Sensirion: Mit Sensoren dick im Geschäft

Erfolgreich, aber stark konjunkturabhängig: Der Sensorenbereich Automobilmarkt macht ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Genau da legte Sensirion umsatzmässig um stolze 69 Prozent zu. Foto: pd

Sie haben sich gelegentlich schon zu AMS-Aktien geäussert. Was halten Sie von Sensirion? U.E.

Sensirion erachte ich als spannende und innovative Unternehmung. Der Sensorhersteller gehört zu den wenigen Firmen, die den Anlegern nach dem Börsengang in diesem Jahr wenigstens phasenweise viel Freude gemacht hatten. Nach dem Sprung an die Schweizer Börse im letzten März zogen die Sensirion-Aktien zunächst stetig an.

Im Zuge der heftigen Korrektur bei den Technologieaktien im In- und Ausland kam allerdings auch Sensirion unter die Räder, und die Aktien verloren einiges. Wenn Sie diese Aktien halten, müssen Sie sich bewusst sein, dass die Firma stark von der Automobilbranche abhängig ist.

Das zeigten auch die Halbjahreszahlen: Der Sensorenbereich Automobilmarkt macht mit rund 29 Millionen Franken Umsatz rund ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Genau da legte Sensirion umsatzmässig um stolze 69 Prozent zu. Insbesondere die Feuchtesensoren für Antibeschlag- und Klimakontrollmodule sind gesucht.

Im Zuge des internationalen Handelsstreits ist in den letzten Monaten aber der Autosektor unter Druck geraten, was auch bei Zulieferern wie Sensirion kaum spurlos vorübergehen dürfte. Zusätzlich ist Sensirion im Medizinal- und Industriemarkt sowie für den Unterhaltungselektroniksektor aktiv mit überall zweistelligen Wachstumsraten im ersten Halbjahr.

Über alle Bereiche hinweg hatte Sensirion im ersten Semester einen Verlust geschrieben. Dies allerdings in erster Linie wegen der Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang. Der Gesamtumsatz nahm um 30 Prozent auf 90,2 Millionen Franken zu, wobei das Unternehmen aus eigener Kraft um starke 18 Prozent wuchs.

Im Sommer hat Sensirion noch das Umsatzziel erhöht. Ich frage mich, ob dies noch aktuell ist. In der Zwischenzeit haben einige Technologiefirmen mit starkem Geschäft im Automobilbereich ihre Jahresziele nach unten revidieren müssen. Bis jetzt kam von Sensirion jedenfalls keine entsprechende Revision, was positiv ist.

Nach dem langen Anstieg bei den Technologieaktien weltweit war eine Korrektur bei den meisten Titeln überfällig. Das hat auch Sensirion getroffen, obwohl das Unternehmen erst seit März an der Börse ist. Aus meiner Sicht war die Rückstufung der Aktie übertrieben. Wenn die Firma ihr stolzes Wachstum beibehalten kann und keine Revision der Ziele nach unten vornehmen muss, sehe ich bei den Titeln weiteres Potenzial.

Gleichzeitig stufe ich aber die Risiken bei Sensirion wegen des Handelsstreits und der möglichen Abschwächung der Weltkonjunktur als hoch ein. Sensirion sollte man lediglich als Abrundung im Rahmen eines breit diversifizierten Aktiendepots halten. Als Einzeltitel allein stufe ich die Risiken für Privatanleger sonst als zu hoch ein.

1 Kommentar zu «Sensirion: Mit Sensoren dick im Geschäft»

  • gerhard Cihak sagt:

    Zu den Sensorien sei gesagt, dass es immer wichtiger wird, dass man
    – nicht betrunken, ggf unter Drogen, ein Passagierflugzeug fliegen kann,
    – dasselbe beim Autofahren,
    – dasselbe bei OP`s beim Ärzteteam,
    – etc,etc.

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