Freizügigkeitskonto: Welche Bezugsart darf es sein?

Die Auszahlung kann bis fünf Jahre nach Erreichen des Rentenalters der AHV aufgeschoben werden. Foto: PD

Die Auszahlung kann bis fünf Jahre nach Erreichen des Rentenalters der AHV aufgeschoben werden. Foto: PD

Müssen Freizügigkeitskonti bei einer Frühpensionierung aufgelöst werden, oder können diese wie 3a-Konti bis zum ordentlichen Rentenalter oder sogar bis 70 Jahre, falls man weiterhin berufstätig ist, weitergeführt werden? P. L.

Dank einem Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder einer Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung können Sie Ihren Vorsorgeschutz weiterhin sicherstellen, auch wenn Sie nicht mehr berufstätig sind oder wenn jemand seine Berufstätigkeit während einer längeren Zeit etwa durch einen langen Auslandsaufenthalt unterbricht. Sobald Sie das ordentliche AHV-Rentenalter – bei Männern also mit 65 und bei Frauen mit 64 Jahren – erreicht haben, werden das Freizügigkeitskonto oder die Freizügigkeitspolice üblicherweise fällig.

Darüber hinaus gibt es aber zwei weitere Bezugsmöglichkeiten: Wenn jemand wie Sie früher in Pension gehen will, besteht die Möglichkeit, dass man das Guthaben auf seinem Freizügigkeitskonto bereits ab fünf Jahren, bevor man das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht, beziehen kann. Bei Männern ist das ab 60 und bei Frauen ab 59 Jahren möglich.

Auch wenn Sie eine Frühpensionierung vollziehen, sind Sie aber nicht gezwungen, das Freizügigkeitsgeld früher zu beziehen. Sie dürfen das Konto normal bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters weiterführen und das Kapital dann mit 65 in Anspruch nehmen. Eine vorzeitige Auszahlung des Freizügigkeitskontos ist zudem generell für den Erwerb und den Bau von selbst genutztem Wohneigentum, zur Amortisation von Hypotheken von selbst genutztem Wohneigentum oder bei der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit möglich, oder auch wenn jemand auswandert, wobei es bei den meisten europäischen Ländern Einschränkungen gibt.

Falls Sie das wünschen, können Sie die Auszahlung bis maximal fünf Jahre nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV aufschieben – Männer also bis 70 und Frauen bis 69. Sie müssen sich aber überlegen, ob Ihnen das wirklich etwas bringt – mit Ausnahme der geringen Verzinsung des Geldes. Immerhin können Sie das Freizügigkeitsgeld auch in spezielle Vorsorgefonds investieren, welche eine höhere Rendite versprechen. Doch investieren und damit eine höhere Rendite erwirtschaften können Sie das Kapital auch, wenn Sie es sich auszahlen lassen.

Für eine spätere Auszahlung sprechen können allenfalls steuerliche Gründe: Um die Progression bei den Steuern zu brechen, sollte man Guthaben aus der steuerbegünstigten Säule 3a nicht gleichzeitig mit dem Freizügigkeitskapital im gleichen Jahr beziehen. Da kann es Sinn ergeben, dass man mit der Auszahlung zuwartet und die verschiedenen Guthaben gestaffelt bezieht, was eine erhebliche Steuerersparnis bringen kann.