Wie Sie Ihr Haus für die Altersvorsorge nutzen

Immobilienrente statt Verkauf: Eine Lösung für Senioren, die ihr Haus behalten möchten. Foto: iStock

Ich habe erst spät ein Einfamilienhaus gekauft und dafür auch einen Teil des Pensionskassengeldes genutzt. Jetzt sehe ich, dass es nach der Pensionierung finanziell schwierig wird, weil mir das PK-Geld fehlt. Muss ich verkaufen? P.A.

Nicht zwingend.

Sie können natürlich das Einfamilienhaus verkaufen und sich so die von Ihnen benötigten liquiden Mittel für Ihr Alter beschaffen. Stattdessen könnten Sie dann einfach eine Wohnung mieten und das frei gewordene Geld für Ihr Alter als Zustupf zur geringen Rente einsetzen. Da Sie dann einen Vermögensverzehr vornehmen, müssten Sie diesen Zustupf anders als die Rente nicht versteuern.

Der Nachteil dieser Variante besteht darin, dass Sie erstens Ihre eigenen vier Wände verlassen müssen, was den meisten Leuten in der Regel schwerfällt. Zweitens müssen Sie für die Wohnung, die Sie dann in Miete nehmen, einen Mietzins entrichten. Bei direkt vergleichbaren Standards kommt Sie das Haus unter Umständen finanziell noch billiger als die Wohnung, die sie mieten. Dafür gewinnen Sie Flexibilität, und Sie können sich mit dem frei gewordenen Geld, das bis jetzt im Haus gebunden ist, im Alter auch eher noch etwas leisten oder sich sogar einen Luxus gönnen.

Falls Sie aber Ihr Haus nicht verkaufen möchten, weil Sie sich darin besonders wohlfühlen, können Sie es als Teil Ihrer Altersvorsorge einsetzen. Zwar geben viele Banken älteren Menschen keine neue Hypothek mehr oder verlangen mit der Pensionierung sogar, dass man bestehende Hypotheken ganz oder teilweise amortisiert, weil die Tragbarkeit nicht mehr gegeben ist.

Ich halte diese Praxis vieler Banken nicht für klug. Zum Glück spielt im Hypothekengeschäft ein gesunder Wettbewerb. Es gibt einige – oft sind es kleinere – Institute, welche den älteren Kunden eine Immobilienrente ermöglichen. Die genauen Modelle und Anforderungen sind je nach Institut unterschiedlich.

Im Kern geht es darum, dass die Bank dem Kunden eine Hypothek gewährt, die er als Zustupf im Alter nutzt. Diese Hypothek sowie die für die gesamte Laufzeit anfallenden Zinsen werden zugunsten der Bank verpfändet. Die Bank hat dafür die Immobilie als Pfand.

Mit der Verpfändung hat die Bank die Sicherheit, dass sie das Kapital und die Zinsen wieder zurückbekommt. Sie als Kunde haben aber die Möglichkeit, Geld aus der Liegenschaft zu nehmen, ohne dass sie diese gleich verkaufen müssen. Sie können also Ihre Hypothek aufstocken, damit Sie im Alter mehr Geld zur Verfügung haben, und so das im Haus gebundene Kapital wenigstens teilweise für Ihr Alter nutzen. So gesehen wird dann Ihr Haus ein Teil der Altersvorsorge.

Ob im konkreten Fall ein solches Modell der Immobilienrente anwendbar und sinnvoll ist, muss immer individuell anhand Ihrer genauen finanziellen Situation zusammen mit Ihrer Bank abgeklärt werden.

Zumindest haben Sie so eine mögliche Alternative zu einem Hausverkauf und haben nach der Pensionierung doch genügend Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung.

1 Kommentar zu «Wie Sie Ihr Haus für die Altersvorsorge nutzen»

  • Peter Müller sagt:

    Es wurde mir schon früh klar, dass Eigenheim, ev auch weitere Immobilien, die beste Altersvorsorge ist. Im Gegensatz zum Alterkapital in der 2. und 3.Säule vermehrt sich dessen Wert, der Mietwert indexiert automatisch und die Hypozinsen und -Schuld verlieren mit Inflation und beruflicher Karriere an Wert. Der Mietwert, das was ich sonst für gleichwertigen Wohnraum an Miete hinblättern müsste, ist dann Teil meiner Rente.
    Kommt dazu, dass bei meinem Ableben ich meinen Erben etwas zurücklasse, während die PK mein Alterskapital bei der Pensionierung konfisziert hat. Die Erben sehen nichts mehr davon.

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