Nächstes Jahr steigen wieder einmal die Renten

Frohe Nachrichten für Senioren: Laut Bundesrat steigt die Minimalrente ab nächstem Jahr um 10 Franken und die Maximalrente um 20 Franken. Foto: Getty Images

Ich beziehe seit meinem 65. Lebensjahr eine AHV-Rente. Leider bleibt meine monatliche Rente immer gleich. Warum? W.F.

Die Höhe der AHV-Renten blieb in den letzten Jahren gleich, da wir in der Schweiz während Jahren eine Null- und zeitweise sogar eine Negativteuerung hatten. Eine Anpassung der Rentenhöhe war aus dieser Perspektive nicht angezeigt.

Inzwischen zieht die Teuerung auch in der Schweiz an, allerdings bleibt sie weiterhin gering. Der Landesindex der Konsumentenpreise blieb im August 2018 im Vergleich zum Vormonat unverändert beim Stand von 101,8 Punkten, und im Juli sank er im Vergleich zum Vormonat sogar um 0,2 Prozent.

Doch gegenüber dem Vorjahresmonat betrug die Teuerung immerhin 1,2 Prozent. Auch künftig ist mit einer leicht steigenden Teuerung zu rechnen, zumal die Wirtschaft auf hohen Touren läuft.

Sie haben recht, in den letzten Jahren blieben die AHV-Renten gleich. Letztmals gab es eine Anpassung im Jahr 2015. Der Bundesrat prüft alle zwei Jahre, ob die Renten erhöht werden müssen. Und nun hat der Bundesrat angesichts der veränderten Teuerungsentwicklung in der Schweiz beschlossen, per 2019 die AHV- und IV-Renten anzuheben, weil inzwischen auch die Preise und Löhne leicht steigen.

Laut Beschluss der Landesregierung nehmen die Minimalrente ab nächstem Jahr um 10 Franken und die Maximalrente um 20 Franken zu. Diese Anpassung führt dazu, dass die AHV/IV-Minimalrente neu bei 1185 Franken pro Monat liegt und die Maximalrente künftig ab 2019 bei 2370 Franken.

In den Genuss dieser Anpassung kommen auch jene, die auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Der Bundesrat hebt per 2019 auch die Beträge für die Deckung des allgemeinen Lebensbedarfs bei den Ergänzungsleistungen an.

All diese Anpassungen lassen die Kosten bei der AHV/IV um 430 Millionen Franken steigen, wobei 380 Millionen Franken auf die AHV entfallen und 50 Millionen Franken auf die IV. Die Anpassung bei den Ergänzungsleistungen hat lediglich einen vergleichsweise geringen Zusatzaufwand von 1,3 Millionen Franken zur Konsequenz.

Was in der Berichterstattung in vielen Medien über die AHV-/IV-Rentenerhöhung verloren ging, ist die Tatsache, dass die Landesregierung gleichzeitig per 2019 entschieden hat, dass der Koordinationsabzug in der obligatorischen beruflichen Vorsorge von 24’675 Franken auf 24’885 Franken erhöht wird und die Eintrittsschwelle in die obligatorische berufliche Vorsorge von 21’150 Franken auf 21’330 Franken.

Wichtig für all jene, welche ihre eigene Altersvorsorge während des Erwerbslebens aufbessern möchten, ist zudem die Anpassung bei der steuerbegünstigten Säule 3a: Hier darf man als Erwerbstätiger mit Pensionskasse gemäss den neuen Vorgaben des Bundesrates ab 2019 maximal 6826 Franken statt wie bisher nur 6768 Franken einzahlen und dann später bei den Steuern in Abzug bringen.

Für die Erwerbstätigen ohne Pensionskasse wird der maximal einzahlbare Betrag von bisher 33’840 Franken pro Jahr auf 34’128 Franken angehoben.