Wie prüfe ich, ob meine Bank sicher ist?

Wie sicher ist Ihr Geld aufgehoben? Anhand von zwei Kennzahlen ist es einfach zu ermitteln, wie gut Ihre Bank im Krisenfall finanziell dastehen würde. Foto: iStock

Wir haben Geld und Anlagen beim VZ Vermögenszentrum. Unser Bargeld liegt dort auf einem Geldmarkt-Konto. Ist es dort sicher? F.W.

Inwieweit Geld, das auf einem Bankkonto brachliegt, tatsächlich sicher ist, hängt auch von der Höhe des Betrages ab. Die gesetzliche Einlagensicherung ist auf Beträge von maximal 100’000 Franken pro Kunde begrenzt.

Der andere Aspekt betrifft die Bank, bei der Sie das Geld parkiert haben. In Ihrem Fall betrifft es das VZ Vermögenszentrum, deren Aktien auch an der Schweizer Börse gehandelt werden können.

Laut Auskunft von Marc Weber, CEO der VZ Depotbank AG, ist Ihr Geldmarktkonto bei der VZ Depotbank AG ein ganz normales Konto, das sich am Geldmarktzins orientiert und normalerweise in Verbindung mit einem Wertschriftendepot als Transaktionskonto verwendet wird. «Selbstverständlich ist das Konto regulär durch die Einlagensicherung gedeckt», stellt Weber klar. «In erster Linie ist dieses Konto aber durch die weit überdurchschnittlichen Eigenmittel der VZ Depotbank AG gesichert mit einer Kernkapitalquote von 37 Prozent und einer Leverage Ratio von 14,36 Prozent.»

Das klingt jetzt sehr technisch. Daher erkläre ich Ihnen die Bedeutung dieser Kennzahlen. Die Kernkapitalquote drückt aus, wie robust eine Bank im Krisenfall ist. Man berechnet sie, indem man das Kernkapital, das haftende Eigenkapital, durch die Summe der Risikopositionen wie Wertpapiere oder Kredite dividiert. Aus diesem Verhältnis sieht man, in welchem Umfang die Risikopositionen durch das Eigenkapital gedeckt sind. Eine Kernkapitalquote von 37 Prozent ist hoch. Viele Banken liegen deutlich tiefer.

Die ebenfalls erwähnte Leverage Ratio drückt den Verschuldungsgrad eines Unternehmens aus. Bis zur Finanzkrise vor zehn Jahren waren die Eigenkapitalquoten der meisten Banken stetig gesunken und erreichten Werte von tiefen 5 Prozent. Als Konsequenz der Finanzkrise, die massgeblich durch die zu tiefe Kapitalisierung der internationalen Banken verstärkt wurde, sind inzwischen die Eigenkapitalvorschriften in der Schweiz und im Ausland verschärft worden. So gesehen, sind die Banken sicherer geworden.

Darüber, wie hoch die entsprechenden Quoten sein sollten, gehen die Meinungen von Ökonomen allerdings auseinander. Mit den erwähnten Quoten steht Ihre Bank aber solid da. Bei der eingangs angesprochenen gesetzlichen Einlagensicherung ist es so, dass diese pro Kunde gilt: Da Sie das Geld zusammen mit Ihrem Mann halten, sind je 100’000 Franken pro Kunde, also gesamthaft 200’000 Franken, durch die Einlagensicherung gedeckt.

Ihr Geldmarktkonto weist allerdings null Prozent Zins auf. Nach Abzug der zwar tiefen Teuerung und Gebühren verlieren Sie hier faktisch Geld. Abgesehen von der von Ihnen aufgeworfenen Frage nach der Sicherheit sollte man aus Renditegründen nicht hohe Beträge einfach auf dem Konto liegen lassen, sondern dieses Kapital, vorausgesetzt, dass man es nicht kurzfristig braucht, möglichst investieren.

So erzielen Sie auch einen Ertrag. Ausserdem sind Wertschriften bei einem Bankkonkurs gesichert, da sie im Besitz der Kunden bleiben.

5 Kommentare zu «Wie prüfe ich, ob meine Bank sicher ist?»

  • Peter Frei sagt:

    Und wie sieht es bei CIC und Acrevis aus?
    Gibt es eine objekte Uebersicht zur Sicherheit von Banken in der Schweiz?

  • Albert Goldmann sagt:

    Alle Banken bedienen sich das Fraktale Reserve System, welche nicht bei 5 sondern bei lediglig 2.5% liegt….Bei null zins auf „Guthaben“ wird die alte Matraze immer beliebter. Ich habe gar kein Konto mehr bei keinem bank….

  • Urs Brand sagt:

    Ich bin mir nicht sicher ob es wirklich zutrifft, das bei einer sogenannten Join Beziehung, (Kontobeziehung welche auf mehrere Personen lautet) wirklich für jede darin enthaltenen Person die Fr. 100’000 als Einlagensicherung zum Zuge kommen. Meiner Meinung nach wird für die Kundenbeziehung insgesamt Fr. 100’000.

  • Regina Bischof sagt:

    Am Sichersten ist es unter der Matraze.

  • M. Vetterli sagt:

    VZ-Bank scheint eine ausgesprochen gesunde Bank zu sein.
    Nun liegen die allermeisten Spargelder bei den auf das Inland ausgerichteten Retail-Banken. Bei den Retail-Banken liegt die (nicht risikogewichtete) EK-Quote in den allerseltensten Fällen auf 15%. Praktisch alle dieser Retail-Banken haben, durch die Fokussierung auf den CH-Markt und hier zusätzlich stark auf den Immobilienbereich, ein doppeltes Klumpenrisiko.
    Sollten die begebenen Kredite ihrer Bank zu über 90% hypothekarisch gesichert sein, entspricht dies nicht einer hervorragenden Diversifizierung. Auch wenn die EK-Quote 10% betragen sollte, ist eine Diversifizierung nun durch Sie als Kunde keine schlechte Idee. Dies vor allem, wenn ihre Einlagen über der 100’000.- Marke nicht von einem Zinszuschlag profitieren.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.