

All das gibt es nicht gratis und führt mit dazu, dass der Fonds mit Gebühren von 1,45 Prozent recht teuer ist. Diese gehen von Ihrer Rendite weg.

Den Fonds mit den aktuellen Buchverlusten gerade jetzt zu verkaufen, halte ich dennoch nicht für sinnvoll. Da würde ich wenigstens eine Erholung abwarten, zumal Sie mir schreiben, dass Sie das Geld nicht brauchen und es ansonsten einfach auf Ihr Bankkonto legen würden.

10 Kommentare zu «Selbst Obligationen sorgen für Albträume»

  • Stefan sagt:

    Aufgrund der hohen Gebühren des Fonds würde ich lieber in ETFs investieren.

  • Josef Marti sagt:

    Gott straft eben sofort, die Strafe des Herrn folgt bei unanständiger Gier der Sparer auf dem Fusse.

    • Jürg Bühler sagt:

      So ein Quatsch. Bei dieser Anlage handelt es sich um ein konservatives vernünftiges Produkt. So legen Pensionskassen an und über die Zeit wird diese Strategie klar das Belassen auf dem Konto schlagen.
      Alleine die 1.45% müssen zuerst verdient werden. Wer aber die Anlage nicht selber machen kann weil er wenig davon versteht wird auch bei einer Bank diesen Betrag (wenn nicht einiges höher) für die Anlageverwaltung bezahlen.

    • Claude Fontana sagt:

      Solange Der Markt so schwankt, sollte man sich das Geld unter die Matratze stecken, Spart gebühren und Provisionen. Ich empfehle Banknoten. Münz ist echt was für Hartgesottene, voll unbequem. und die Abdrücke morgens, grässlich. 😉

    • Anh Toan sagt:

      Genau Herr Marti
      Ist der risikolose Zinssatz 0 oder gar negativ, also wie im Text beschrieben die 10 jährigen Bundesoblis, kann niemand ohne Risiko Gewinn erzielen. Wirtschaftliche Anfängermathe!

      • Anh Toan sagt:

        Aber die Wege des Herrn sind unergründlich: Ich habe Gewinne erzielt, auch 2018, aber das bedeutet nur, dass sich meine eingegangen Risiken nicht konkretisierten. Ob und wann und wie ich dafür vom Herrn bestraft werde, ist unergründlich.

  • Lucas Wyrsch sagt:

    Das sichersten Anlagen der Welt sind Immobilien.
    Wer in den UBS Börsenticker „MORL“ investiert, kauft sich REITs oder Real Estate Invetment Trusts ein.
    MORL ist zwei Mal geleveraged und bezahlte monatliche Dividenden.
    Am 4. Januar schloss MORL bei US$13,64. im Plus von +40 Cents oder 3,02% und dies mit einer jährlichen Dividendenrendite von momentan 24.32%.
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    Da MORL am 5. Januar 2018 bei US$17.12 schloss, erlitt der Investor in einem Jahr einen Buchverlust von US$3.48 oder -20.37%!
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    Die jährliche Dividendenrendite von 24.32% kompensierte den Buchverlust von -20.37% mit einer jährlichen Performance von 3.95% in einem sehr schlechten Börsenjahr 2018.
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    MORL ist in diesem Jahr (also in vier Tagen) um 5.57% gestiegen!

    • Jürg Bühler sagt:

      Naja, Immobilien gehören sicher in jedes Portfolio, aber natürlich gibt es auch da Risiken. Und natürlich doppeltes Risiko bei Hebel 1:2.
      Und eine höhe Dividendenrendite muss immer noch versteuert werden. Von den 24% bleiben dann noch 18% oder weniger für den Anleger und dann sieht es ja auch nicht mehr so toll aus.
      Also lieber Anlagen, die über die Zeit steigen und so Mehrwert schaffen (nicht nur für den Staat).

  • Roland Heinzer sagt:

    Anlegen ist nicht so einfach, wie es gewisse Leute meinen. Da sieht man auch wie schwer es Stiftungsräte von Pensionskassen haben, die Renditen erzielen müssen, nicht einfach!
    Klar nach Statistiken gibt es auf lange Sicht immer Erträge, aber die ausgewiesenen Gewinne und schönen Kurven mit den Indices sind nie mit den anfallenden Kosten und eventuellen Steuern korrigiert. Für mich ist die beste Anlage immer noch eine eigene, amortisierte Immobilie, wer übriges Geld hat kann auch noch in dividendenstarke Aktien und Gold investieren. So lange die Tiefzinspolitik anhält, bitte Finger weg von Obligationen. Als ertstes würde ich allfällige Hypotheken abbezahlen.

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