Georg Fischer sieht in 3-D-Druck Chancen

Georg Fischer: Strategische Ausrichtung auf defensivere und höhermargige Geschäftsfelder. Foto: PD

Das Streben nach Kundennähe zahlt sich für die Industriegruppe Georg Fischer ebenso aus wie die strategische Ausrichtung auf defensivere und höhermargige Geschäftsfelder. Kundennähe hilft auch, Gefahren für das eigene ­Geschäft früh zu erkennen. Der 3-D-Druck ist eine solche Gefahr. Der additive Aufbau von Werkstücken fordert das eigene Geschäft mit Fräs- und Elektro­erosionsma­schinen heraus, die Werkstücke durch Abtragen von Material, etwa von Stahlblöcken, erstellen. GF reagiert darauf, indem das Unternehmen das Thema 3-D-Druck selbst besetzt – über eine Partnerschaft mit dem Spezialisten 3D Systems. Damit sollen die Stärken der beiden Technologien in einer Prozesskette effizient verknüpft werden. Solche Voraussicht schafft an der Börse Vertrauen. Trotzdem hat die Bewertung der Aktien seit Anfang Jahr mehr gelitten als die des Gesamtmarkts. Angesichts der intakten Aussicht auf weiteres profitables Wachstum erachte ich das als übertrieben – und sehe im Kurs Luft nach oben. Dosiert kaufen

Kleben, dichten, dämpfen

Ungewohnt ruhig ist es um Sika geworden. Seit der ausserordentlichen Generalversammlung im Juni wurde die Einheitsaktie geschaffen, und alte Zöpfe wie die Stimmrechtsbegrenzung wurden abgeschnitten. Der Kampf gegen die Kontrolle durch den französischen Riesen Saint-Gobain war gewonnen; seitdem geht es wieder nur um das Geschäft. Und das läuft rund, wie der Mitte Juli publizierte Halbjahresbericht zeigte. Kleben, dichten, dämpfen, verstärken, schützen – das machen die Bauchemikalien von Sika offensichtlich derart gut, dass sie stetig Marktanteile gewinnen. Die Aktien haben seit Ende Mai fast 10 Prozent gewonnen, deutlich mehr als der Gesamtmarkt. Besondere Nachrichten gibt es derzeit nicht. Muss es auch nicht geben. Wer die Aktien immer noch nicht im Depot hat, kann das jetzt nachholen. Dosiert kaufen

Alternativen in Asien

Auch Technologiewerte wie Alphabet (Google), Amazon oder Facebook waren bisher Garanten für Wachstum. Sie finden sich entsprechend in vielen Anlegerportfolios. Wer sich nicht auf Altbekanntes verlassen will, findet in Asien Alternativen. Tencent ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 430 Milliarden Dollar das grösste Unternehmen aus den Schwellenländern. Dennoch ist es in der Schweiz weitgehend unbekannt. Zu Unrecht. Die Chinesen bieten mit We Chat nicht nur einen Messengerdienst mit über einer Milliarde Nutzer an, sondern auch Onlinebanking, Videostreaming und Cloud-Dienste. Und das im grössten Digitalmarkt der Welt: China. Zudem ist Tencent überaus stark im boomenden Online-Gaming-Markt. Derzeit sorgt der Game-Hit Fortnite weltweit für ­Furore. Zeitweise war Tencent gar mehr wert als Facebook. Wegen eines Mitte August gemeldeten Gewinnrückgangs rutschten die Aktien jüngst deutlich ab. Für An­leger mit langem Anlagehorizont eine gute Einstiegsgelegenheit. Kaufen

Cannabisdrinks

Immer mehr Länder tolerieren den Gebrauch der Hanfpflanze sowohl für medizinische Zwecke als auch für den Freizeitkonsum. Ab Oktober ist die Droge in Kanada nicht mehr nur für Patienten per Rezept erhältlich, sondern kann wie Tabak und Alkohol im Detailhandel gekauft werden. Kanadische Gesellschaften versuchen durch Übernahmen zu wachsen, sind aber auch selbst im Visier. Aurora Cannabis und Aphria sind bekannte Anbieter, Branchenführer nach Börsenwert ist mit umgerechnet fast 10 Milliarden Franken aber Canopy Growth. Eine Partnerschaft mit dem Getränkehersteller Constellation Brands sorgt für Aufsehen. Der Deal mit dem Corona-Hersteller dürfte in Cannabisdrinks münden. Constellation hat gerade seinen Anteil an Canopy auf 38 Prozent aufgestockt. Jüngst haussierten die Cannabis-Aktien erneut, weil der Getränkehersteller Diageo mit mehreren Cannabisanbietern Gespräche führen soll. Die Aktienkurse nehmen viel Umsatz- und Ergebniswachstum vorweg und werden von Übernahmefantasien getrieben. Mir ist das zu riskant, die Kurse sind anfällig für heftige Rückschläge. Meiden

Erfreulicher Winter

Die Jungfraubahn hat sich erneut selbst übertroffen: Im ersten Halbjahr genossen erneut mehr Gäste die Aussicht vom Top of Europe. Die Steigerung war zwar mit 1700 auf 466 300 nur minimal, dafür liessen sich die Besucher den Ausflug im Schnitt etwas mehr kosten. Noch erfreulicher entwickelte sich das Wintergeschäft: Knapp 7 Prozent mehr Skitage wurden gezählt. Das war den herausragenden Wetter- und Pistenverhältnissen geschuldet, womit der stürmische Start ins Jahr kompensiert werden konnte. 2018 dürfte wieder ein Rekordjahr werden. Doch die maximale Kapazität auf dem Jungfraujoch von 5500 Besuchern pro Tag wird bereits heute an vielen Tagen erreicht. Die Wintersaison hängt zudem stark vom Wetter und dem Franken ab. Vor diesem Hintergrund sind die Liebhabertitel bereits teuer. Meiden

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