Als Anlage taugt Gold nicht viel

Trügerische Sicherheit: Auch Aktien von Goldminen sind grossen Kursschwankungen ausgesetzt. Foto: iStock

Sind Goldminen-ETFs dem gleichen Kursrisiko, inklusive Crash, unterworfen wie Aktien und Obligationen oder entsprechend sicher aufgrund des Goldwertes? Ist die Kursentwicklung gleich dem physische Goldkurs oder unabhängig? C.B.

Wenn Sie Goldminenaktien halten oder Exchange Traded Funds, welche an Goldminenaktien gekoppelt sind, tragen Sie ein dreifaches Risiko:

Erstens sind Goldminenaktien, wie andere Aktien auch, stärkeren Kursschwankungen ausgesetzt. Es wäre ein Irrtum, wenn Sie glauben, Goldminenaktien seien besonders sicher, nur weil das Gold vielen Anlegern als Absicherung für Krisenzeiten dient.

Ob eine Aktie steigt oder sinkt, hängt natürlich mit dem Goldpreis zusammen, in erster Linie aber davon, ob die Firma, welche die Goldmine betreibt, unternehmerisch erfolgreich wirtschaftet oder nicht. Letzteres ist für den Kursverlauf von Goldminenpapieren noch bedeutender als nur der eigentliche Goldpreis.

Zweitens sind Sie mit Goldminenaktien dennoch dem Auf und Ab beim Goldpreis ausgesetzt.

Und drittens tragen Sie ein Währungsrisiko – in der Regel mit dem US-Dollar. All diese Risiken tragen Sie sowohl bei einzelnen Goldminenaktien als auch bei Exchange Traded Funds, welche in Relation zu solchen Aktien stehen.

Sie müssen sich genau überlegen, aus welchem Grund Sie entweder in Gold oder in Goldminenaktien investieren möchten. Aus meiner Sicht gibt es je nach Entscheidung unterschiedliche Beweggründe.

Wenn Sie Goldminenaktien erwerben, spekulieren Sie zwar einerseits auf einen höheren Goldpreis und eine stärkere Goldnachfrage. Vor allem aber spekulieren Sie darauf, dass die von Ihnen bevorzugte Goldmine ein Wachstum und möglichst hohe Gewinne erzielt. Bei Goldminenaktien würde ich wie bei anderen Aktien auf Wachstum und eine Rendite setzen.

Goldminenaktien sind für mich keine optimale Absicherung zum Beispiel gegen einen Crash. Falls Sie eine Absicherung für Krisenzeiten suchen, würde ich eher entweder physisch Gold erwerben oder Exchange Traded Funds kaufen, welche an Gold gekoppelt sind und physisch mit Gold unterlegt sind. Bei dieser Variante müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie mit dem Gold vielleicht ein Wertwachstum erreichen, aber keine Rendite erzielen.

Wenn Sie den Chart des Goldpreises der letzten Jahre studieren, stellen Sie fest, dass der Goldpreis ebenfalls stark schwankt. Mit diesen Kursschwankungen müssen Sie leben können. Immerhin haben Sie eine gute Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis deutlich in die Höhe klettert, wenn es an den Finanzmärkten runtergeht und die Anleger stark verunsichert sind wie in der Finanzkrise vor zehn Jahren.

Dazwischen werden Sie aber Phasen erleben, in denen der Goldpreis länger im Keller ist und Sie je nach Einstiegszeitpunkt unter Umständen während längerer Zeit auf beträchtlichen Buchgewinnen sitzen.

Gold ist meines Erachtens keine attraktive Anlage, sondern vielmehr eine Versicherung für Krisenzeiten und damit als Abrundung für ein breit diversifiziertes Depot sinnvoll.

11 Kommentare zu «Als Anlage taugt Gold nicht viel»

  • Urs brand sagt:

    interessant zu lesen, dass wenn der GoldKurs nach unten geht man längere Zeit auf Buchgewinnen sitzt. da ist wohl etwas untereinander gekommen im gehetze des Schreibens.

  • Adrian Heid sagt:

    In Bezug zu Goldminen stimme ich überein. Es sind Papiere, die so unsicher sind wie alle Aktien. Was aber physisches Gold anbelangt, tun sich über längere Zeit ungeahnte Möglichkeiten auf, wenn man Investieren kann.
    Ein Beispiel: der Dollar hat seit 1999 75 Prozent Kaufkraft gegenüber der stabilen Kaufkraft des Goldes verloren. In 100 Jahren hatte Gold keinen Kaufkraftverlust!
    Wenn man im Jahr 2000 100.000 Dollar jeweils in Gold, S&P Index und FTSE 100 investiert hätte, hätte man 2017 mit Gold gegenüber dem S&P 317% und FTSE 100 sogar 454% gewonnen, während man mit S&P 55% und FTSE 100 nur 6 % gewonnen hätte. Natürlich funktioniert dies nur, wenn man das Gold direkt in Waren umtauscht und nicht in eine Währung.

    • Peter Schneider sagt:

      Ach ja. Hätte man 1984 in den FTSE 100 investiert:
      https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/FTSE_100_index_chart_since_1984.png
      Und wie hat sich das Gold entwickelt? Verdreifacht?
      Aktien herzunehmen, dann DABEIZUBLEIBEN, jährlich 10000 einzuzahlen, und die Dividenden wieder zu reinvestieren, sollte über Jahrzehnte einfach besser funktionieren als irgendwelche Goldbarren im Tresor zu bunkern.

    • Jürg Bühler sagt:

      Herr Held Sie suchen Sich aber die Zeiträume auch aus, wie es gerade passt.
      Gold hat über die Zeit alleine das Bargeld, das unter der Matraze versteckt ist klar geschlagen.
      Gegen alle anderen Investments sieht es doch sehr bescheiden aus. Kleinster Abstand noch zu kurzfristigen (risikolosen) Zinsen, dann längere Anleihen und wo Gold gar kein Land mehr sieht ist wenn man es langfristig mit Aktien vergleicht.
      Ich würde gerne einmal noch einen wirklich langfristigen Chart von Goldminen Aktien sehen, ich denke, das wäre die viel bessere Alternative.
      Zumal Sie damit ja zu einem Diskont (Förderungskosten unter dem Goldpreis) die ganzen Unzen erhalten, die im Boden sind erhalten.

  • ADrian Wehrli sagt:

    Gold, Land und Titel hält man einfach, das ist kein Investment.

    Davon verstehen die Finanzexperten aber einfach nichts.

  • Karl Knapp sagt:

    Minenaktien haben ein Problem: es liegt schon tonnenweise Gold irgendwo auf der Welt nutzlos herum, und „verbraucht“ wird relativ wenig. Sobald die Schürfkosten der Mine höher sind als der aktuelle Goldpreis, tendieren diese Minenwerte gegen Null – und umgekehrt, wenn der Preis steigt. Also der bekannte Hebeleffekt. Ob man damit gut schläft, muss jeder selber wissen.

    • Jürg Bühler sagt:

      Herr Knapp bedenken Sie aber, dass falls der Goldpreis längere Zeit unter den Produktionskosten liegen die Minen die Förderung eine nach der anderen einstellen. Dies ist bei Minen einfacher als bei Ölquellen.
      Insofern würde das fehlende Angebot dann auch den Goldpreis stützen.
      Und noch etwas: Das „einfache Gold“ ist weg, es wird immer teurer Gold zu fördern und neue Lagerstellen zu finden. Sicher wird die Technologie zum Abbau auch verbessert, aber es kann gut sein, dass wir „Peak Gold“ bereits gesehen haben oder nahe daran sind.

  • Germann sagt:

    Gold wird sicher noch interessant werden denn, die echte Finanzkrise kommt noch und wird viele gnadenlos überrollen.

  • Jürg Bühler sagt:

    1/2 Einiges ist leider falsch in dem Artikel.
    Erstens ist Gold nicht eine Absicherung wenn es an Finanzmärkten runter geht. Wenn schon ist es Absicherung gegen Inflation, aber auch nicht eine wirklich gute. Wenn Finanzmärkte runtergehen, dann taucht oft auch Gold, erholt sich aber schneller, da zumindest in Vergangenheit erwartet wurde, dass Stimulierungsmassnahmen der Nationalbanken in Inflation enden könnten, das zerschlägt sich aktuell etwas.
    Zweitens investiert man bei Goldminen in unterbewertete Unternehmen, die über die Zeit gute Marge aus Goldverkauf generieren können. Gold kann nicht stark fallen, da sonst Angebot ausbleiben würde.

  • Jürg Bühler sagt:

    2/2 Drittens sind die meisten Goldminen in Kanada und so ist es der CAD in denen die Aktien gelistet sind. Aber dies ist egal, denn man kauft Unternehmen und deren Werte (z.B. deren Gold im Boden und deren Möglichkeit es günstig zu fördern). Ein schwacher CAD hilft den Gewinnen und so würde die Aktie in CAD sogar noch mehr steigen. Auch werden bei einem schwachen CAD die Gewinnmargen gesteigert, da Gold ja v.a. in USD notiert und beispielsweise die Arbeitskosten in CAD somit fallen. Natürlich ist dies nochmals anders, wenn nur die Verwaltung in Kanada sitzt, aber die Produktion beispielsweise in Afrika oder Lateinamerika erfolgt. Aber auch da kann es natürlich positive Effekte bei schwachen Währungen ergeben.

  • Ralph Künzle sagt:

    Als Investition macht Gold wenig Sinn. Klar, das war immer so. Ausser man kann mit viel Geld hohe Mengen ankaufen in günstigen Zeiten und es in teureren Fasen wieder abstossen. Da der Wechselverlust hoch ist, braucht es eine grosse Spanne an Ankauf/Verkaufsdifferenz bis es rentabel wird. Ein typ. Bericht, der suggerieren will kein Gold zu kaufen. Logisch, die Märkte sollen am laufen gehalten werden und jeder Franken/Dollar/Euro/Pfund der in Gold geht ist nicht im Casino der Aktien vertreten. Der kleine Mann/Frau hat aber ein Sicherheitsbedürfnis. Darauf beruht der Gold/Silberstatus. Ob Gold nun steigt oder fällt wird so irrelevant. Du kaufst es, du lagerst es, du hast einen Wert auf der Seite. Egal was kommt, er wird immer da sein. Und kann über Generationen weitergegeben werden.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.