Lohnt sich die Säule 3a wirklich?

Sicherheit mal drei: AHV und Pensionskassen alleine reichen im Alter in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu behalten. Foto: pd

Man hört oft von der 3. Säule und dass man da einzahlen sollte. Ich bin 34, angestellt und habe einen recht guten Kaderlohn. Lohnt sich eine solche 3. Säule wirklich? Wie viel Steuern spart man? F.I.

Da ich Ihr genaues steuerbares Einkommen nicht kennen und auch nicht weiss, in welchem Kanton Sie wohnen, kann ich Ihre Steuerersparnis aufgrund der Säule 3a nicht genau beziffern. Ich kann Ihnen aber eine Grobangabe geben, welche Sie bei Ihrer weiteren Entscheidungsfindung unterstützt.

Wenn Sie verheiratet sind, wie ich Ihren Angaben entnehme, und ein steuerbares Einkommen von vielleicht 120’000 bis 140’000 Franken pro Jahr haben, macht Ihre Steuerersparnis rund ein Drittel des für Angestellte mit Pensionskasse möglichen Maximaleinzahlungsbetrag für die Säule 3a aus.

Falls Sie also eine 3. Säule bei einer Bank oder Versicherung eröffnen und in diesem Jahr den Maximalbetrag von 6768 Franken überweisen, zahlen Sie im nächsten Jahr je nach Ihrem Wohnkanton knapp 2000 bis 2200 Franken weniger Steuern. Mit der Steuerersparnis können Sie also bereits einen Teil Ihrer zusätzlichen Altersvorsorge finanzieren.

Wenn Sie nicht nur einmal einzahlen, sondern möglichst jedes Jahr bis zur Pensionierung den vollen Betrag, kämen so über 200’000 Franken zusammen, die Ihnen im Alter helfen, Ihren Lebensstandard zu verbessern. Denn mit der AHV-Rente und dem Geld aus der Pensionskasse allein dürften Sie nicht in der Lage sein, dann Ihren bisherigen Lebensstandard auf dem gleichen Niveau wie noch im Erwerbsleben aufrecht zu erhalten.

Obwohl Sie das Vorsorgegeld aus der Säule 3a bei der Auszahlung auch versteuern müssen, bleibt dennoch unter dem Strich eine schöne Steuerersparnis, da das 3. Säule-Kapital bei der Auszahlung zu einem reduzierten Satz besteuert wird.

Über den eigentlichen Sparbetrag hinaus profitieren Sie vom Zinseszinseffekt während dreissig Jahren. Da Sie noch jung sind, empfehle ich Ihnen, das 3. Säule-Geld nicht einfach auf dem Konto liegenzulassen, sondern das Geld in kostengünstige Vorsorgefonds mit einem möglichst hohen Aktienanteil zu investieren.

Tiefe Gebühren bieten etwa passiv geführte Vorsorgefonds. Je höher der dabei gewählte Aktienanteil, desto grösser sind langfristig Ihre Renditechancen. Dies bedeutet zwar auch, dass Sie höhere Risiken mit Ihrem 3. Säule-Geld eingehen. Da das Kapital aber ohnehin dreissig Jahre nicht angetastet würde, können Sie mit höheren Schwankungsrisiken, welche ein hoher Aktienanteil zur Folge hat, gut leben.

Die Rückschläge in schlechten Börsenjahren werden langfristig durch Buchgewinne in starken Börsenjahr wie im letzten Jahr kompensiert.

Noch mehr Steuern sparen können Sie übrigens, wenn Sie nicht nur ein 3. Säule-Konto halten, sondern drei bis vier und diese dann vor der Pensionierung gestaffelt auszahlen lassen. Dann zahlen Sie nämlich auch bei der Auszahlung in den meisten Kantonen weniger Steuern.  

42 Kommentare zu «Lohnt sich die Säule 3a wirklich?»

  • Anh Toàn sagt:

    Das ist aber nur richtig, wenn man das Geld nie mehr zurückholt. Man könnte es aber dann statt einer Bank auch einer steuerbefreiten wohltätigen Organisation spenden, dann spart man gleich viel Steuern.

    Einfach verdrängen, dass das Geld bei der Auszahlung besteuert wird, wie genau weiss ich halt auch nicht, ist ja noch lange hin, hilft, ein eindeutiges Urteil zum BVG zu fällen:

    • Peter Meyer sagt:

      der Steuersatz beim Bezug von Vorsorgegeldern ist geringer als der beim Einkommen.
      Ich plündere die 3A alle 5 Jahre, um damit die Hypothek zu tilgen.

      • Anh Toàn sagt:

        @Peter Meyer: ich rate, die 3. Säule taktisch zu nutzen, wie Sie, auf fünf Jahre ist die Steuerbelastung bei der Auszahlung kalkulierbar. Sei es für beabsichtigten Erwerb von Wohneigentum oder Hypoamortisation wie bei Ihnen oder kurz vor der Pensionierung. Oder um die Kohle im Konkurs vor den Gläubigern zu schützen.

        Aber wie hier beschrieben, als strategische Altersvorsorge über 40 Jahre halte ich den Steuervorteil, den es vermutlich noch geben wird, aber dessen Umfang in ferner Zukunft unbekannt ist, die Einschränkungen beim Rückzug nicht wert.

        Vor allem aber störe ich mich daran, dass der Artikel die Besteuerung bei der Auszahlung einfach weglässt: Nur dann spart man mit durchschnittlichem Einkommen/Vermögen die etwa 2’000 pro Jahr. Sonst ist es auf alle Fälle viel weniger.

      • Dietmar sagt:

        Die Vorbezugssteuer beträgt ca. 5%. Wenn man 10 Jahre gespart hat, hat man ein Kapital von ca 70000-80000, die Steuer davon beträgt ca. 3500.
        Die Ersparnis bei der Einkommenssteuer ist viel höher.

      • Anh Toàn sagt:

        Sie wissen, wenn Sie jetzt 35 sind, dass die Steuern in 30 Jahren 5% betragen werden? Wissen Sie, in welchem Kanton Sie leben werden bei der Auszahlung? Wenn Sie wegziehen aus der Schweiz, und die Auszahlung nach dem Wegzug verlangen, wird die Quellensteuer im Kanton des Sitzes der Vorsorgeeinrichtung angewendet. Wenn Sie den Vorteil während dreissig Jahren haben wollen ist die Steuer mehr als 5 Prozent, weil Sie ja dann mehr gespart haben im BVG.

        Das BVG ist voller catch22, z.B. Wegzug: Sagt man, man gehe weg, sagt die Einrichtung, wir wissen nicht, ob das definitiv ist. Geht man weg und wartet, sagt die Vorsorgeeinrichtung, wie zu mir: Du bist ja schon länger weg, jetzt geht es nicht mehr, es geht nur bei Wegzug.

      • Anh Toàn sagt:

        In menschlichen Biografien kommt es vor, dass die beste Option ist, zu nehmen, was man tragen kann und zu rennen: (Wie agte der Vietnam Veteran in Saigon: I don’t fight, when I can talk, and I don’t talk, when I can run.) Bei BVG Guthaben geht „take the money and run“ nicht, wer an das Geld will, muss zuerst Papiere beschaffen, Formulare ausfüllen und Einreichen, Fragen beantworten.

      • Theo sagt:

        @Anh Toàn: Sie tun Martin Spieler aber Unrecht. Er weist sogar mehrmals darauf hin, dass das Geld beim Bezug besteuert wird.

      • Anh Toàn sagt:

        @Theo

        Ja, ich habe es im Kleingedruckten übersehen.

        Zuerst kommt der Köder, so viel kann man sparen, und dann kommt am Schluss noch etwas von man könne nochmals sparen, wenn man die Auszahlung aufteilt.

        Ist schon fast power selling

        (Der Autor ist nicht befangen, er glaubt was er erzählt und es ist, was man so sagt, aber wie viele bereuen irgendwann, dass Geld nicht flüssig zu haben sondern gebunden in der dritten Säule? Eine Operation welche die KK nicht zahlen will. Die steuerprivilegierte 3 Säule wäre atrraktiv, wenn das Leben, das eigene und der Gesellschaft, 35 Jahre kalkulierbar wäre. Aber auf 35 Jahre ist sicher, es kommt anders, als gedacht.

  • Martin Leu sagt:

    „Denn mit der AHV-Rente und dem Geld aus der Pensionskasse allein dürften Sie nicht in der Lage sein, dann Ihren bisherigen Lebensstandard auf dem gleichen Niveau wie noch im Erwerbsleben aufrecht zu erhalten. “
    Weshalb wird eigentlich immer vorrausgesetzt, dass bei einem Lohn im erwähnten Bereich von CHF 120000 bis 140000 laufend alles Geld verkonsumiert wird und die Kosten für den gewählten Lebensstandard dem jeweiligen Einkommen entsprechen müssen? Mann kann mit einem rel. hohen Einkommen auch durchaus bescheidener leben und entsprechend reichen dann die 1. und 2. Säule sehr gut zur Erhaltung des Lebensstandard auf gleichem Niveau.

    • Wenger Werner sagt:

      Herr Spieler hat offensichtlich noch nie mit Rentnern über ihre Lebenskosten gesprochen, dass er diese Meinung, es reiche nicht, verbreitet. Und es geht!

      • Peter Schneider sagt:

        Ein Renter kann bescheiden leben. Wie teuer ist aber das Rentendasein, wenn z.B. Pflege angebracht ist?

  • Eisele geri sagt:

    Die Gretchenfrage ist wie hoch ist der Steuersatz in 20 Jahren wenn das Geld bezogen wird. Erst dann wird abgerechnet und wird erkannt ob man mit diesem Model gespart hat.

  • Flückiger Mark sagt:

    Wichtig bei der Lösung 3. Säule-Konto mit AKTIENANTEIL ist, dass bei der Auszahlung die Aktien übernommen werden können, sonst kann es passieren, dass in einer Baisse die tief bewerteten Aktien verkauft werden müssen und entsprechend der Ertrag aus der 3. Säule tief ist.

    • Peter Schneider sagt:

      Man muss die Säule 3A ja nicht exakt am 65. Geburtstag beziehen. Und was wichtiger ist: rein theoretisch könnte man das ausgezahlte Geld ja wieder in Aktien investieren. Dann wären ja lediglich ein paar Courtagen futsch bzw. die Börsenumsatzsteuer. Mir ist übrigens auch keine Bank bekannt, die den „Aktienanteil“ in Form von Aktien auszahlen würde… Das wäre ja eine Heidenarbeit.

  • werner boss sagt:

    Es gibt viele Möglichkeiten das Geld anzulegen, die Säule 3a verdient aus meiner Sicht den Glanz nicht,welchen sie sich selber gibt! Dabei kommt es offenbar sehr auf den Versicherer an, welchem man sich anvertraut.

    • Anh Toàn sagt:

      Vresicherer haben in der freiwilligen gebundenen Altersvorsorge einen zusätzlichen Nachteil: Man verpflichtet sich auf lange Zeit, die jährlichen Zahlungen zu leisten. Man kann die nicht ein Jahr auslassen, z.B. weil man gerade ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub genommen hat und ohnehin keine Steuern bezahlen muss. Oder aus einem anderen Grund einfach knapp bei Kasse ist. Klar ist für manche Leute, infantile sage ich denen ganz böse, hilfreich sich zu verpflichten zu sparen, weil andere Sparformen laufend geplündert werden, oder verzockt. Im Sinne eines Kindergartenstaates müsste man die freiwillige Vorsorge als Versicherung obligatorisch machen.

    • Timo Mollet sagt:

      Es gibt bei der 3a Angebote die einen Aktienanteil von bis zu 100% bei Verwaltungskosten von 0.55% anbieten.

      Neben der direkten Steuerersparnis muss man auch keine Steuern auf Dividenden bezahlen und es fallen auch keine Verrechnungssteuern auf internationale Aktien an. Die 3a gilt zudem auch nicht als Vermögen, wodurch man auch noch Vermögenssteuer auf das gesamte Kapital spart.

      Jeder Einzelne dieser drei Punkte macht die dritte Säule attraktiver als ein equivalenter EFT mit Verwaltungskosten in der Region von 0.25%

      • Anh Toàn sagt:

        „Aktienanteil von bis zu 100%“

        Gibt es fast nirgendwo:

        Verwaltungskosten von 0.55 Prozent um ein paar ETF auf Aktienindizes zu kaufen, die wiederum Verwaltungskosten abrechnen?

      • Timo Mollet sagt:

        0.55% ist bereits inklusiver Kosten für die ETFs und Indexfonds. Das Beispiel ist von VIAC.

        Die vermögenssteuer alleine frisst in der Schweiz bereits 0.12 bis 0.8% weg. Die Besteuerung der Dividenden wird auch im Bereich von 0.5% pro Jahr sein. Zusätzlich gibt es noch nicht zurückgewinnbare Verrechnungssteuern die 0.2% ausmachen können.

        Zuletzt bleibt noch die direkte Ersparnis aus der reduzierten Besteuerung der 3a Gelder wenn man diese gestaffelt bezieht. Dies kann auch schnell um die 10-25% gehen.

  • Jan Thart sagt:

    so ist es herr Leu. Ich verdiene etwa 150′. Mein „Lebensstandard“ gilt aber im Vergleich mit vielen anderen als „sehr bescheiden“. Kein Auto, keine teuren Ferien. Gehe etwa 2mal pro Monat auswärts essen. Kaufe, wo es günstig ist. Manchmal frage ich mich, ob ich die Wirtschaft kaputt mache? Aber mir geht es super, ich bin zufrieden, habe schöne Beziehung, Freunde – was brauche ich mehr. Ich halte halt nicht viel von Konsumismus, habe schon gesehen wo das hinführt. Insofern ist meine Sparquote des verfügbaren Einkommens in manchen Monaten etwa 80%. Und die Wirtschaft hat bei mir viel Kredit verspielt, leider. Wirtschaft muss für die Gesellschaft da sein, nicht umgekehrt. Allerdings hatte diese Meinung auch schon ein sehr böser Mann.
    So, jetzt muss ich aber an die Sonne raus.

    • Martin Leu sagt:

      @Jan Thart
      80% Sparquote ist schon sehr sparsam. Ich habe bei einem ähnlichen Einkommen immer so um die 50% angespart, dafür mit 55 aufgehört zu arbeiten, nachdem ich beschlossen hatte, meine Lebensarbeitszeit sei nach 30 Jahren mit 60-80 Stunden/Woche erfüllt.
      Der grundlegende Fehler unseres Systems liegt darin, dass aufgrund der unersättlichen Gier nach immer mehr, Wirtschaft und Rentensysteme auf Dauer angeblich nur mit grenzenlosem Wachstum funktionieren sollen. Solange, bis unsere Lebensgrundlagen vollständig zerstört sind.

  • Andreas Weibel sagt:

    Empfehlenswert sind übrigens Säule-3a-Anlagefonds, die nach nachhaltigen Kriterien bewirtschaftet werden. So kann man sicherstellen, dass man sein Geld nicht unabsichtlich z.B. in Produzenten von Nuklearwaffen investiert, wie das sonst oft der Fall ist.

  • mcpinkpoet sagt:

    Ich weiss nicht, ob Sie, Herr Spieler, einfach die wirkliche Spargemeinde gefunden haben. Aber ich errechne stets viel weniger, als Sie angeben.
    Bei 130k vs. 136768 sind es bei vh, ohne Konf. in Uster 1258, mit Konfession 1318.
    In Zumikon ist die Ersparnis sogar nur 1113, in anderen Zürcher Gemeinden ähnlich.
    Seit ich Empfehlungen lese zur Steuerersparnis mit 3a, konnte ich noch nie den Betrag sparen, der mir vorgebetet worden ist. Was ist der Grund, die Säule 3a so attraktiv zu vermarkten?

    • Rolf Rothacher sagt:

      Uster kennt halt tiefe Einkommenssteuern. Wenn Sie dasselbe Einkommen z.B. in Liestal/Baselland versteuern, bezahlen Sie mehr als 70% mehr an Steuern.

      • HarryG sagt:

        Und wenn noch die Ersparnis bei der direkten Bundessteuer dazu gerechnet wird (ca. Fr. 600) ergibt dies auch in Uster im Gesamten ca. Fr. 2’000.

    • Patrick Meier sagt:

      …weil die Banken davon profitieren?

    • Peter sagt:

      vermutlich haben Sie bei den 130k die Einfache Staatssteuer angegeben, und nicht berücksichtigt, dass es beim Einzahlen auf den Grenzssteuersatz ankommen kann (bei maximaler Rechnung), aber auch der tatsächlich Steuersatz auf 6000 ist mehr.

  • frank müller sagt:

    bei der 3. säule wird ein kapitaler denkfehler gemacht, wenn es sich um eine versicherungslösung handelt. ich liess mir solche offerten machen und musste feststellen, dass ich nach 10 jahren rein gar nichts gewinnen würde, da die versicherung jährlich einen namhaften betrag abzieht, den ich nie mehr erhalte (ausser ich werde invalid oder sonst arbeitsunfähig) und die jährliche steuerersparnis mehr als nur wegfrisst. ich gewinne nur, wenn die versicherung genug rendite macht, aber da müsste sie sehr viel rendite machen, was momentan überhaupt nicht realistisch ist. da habe ich mich entschieden, zusätzlich in die pensionskasse einzuzahlen, mit dem risiko, keine wirkliche zusätzliche versicherung bei arbeitsunfähigkeit zu haben.

  • Patrick Meier sagt:

    Der Artikel sollte ein konkretes Beispiel berechnen. Bei mir (verheiratet, 120’000 steuerbares Einkommen) macht die Ersparnis nur 1/4 und nicht 1/3 aus. Bei der Auszahlung fallen 4-5% Steuern an. Machen wir eine richtige Rechnung:

    20 Jahre lang 6000 CHF/Jahr einbezahlen = 120’000 CHF bzw nach Steuern beim Bezug 114’000 CHF.
    20 Jahre lang dasselbe Geld ordentlich versteuern: 90’000 CHF.
    Die dritte Säule ergibt einen Gewinn von 24’000 CHF.

    Das sieht gut aus, übersieht aber noch den Effekt der Zinsen + Gebühren. Wer 20+ Jahre lang Geld auf die Seite legen will/kann, sollte zu Aktien greifen. In der dritten Säule sind die Aktienanteile oft klein (<=50%), und die Verwaltungsgebühren oft hoch (0.5-1%). Dadurch wird der angebliche Vorteil oft aufgefressen!

    • Peter Manser sagt:

      Sehen Sie sich Viac an. Da kann man bis zu 97 Prozent in Aktien anlegen. Die kosten sind niedrig. Etwa bei 0.4%.

    • Stefan sagt:

      Zudem versteuern Sie meines Wissens die Kapitalgewinne, was die Rendite im Vergleich zu ausserhalb von 3. Säule gehaltener Aktien nochmals ganz schon beeinträchtigt. Dies vergisst Herr Spieler jeweils zu erwähnen.

  • Peter sagt:

    a) warum weiss Herr Spieler den Kanton und das Einkommen des Fragenden nicht? ( 0900-Nummer?) Für die Bundessteuer braucht es den Kanton zudem nicht.
    b) warum steht nicht, dass die Kapitalleistung-Steuer zwei Steuern, nämlich im Kanton und Bundessteuer sind?
    c) die Kantonssteuer und die Bundessteuer zusammen sind bei 100’000 Auszahlung bspw. 4500 Franken, es variiert nach Kanton, Gemeinde und einzel/verheiratet-Tarif, aber ein Vergleich zu a) wegfallende Einkommensteuer 1000 pro Jahr mal 30, und b) wegfallende Vermögenssteuer 100 pro Jahr mal 30 ist möglich. (Basis 100’000 in 30 Jahren je 3000 Fr einbezahlt).
    d) Es wäre möglich, eine Hochstadt wie Bern/BE bei 100k (30 x 3000) und 200k (30 x 6000) zu rechnen.

  • Chr. Suter sagt:

    Die 3a Säule ist bestimmt eine gute Sache – wahrscheinlich für die meisten Beteiligten. Zuerst mal sicher für die Banken und Versicherungen. Das Geld bleibt fast sicher 30 Jahre auf dem Konto und man bekommt fast keinen Zins. Wenn man Fondsanteile kauft, belastet die Bank jedes Jahr eine Gebühr (ohne eine Leistung zu erbringen) – nochmals dann beim Verkauf (und zwar happig!) – für die Banken bestimmt ein gutes Geschäft. Für den Staat ist es ebenfalls gut, denn er kann so auch Börsen-Kapitalgewinne besteuern. Ob’s auch für den Anleger stimmt, hängt wohl von div. Faktoren ab – aber den Letzten beissen bekanntlich die Hunde – doch Vorsorgen ist ja nie ganz verkehrt!
    Der ‚Bedarf im Alter‘ ist wohl was, das man einander einfach so abschreibt – vielleicht ist dann auch weniger genug?

  • Mario sagt:

    https://www.steueramt.zh.ch/internet/finanzdirektion/ksta/de/steuerberechnung/npers/staats_und_gemeindesteuern.html

    Das passt schon. Verheiratet, beide Arbeiten:
    Kantons-/Gemeindesteuern.
    Steuerbar 200k : 29’651.70
    Steuerbar 187k: 26’640.30

    Bund:
    Steuerbar 200k : 12’562.00
    Steuerbar 187k: 10’872.00

    Das sind 2’200.- Unterschied pro Person in einer durchschnittlichen ZH Gemeinde.

    • Peter sagt:

      das ist also die Steuerersparnis pro Person pro Jahr in der Sparphase, also 2200 mal 30. Die Vermögenssteuer während 15 Jahren ist nicht gerechnet.
      Jetzt rechnen wir noch die Steuer auf 6000 x 30 = 200’000 Kapitalleistung mit 65, pro Person 9080+2512, also 11592 abzuliefern pro Person (Gemeinde in ZH mit 114 Prozent angenommen). Die Inflation wird vom Zins-3a kompensiert, die Steuer wird danzumal tendenziell eher tiefer sein.

    • Anh Toàn sagt:

      @mario: Jetzt machen Sie mal Ihre Rechnung mit 120’000 steuerbarem Einkommen (nach Berufsauslagen, Sozialabzügen, den BVG Einzahlungen) dürfte dies bedeutend näher am Einkommen der Mitte liegen: Dann wird die Ersparnis bei der Einzahlung deutlich kleiner, die Auszahlung wird genau gleich besteuert.

      In Ihrem Beispiel resultiert eine Steuerersparnis von TCHF 55. Tönt nach viel, das sind knapp 2% zusätzliche Rendite, aber ein Prozent nimmt Ihnen, die Spatzen pfeiffen es von den Dächern, die Bank weg mit Gebühren für Anlagen, die man im dritten Lehrjahr kann, dann bleibt nur noch knapp ein Prozent. Für weniger als ein Prozent Mehrrendite ist eine Bindung auf 30 Jahre in meinen Augen zu wenig.

  • Lancelot sagt:

    … sind Sie sicher, dass alle Kantone drei bis vier 3a-Konti für den
    Staffelbezug (steuerlich) zulassen ?

  • Anh Toàn sagt:

    Der Steuervorteil beim Sparen in der Säule 3a liegt in der Differenz zwischen dem Steuervorteil bei der Einzahlung und den Steuern bei der Auszahlung. Diese Differenz ist, abgesehen von den Erträgen auf die bei der Einzahlung nicht fällig gewordenen Steuern, gleich gross, ob das Geld da 5 Jahre oder 40 Jahre lang lag. Die Zusatzrendite also je kleiner, je länger das Geld da lag. Liegt das Geld lange da, gibt es viel aufs Mal zurück, die Auszahlung wird höher besteuert, die Zusatzrendite schrumpft noch weiter. Mit der Dauer steigt aber andererseits die Risiken, von Steuererhöhungen, unerwarteten Entwicklungen.

    Je kürzer das Geld im BVG bleibt, also je mehr gar nicht die eigentliche Idee des BVG erfüllt wird, umso empfehlenswerter ist die Einzahlung.

    • Anh Toàn sagt:

      Weil dies der Idee widerspricht, wird der vorzeitige Bezug immer mehr eingeschränkt. Bsp.: Bill Gates und Co. wären in den Garagen nicht selbständig gewesen: Keine Kunden, kaum Investitionen, kein BVG Vorbezug, egal ob aus 2. oder 3 Säule.

      Geld in der Säule 3a ist unversteuertes Einkommen, aber es weg, man kann nicht dran, für lange Zeit. Und die Regeln, wie man dran kann, z.B. allenfalls früher, wie viel Steuern bei der Auszahlung, ändert der Gesetzgeber, der Vertragspartner irgendwie mehr als die Bank, einseitig, man kann dann nicht künden.

  • Markus Meier sagt:

    Lieber Herr Spieler,

    In diese Antwort gehört eigentlich dringend ein konkretes Beispiel kombiniert mit der Anleitung, wie man das auf die eigene konkrete Situation anwendet. Die Unterschiede sind derart gross abhängig vom Wohnort und den entsprechenden Steuersätzen auf Einkommen, Vermögen und 3. Säule Auszahlung, dass so ein pauschales Wischiwaschi überhaupt nicht zielführend oder erklärend sein kann.

  • Marcos sagt:

    3. Säule ist ja schön und gut. Was man aber bedenken muss ist, dass Steuerabzüge wegen der Progression den Einkommenstarken mehr helfen. Die Steuereinträge die dem Staat wegen solcher Abzüge fehlen wird dann einfach anderorts wieder reingeholt, mutmasslich beim Mittelstand.

  • Hansli sagt:

    Die 3. Säule ist für mich eine reine Subventionierung der Finanzwirtschaft. Der Staat verzichtet auf Steuern und die Finanzwirtschaft erhält Geld gebunden zur Gebührenabschöpfung. Ob sich das am Schluss für den Kontobesitzer auszahlt, das ist eine andere Frage. Zumindest in der heutigen Tiefzinsphase haben vermutlich die meisten verloren. Man kann dem nicht einmal ausweichen, da man gebunden ist.

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