Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Keinen Zins, keine Dividende, dafür Sicherheit: Gold lohnt sich, wenn eine Inflation droht. Foto: Keystone

Meine Frau und ich werden 2018/2021 pensioniert und das Pensionskassen-Kapital als Rente beziehen. Zusammen mit der AHV soll das unser Grundeinkommen darstellen. Wir verfügen zusätzlich über mehrere Hunderttausend Franken Kapital. Dieses haben wir auf mehrere Banken verteilt. Allerdings kann das Geld einmal massiv entwertet werden – etwa durch eine Hyperinflation. Wäre es sinnvoll, einen wesentlichen Teil in Gold oder Land anzulegen? R.R.

Gold bietet tatsächlich einen Schutz vor einer möglichen Inflation. Dieser Schutz ist aber keineswegs absolut. Käme es zu einer Inflation oder sogar zu einer Hyperinflation, wie Sie es erwähnen, hätten Sie mit einem Goldbestand wohl eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, wenigstens einen Teil Ihres Ersparten retten zu können.

Auch Land bietet einen Schutz gegen die Teuerung und ebenso auch Aktien, was oft vergessen geht – vorausgesetzt die Unternehmen sind während einer Inflationsphase weiter in der Lage, zu wachsen und Gewinne zu generieren.

Diese Anlageklassen haben allerdings auch einige Nachteile. Der Goldpreis unterliegt starken Schwankungen. Und Gold wirft keinen Zins und keine Dividende ab. Nun werden Sie sagen, dass Sie momentan auch auf Ihrem Sparbatzen auf dem Bankkonto faktisch nichts mehr bekommen, was natürlich stimmt. Doch dies muss nicht immer so bleiben. Wenn die Teuerung anzieht, würden auch die Sparzinsen steigen.

Die Frage wäre dann einfach, ob Sie die Teuerung schlagen könnten. Möglich wäre dies mit Aktien, da diese auf lange Sicht eine deutlich höhere Rendite erreichen als die meisten herkömmlichen Anlageklassen. Der Nachteil liegt aber in den mehr oder weniger starken Kursschwankungen, welche gerade konservativen Investoren Mühe bereiten.

Beim Land und generell bei Liegenschaften finden Sie ebenfalls einen Inflationsschutz. Dafür ist Ihr Kapital während langer Zeit gebunden. Vor allem wäre es wohl schwierig, das in Land gebundene Geld kurzfristig liquide zu machen, wenn Sie es dann mal plötzlich brauchen.

Kurzfristig besteht ein geringes Inflationsrisiko. Momentan bewegt sich die Teuerung sowohl in Europa als auch in den USA auf einem tiefen Niveau. Wenn die Wirtschaft weiter gut läuft und die Löhne stärker anziehen, könnte die Teuerung aber schneller steigen und die Notenbanken wären gezwungen, die Zinsen anzuheben, wie dies in den USA bereits geschieht.

Auch die riesigen Schuldenberge in den USA und Europa sprechen dafür, dass die Inflation später plötzlich wieder ein grösseres Thema werden könnte.

Aufgrund der erwähnten Nachteile würde ich nicht das gesamte Kapital nur in Gold investieren, damit Sie sich vor der Inflation schützen können. Vielmehr würde ich diversifizieren.

Einen Teil des Geldes würde ich liquide behalten und auf sicheren Banken parkieren, einen Teil in Edelmetalle wie Gold investieren und den Rest in Wertpapiere anlegen – allenfalls in Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, falls Sie das damit verbundene höhere Schwankungsrisiko tragen wollen und können. Dann haben Sie noch einen Zusatzertrag in der Form von Dividenden, die bei einigen Dividendenperlen aktuell drei bis fünf Prozent Rendite ausmachen können.

14 Kommentare zu «Es ist nicht alles Gold, was glänzt»

  • Der grosse Allwissende sagt:

    Das Grundmaterial einer Aktie besteht aus Papier ! Wenn du dich abends schön schlafen legst, kann es sein, dass du eines Morgens pleite bist ! Bedenke dabei, Märkte schlafen, im Gegensatz zu dir, nie ! Um Gold aus dem Boden zu holen hingegen, braucht es Schweiss, Muskelkraft, Maschinen, Geld und Wissen! Es braucht in erster Linie keine Rendite, auch wenn sogenannte „Experten „ seit Jahren das Gegenteil predigen !!!

    • Peter Aletsch sagt:

      Heute kein Papier mehr, nur noch ein digitaler Eintrag. So wie fast alles andere. Die Aktienindizes haben real oder verglichen mit Gold in den letzten 100 Jahren um das 70-fache zugenommen. Gold ist eben gemäss seiner Funktion stehen geblieben, obwohl der nominative Wert viel höher steht.

      • Der grosse Allwissende sagt:

        Genau richtig, nur diesen Zeithorizont haben Sie selbst nie erlebt! Exemplarisch ihr Statement. Es ist nicht aus dem Gedankengut des „Anlegers“ zu verbannen und dies machen sich windige Berater zu Nutze!! Und überhaupt, zeigen Sie mir einen einzigen Anleger, der 40 Jahre lang die gleiche Anlagestrategie verfolgt! Das suggeriert Ihnen ihr Berater und Sie gehen ihm auf den Leim! Wenn Sie dann den Braten gerochen haben ist ihr Berater längst im Jenseits oder mit ihren Provisionen in der Südsee !!!

      • Peter Aletsch sagt:

        Könnte sein, dass ich mein eigener Berater bin. Warum soll einer einem anderen verraten, was die besten Anlageformen sind? Ansonsten gab es an der diesjährigen Strategic Investment Conference noch nie soviele Empfehlungen auf Gold, seit 15 Jahren. Da wurde auch erwähnt, dass eine Unze Gold immer, mit Abweichungen, aber seit 150 Jahren, einen Herren-Anzug kaufen konnte. Nicht besonders viel, um eine moderne Wirtschaft aufzubauen. Gegen Gold bin ich aus ökologischen Gründen. Es ist einfach sinnlos, das Zeug unter Einsatz von Geld, Gift(Quecksilber), Energie, Gesundheit aus dem Untergrund zu holen und dann wieder in einem Tresor verschwinden zu lassen. Ich habe sogar selber eine illegale Goldschürfung in Afrika gesehen.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Allwissender: Drucken Sie Ihren Kommentar und den Text von Hrn. Spieler aus. Legen Sie das in eine Schublade und lesen Sie es in 10 Jahren wieder. Ich bin ziemlich sicher, dass Hr. Spieler dann näher an der Realität liegen wird als Sie.

      • Der grosse Allwissende sagt:

        Spieler ist ein Oportunist. Sein Name ist sein Kapital! Der würde sich davor hüten, dieses Wallstreetgesäusel in Frage zu stellen! Die Wahrheit liegt in diesem Tweet ! Es gibt keine rentable Anlage mehr, nur darf das keiner wissen! Dein Geld will keiner, ausser du bist bereit, es zu verlieren!

      • Peter Schneider sagt:

        Der grosse allwissende bemerkt, dass es Schweiss braucht, Gold zu schürfen. Allerdings sollte man eher betrachten, wozu Gold eingesetzt wird: Schmuck, Reserve für den Notfall. Und ein paar Leiterbahnen in der Glotze. Mit steigendem Preis wird mehr produziert, weil Gold nicht mal so selten ist. Kommen die ganzen Zentralbanken hinzu, die Gold auf den Markt werfen. Ohne einen dritten Weltkrieg hat Gold einfach kein Potential.

  • Wenger Werner sagt:

    Mich verwundert eigentlich, dass zwei Personen mit diesem finanziellen Hintergrund diese Fragen nicht schon lange mit ihrer Hausbank beraten und festgelegt haben. Mir scheint bei manchen Fragen an Herrn Spieler, diese seien nicht echt, sondern dass er sich diese ausdenkt, nur um diese Rubrik zu füllen.

    • Jan sagt:

      Was oft vergessen geht: Die Hausbanken sind keine Anlageberater sondern daran interessiert Ihnen ihre Produkte zu verkaufen. Deshalb traue ich keiner Bank mehr. Drei Anlageberatungen bei der CS in den letzten sechs Jahren „durchgemacht“. Können Sie voll vergessen…

    • Patrik sagt:

      Guten Tag Herr Wenger,
      Die Hausbank verdient mit Gold rein gar nichts.
      Mit einer Empfehlung in Gold/Silber würde sie das, womit sie handelt, nämlich ungedeckte Elektro-Impulse auf dem Bildschirm, in Frage stellen.
      Daher halte ich das Bsp. von Herr Spieler für sehr plausibel genauso wie sein Rat, der auf den „Blog-Rahmen“ beschränkt sein muss, für gut.
      Da Gold/Silber als einziges
      richtiges Geld kein Länderrisiko und kein Emittentenrisiko aufweist,
      würde ich mindestens 24
      Monatslöhne (falls dies möglich ist) in diesen Edelmetallen positionieren.
      Grüsse, Patrik

  • Steinmann sagt:

    Herr Spieler, Sie spielen das Spiel der Bank-Eliten mit und vermögen immer weniger zu überzeugen: Aktien, Immobilien und Schulden sind auf Allzeithoch – da steigen nur noch Unwissende und Bankgläubige ein.
    Bargeld auf jeder Bank ist im nächsten Crash in der Konkursmasse der Bank – nur Vollgeld kann unser Geld auf Banken sicher machen.
    Die 100’000.- Einlagensicherheit ist eine glatte Lüge.
    Einen guten Teil des Vermögens in physisches Gold und Silber zu investieren, ist eine brilliante Idee, aber bitte ausserhalb des Banksystems.
    Ich würde auch einen grösseren Teil meiner Pensionskassen-Gelder rausholen, weil der Crash jederzeit kommen kann.
    Das weiss auch Thomas Jordan, aber er sagt es nicht.

    • The American sagt:

      Meines Wissens ist Gold, welches in einem Tresor der Bank liegt, nicht Teil der Konkursmasse. Nur der Tresorraum, nicht aber die Inhalte. Man kann sein Gold also getrost bei der Bank aufbewahrt haben. Es sollte aber physisches Gold sein und keine Papiere auf Gold.

      • Peter Schneider sagt:

        Ja und wie der Raiffeisen-Raub in basel zeigte, ist das Gut im Tresor nicht mal versichert… das heisst: die Goldaufbewahrung kostet neben den Tresor- noch Versicherungsgebühren. Kommen noch An- und Verkaufskurse obendrauf. Offen gesagt ist der Erwerb eines Gold-ETFs womöglich doch sinnvoller…

  • Albert Fiechter sagt:

    Frage mich, wie man Ihnen, Herr Spieler, ueberhaupt Fragen stellt. Haette bei naechster Gelegenheit auch eine.

Kommentar

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