Wie Sie clever für die Enkelkinder sparen

Langer Anlagehorizont: Wer früh für Kinder ein Vermögen aufbaut, kann reine Aktienfonds nutzen. Die beinhalten zwar hohe Kursschwankungsrisiken. Doch das kümmert die Jungsparer nicht. Foto: iStock

Für meine zwei noch sehr kleinen Enkel möchte ich je ein Aktienportfolio aufbauen. Dazu habe ich meine Hausbank – eine Kantonalbank – kontaktiert und um Vorschläge gebeten, wie dies eingerichtet werden könnte. Die Bank bot mir ein Geschenkkonto für Kinder an. Leider kann dieses Konto nicht mit einem Depot verbunden werden. Welchen Weg empfehlen Sie mir? H.S.

Ich würde für Ihre Enkel nicht ein Geschenkkonto eröffnen, sondern ein Fondskonto. Solche Fondskonten bieten die meisten Banken an. Hier haben Sie die Möglichkeit, regelmässig einen Betrag in einen oder verschiedene Fonds Ihrer Wahl zu investieren.

Da Ihre Enkel noch sehr klein sind, wie Sie schreiben, verfügen sie über einen sehr langen Anlagehorizont. Daher würde ich ebenfalls reine Aktienfonds nutzen. Diese beinhalten zwar hohe Kursschwankungsrisiken. Doch das kümmert Ihre Enkel nicht. Einzig Sie selber dürfen sich durch Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht beunruhigen lassen und das Geld im Fonds belassen. Indem Sie nicht alles Geld nur zu einem bestimmten Zeitpunkt anlegen, sondern regelmässig investieren und regelmässig Fondsanteile erwerben, gehen Sie nicht das Risiko ein, dass Sie ausgerechnet dann gekauft haben, wenn die Kurse am Höchsten waren.

Aktien bieten für Ihre Enkel im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Obligationen oder zum klassischen Bankkonto, was nur noch mickrige Zinsen abwirft, auf lange Sicht deutlich höhere Renditechancen. Da das Geld während fast zwanzig Jahren liegen bleibt, haben die Kursschwankungen eine geringe Bedeutung – sofern man die Titel nicht aus Verunsicherung ausgerechnet in einer Marktschwäche verkauft.

Bei der Fondswahl würde ich auch auf die Gebühren achten. Denn hohe Gebühren reduzieren die Rendite für Ihre Enkel. Geringere Gebühren zahlen Sie bei Indexfonds wie Sie alle grossen Fondshäuser wie Swisscanto, UBS oder CS anbieten. Diese Fonds sind an einen bestimmten Index wie den SMI, SPI, Euro-Stoxx oder MSCI World gekoppelt und bilden diesen nach. Dank der passiven Anlagestrategie fallen nur tiefe Gebühren an.

Über all die vielen Jahre hinaus macht ein Gebührenunterschied einiges aus – das ist Geld, welches Ihre Enkel später mehr oder weniger auf ihrem Konto haben, wenn sie dann nach Volljährigkeit Zugriff auf das Konto bekommen.

Solange die Kinder nicht volljährig sind, würde ich ohnehin die Vollmacht über das Konto behalten. Das Konto lautet somit auf Sie mit einem Nebenvermerk, der zeigt, dass das Geld für Ihre Enkel bestimmt ist. So können Sie jederzeit selbst bestimmen, was mit dem Geld passiert.

Mit dem Erreichen der Volljährigkeit können Sie das Fondskonto dann auf die Enkel übertragen. Ab dann haben Sie keinen Zugriff mehr.

5 Kommentare zu «Wie Sie clever für die Enkelkinder sparen»

  • Kurt Winter sagt:

    Ich habe mittlerweile 3 mal in Fonds investiert.
    Horizont immer mindestens 10 Jahre. Einmal davon 3.-Säule-Gelder.
    Alle 3 mal haben nur die Fondsverwalter von meinem Engagement profitiert.
    Alle 3 mal hatte ich hernach weniger Vermögen als zuvor.
    Alle 3 mal wurde ich mit wunderschönen graphischen Darstellungen geködert.
    Ich glaube den Bankern rein gar nichts mehr.

    • Thomas sagt:

      So ist es – eigentlich unnötig, dass jede(r) diese Erfahrung (wegen Gier?) selber machen will.
      Die einzigen, welche ohne Leistung und gesellschaftlichen Mehrwert Geld scheffeln, sind die Bänkler.
      Aber der Durchschnittsschweizer bewundert die verantwortunglosen krawattierten Halb- oder Ganzkriminellen vom Paradeplatz aus unerfindlichen Gründen – also vorwärts mit der Casinomentalität, welche angebliche Schweizerwerte, wie Fleiss, Zuverlässigkeit und Genauigkeit immer mehr ablöst.

  • Timo sagt:

    Gebühren machen einen sehr grossen Unterschied aus. Ein Angebot das 0.5% günstiger ist, liefert bei einer investierten Summe von 2000 Franken nach 20 Jahren durchschnittlich 500-600 Franken mehr Gewinn ab.

    Es ist für mich unverständlich das in der Schweiz die Gebühren für fonds derart hoch sind. Sogar eher günstige roboadviser sind mit 0.5% Gebühren pro Jahr plus Produktkosten ziemlich teuer.

    Also kann es schon viel Sinn machen sich kurz selber zu informieren und bei einem Broker ohne jährlichen Gebühren kostengünstig in passive ETF zu investieren.

  • Roland Heinzer sagt:

    Die Politiker sind hier gefragt, bisher hat sich noch keiner diesem Thema gestellt. Am besten wäre eine dritte Säule E (Enkel), wo man 2400 CHF pro Jahr steuerfrei einzahlen könnte aber zweckbestimmt für Ausbildung oder als Grundstock für eine dritte Säule? sobald die Enkel 20 sind und ins Erwerbsleben übertreten.

    • Thomas sagt:

      Politiker sollen sich für Grossväter mit Geldüberschuss stark machen, die zudem Steuern sparen wollen? – geradezu grotesk und lächerlich!
      Ihre Kinder sind hoffentlich starke, leistungsfähige und selbständige Persönlichkeiten, die ihre Enkel auch ohne ihre „Geldsorgen“ zu lebenstüchtigen Meschen erziehen können.

Kommentar

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