So viel Rente fressen die AHV-Lücken weg

Zeit für einen gründlichen Kassensturz: Ob Sie bei der AHV Beitragslücken aufweisen, oder ob Sie gar über vergessene Pensionskassengelder verfügen, lässt sich relativ einfach ermitteln. Foto: iStock

Ich mache mir Gedanken wegen meiner Altersvorsorge. Ich hoffe, dass ich wenigstens nach der Pensionierung die volle AHV bekommen werde. Wie kann ich abklären, ob das der Fall sein wird? F.B.

Die nötigen Angaben dazu bekommen Sie bei Ihrer AHV-Ausgleichskasse. Voraussetzung dafür, dass Sie nach Ihrer Pensionierung die volle AHV-Rente erhalten, sind die geleisteten Beitragsjahre. Sie müssen lückenlos Beiträge geleistet haben. Für Sie als Frau umfasst die volle Beitragszeit 43 Jahre. Bei Männern ist es mit 44 Jahren noch länger.

Falls Sie also als Frau während 43 Jahren lückenlos Beiträge geleistet und wenigstens den Mindestbetrag einbezahlt hatten, haben Sie Anspruch auf eine volle AHV-Minimalrente. Diese liegt aktuell bei 1175 Franken monatlich. Wenn Ihnen ein oder mehrere Beitragsjahre fehlen, hat dies eine Rentenkürzung zur Folge.

Basis für die Berechnung der Kürzung ist die volle Beitragszeit von 44 Jahren bei den Männern. Für jedes Jahr, das Ihnen fehlt, wird die AHV-Rente um 1/44 gekürzt. Darum ist es so wichtig, immer wenigstens den Mindestbetrag an die AHV zu leisten, selbst dann, wenn man ein Sabbatical macht und im Ausland weilt.

Ausschlaggebend für die Rentenhöhe ist zusätzlich zu den Beitragsjahren auch der Lohn. Damit jemand eine Maximalrente von aktuell 2350 Franken erhält, muss er nicht nur lückenlos Beiträge bezahlt haben, sondern zusätzlich im Durchschnitt ein Jahreseinkommen von wenigstens 84’600 Franken gehabt haben.

Ob Sie bei der AHV Lücken haben oder nicht, erfahren Sie mittels Ihres IK-Auszugs. IK steht für Ihr individuelles Konto bei der AHV. Viele haben Konten bei mehreren Ausgleichskassen. Bei all diesen kann man seinen IK-Auszug anfordern. Auf dem individuellen Konto, welches als Grundlage für die Rentenberechnung dient, vermerkt die Ausgleichskasse, wer welche Beiträge leistet, und trägt das deklarierte Erwerbseinkommen ein. Aufgrund dieser Einträge berechnet sie später die Renten.

Bei welchen Kassen Sie versichert sind, können Sie im Internet über das Inforegister der AHV in Erfahrung bringen. Dazu müssen Sie Ihr Geburtsdatum sowie Ihre AHV-Nummer eingeben. Bei diesen Kassen können Sie dann prüfen, ob in Ihrem Fall tatsächlich lückenlos Beiträge geleistet wurden. Nach rund drei Wochen schickt Ihnen die Ausgleichskasse den IK-Auszug dann per Post nach Hause.

Den IK-Auszug benötigen Sie auch für Nachforschungen über allenfalls in der Vergangenheit vergessene Pensionskassenguthaben. Ob in Ihrem Fall solche vergessenen PK-Guthaben vorhanden sind, können Sie einfach im Internet über ein Formular bei der Zentralstelle 2. Säule nachfragen. Ein Formular dafür gibt es unter www.zentralstelle.ch.

17 Kommentare zu «So viel Rente fressen die AHV-Lücken weg»

  • Lerf Coco sagt:

    So viel Rente fressen die AHV-Lücken weg
    Stimmt alles was in diesem Artikel steht! Meine Frau und ich bekommen seit 01. November 2018 ein Ehepaarrente! Und diese kommt ers noch pünktlich! Danke AHV! Danke Hans-Peter Tschudi!

  • Séline Huber sagt:

    evtl. Jugendjahre (welche von der AK bei Lücken soweit möglich, automatisch zugunsten der Versicherten zugerechnet werden)

  • Urs Gmünder sagt:

    Und was soll das dann bringen? Schlussendlich kann man die AHV Lücken nachträglich nur 5 Jahre zurück schliessen kann und nur wenn man wärend der Zeit in der Schweiz versichert war. Weil die Lücken bei den meisten aber in jungen Jahren war, wo man nicht darauf geachtet hat, kann man sich hier nur über die fiese Finanzpolitik der AHV ärgern.

    • Thomas sagt:

      Was soll daran fies sein ?
      Die Regeln sind allen bekannt – wer lesen kann ist klar im Vorteil – pflegt man in Afrika zu sagen.

      • Urs Gmünder sagt:

        Tja, wir sind aber nicht in Afrika und für unsoziales Verhalten können Sie auch gerne wieder dahin zurück. Schätze allerdings dass die solche Leute aber auch nicht wollen.

  • Peter Müller sagt:

    Was nie erwähnt wird:
    Auch nach 44 Beitragsjahren bleibt man weiter AHV pflichtig!
    Ich liess mich mit 63 Jahren frühpensionieren und muss jetzt noch bis 65 happige Beiträge bezahlen (wird vom PK Einkommen und vom gesamten Vermögenswert berechnet).
    44 Beitragsjahre genügen also nicht!

  • Petro Sarasin sagt:

    Ich habe während der Lehrzeit ab Alter 16, AHV-Beiträge entrichtet. Können diese die Beitragslücken während späterem Studium stopfen?

    • Thomas sagt:

      Nein. Melden Sie bei der zuständigen Ausgleichskasse und zahlen den Mindestbeitrag von lächerlichen ca. 400.—.
      Besser noch: Finanzieren Sie ihr Studium durch eigene Arbeit – ist vielleicht anstrengend – und bezahlen Sie so den Mindestbeitrag.
      Auf leistungsfähige Akademiker!

  • Peter Berger sagt:

    Die Nachforschung empfehle ich bei jedem Jobwechsel. Bis wir 50-jährigen von der Möglichkeit wussten existierte ein Geschäft nicht mehr. Besitzer verstorben. 2 Jahre Abzüge wurden nicht einbezahlt = Lücke! (War vor über 15 Jahren. Lohnausweise nicht mehr vorhanden = keine Beweise mehr vorhanden)

  • Fritz Kunz sagt:

    Bin doch nicht blöd und zahle 44 Jahre Beiträge, falls es nicht reicht, erhalte ich Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligungen der Krankenkasse, machen doch Hunderttausende auch so.
    Ich lebe im jetzt und geniesse es.

  • von Wartburg Arthur sagt:

    Soll mir Jemand bitte erklären, was an den AHV-Zahlungen praxisbe-zogen „fair“ sein soll, von der „Heiratsstrafe sogar abgesehen. Wie hier richtig
    geschrieben (und Vielen nicht bewusst ist) kommt es nicht nur auf die Beitragsjahre an sondern auch auf das durchschnittliche Einkommen in
    der ganzen Zeitperiode. CHF 86’400 müssen es sein. Menschen mit älteren
    Jahrgängen können gar nicht auf dieses durchschnittliche Einkommen kommen, um die volle AHV zu bekommen. Dazu kommt, dass die PK-Pflicht erst im Jahr 1989 erfolgte, viele waren bis dann gar nicht versichert, vor allem
    wenn man in kleineren KMU’s arbeitete. Genau aus diesen Gründen (AHV und PK) gibt es leider sehr viele ältere Menschen, welche jeden Rappen 2 mal umdrehen und am Existenzminimum leben müssen.

  • Ronnie König sagt:

    Schöne Theorie! ich habs gemacht. Da steht aber nicht immer das was man lesen möchte, nur, dass Gelder flossen, aber nicht immer von wem und wann, so kann man gar nicht im Detail recherchieren. Ich weiss aber heute, dass gewisse Firmen (Temporärbuden!!!) nicht bezahlt haben. Auf dem Lohnzettel wurde aber abgerechnet. Auch als Lehrling bezahlte ich schon ein, dies fehlte ebenso. Ein Multi. Eigentlich müsste man ständig kontrollieren, nur wird das dann kostenpflichtig, nicht aber seltene Anfragen zur eigenen Person. Kein Wunder habe ich heute keine grosse Begeisterung mehr für die Anliegen der Wirtschaft, wenn ich daran denke betrogen worden zu sein und der Staat sich auch nicht recht darum kümmert. Abe am Ende darf man sich ganz viel anhören, wenn im Alter die Kohle nicht reicht. Sauladen!

    • von Wartburg Arthur sagt:

      Werter Hr. König: Nun kann ich ein gewisses Ver-
      ständnis für Ihre teils schon sehr diskussions-würdigen Beiträge aufbringen. Ich an Ihrer Stelle wäre auch sehr erbost, wenn mir das passiert wäre.
      Trotzdem sollte man immer versuchen, „objektiv“
      zu bleiben und nicht zu ideologisch zu denken.
      Ich bin seit jeh ein sehr überzeugter Parteiloser und
      weiss warum.

  • Christine ABT sagt:

    Ich verdiene noch etwa 800 .-im monat ich putze in einer firma es wurden mir immer wieder stundten gekürtzt oder ich muss kündigen jetzt habe ich vor mich ein jahr vor der AHV zur ruhe zusetzen habe dann 43 jahre gearbeitet ich bin gespannt wieviel ich bekommen werde es wird jetzt eine rentenberechnung gemacht es fehlen mir aber 3 jahre da hatt eine firma nicht einbezahlt

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.