Warum Immobilienanlagen im Ausland riskant sind

In den USA verbreitet: Hochverzinsliche Real Estate Investment Trusts (Beteiligungen an Immobilien) sind jedoch in der Schweiz bis jetzt nicht zugelassen. Foto: iStock

Können Sie mir sagen, warum ich so wenig über hochverzinsliche Reit-Produkte lesen, welche seit Jahren hohe Zinsen von 8 bis 11 Prozent zahlen? B.L.

Dafür gibt es einen einfach Grund: Die Schweiz kennt die Gesellschaftsform dieser Real Estate Investment Trusts, welche hinter dem Kürzel «Reit» steckt, nicht.

Diese Form der Kapitalanlagevehikel ist vom Gesetzgeber in der Schweiz bis jetzt nicht zugelassen. Sie können aber durchaus in solche Vehikel im Ausland investieren.

Real Estate Investment Trusts sind Beteiligungsgesellschaften, welche in Immobilien investieren und sich durch Steuerprivilegien auszeichnen. Die Anlagevehikel sind vor allem in den USA beliebt, wo sie bereits seit den 1960er-Jahren häufig genutzt werden.

Je nach Land gibt es unterschiedliche Regulierungen für diese Vehikel. In vielen Ländern, in denen diese Gefässe zugelassen sind, muss die Beteiligungsgesellschaft an einer Börse kotiert sein und ihren Betriebsgewinn fast vollständig an ihre Aktionäre auszahlen.

Verbreitet sind Reit-Produkte in den USA, zugänglich sind sie aber auch in Deutschland oder Frankreich.

Eine typische Reit-Beteiligungsgesellschaft in den USA ist etwa die AGNC Investment Corp mit dem Kürzel AGNC, die auch an der US-Börse Nasdaq kotiert ist und sich durch attraktive Renditen auszeichnet.

Indirekt in solche Reit-Vehikel investieren kann man auch über kostengünstige Exchange Traded Funds. Ein Beispiel dafür ist der Vanguard REIT ETF (VNQ), der den MSCI US REIT Index abbildet.

Tatsächlich sind die Renditen bei vielen Reit-Produkten aus dem Ausland deutlich höher als von Immobilienfonds oder an der Börse gehandelten Immobilienaktien aus der Schweiz. Allerdings stufe ich die Risiken, welche Sie mit den Reit-Produkten in der Regel eingehen, ebenfalls als deutlich höher ein.

Investments in Reit-Vehikel kommen meines Erachtens nur für Anleger in Frage, welche in der Lage und willens sind, deutlich höhere Risiken zu tragen. Zumal viele dieser Beteiligungsgesellschaften auch in Immobilien mit einem sehr hohen Fremdkapitalanteil investieren.

Die Immobilienkrise in den USA in den Jahren 2007 und 2008 hat gezeigt, dass die Liegenschaftennotierungen tief in den Keller gehen können – erst recht, wenn Sie zum grössten Teil fremdfinanziert sind.

Immobilienanlagen in der Schweiz sind vergleichsweise deutlich weniger risikobehaftet. Zudem ist der Markt hierzulande für die Anleger deutlich transparenter. Man kann eher abschätzen, in was man genau investiert, was ich bei Reit-Anlagen schwierig finde.

Ausserdem tragen Sie bei Reit-Anlagen ein Fremdwährungsrisiko in Dollar oder Euro, was die höhere Rendite für in Franken rechnende Schweizer Anleger unter Umständen schnell wieder zunichte macht.

1 Kommentar zu «Warum Immobilienanlagen im Ausland riskant sind»

  • Albert Kummer sagt:

    Sehe das nicht so. In der TV Sendung ARD stellte man den Liegenschaft Handel in D vor. Auch die Schweiz ist mit dabei. Schade das solches nicht im TV CH zu sehen ist.

Kommentar

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