Straumann legt die Basis für noch mehr Gewinn

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz von Straumann mehr als 20 Prozent. Auch das laufende Jahr dürfte stark ausfallen. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz von Straumann mehr als 20 Prozent. Auch das laufende Jahr dürfte stark ausfallen. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

Die Aktien des Zahnimplantateherstellers Straumann haben in den letzten Tagen und Wochen deutlich zugelegt. Konkurrenten sind beschäftigt, ihr Geschäft umzubauen, Straumann gewinnt Marktanteile. Zudem legt die Gesellschaft derzeit die Basis, auch mit digitalen Produkten und in angrenzenden Bereichen vorn dabei zu sein. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz mehr als 20 Prozent. Auch das laufende Jahr dürfte stark ausfallen. Ging es bereits in den vergangenen beiden Jahren mit der Marge stark nach oben auf zuletzt 25 Prozent, könnte Straumann auch künftig den Gewinn je Aktie weiter steigern. So machten die UBS-Analysten erst kürzlich darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft in der Vergangenheit doch relativ konservativ dabei war, Rückstellungen zu buchen. ­Zudem habe sie allein 2017 rund 80 Prozent ihrer überfälligen Forderungen abgeschrieben – deutlich mehr als sonst üblich. Das könnte noch einmal wichtig werden, wenn der Rückenwind durch die globale Konjunktur nachlässt. So dürfte der Mix aus guten Produkten und geschickter Vermarktung neue Fantasie wecken. Kaufen

Die Privatbank Julius Bär ist gut unterwegs. In einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» hat der Chef der Bank Auskunft gegeben über die Wachstumspläne, die Strategie und seine ersten Schritte als CEO. Das klingt alles gut. Das Institut ist solide aufgestellt, gut kapitalisiert und fokussiert auf das Private Banking. Ich habe versucht, das Haar in der Suppe zu finden. Die Bank ist aufgrund der aggressiven Wachstumsstrategie in einige Rechtsfälle involviert. Dazu gehören etwa der Fifa-Bestechungsskandal oder die Korruptionsaffäre um den staatlichen ­Ölkonzern Venezuelas, PDVSA. Dazu kommt, dass ein Mitarbeiter wegen Waffengeschäften in Russland freigestellt werden musste. Zu guter Letzt sind da die Kontoverbindungen im Fall des ehemaligen Raiffeisenchefs Pierin Vincenz. Was mich als Investor aber am meisten stört, ist die Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 sind die Valoren gegenüber der eigenen Historie teuer. Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,3 hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht. Die erwartete Dividendenrendite 2018 von 2,6 Prozent ist kein Trost, sie liegt unter dem Durchschnitt des Schweizer Marktes von 4,2 Prozent, gemessen am SPI. Meiden

Stattlich bewertet, gemessen an den Schätzungen, sind auch Oerlikon. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt 29 und 25 für 2018 und 2019. Abschläge wegen Unsicherheiten um Grossaktionär Viktor Vekselberg sind fast wieder aufgeholt. Seit längerem war bekannt, dass sich Oerlikon auf irgendeine Art vom Segment Drive Systems trennen will. Nun ist es entschieden: Oerlikon wählt für die Veräusserung den Weg des Börsengangs. Das kann man so interpretieren, dass industrielle Käufer offenbar nicht bereit gewesen sind, einen Preis zu zahlen, der an das Niveau heranreicht, das ein Börsengang einzuspielen verspricht. Mit dem Verkauf vergrössert Oerlikon den Spielraum für weitere Akquisitionen im Bereich Oberflächentechnologie und 3-D-Druck. Für den Aktienkurs wird eine solche Akquisition bedeutender sein als der jetzt kommunizierte Verkauf von Drive Systems. Er spült zwar Liquidität in die Bilanz, doch wird auch der Gewinnbeitrag von Drive Systems in der Erfolgsrechnung fehlen. Abwarten

Haben Sie vor einer Woche auch an der Formel E in Zürich vorbeigeschaut? Ich schon, nicht weil ich Autofanatiker wäre, aber ich wollte die Elektroflitzer doch mal live erleben. Niemand kann die Zukunft voraussagen, es sieht aber doch danach aus, dass der Markt der E-Mobilität in den nächsten zehn Jahren deutlich wachsen wird. Investieren kann man in zahlreiche Unternehmen, die die E-Mobility-Industrie direkt oder indirekt beliefern, in der Schweiz etwa in Schaffner oder Lem. Ganz besonders gefällt mir aber der deutsche Maschinenbauer Aumann. Deren Geschäftsbereich E-Mobility baut vorwiegend Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien für die Herstellung von Elektromotoren. Zu den Kunden gehören viele etablierte, grosse Automobilkonzerne und -zulieferer. Ausser Lösungen für E-Motor-Komponenten bietet Aumann auch Maschinen und Fertigungslinien zur Herstellung von Energiespeichersystemen und Hybridmodulen sowie elektrischen Antriebssträngen an. Die Titel sind wegen E-Mobility-Euphorie schon sehr teuer. Aber ich setze gern auf deutsche Qualität. Aumann wird zu den Profiteuren gehören, da bin ich überzeugt, egal wie nun genau die E-Revolution abläuft. Kaufen

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